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Ratte

Fortgeschrittener

  • »Ratte« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 199

Lehramt: Realschule

Bundesland: Bayern

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1

Samstag, 29. März 2008, 15:08

Ausnahmen beim Dehnungs-h

Hallo,

da ich persönlich lieber komplizierte Regeln begreife als lange Wörterlisten auswendig lerne, gefällt mir eigentlich das System des Marburger Rechtschreibtrainings am besten:

Nach langem Selbstlaut (außer i) steht vor l,m,n,r ein Dehnungs-h, außer wenn das Wort mit t, sch, sp oder q anfängt.

Mit dieser Regel kann ich fast alle Wörter richtig schreiben.
Bislang habe ich nur folgende Wörter gefunden, die sich nicht an die Regel halten:

Plan, Kran, Kram, Flur, Dame, Name

1. gibt es noch sehr viel mehr Wörter, die ich bloß noch nicht gefunden habe?

2. Gibt es dafür auch noch eine Regel oder definiere ich sie einfach als Ausnahme?

Für Tipps und Links jeder Art wäre ich sehr dankbar.

neleabels

Moderator

Beiträge: 3 779

Lehramt: Sek II am Weiterbildungskolleg

Bundesland: NRW

Fächer: Englisch/Geschichte/Latein

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2

Samstag, 29. März 2008, 16:31

Bonität, solide, Samoa, Charade, Blamage...

Die Regel funktioniert prinzipiell nicht mit Fremdworten.

Doofe Regel, zu kompliziert mit zu vielen Ausnahmen.

Nele
"Isn't it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?" Douglas Adams

3

Samstag, 29. März 2008, 20:57

RE: Ausnahmen beim Dehnungs-h

Ich habe erkennen müssen, dass die Kinder im Grundschulalter durch "komplizierte" Regeln eher verunsichert werden.

So lang wäre die Liste der Wörter mit -h gar nicht, die man in der Grundschule sichern sollte.

Hier ein "Versuch":
mit ah: ahnen Bahn Draht Fahne fahren Gefahr Hahn Jahr mahlen mahnen Nahrung prahlen Rahmen Strahlen Wahl wahr zahlen zahm Zahn
mit eh: angenehm befehlen ehren ehrlich fehlen Fehler kehren lehnen Lehrer -in Mehl mehr nehmen sehnen sehr stehlen Verkehr verkehrt weh wehren zehn
mit ih: ihm ihn ihnen ihr
mit oh: Bohne bohren hohl Kohle Lohn ohne Ohr Rohr Sohle Sohn Stroh wohl wohnen
mit uh: Huhn Stuhl Uhr
mit äh: ähnlich allmählich ungefähr während zählen
mit öh: gewöhnen Höhle stöhnen versöhnen verwöhnen
mit üh: Bühne fühlen führen kühl Mühle rühren

Viele Wörter mit -h können mit der Strategie "ableiten" und "verlängern" bewältigt werden und müssen gar nicht gespeichert werden.
z.B. Kuh = Kü-he, steht = ste-hen, geht = ge-hen, froh = fro-he, usw.

Laut einer Untersuchung werden mit
. . . langem a 88% aller Fälle mit a
. . . langem e 86% aller Fälle mit e
. . . langem o 88% aller Fälle mit o
. . . langem u 97% aller Fälle mit u geschrieben.

Eine Ausnahme ist das lange i. (80% aller Fälle ie)
Da sollte es umgekehrt sein: Am Ende einer Silbe ist ein langes i ein -ie.
Und die Ausnahme sind die langen -i Wörter.

Also: Die Regel ist die nicht gekennzeichnete Dehnung.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Weinviertel« (29. März 2008, 21:03)


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