Englischlehrer an Gymnasien: Wer arbeitet mit Green Line New/Access/Camden Town? Erfahrungen gesucht

  • Liebe Englisch-Kolleginnen und -Kollegen,


    unsere Fachgruppe (Gym. in Niedersachsen) informiert sich gerade über die neueren Lehrwerke. Aktuell haben wir zum 5. Schuljahr Green Line New von Klett angeschafft, sind aber nicht so glücklich damit, daher überlegen wir, kurzfristig umzuschwenken.
    Mich würde nun interessieren: Wer arbeitet mit Access, dem neuen Camden Town oder auch mit Green Line New und kann mir berichten, welche Erfahrungen ihr mit dem jeweiligen Lehrwerk gemacht habt?
    Seid ihr zufrieden/unzufrieden, was sind die Stärken/Schwächen?


    Herzlichen Dank im Voraus für eure Antworten.

  • Wir arbeiten ebenfalls mit Klett Green Line und im Jahrgang 5 mit Green Line New (G9). Unzufriedenheit auf allen Rängen. Es ist mir unbegreiflich wieso sich die Fachschaft schon wieder für Klett entschieden hat! (War bei entsprechender Konferenz nicht anwesend wegen meines Freijahres.)


    Was an Klett zu bemängeln ist:
    - an den Haaren herbeigezogene, sehr konstruiert wirkende Geschichten und Texte
    - Vorschläge zur Leistungsbemessung zu einfach
    - kein Material mit nennenswertem relevanten landeskundlichen Bezug
    - Green Line New laut Kollegen, die das bereits verwenden, mit der heißen Nadel gestrickt und die nachfolgenden Bände ebenfalls


    Ich würde jederzeit wieder zu Cornelsen umschwenken. Wieso?
    - sehr stringenter Aufbau
    - gute Übungen
    - und: nach wie vor wirklich gutes Material mit landeskundlichen Inhalten.


    Ich merke das immer wieder, wenn ich zusätzliche Übungen etc. aus meinen Cornelsen Exemplaren (von 2001 bis heute) raussuche. Ebenfalls merke ich, dass seit dem wir Klett verwenden, unsere Schüler in der Oberstufe substantielle Lücken in Kentnissen zu bereits genannten Landeskunde, geschichtlichen Themen etc haben.

  • Hallo Raket-O-Katz,


    danke für deine sehr hilfreiche Antwort! Wir haben bisher mit Cornelsens G21 gearbeitet und waren auch zufrieden damit, es ist logisch aufgebaut und leicht zu unterrichten.
    Seit diesem Schuljahr haben wir nun Green Line New in der 5. Klasse und die meisten Kollegen sind unglücklich damit. (Ich arbeite erst seit 2 Monaten damit, kann also noch nicht ganz so viel dazu sagen ...)
    Generell finden wir, dass das Buch zu "methodenverspielt" ist und neue Grammatikthemen z. B. gar nicht richtig geübt werden. In Unit 3 wird z. B. die Uhrzeit in allen Varianten eingeführt, ohne dass dies groß gefestigt würde. Das hat meine Schüler sehr verwirrt. Der kommunikative Ansatz ist ja toll, aber man muss erst einmal die Grundlagen schaffen, dass auch kommuniziert werden kann.


    Gibt es noch weitere Meinungen und Einschätzungen?
    Danke und viele Grüße

  • Bei uns wurde in diesem Schuljahr Access für die 5 eingeführt, die Kollegen aus der 5 schlagen die Hände über den Köpfen zusammen und arbeiten inzwischen ihrer Aussage nach größtenteils mit Kopien aus anderen Lehrwerken. Reihenfolge der Grammatikthemen scheint problematisch zu sein (habe im Kopf, dass die Einführung des Simple Past erst sehr spät erfolgt, evtl. sogar erst in Klasse 6?), die Übungen zu Texten stehen immer mehrere Seiten weiter hinten (ständiges hin- und herblättern), teils keine Textgrundlage zu Grammatikthemen. Zum nächsten Schuljahr werden wir wieder ein anderes Buch einführen, welches steht noch nicht fest. Wir prüfen momentan Camden Town und GreenLine, momentan gibt es wohl eine leichte Tendenz zu ersterem. Ich bin aber zugegeben nicht ganz im Thema, da ich keine 5 habe und vermutlich nicht an der Schule bleibe.

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  • Bei uns wurde in diesem Schuljahr Access für die 5 eingeführt, die Kollegen aus der 5 schlagen die Hände über den Köpfen zusammen und arbeiten inzwischen ihrer Aussage nach größtenteils mit Kopien aus anderen Lehrwerken. Reihenfolge der Grammatikthemen scheint problematisch zu sein (habe im Kopf, dass die Einführung des Simple Past erst sehr spät erfolgt, evtl. sogar erst in Klasse 6?), die Übungen zu Texten stehen immer mehrere Seiten weiter hinten (ständiges hin- und herblättern), teils keine Textgrundlage zu Grammatikthemen. Zum nächsten Schuljahr werden wir wieder ein anderes Buch einführen, welches steht noch nicht fest. Wir prüfen momentan Camden Town und GreenLine, momentan gibt es wohl eine leichte Tendenz zu ersterem. Ich bin aber zugegeben nicht ganz im Thema, da ich keine 5 habe und vermutlich nicht an der Schule bleibe.

    Ich arbeite auch mit Access in der 5. Nein, das simple past kommt schon in Unit 4, also eher früh dran. Dafür wird das present progressive bis Unit 5 aufgeschoben. Ich habe es aber schon viel früher eingeführt, weil man es beim Sprechen mit den Schülern ja eh ständig benutzt. Alles andere finde ich größtenteils OK. Was mich nervt, sind die viel zu kleinkinderhaften Songs (ich benutze einfach andere), und das mit den Filmsequenzen als Übungsgrundlage ist ja nett gemeint, nutzt aber nur was, wenn man ständig einen Raum mit interactive whiteboard zur Verfügung hat. Bei uns muss man so einen Raum im voraus buchen, geht also nicht spontan. Im Großen und Ganzen bin ich aber doch zufrieden mit Access 1, auch mit den Workbook-Übungen dazu.

    "I think it would be a great idea." (Mohandas Karamchand Gandhi when asked what he thought of western civilization)

  • Die Frage nach "dem besten" Lehrwerk ist auch wirklich nicht zu beantworten. Ich ziehe Green Line generell den Cornelsen-Lehrwerken (G21/Access) vor. Aktuell unterrichte ich mit G21 und stelle, ähnlich wie ein Vorredner, immer wieder fest, dass die Grammatik teilweise recht unlogisch aufgebaut ist. Beispiel: Einführung der indirect speech mit backshift in A3 (Kl. 7). Dazu sollen die Schüler, so sehen es die Übungsn vor, natürlich die pronouns ändern. Aber anstatt die time phrases (yesterday --> the day before) gleich mitzunehmen, wird damit bis zu A4 (Jgst.8 ) gewartet.
    Ist das eine sinnvolle didaktische Reduktion? In meinen Augen nicht und meine 7er kommen ganz gut mit meinen gegenüber dem Lehrwerk höheren Erwartungen klar. Wenn sie schon an ihren Sätzen herumdotkern und munter "shiften" (verbs, pronouns), warum die Zeitadverbien dann ausschließen? Man zeige mir mal einen halbwegs authentischen Anwendungsbezug der indirect speech auf dem Niveau der Kl. 7 (z.B. einen halbwegs authentischen Text für eine Leistungsmessung) ohne jegliche Zeitadverbien. *???*


    Was weiter oben für die Vorschläge zur Leistungsmessung zu GL geschrieben wurde ("zu leicht") gilt 1:1 auch für G21. Gerade dadurch, dass ich momentan eine 7 in der Hauptschule, der Realschule und dem Gymnasium parallel laufen habe, kann ich mit Gewissheit sagen: Sehr viele Übungen sind in den Vorschlägen für Realschule (B3) und Gymnasium (A3) 100% identisch und für das Gymnasium zu leicht. Insbesondere die Grammatikaufgaben habe ich mir immer selbst gebaut bzw. aus meinen vorhandenen Materialien aus der GL-Reihe heraus kopiert (die waren tatsächlich schwerer!).


    Was mich bei G21 dazu noch tierisch nervt (selbes Problem wie weiter oben): Das Geblättere zwischen Text-Teil und Übungsteil. Aus pädagogischer Sicht ja nicht schlecht gedacht: Ein Übungspool, auf den frei zugegriffen werden kann. Aber für die Unterrichtspraxis leider relativ ungeeignet. So weit ich das aber sehen kann, sind die neueren Access-Bücher da aber besser geworden, weil die Units jetzt wie bei GL aufgebaut sind.

  • Ich habe mal an einer Schule mit Cornelsen G21 gearbeitet und bin damit gar nicht klar gekommen. Persönlich finde ich Green Line wesentlich besser zum arbeiten mit den Schülern. Ich versuche auch erst alle Übungen im Lehrbuch und Workbook zu machen, bevor ich andere Materialien den Schülern zur Verfügung stelle.

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