Bitte um Hilfe Hauptschule/ Lernstand

    • Bitte um Hilfe Hauptschule/ Lernstand

      Hallo,
      einer meiner Schüler (Lernförderschule), möchte unbedingt an eine Oberschule wechseln. Ich müsste dafür den Lernförderbedarf aufheben. Es ist ein sehr fleißiges Kind und für unsere Verhältnisse leistungsstark. Ich kann mir vorstellen, dass er es schaffen könnte, allerdings fehlt mir der Vergleich zur Hauptschule.
      Kann mir jemand sagen, was er von einem schwachen Hauptschüler zu Beginn der siebten Klasse erwarten würde? Wieviele Englischvokabeln müsste jemand realistischerweise aus 5/6 nachholen? Was muss man in Mathe nach der sechsten Klasse auf die Reihe kriegen? Was in Deutsch?

      Wäre super, wenn mir jemand von euch eine Ferndiagnose erstellen könnte :danke:
    • Ich kann nicht direkt helfen, ich habe weder die Fächer noch die Schulform.
      Allerdings kann ich dir sagen, wie ich es mit Schülern mache, die zu uns wechseln (egal ob von der Realschule oder durch Umzug): ich vergleiche die 2 Lehrwerke. Durch einen Blick im Lehrwerk der letzten Schule kann ich aufzeigen, was nachzuholen ist. Guck dir also die Lehrwerke der Nachbarhauptschule an, da solltest du einen guten Überblick erhalten.

      Chili
    • Danke Chili, ich hab schon in die Lehrpläne geschaut, aber mir fehlt trotzdem das Gefühl für den realistischen Anspruch einer Hauptschulklasse. Ihm fehlen jetzt zwei Jahre Stoff- auf der anderen Seite gibt es ja auch schwache Hauptschüler, ich denke mal, dass es eine gewisse Schnittmenge Lernförderschule-Hauptschule gibt. Aber ob Fleiß allein reicht, sich bis zum HS-Abschluss zu kämpfen?
    • Schantalle schrieb:

      Danke Chili, ich hab schon in die Lehrpläne geschaut, aber mir fehlt trotzdem das Gefühl für den realistischen Anspruch einer Hauptschulklasse. Ihm fehlen jetzt zwei Jahre Stoff- auf der anderen Seite gibt es ja auch schwache Hauptschüler, ich denke mal, dass es eine gewisse Schnittmenge Lernförderschule-Hauptschule gibt. Aber ob Fleiß allein reicht, sich bis zum HS-Abschluss zu kämpfen?
      Die heutige, durchschnittliche Hauptschule ist von einer Förderschule doch kaum zu unterscheiden.
    • Neu

      Schantalle schrieb:

      Hallo,
      einer meiner Schüler (Lernförderschule), möchte unbedingt an eine Oberschule wechseln. Ich müsste dafür den Lernförderbedarf aufheben. Es ist ein sehr fleißiges Kind und für unsere Verhältnisse leistungsstark. Ich kann mir vorstellen, dass er es schaffen könnte, allerdings fehlt mir der Vergleich zur Hauptschule.
      Kann mir jemand sagen, was er von einem schwachen Hauptschüler zu Beginn der siebten Klasse erwarten würde? Wieviele Englischvokabeln müsste jemand realistischerweise aus 5/6 nachholen? Was muss man in Mathe nach der sechsten Klasse auf die Reihe kriegen? Was in Deutsch?

      Wäre super, wenn mir jemand von euch eine Ferndiagnose erstellen könnte :danke:
      Morgen Schantalle!

      In welchem Bundesland bist du denn? Gibt es bei euch keine Inklusion? Eigentlich dürfte der Schüler dann auch an eine Regelschule wechseln, ohne dass sein Förderbedarf aufgehoben wird.
      Ich sehe hier gerade ein Problem. Du denkst, dass er es schaffen könnte, weil er im Vergleich zu anderen Schülern mit Förderbedarf stark ist. Wir heben einen Förderbedarf auf, wenn wir merken, dass die Anforderungen an den Jahrgang erfüllt werden. Besorg dir doch die Klassenarbeiten aus dem Jahrgang und lass sie deinen Schüler schreiben (natürlich nach Vorbereitung). Wenn das über einen längeren Zeitraum (vielleicht bis zum Ende der 7) gut klappt, kann immer noch über einen Wechsel entschieden werden.

      Meine Kids in Deutsch müssten z.B. inzwischen folgende Textgattungen kennen: Brief, Gedicht, Fabel, Märchen, Ballade, Erzählung, Krimi, Vorgangsbeschreibung, Bericht, Argumentationen.
      Auf Satzebene: Satzglieder (Subjekt, Prädikat, Objekte, Adv. Bestimmungen); Haup- und Nebensatz (Satzreihe, Satzgefüge); Interpunktion (Komma, Punkt, Redezeichen)
      Wortebene: Nomen, Verben, Adjektive, Adverben; Substantivierungen; Konjuktionen, Artikel, Präpositionen, Pronomen
      Tempus: Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur im Aktiv und Passiv
      Spracheben: längere Balladen auswendig und betont vortragen/in ganzen Sätzen antworten
      Leseverständnis: selbstständig altersentsprechende Lektüren lesen und ein Lesetagebuch verfassen

      Das ist nur ein kurzer Anriss. Ich hab bestimmt einiges vergessen. Allerdings zeigt es ganz gut, was ich mit meinem 7er Kurs (G-Niveau) bisher gemacht hab. Das heißt aber nicht, dass sie es auch können :aufgepasst:

      LG
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      Danke Jazzy82! Das Verfahren ist etwas kompliziert, jedenfalls gibt es die Möglichkeit "Förderbedarf und Regelschule" in Klasse 7 derzeit noch nicht. Ich wäre ja bereit, einen eigenen Weg mit dem Kind zu gehen, sage das sei fast 2 Jahren, allerdings wird das von SL aus abgewiegelt. Hammer noch nie so gemacht.

      Und wenn ich den Eltern sage: "Offiziell soundso, aber wenns mein Kind wäre, ich würde..." bekomm ich auch nur ne Ansage, dass das um Gottes Willen nicht ich zu entscheiden habe. Würde mir gerne Klassenarbeiten und Bücher besorgen, das geht aber im Alleingang nicht, da fühlt sich meine SL sonst verarscht fürchte ich.

      Danke jedenfalls nochmal für die Inhaltsinfo. Ich denke, das würde er (bis auf Satzglieder vielleicht), soweit hinbekommen, aber nach Wiederholung, bzw. Erarbeitung. Nicht aus dem Effeff... Naja, strikt gegliedertes Schulsystem halt :/
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      Ach, die Inklusion ist so, wie sie hier durchgeführt wird, aber auch nicht das Wahre. Einfach die Kinder mit Förderbedarf in normale Klassen stecken, wenn es hoch kommt, für 2 Wochenstunden eine zweite Kraft (Förderschullehrer), mit der man sich aus Zeitmangel nie absprechen kann, dazu - und fertig ist die Inklusion. Das ist für Schüler und Lehrer einfach Mist.
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      och, ziemlich viele, von den leuten, die das politisch durchgedrückt haben, bis hin zu einigen/vielen eltern und viele junger kollegen, die noch keine paar jahre mit lebendigen kindern und /oder homogeneren gruppen gearbeitet und daher wenig vorstellung davon haben, welche vorteile das mit sich bringt.

      hell, uns wurde im pädagogik-examen von einem "wissenschaftler" sogar gesagt, alle gruppen seien heterogen (ja, sicher), und deshalb (non sequitur par excellence...) könne nicht eine heterogener als die andere sein. aha. gegenargumente (solche mit iq-werten und sowas altmodischem) wurden mit "das ist gegen inklusion, sind sie etwa gegen inklusion?" abgetan. ja dann...

      vielleicht muss manches einfach gegen die wand knallen, damit manche verstehen, dass sie zu undifferenziert denken (aka gegen inklusion = gegen rechte für behinderte oder ähnlicher schmarrn mehr). schade um die beteiligten kinder, eltern und kollegen. spezialisten und experten, wer braucht das schon.
      die wahrheit ist konkret. (bert brecht)
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      Wieso Gänsefüsschen? Von wem stammt denn die Aussage? Einem Spezialisten oder gar Experten? ;)

      Mir sind die Probleme durchaus bewusst und ich bin dankbar, zur Zeit ausschließlich in der Förderschule vor mich hinzufriemeln. Wollte mit keinem GS-Lehrer tauschen.
      Aber sooo einfach ist es halt auch nicht mit der Sonderschulbedürftigkeit. Dieser Blick auf x Kategorien von Behinderungsarten und die Vorstellung, dass jedes Kind glasklar in eine der Schulkategorien passt ist extrem deutsch.
      (By the way, interessanterweise sind bei unseren zahllosen zu diagnostizierenden Kindern immer mal wieder Kinder mit Lernproblemen dabei, die überdurchschnittlichen IQ haben)
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      Oh, von Schubladen halte ich da auch nicht viel. Und natürlich ist jede Klasse heterogen - wie sehr hängt doch nur von der Frage ab, welche Eigenschaft ich betrachte. Das Wesentliche an der Sache ist doch, dass es Kinder gibt, die in einer Gruppe von 20-30 Kindern mit einer Lehrkraft problemlos Lernfortschritte machen, und andere, die intensivere Zuwendung brauchen. Ob das nun daran liegt, dass sie Konzentrationsschwierigkeiten haben, emotional-soziale Probleme, eine geistige Behinderung, motorische Probleme oder was ganz anderes oder eine Mischung aus mehreren Problemen - sie brauchen kleinere Gruppen, mehr Lehrkräfte, und besonders Personal, das bereit ist, sich wirklich auf sie einzulassen. Und ich denke, dieses Personal ist besonders häufig bei den Kollegen, die eine Förderschulausbildung haben, und seltener bei Leuten, die sich eben nicht ausgesucht haben, mit Kindern zu arbeiten, die besondere Probleme mitbringen.
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