Warum mischt sich die Kirche in Bildung ein?

    • Lehramtsstudent schrieb:

      religiösen Aktivitäten nachgehen zu können (...Schweinefleisch in Mensa und co
      Achtung, Ironie: Interessant zu beobachten, dass in letzter Zeit Schweinefleischgenuss erst zum abendländischen Kulturgut (CSU und Konsorten) und jetzt sogar zur religiösen Handlung erhoben wird. Als ich noch katholisch war, wurde im Gottesdienst vegetarisch gegessen (die Christen unter euch mögen mir die polemische Zuspitzung hier verzeihen) und kein Schnitzel verzehrt. Müssen die Anhänger der Schweinefleisch-Kirche jetzt freitags extraviel Würstl essen? Ironie aus.
    • Genau wie die Volksgenossen, die plötzlich ihre Liebe zum deutschen Obdachlosen / Rentner / anderer arischer armer Sau (Achtung Alliteration ) entdecken, seit es Flüchtlinge gibt. Echt, ich weiß immer nicht, ob ich lachen oder verzweifeln soll.

      Schüler in den achtzigern und neunzigern haben sich nicht vornehmlich durch christliches Gedöns profiliert. Sondern durch Sport / Parties / Styles / Musikfandom / Anti-AkW und das übliche Jugendlichendasein. Die bibeltreuen Christen waren die winzige Minderheit und galten als schrullig und wurden belächelt. Heute ist religiöser Konservativismus der neue Punk. Geht den liberalen Eltern und Lehrern ggf. genauso auf den Sack.
      WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
      World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
      yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.
    • Da ich das Gefühl habe, dass hier eventuell Ressentiments gegen Muslime geschürt werden und das ja generell auch gesellschaftsfähig geworden zu sein scheint, hier kurz ein kleiner Denkanstoß von mir: Ich hatte zwischen Ende meines Studiums und Beginn des Refs die Möglichkeit, im Iran mit Hilfe einer Austauschorganisation DaF und Naturwissenschaften in einer "normalen" Schule zu unterrichten. Ohne jetzt groß auf die viellen tollen Erlebnisse und Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, eingehen zu wollen: Selten habe ich so respektvolle und anständige Menschen erlebt wie im ehemaligen Persien. Nicht nur im privaten Bereich - Auch Lehrer werden dort von der Gesellschaft und insbesondere von Eltern extrem geschätzt und sind sehr angesehen.
    • Bolzbold schrieb:

      Ich habe als konfessionsloser und konfessionskritischer aber dennoch -aufgeschlossener Vater meinen Sohn selbstverständlich taufen lassen und seine Kommunion feiern lassen.
      Die Aussage, dass es für konfessionslose und -kritische Menschen selbstverständlich sei, seine Kinder taufen zu lassen, halte ich für... etwas gewagt.
      Ironie im Netz ist wie eine Heugabel im vollen Fahrstuhl: Egal wie vorsichtig man ist, irgendein Idiot sticht sich daran immer ein Auge aus.
    • Gewagt ist allenfalls die Annahme, dass es sich bei meiner Aussage um ein allgemeingültiges Statement gehandelt haben könnte.
      Für konfessionslose und -kritische Menschen im Allgemeinen gilt das wahrscheinlich nicht. Für mich schon.
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • Bolzbold schrieb:

      Für konfessionslose und -kritische Menschen im Allgemeinen gilt das wahrscheinlich nicht. Für mich schon.
      Was die nach wie vor (ehrlich gemeint) interessante Frage, warum Du das für Dich als Selbstverständlichkeit betrachtest, immer noch unbeantwortet lässt. Mir (aus familiären Rücksichten katholisch getauft, aber nicht so erzogen) wäre es nämlich nicht in den Sinn gekommen, meine Kinder taufen zu lassen.
      Ironie im Netz ist wie eine Heugabel im vollen Fahrstuhl: Egal wie vorsichtig man ist, irgendein Idiot sticht sich daran immer ein Auge aus.
    • fossi74 schrieb:

      Bolzbold schrieb:

      Für konfessionslose und -kritische Menschen im Allgemeinen gilt das wahrscheinlich nicht. Für mich schon.
      Was die nach wie vor (ehrlich gemeint) interessante Frage, warum Du das für Dich als Selbstverständlichkeit betrachtest, immer noch unbeantwortet lässt. Mir (aus familiären Rücksichten katholisch getauft, aber nicht so erzogen) wäre es nämlich nicht in den Sinn gekommen, meine Kinder taufen zu lassen.
      Intention war es, meinen Kindern über die Taufe, die Kommunion und die (freiwillige) Teilnahme an von der Kirche bzw. kirchlichen Trägern die Teilhabe an Grundwerten unsere christlich-abendländischen Zivilisation zu ermöglichen. Sollten meine Kinder eines Tages aus der Kirche austreten wollen, hätte ich damit keine Probleme.
      Der umgekehrte Weg, sich also über ein vorheriges wie auch immer geartetes Finden zu Gott dann selbstständig für die Taufe zu entscheiden, dürfte für die meisten als Kind nicht getauften Menschen eher die Ausnahme sein.
      Genauso wie ich meine Kinder mit den von mir gelebten Werden "beglücke", weil ich davon überzeugt bin, dass sie "gut" sind, mache ich das auch mit den christlichen Werten (nicht gleichzusetzen mit konservativem Katholizismus oder Kirchenhörigkeit).
      Und ja, die Vermittlung eines gewissen Maßes an christlichen Werten in der Erziehung - auch durch Dritte - habe ich für selbstverständlich gehalten.

      Als Historiker bin ich mit den Grundzügen der Kirchengeschichte vertraut und kann vielleicht gerade deswegen differenzieren zwischen Institution und Religion.
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.