Grundschullehramt oder Erzieherausbildung?

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    • Lehramtsstudent hat Recht. Denke da immer an unsere WuN-Kollegen (Werte und Normen). Die haben die entsprechende Fortbilung gemacht und werden jetzt immer im WuN-Untterricht eingesetzt (was die in dem Maße gar nicht wollen...)

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)
    • Ich stelle mir die Frage, ob der Eindruck deines Praktikums wirklich einer ist, der das Berufsbild eines GS-Lehrers in Gänze widerspiegelt und ob die Eindrücke, die du in der OGS gewinnen konntest nicht auch nur ein Ausschnitt gewesen sind. Trotzdem ist es genau das Spannungsfeld: Geht es dir vorrangig um erzieherische Aspekte?


      Wenn ja, warum soll es das schulische Arbeitsfeld sein? Oft habe ich bei Praktikanten herausgehört, dass sie sich dort aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen am sichersten fühlen würden... (das ist einschätzbar, weil durch die eigene Schulzeit bekannt). Also der Tipp, gehe in dich und frage dich nach deiner Motivation, warum gerade Schule??????
      Es gäbe ja noch weitere Berufsfelder, in denen du erzieherisch tätig bist:
      -Heilpädagogik
      -Ergotherapeut
      -Motopädie
      -Heimerziehung

      ... alles in allem Berufe mit weniger Einkommen und nicht so familientauglichen Arbeitszeiten (wobei ich glaube, dass der Weg in den nächsten Jahren auch zur rhythmisierten Grundschule gehen wird.

      Im schulischen Umfeld, aber noch nicht so verbreitet findest du außerdem Schulsozialarbeiter, Schulbgleiter, Therapeuten an Sonderschulen (Krankengymnasten, ....). Wie andere schon schrieben, ist der Bereich der Sonderpädagogik auch ein Feld, in dem es Arbeitsbereiche gibt, in denen es viel mehr um Erziehung geht. Wenn du den sonderpädagogischen Förderbereich geistige Entwicklung siehst: Meine Freundin arbeitet an einer solchen Schule und es geht vorrangig um die Erziehung zur Alltagstauglichkeit.


      Bzgl. OGS:
      Ich kenne einen Sozialarbeiter/Sozialpädagogen, der ist mittlerweile Leiter einer OGS geworden - es gibt Mütter, die in die Arbeit in die OGS hineingerutscht sind und ich bin der Überzeugung, wenn du auf die richtigen Leute triffst, bist du auch als Grundschullehrerin auch eine Option für die Einstellung in einer OGS.

      In der OGS gibt es wenige Vollzeitstellen - die Kernarbeitszeit liegt oft von 12 bis 16.00 Uhr. Nur wenige OGS arbeiten bis 17.00 Uhr. Du hast dann noch einen Zeitrahmen von 8-10.00 Uhr, der abgedeckt werden muss - dies aber mit deutlich weniger Personal.
      Also: Wenn du dir eine volle Stelle vorstellst, ist es eine Glückssache, an sie zu kommen. Bei uns hat diese noch nicht einmal die Leitung inne . Die Leute, die in unserer Schule dort arbeiten, sind oft nicht wirklich glücklich - sie fühlen sich als Anhängsel, die von Eltern nicht ernst genommen werden, sie können nicht erzieherisch tätig werden weil sie die Kinder oft nur zum Essen, verteilen und betreuen sehen, einen schlechten Betreuerschlüssel haben. (z.B: Hausaufgabenbetreuung )......

      Vielleicht ist es gut, wenn du dich an die Träger der OGS wendest und nachfragst - Träger sind in NRW meist die AWO, evt. private Träger (Förderverein). Ich kann mir vorstellen, dass du als GS-Lehrerin auch in der OGS tätig werden kannst - wenn du bereit bist, die Nachteile in Kauf zu nehmen, bzw. bei Leitungsaufgaben, dich in Verwaltungsdingen fortzubilden. Somit müsstest du dich immer noch nicht wirklich festlegen und hättest beide Optionen.




      Auch im schulischen Raum gibt es sicherlich mehrere Alternativschulen, die besonders das Augenmerk auf die soziale Erziehung legen:
      • freie Schulen
      • christliche integrative Schulen
      • Schulen mit besonderen Schwerpunkten: Montessorischulen
      • Außerdem wäre die Fortbildung zum Lerntherapeuten evt. auch noch eine weitere Alternative, wenn du merken würdest, dass du in der Grundschule unglücklich wirst.



      Auch sehe ich einen großen Unterschied zwischen "Brennpunktschulen", in denen ich mir eher wie ein halber Sozialarbeiter/-pädagoge vorkam und viele Berührungspunkte wie Hilfekonferenzen mit diesen Berufsgruppe hatte und leistungsorientierteren Schulen, in denen 98 % eines Jahrgangs auf das Gymnasium gehen. Trotzdem: Als Lehrer wird es immer um die Vermittlung von Inhalten gehen...

      Aber auch das Studium Soziale Arbeit/Sozialpädagogik hat viele andere Arbeitsbereiche, die du dir im Moment gar nicht vorstellen kannst.

      Vielleicht hilft es dir, wenn du eine Liste machst und die Vor- und Nachteilen und die Punkte gewichtest.

      Viel Glück
      flip










      Ich versteh
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Bei dem Programm scheint es in der Tat möglich zu sein, zwei Lehrämter zu erwerben. Ich wäre aber solchen Programmen vorsichtig. In einigen Regionen Deutschlands besteht Mangel an Grundschul- und Sonderschullehrern. Die Gefahr wäre, dass junge Absolventen zum Gehalt einer Person die Aufgabe von zweien (also eines Grundschul- und eines Sonderpädagogen, vlt. sogar nur für A12) übernehmen (dabei u.U. keiner der Aufgaben umfänglich gerecht werden können) und der Staat wieder eine Fachkraft einsparte.

      Da muss ich widersprechen, diese Gefahr besteht in dem Fall nicht.

      Du erwirbst in der Tat beide Lehrämter, wenn du möchtest. Ob der sonderpädagogische Teil im Vergleich zum normalen Studiengang "SoPä" ausreichend ist, sei mal dahingestellt.
      Aber wenn du dich später auf feste Stellen bewirbst, musst du dich entscheiden: Entweder du bewirbst dich auf normale A 12 Grundschulstellen und arbeitest dann als Regelschullehrer (wobei du natürlich von der sonderpädagogischen Erfahrung profitieren wirst), oder du bewirbst dich auf A 13 Sonderpädagogen Stellen an Grund- oder Förderschule und arbeitest dann als Sonderpädagoge.
      Die Gefahr, dass du beides machst, besteht nicht.
      Du musst nur wissen, was du willst.
    • Aber die Gefahr besteht, dass man in eine A12-Grundschullehrer-Stelle "gelockt" wird, mit dem Versprechen, dass diese Stelle später A13 wird, da ja leider solche Stellen aktuell nicht verfügbar seien. Aber man sei ja der "ideale" Kandidat (wer will nicht einen Grundschullehrer mit der zusätzlichen Qualifikation eines Sonderpädagogen zum Preis von A12?) Das Versprechen der A13-Stelle wird sich dann eventuell nie realisieren. Der "Idealismus" eines Berufsanfängers würde hier ausgenutzt werden...

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)
    • Mikael schrieb:

      Aber die Gefahr besteht, dass man in eine A12-Grundschullehrer-Stelle "gelockt" wird, mit dem Versprechen, dass diese Stelle später A13 wird, da ja leider solche Stellen aktuell nicht verfügbar seien. Aber man sei ja der "ideale" Kandidat (wer will nicht einen Grundschullehrer mit der zusätzlichen Qualifikation eines Sonderpädagogen zum Preis von A12?) Das Versprechen der A13-Stelle wird sich dann eventuell nie realisieren. Der "Idealismus" eines Berufsanfängers würde hier ausgenutzt werden...

      Gruß !

      Nee, das ist m.E. zu negativ gedacht.
      Erstens gibt es - ich spreche von NRW - genügend unbesetzte A 13 Stellen, als Sonderpädagoge kannst du dir hier aussuchen, was du willst, du wirst mit Kusshand genommen.
      Und zweitens wird doch wohl kaum jemand so naiv sein - auch Berufsanfänger nicht - sich auf eine A 12 Stelle zu bewerben, wenn man sicher weiß, dass man eigentlich als A 13 Sonderpädagoge arbeiten will. Da lässt man sich auch nicht von Versprechen locken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass so argumentiert werden wird und wenn doch, wird der Berufsanfänger ja wohl schlau genug sein und wissen, was er will, das traue ich jedem Studenten mit gesundem Menschenverstand zu.
    • elefantenflip schrieb:

      Wenn ja, warum soll es das schulische Arbeitsfeld sein? Oft habe ich bei Praktikanten herausgehört, dass sie sich dort aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen am sichersten fühlen würden... (das ist einschätzbar, weil durch die eigene Schulzeit bekannt). Also der Tipp, gehe in dich und frage dich nach deiner Motivation, warum gerade Schule??????
      Die Schule soll es sein, da ich mich dort sofort wohl gefühlt habe. Ich habe mich auf jeden Arbeitstag gefreut und die Zeit verging jedes Mal recht schnell. Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich sehr gerne mit Kindern zusammenarbeite. Das habe ich schon gemerkt, als ich mal eine Kindergruppe für längere Zeit betreut habe. Damals habe ich schon gemerkt, dass es mein Ding ist. Ich bin jemand, der eine persönlich Bindung zu Kindern herstellen kann und gerne ein Teil ihrer Entwicklung bin. In der Schule war es auch nie langweilig für, da man immer Kreativität und sogar Bewegung in den Alltag einbauen kann. Ob es ähnliche Arbeitsfelder gibt, wo ich dasselbe fühlen und auch ausreichend Geld verdienen kann, sind mir nicht bekannt.

      Ich habe auch schon öfters eine Pro-/Contraliste gemacht, aber das verdeutlicht das Dilemma. Der finanzielle Aspekt ist mir natürlich sehr wichtig und hier hat ein Lehramtsstudium die Nase vorn. Man hört ja manchmal von Erzieherinnen/Sozialarbeitern, dass diese (deswegen?) Grundschullehramt studieren wollen.

      Ein Lehramtsstudium dauert ja länger als eine Erzieherausbildung und ist denke ich mal auch anspruchsvoller. Vor allem Mathe kann die Studiendauer verlängern, wenn man die Prüfungen verschiebt und im schlimmsten Fall hat man alles umsonst gemacht. Mein Unterrichtsstil ist auch noch nicht berauschend. Ob es nur daran lag, dass ich vom Unterrichten keine Ahnung habe und kaum Vorbereitungszeit bekomme habe weiß ich nicht. Ist es normal, wenn man als Praktikant ahnungslos vor der Klasse steht und nicht genau weiß wie es weiter gehen soll? Das sind so Dinge die mich beunruhigen.

      elefantenflip schrieb:

      Vielleicht ist es gut, wenn du dich an die Träger der OGS wendest und nachfragst - Träger sind in NRW meist die AWO, evt. private Träger (Förderverein). Ich kann mir vorstellen, dass du als GS-Lehrerin auch in der OGS tätig werden kannst - wenn du bereit bist, die Nachteile in Kauf zu nehmen, bzw. bei Leitungsaufgaben, dich in Verwaltungsdingen fortzubilden. Somit müsstest du dich immer noch nicht wirklich festlegen und hättest beide Optionen.
      Gibt es denn solche Fortbildungen, wodurch man mit Erzieherinnen oder gar Sozialarbeitern gleichgestellt werden kann?
    • Herme schrieb:

      elefantenflip schrieb:

      Mein Unterrichtsstil ist auch noch nicht berauschend. Ob es nur daran lag, dass ich vom Unterrichten keine Ahnung habe und kaum Vorbereitungszeit bekomme habe weiß ich nicht. Ist es normal, wenn man als Praktikant ahnungslos vor der Klasse steht und nicht genau weiß wie es weiter gehen soll? Das sind so Dinge die mich beunruhigen.

      Dein Unterrichtsstil KANN noch gar nicht berauschend sein und der Punkt sollte dich nun wirklich nicht beunruhigen ;) Dafür machst du ein Studium, dann ein Referendariat und anschließend erprobst und enwickelst du dich im Schulalltag weiter.
      Sei immer du selbst! Außer, du kannst ein Einhorn sein - dann sei ein Einhorn! :verliebt:
    • Zweisam schrieb:

      Herme schrieb:

      elefantenflip schrieb:

      Mein Unterrichtsstil ist auch noch nicht berauschend. Ob es nur daran lag, dass ich vom Unterrichten keine Ahnung habe und kaum Vorbereitungszeit bekomme habe weiß ich nicht. Ist es normal, wenn man als Praktikant ahnungslos vor der Klasse steht und nicht genau weiß wie es weiter gehen soll? Das sind so Dinge die mich beunruhigen.

      Dein Unterrichtsstil KANN noch gar nicht berauschend sein und der Punkt sollte dich nun wirklich nicht beunruhigen ;) Dafür machst du ein Studium, dann ein Referendariat und anschließend erprobst und enwickelst du dich im Schulalltag weiter.
      Gibt es aber bestimmte Anzeichen für eine Uneignung für das Unterrichten und somit den Lehrerberuf oder kann man das als Anfänger gar nicht erkennen? Mir hat man vom Lehramt abgeraten, da ich im Unterricht nicht so viel mit den Kindern rede und auch nicht so gut glaubwürdig motivieren kann. Das klappt bei mir eher bei der Einzelföderung oder in Kleingruppen.
    • Herme schrieb:

      Zweisam schrieb:

      Herme schrieb:

      elefantenflip schrieb:

      Mein Unterrichtsstil ist auch noch nicht berauschend. Ob es nur daran lag, dass ich vom Unterrichten keine Ahnung habe und kaum Vorbereitungszeit bekomme habe weiß ich nicht. Ist es normal, wenn man als Praktikant ahnungslos vor der Klasse steht und nicht genau weiß wie es weiter gehen soll? Das sind so Dinge die mich beunruhigen.

      Dein Unterrichtsstil KANN noch gar nicht berauschend sein und der Punkt sollte dich nun wirklich nicht beunruhigen ;) Dafür machst du ein Studium, dann ein Referendariat und anschließend erprobst und enwickelst du dich im Schulalltag weiter.
      Gibt es aber bestimmte Anzeichen für eine Uneignung für das Unterrichten und somit den Lehrerberuf oder kann man das als Anfänger gar nicht erkennen? Mir hat man vom Lehramt abgeraten, da ich im Unterricht nicht so viel mit den Kindern rede und auch nicht so gut glaubwürdig motivieren kann. Das klappt bei mir eher bei der Einzelföderung oder in Kleingruppen.
      Ja, die gibt es... Ich hatte schon viele Praktikanten und Referendare, aber die zwei Argumente, die man dir gesagt hat, habe ich noch nie als Argument angeführt - das sind ja Punkte, die sich erst mit der Zeit entwickeln. Ich finde nicht, dass man das gleich und nach kurzer Zeit beurteilen kann. Irgendwie bilde ich mir ein, ich habe ein Gefühl dafür bekommen, wer ein "guter" Lehrer wird und wer ungeeignet ist (davon habe ich zum Glück noch nicht viele betreut). Aber das mache ich eher daran fest, dass jemand Freude zeigt, sich weiterentwickeln will, ein Gespür für Kinder zeigt, offen auf Kollegen, Kinder, Eltern zugeht und ähnliches. Ganz ehrlich: der Unterricht der meisten Praktikanten ist nicht berauschend, es gibt ein paar Naturtalente, aber selbst die brauchen Erfahrung, Reflektion und Handwerkszeug. Wenn ich an meine ersten Praktikantenstunden denke... Oh Mann, ich war nervös, stocksteif, konnte gar nicht situationsangemessen reagieren, sobald es nicht nach Plan lief. Das hat sich erst so nach und nach im Referendariat aufgelöst und dann später im Berufsalltag. Und selbst heute gehe ich noch manchmal aus dem Unterricht und denke: Das war einfach grottig, was du da gemacht hast. Passiert, dann muss man schauen, woran es lag und weiter geht`s.
      Sei immer du selbst! Außer, du kannst ein Einhorn sein - dann sei ein Einhorn! :verliebt:
    • Herme schrieb:

      Grund dafür ist, dass mir das "Drumherum" in der Schule mehr Spaß macht als das Unterrichten. Bei den Lehrern hatte ich das Gefühl, dass die für das Soziale keine Lust oder besser gesagt keine Zeit und Nerven dafür haben. Liege ich mit meiner Vermutung richtig oder ist es lehrerabhängig?
      Mir macht das Drumherum auch Spaß und es lässt sich auch gar nicht vermeiden. Komisch, dass die Lehrer keine Lust bzw. Zeit und Nerven für das Soziale hatten, aber vielleicht hast du es auch einfach nicht so wahrgenommen oder mitgekriegt. Was ich dir noch zu bedenken geben möchte in Richtung OGS/Erzieher. Viele Schulassistenten, Betreuer, Erzieher in der Schule fühlen sich dort nicht richtig anerkannt und wertgeschätzt... Liegt an uns Lehrern, also vielmehr an einigen von uns und sicherlich auch an den Arbeitszeiten und Verdienstmöglichkeiten. Viele von denen wünschen sich "echte" Lehrer zu sein, damit sie sich nicht nur als Schulanhängsel fühlen, sondern eigenverantwortlicher mit Kindern arbeiten können. Du wirkst auf mich wie jemand, der im Förderschullehramt gut aufgehoben wäre.
      Sei immer du selbst! Außer, du kannst ein Einhorn sein - dann sei ein Einhorn! :verliebt:
    • Wie man mit Schülern redet, wie man Fragen stellt, Impulse setzt, das lernt man im Studium und im Referendariat. Ebenso lernt man, wie man Schüler motivieren kann. Du lernst in den Jahren des Studiums und des Referendariats wie man Unterricht plant und ihn durchführt. Du hast sogar während des Stuiums praktische Sequenzen, wo du lernst, dieses anzuwenden. Also darüber würde ich mir keine Sorgen machen.
      Wichtig ist eher, dass du eine Beziehung zu den Kindern dieser Altersstufe entwicklen kannst. Das hast du ja schon zu Genüge ausprobiert. Vieles zu diesem Bereich hat Zweisam schon geschrieben. Wichtig finde ich auch noch, dass du diesen Beruf machen willst, egal ob du die eine oder andere Hürde überwinden musst und bereit bist, bestimmte Dinge zu verbessern.
      Wenn ich meinen Unterrichtsstil heute mit dem vergleiche, wie ich angefangen habe, da besteht ein himmelweiter Unterschied. Ins Unterrichten wächst man bei guter Ausbildung hinein. Manche sind Naturtalente, bei denen es schneller geht, andere brauchen etwas länger. Das Hintergrundwissen erlernt man im Studium und im Referendariat. Nicht umsonst ist dem Studium ein Referendariat nachgeschaltet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Caro07 ()

    • Förderschullehramt kommt für mich zunächst nur als Alternative in Frage, falls ich nach den Grundschulbachelor den integrativen Master in Siegen o. ä. Studiengänge machen könnte.

      Macht es in meinem Fall am meisten Sinn das Grundschulstudium zu beginnen und gucken wie ich damit zurechtkomme, während ich an einer Grundschule arbeite? Kann man denn am Anfang des Studiums erkennen, ob man dafür fachlich geeignet ist?
    • Herme schrieb:

      Macht es in meinem Fall am meisten Sinn das Grundschulstudium zu beginnen und gucken wie ich damit zurechtkomme, während ich an einer Grundschule arbeite? Kann man denn am Anfang des Studiums erkennen, ob man dafür fachlich geeignet ist?
      Zur ersten Frage: Du arbeitest ja nur in der Betreuung an einer Grundschule wie du geschrieben hast. Da siehst du - und das hast du ja schon erfahren - wie du einen Zugang zu den Kindern bekommst.

      Zur zweiten Frage: Nein, kannst du nicht. Das merkst du erst mit der Zeit, nach einigen Jahren Berufserfahrung. Aber ich habe noch nie jemanden erlebt, der wegen unterrichtlichen Problemen aufgegeben hätte, das kann man wirklich lernen.

      Eine Erfahrung meinerseits: Als ich mit dem Studium angefangen habe, wollte ich nicht unbedingt Lehrerin werden. Damals war es möglich, Diplompädagogik, Sonderpädagogik und sogar meinen zeitweiligen Traumberuf, den es nicht im Erststudium gab - Musiktherapie - aufzusatteln. Das hatte ich immer im Hinterkopf. Dann haben mir aber die lehrerbezogenen Schulinhalte so gefallen, dass ich mich dann erstmal entschlossen habe, das Referendariat zu machen. Danach bin beim Lehrerberuf geblieben und letztendlich in der Grundschule gelandet.

      D.h.: Die richtigen Einsatzwünsche können sich mit der Zeit entwickeln. Ich würde, wenn ich unsicher wäre, so studieren, dass man etwas draufsatteln kann bzw. mir ein Teil des Studiums bei einer Änderung des Berufswunsches anerkannt wird. Ich habe z.B. im Studium bewusst als ein Studienfach Musik gewählt, damit ich die Option hatte, im Anschluss Musiktherapie zu studieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Caro07 ()

    • ES hört sich so ein bisschen an, dass du dir die Ausbildung zum Grundschullehrer nicht zutraust??????

      Ich stand zu Beginn meiner Laufbahn auch vor dem Dilemma: Grundschullehrer oder Sozialarbeit, von daher kann ich mir sehr gut vorstellen, dass du dich unsicher fühlst. Meine Hauptbefürchtung gegen das Lehramt war damals, dass ich eine Niete in Mathe war - in der Schule Mathe abgewählt, weil zuletzt 5 schaffte ich mein Examen schließlich mit 1,7 - heißt nicht, dass es ein Spaziergang war, heißt nur, dass man es schaffen kann und Uni- und Schule verschiedene Anforderungen beinhalten. Ich traute mir die Ausbildung nicht zu.

      Dass das Unterrichten noch nicht reibungslos klappen kann, ist klar, sonst könnte man sich ja die ganze Ausbildung sparen. Wichtige Grundlage ist, dass du einen Zugang zu Kindern findest.

      Ich glaube zwar auch, dass du in vielen anderen pädagogischen Bereichen so positive Erfahrungen machen kannst, wie du schilderst. Bei Ausbildungen jeglicher Art habe ich mittlerweile beobachten können, dass es keine Einbahnstraße gibt. Es gibt immer einen weiteren Weg, wenn du ihn suchst - viele Wege erscheinen erst logisch, passen aber dann doch nicht, weil viele Rahmenbedingungen personenabhängig und damit nicht steuerbar sind.

      Eine Kollegin fühlte sich nach dem Referendariat, das sie gerade so bestanden hatte, zunehmend unzufrieden und arbeitet heute bei einer städtischen Behörden als städtische Verwaltungsangestellte.
      Eine andere Grundschullehrerin bildete sich in Richtung Lerntherapie fort und fand dort ihre Berufung. Und so denke ich auch, dass du als GS-Lehrerin in der OGS arbeiten kannst. Vielleicht findest du aber auch eine Schule mit einem rhythmisierten Ganztag, dort musst du als GS- Lehrer auch OGS Angebote machen: AGS Hausaufgabenbetreuung......


      flip
    • Es stimmt. Das Lehramtsstudium traue ich mir noch nicht ganz zu bzw. kann überhaupt nicht einschätzen, wie ich damit klarkommen werde. Mathe ist nämlich auch nicht mein Ding und fürs Studieren ist auch nicht jeder gemacht. Deshalb auch die ganze Unsicherheit.

      Funktionieren solche rhythmisierten Ganztagsschulen so, dass man als Lehrer keine Überstunden machen muss? Ist es theoretisch möglich als Lehrerin in der OGS als bezahlte Ergänzungskraft zu arbeiten?
    • Es ist ja grundsätzlich gut, wenn man sich viele Gedanken über seine berufliche Zukunft macht. Aber gefühlt "zerdenkst" du das Ganze. Fang an zu studieren, versuch nebenbei möglichst viele Praktika zu machen oder geb einen Kurs in der OGS - der Rest wird sich finden. Du scheinst doch Lust zu haben... ein bisschen mehr Selbstvertrauen schadet sicher nicht ;)
      Sei immer du selbst! Außer, du kannst ein Einhorn sein - dann sei ein Einhorn! :verliebt:
    • Neu

      Shadow schrieb:

      Entweder du bewirbst dich auf normale A 12 Grundschulstellen und arbeitest dann als Regelschullehrer (wobei du natürlich von der sonderpädagogischen Erfahrung profitieren wirst), oder du bewirbst dich auf A 13 Sonderpädagogen Stellen an Grund- oder Förderschule und arbeitest dann als Sonderpädagoge.
      Die Gefahr, dass du beides machst, besteht nicht.
      Du musst nur wissen, was du willst.
      Variante 3: Du bewirbst dich als SoPäd, wirst als SoPäd eingestellt, bekommst A13 und man gibt dir nur den prozentual vorgeschriebenen Anteil an SoPäd-Stunden und lässt dich die restlichen (nicht wenigen) Stunden als stinknormale Grundschullehrerin arbeiten, obwohl auf der sonderpädagogischen Linie noch so einiges mehr gemacht werden könnte und müsste. Hat aber nicht zwingend was mit 'nem Doppellehramt zu tun. Geht auch mit "nur SoPäd-Studium".
      immer.gut :-)
    • Neu

      Von deiner vorgeschlagenen Variante 3 würden Sonderschullehrer letztendlich doch profitieren, oder? Denn, wenn ich das richtig verstanden habe, würden sie nur anteilig A13-, aber größtenteils A12-Arbeit machen und dennoch entsprechend nach A13 bezahlt werden, oder? Und man hätte das Gefühl des Unterrichtens vor der Klasse, was ja viele Sonderschullehrer im inklusiven Einsatz gegenüber dem Einsatz in der Förderschule vermissen...

      OT, aber erhält man in Brandenburg bei Studienabschluss auch automatisch die Lehrgenehmigung für die Grundschule? Zumindest in meinem Bundesland ist es so: Da dürfen Förderschullehrer neben dem Einsatz an Förderschulen (Klasse 5-10) und dem inklusiven Einsatz an Regelschulen auch regulär als Grundschullehrer (Klasse 1-4) arbeiten.
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