Hallo zusammen/ OBAS NRW Berufskolleg Mathe/Physik

  • ich habe mich hier angemeldet um mit euch in den kommenden Wochen über OBAS in NRW an einem Berufskolleg Mathe/Physik zu diskutieren. Letze Woche hatte ich ein informelles Gespräch mit dem stellvertretenden Direktor sowie den beiden Leitern der Fachebreiche in denen ich vermutlich eingesetzt werden soll. Der eine Bereich ist fix, nämlich die Ausbildungsvorbereitung, der andere wird entweder Gestaltung und Technik oder bei den Optikern.
    Das Gesrpäch lief an und für sich sehr angenehm, aber wie es so ist,nach dem Gespräch kamen mehr Fragen auf als ich gedacht hätte. So möchte ich also die Gelegenheit nutzen mit euch diese zu klären um meine Entscheidungsgrundlage weiter zu festigen.
    In diesem Sinne auf einen guten Austausch :) .

  • Hallo Sissymaus,


    vielen Dank für deine Begrüßung. Die Stelle habe ich noch nicht sicher, es steht vorher noch das offizielle Bewerbungsgespräch bevor, in dem ich in einem kurzen Vortrag über eine zuvor gestellte Frage referieren soll und zusätzlich noch zu vier vordefinierten Fragen Stellung beziehen soll. Da wurde mir schon mitgeteilt, dass diese Fragen absolut starr sind und wohl tatsächlich vom Blatt abgelesen wird.

    • Mich würde interessieren, welche Themen bei diesem freien Beitrag vorkommen können und welcher Art diese vordefinierten Fragen sein könnten, insbesondere im Physik-Bereich. Denn mathematisch bin ich absolut fit, jedoch muss ich dringend meine experimentellen Kenntnisse in Physik auffrischen. Wie das als Mathematiker oft ist, habe ich mich eher für die mathematischen Konzepte der Physik interessiert.


    • Außerdem suche ich Leute, die Erfahrung im Unterrichten von AUsbildungsvorbreitungskursen haben. Ein wenig habe ich schon finden können, das alles weist natürlich darauf hin es dort mit eher "schwierigem" Klientel zu tun zu haben. Immerhin werden sie nicht grundlos ohne Zeugnis von der Schule gegangen sein. Aber ich habe trotzdem nur eine vage Vorstellung davon, was in der Realität auf mich zukommen könnte. Ein wenig klang es schon an in dem Gespräch (Substanzmissbrauch, Sprachschwierigkeiten, massives Stören des Unterrichts, soziale Unbeholfenheit, kognitive Probleme, teilweise auch möglicher Rassismus/Antisemitismus von allen Seiten).

    Im Moment konzentriere ich mich auf das zweite Bewerbungsgespräch, also das nächste Ziel welches jetzt erst mal gelöst werden will bevor ich mir weiter Gedanken mache.
    Ich werde gleich einen eigenen Thread aufmachen dazu.

    • Offizieller Beitrag

    Hat man dir gesagt, dass in dem "offiziellen Gespräch" Fachfragen vorkommen (könnten)?


    Bei meinen Gesprächen (und wenn du innerhalb des offiziellen Verfahrens bist, wo auch theoretisch reguläre BewerberInnen sind/sein könnten, wird es auch so sein: es kamen keine Fachfragen, darin ist man ja mit dem Uniabschluss fit. Außerdem müssen eben diese "starren" Fragen auf alle BewerberInnen passen und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Stelle als reine Mathe/Physik-Stelle ausgeschrieben war...


    Fragen, die zum Beispiel kommen könnten / die ich hatte (übertrage dann bitte auf deine Fächer / deinen Fachbereich):
    - Sie haben eine Fremdsprache, Austauschfahrten sind oft sehr beliebt bei SchülerInnen, wie stehen Sie dazu, was könnten Sie sich an unserer Schule vorstellen? (-> also persönliche WÜnsche, eventuell Pläne in der Zukunft, aber auch wissen, was schon an der Schule existiert. bei dir vielleicht: Wettbewerbe, Jugend forscht, usw... (keine AHnung, ob es an der Schulform relevant ist) )
    - Wenn SchülerInnen in Ihrem Kurs sitzen und der Meinung sind, sie müssen gar nichts machen, weil sie das Fach nur mündlich gewählt haben, wie würden Sie reagieren?
    - Wir sind seit ein paar Jahren Schule im gebundenen Ganztag. Sehen Sie da besondere Vorteile für Ihre pädagogische Arbeit?
    ...
    an andere Fragen kann ich mich gerade nicht mehr erinnern :-/

  • Bei mir war es vor allem ein zwangloses Gespräch ohne Fachfragen. Die einzige konkrete Frage war, was ich mit einer achten Klasse machen würde, die keine Lust auf Physik hätte und „über Tische und Bänke geht“.

  • Klingt nach Regierungsbezirk Düsseldorf. War bei meinem Gespräch genauso. Ein kurzes Referat und danach ein paar Fragen, stur vom Blatt abgelesen.


    Meine Einstellung ist leider schon fast fünf Jahre her, ich versuche mal unzusammenhängend zu schreiben, was mir noch einfällt:


    Das Referat war sinngemäß das Thema "Was würden Sie tun, um mehr Frauen/Mädchen für einen naturwissenschaftlichen Bildungsgang zu begeistern?"


    Die Fragen bekomme ich kaum noch zusammen. Eine der Fragen war auf jeden Fall "Wie würden Sie fächerübergreifend die e-Funktion unterrichten?". In diesem Fall kannste halt in Mathe die Funktion an sich und in ET ne Kondensatorladung benutzten.


    Aus neueren Gesprächen weiß ich, dass bei Physik bei uns u.a. nach den Einsatzmöglichkeiten von Labview oder der Programmierung von Microcontrollern gefragt wird. Das ist fachlich jetzt keine große Herausforderung, aber wenn man sich damit gar nicht auskennt, fällt man auf die Nase.

  • Danke für eure Antworten.


    Explizit auf Fachfragen wurde nicht hingewiesen, insofern könnte ich mir vorstellen, dass eine Mischung von beidem am wahrscheinlichsten ist. Also einerseits Fragen bezüglich meines Verhaltens auf bestimmte typische Situationen als auch so etwas wie kalle29 andeutet, die Möglichkeit von fächerübergreifendem Unterricht.
    Eure Hinweise und Erinnerungen helfen mir auf jeden Fall schon mal gut weiter und geben mir die Möglichkeit schon mal ein paar Gedanken zu entwickeln. Im Gespräch werde ich sowieso relativ spontan reagieren müssen.


    @Kalle29 Deine Erwähnung von LabView oder Microcontrollern bereitet mir schon wieder Sorge, denn davon habe ich absolut keine Ahnung.
    Das ist sowieso meine größte Sorge, im Physikbereich nicht schnell genug das Wissen wieder auffrischen zu können.


    Es ist halt auch so, dass man als Mathematiker das komplette Studium durch nie auch nur ein einziges Experiment machen muss. Das rächt sich jetzt natürlich, weil ich darin wirklich keinerlei Erfahrung habe.


    Also, was situatives Verhalten, Ideen für Matheunterricht, überschulisches Engagement etc angeht fallen mir durchaus Kommentare ein.
    Je mehr ich mich mit der Physik beschäftige, insbesondere den didaktischen Teil, desto mehr zweifle ich aber.

  • @Kalle29 Deine Erwähnung von LabView oder Microcontrollern bereitet mir schon wieder Sorge, denn davon habe ich absolut keine Ahnung.
    Das ist sowieso meine größte Sorge, im Physikbereich nicht schnell genug das Wissen wieder auffrischen zu können.

    Was Microcontroller angeht, so wird es sehr wahrscheinlich auf Arduino oder Raspberry Pi hinauslaufen - dafür gibt's aber Tonnen Material im Netz. Google einfach mal "Schulprojekte Arduino" oder sowas für ein paar Ideen, falls du nach Projekten mit Microcontrollern gefragt werden solltest. ;)

  • Achso, ja das hätte ich erwähnen sollen. Philio hat natürlich recht, es geht um Arduino und Raspi. Im Übrigen erwartet keiner, dass du da fertige Programme runterleierst. Vermutlich reicht es, dass du die beiden Dinger kennst und was man damit machen kann. Da sollte vermutlich sogar schon der Wikipeda-Artikel reichen und danach zehn Minuten Google mit der von Philio genannten Anfrage.


    Wissen auffrischen... Tja, ich unterrichte seit diesem Jahr fachfremd einen LK (fachfremd deshalb, weil es für dieses Fach keinen Lehramtsstudiengang gibt). Ich hab da im Regelfall bis drei Tage vor der Unterrichtsstunde überhaupt keine Ahnung von. Manchmal - so doof das klingen mag- werden mir Zusammenhänge auch erst im Unterricht klar. Jeder fängt mal klein an. Schulwissen ist völlig anders als Uniwissen. Während an der Uni Grundlagen oft als gegeben hingenommen werden, fragen interessierte Schüler da durchaus nach. Und dann such mal in irgendwelchen Fachbüchern danach. Was ich sagen will: Jeder fängt mal klein an - das ist kein Problem, sondern ergibt sich mit unserem Beruf. Insbesondere am BK gibt es soviele Bildungsgänge mit spezifischen Lehrplänen, dass man nicht alles können kann.

  • Vermutlich habt ihr recht, man kann nicht alles wissen. Aber ich habe die Fähigkeit, mir innerhalb kurzer Zeit viel Information/Wissen einzuverleiben, insofern sollte ich meine Sorgen diesbezüglich etwas runterschrauben.


    Arduino und Raspi werde ich mir mal angucken, aber wirklich nur oberflächlich: Was ist das, Einsatzmöglichkeit im Unterricht.
    Fächerübergreifend unterrichten zwischen Mathe und Physik ist zum Glück wirklich nicht so schwer, seien es nun Vektoren, trigonometrische Fkt etc.


    Ich habe jetzt insbesondere das Leitbild der Schule analysiert und werde mich daran in den kommenden Tagen orientieren.
    Außerdem habe ich noch das ein Buch gelesen (soll keine Werbung sein, im Zweifel lösche ich den Link wieder - [aus Sicherheit Link entfernt, Mod]).



    Was mich aber immer noch stutzig macht ist die Tatsache, dass Seiteneinsteiger vom ersten Tag an Unterricht übernehmen. Irgendwie liegt das immer noch außerhalb meiner Vorstellungskraft. Denn man hat doch zu diesem Zeitpunkt noch nie einen Blick in das Curriculum werfen können, kennt auch sonst die feineren Inhalte nicht und hat auch gar keine Ahnung von Dokumentation und Notengebung.
    Ich soll direkt mit 18,5 Stunden unterrichten und das ist ja mit Vor- und Nachbereitung sowie Besuch des Seminars dann doch ein ordentlicher Batzen.
    Ich sehe die Gefahr, durch anfängliche Überforderung schnell wieder hinzuschmeißen, obwohl ich es mir durchaus zutraue.

  • Was mich aber immer noch stutzig macht ist die Tatsache, dass Seiteneinsteiger vom ersten Tag an Unterricht übernehmen. Irgendwie liegt das immer noch außerhalb meiner Vorstellungskraft. Denn man hat doch zu diesem Zeitpunkt noch nie einen Blick in das Curriculum werfen können, kennt auch sonst die feineren Inhalte nicht und hat auch gar keine Ahnung von Dokumentation und Notengebung.

    Geh' das Ganze doch proaktiv an und frag' gleich nach Unterstützung (falls dir das nicht schon gleich angeboten wird), z. B. direkt die Fachleiter für deren Fachbereich du ja einen Gewinn darstellst - also sollten sie daran interessiert sein, dass schnell alles Rund läuft. Oder ist vorgesehen, dass du einen Mentor bekommst? Dann kann du sie/ihn direkt fragen. Von meinem Mentor habe ich über Unterrichtspraxis mehr gelernt als in allen erziehungswissenschaftlich-pädagogischen Seminaren zusammen.

  • Was mich aber immer noch stutzig macht ist die Tatsache, dass Seiteneinsteiger vom ersten Tag an Unterricht übernehmen. Irgendwie liegt das immer noch außerhalb meiner Vorstellungskraft. Denn man hat doch zu diesem Zeitpunkt noch nie einen Blick in das Curriculum werfen können, kennt auch sonst die feineren Inhalte nicht und hat auch gar keine Ahnung von Dokumentation und Notengebung.
    Ich soll direkt mit 18,5 Stunden unterrichten und das ist ja mit Vor- und Nachbereitung sowie Besuch des Seminars dann doch ein ordentlicher Batzen.
    Ich sehe die Gefahr, durch anfängliche Überforderung schnell wieder hinzuschmeißen, obwohl ich es mir durchaus zutraue.

    Die Gefahr ist da, absolut! Wenn ich dran denke, wie ich die ersten Woche vor den Klassen stand....Aber sie und ich haben es beide überlebt.


    Trotzdem solltest Du ruhig eine Unterstützung fordern (vieles an Schule passiert nur, wenn man konkret fordert, ohne gleich Unrealistisches einzufordern). Also Unterstützung durch einen Mentor sollte da sein, aber Du wirst trotzdem den größten Teil deiner Stunden alleine machen müssen, denn Du bist aufgrund eines akuten Mangels eingestellt worden. Somit ist wenig Kapazität für begleiteten Unterricht o.ä. da.


    An unserer Schule dürfen die SEs mittlerweile einige Stunden hospitieren und bekommen zusätzlich angeleiteten Unterricht. Außerdem gibt es Tandem-Lösungen wie: die Klasse wird durch 2 Lehrer betreut. Dabei geht einer mit einer Hälfte ins Labor Steuerungstechnik während der andere im Labor CNC unterrichtet. Das entspannt die Situation, wenn man 16 statt 32 SuS hat.


    Bis dahin gabs aber einen langen Weg und viel Anregung von mir. Ich stand ab Tag 1 mit Klassenleitung und völlig alleine vor den Klassen. Wenn ich zwischendurch Zeit hatte, habe ich zusätzlich bei einem Kollegen hospitiert. Das kam aber auf das Deputat oben drauf. Das ist sicher nicht der ideal-Zustand sondern eher der Super-GAU. Aber ich wusste eben nicht, wie man in Schule so agiert. Heute bin ich da schlauer und die SL mittlerweile auch ein Stück weit verständnisvoller.

  • zunächst nochmal Danke für eure Antworten :)


    Mentoring wurde schon angesprochen in dem informellen Gespräch, aber es ist wohl noch in der Findungs- und Aufbauphase soweit ich das verstanden habe. Auf jeden Fall werde ich das fokussieren.
    Wenn Mentoren tatsächlich Pflicht sind stellt sich immer noch die Frage wie die einzelne Schule daas umsetzt. Ich fände das sehr gut, wenn wirklich pro Fach eine Bezugsperson vorhanden ist.


    Wenn ich die Stelle bekomme fange ich Mitte September an, ich habe mir schon gedacht die Woche vorher vielleicht zu hospitieren und in allen Kursen mitzulaufen in denen ich eingesetzt werden soll, wenn das möglich ist. Dann wäre das Wasser wieder etwas wärmer in das ich reinspringen soll.


    Außerdem hat mich heute noch jemand auf die Idee gebracht, vielleicht mit 50% oder 75% Deputat anzufangen. Auch das klingt für mich sehr verlockend, denn es würde ziemlich Druck von mir nehmen. Die finanzielle Einbuße wäre für mich absolut kein Problem, ich werde das am besten noch vor dem Bewerbungsgepräch klären ob da überhaupt eine Möglichkeit besteht.
    Ich hoffe nur, das schmälert nicht meine Chancen.


    Ich reite auch deshalb so auf diesem Thema rum, weil ich mal in einer Firma sehr sehr böse auf die Nase gefallen bin, was die Einarbeitung (bzw. die nicht vorhandene) angeht. Da bin ich quasi ein gebranntes Kind.

  • Wie gesagt: Einarbeitung gibt es quasi nicht, da es dafür keine Substanz an den Schulen gibt. Du bist da schon schnell auf Dich alleine gestellt.
    Aber ganz im Ernst: Die Schüler bekommen auch von "echten" Lehrern nicht immer mega-brillante Stunde. Die gibts überall und hattest Du auch. Die überleben das und Du kommst erstmal rein. Und wenn Du am Anfang nach dem klassischen Muster: Lehrer zeigt wie es geht, Schüler machen nach. unterrichtest: So what. So sah meine Schulzeit zu 100% aus. Und einige Klassen können das auch gar nicht anders, denen muss man erst zeigen, wie man selbstständig arbeitet (aber das muss nicht DEIN Job der ersten Wochen sein).



  • Das habe ich gefunden in der "Ordnung zur berufsbegleitenden Ausbildung" von der Seite vom Schulministerium in NRW:


    Nehmen wir mal die sechs Anrechnungsstunden aus 1)
    würde das doch in Kombination mit 5) bedeuten, dass mindestens 14 Stunden unterrichtet werden muss? Denn das ergäbe dann insgesamt die 20 Stunden welche mindestens erfüllt sein müssen.
    Außerdem steht in 5) ja explizit, das zugrunde liegende Arbeitsverhältnis kann in Teilzeitform ausgeübt werden.



    Ich meine mich auch zu erinnern dass in der Stellenausschreibung stand, dass diese Möglichkeit der Teilzeit besteht. 14 oder 18,5 macht für mich schon einen erheblichen Unterschied. Das wäre dann im wesentlichen eine 75% Stelle, was mir auch schon sehr entgegenkommen würde.


    Sissymaus: Verstehe ich dich richtig, wenn du sagst, ich müsste die Stelle erst einmal annehmen mit 100% und dann quasi direkt nach der Vertragsunterzeichnung den Wunsch nach 75% äußern und dabei dann vom Wohlwollen des Schulleiters abhängig sein?
    Ich hatte nämlich geplant diese Frage am Ende des Bewerbungsgespräch (oder sogar schon vorher) aufzuwerfen um dann nicht plötzlich eine böse überraschung zu erleben.
    Ich wünsche mir ja den Einstieg möglichst erfolgreich und bin auch später bereit die volle Verantwortung zu übernehmen.

  • Naja, versetz dich in die Schulleitung. Wenn sie dich unbedingt haben will und kein anderer Bewerber zur Verfügung steht, wird die SL sicher zustimmen.
    Ist ein anderer da, der auch gut passt und will die Stelle direkt mit 100% machen, wird der wohl auf Platz 1 landen.
    Es gibt einen echten Mangel und zwar an vielen ecken. Und da sind manche SL eben kurzsichtig.



    Grundsätzlich gebe ich dir recht: die Ausbildung gut und entspannt hinter sich zu bringen, kann von Vorteil sein. Aber es haben auch sehr viele ohne Reduzierung geschafft. Ich mit 2 Kindern, eins davon klein. Und ohne Mann, da der berufsbedingt immer wieder wochenlang im Ausland war. Geht also alles.

  • Rechtlich ist irgendwo geregelt, dass die Schulleitung dich nicht fragen darf, ob du eine Teilzeitstelle haben möchtest. Das wird es später abgefragt und kann dann vermutlich auch abgelehnt werden. Soweit ich das mitbekommen habe sind die Bezirksregierungen außerhalb von Kinder-/Altenpflege da im Moment ein bißchen pingelig und genehmigen nicht so viel.


    Sissy hat (wie immer) natürlich Recht. Es ist auch ohne Reduzierung machbar - auch mit Familie und arbeitendem Partner. Sissy hat es sogar noch ne ordentliche Nummer härter gehabt als ich (nur ein Kind, Frau nicht im Ausland :)). Zeitmanagement ist alles. Ehrlich gesagt frage ich mich, wieso ich im Forum jetzt schon zum zweiten Mal lese, dass man lieber mit weniger einsteigt. Traut euch doch einfach mal was zu.


    Selbst bei 19,5 Stunden kann man guten Unterricht machen - ich behaupte sogar fast von Anfang an besseren als die meisten Kollegen, die schon jahrelang im Trott sind. Ansonsten sind Schüler wirklich in der Lage, stumpfen Frontalunterricht zu ertragen. Man muss nicht jede Stunde mit dem Methodenschweinchen füllen.


    Die Einarbeitung war bei mir auch noch so lala. Hatte zwar nen Mentor, der auch wirklich Ahnung hatte, da er frisch aus dem OBAS kam. Aber viele Konzepte, die er so erklärt hat, habe ich damals nicht verstanden. Man lernt Lehrersein ja nicht von jetzt auf gleich. Das wissen aber alle: Schulleitung, Mentor und auch die Fachleiter. Du hast ja direkt von Anfang an ein paar Termine am Seminar, wo du zumindest eine grobe Stundenstruktur erläutert bekommst. Da du viele Stunden unterrichtest, kannst du sehr viel ausprobieren und stellst viel schneller als ein Referendar fest, was klappt und was nicht. Ich behaupte, dass sich meine Unterrichtsqualität in den ersten paar Wochen meines Unterrichtens massivst verbessert hat. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Stunde Elektrotechnik: Ich hab innerhalb von 2 Stunden die Begriffe Strom, Spannung, Widerstand, ohmsches Gesetzt und Messung dieser Größen durchgenommen, indem ich ein paar Folien aufgelegt habe und die Schüler das abgeschrieben haben. Heute mache ich daraus eine mehrwöchige Reihe. Die Schüler sind trotzdem nicht kotzend aus dem Unterricht gegangen und die restlichen 1,5 Jahre waren auch sehr entspannend


    Glaube Sissy, mir und vielen anderen - solange du offen bist, deine Methoden zu reflektieren (mein Lieblingswort aus dem Seminar) und anzupassen, ist das alles problemlos machbar.

  • Und viele Schulen wollen die Obasler auch nicht direkt verheizen. Also wir versuchen schon, dass die ähnliche Bildungsgänge bekommen, damit man mal eine Reihe doppelt nutzen kann oder im gleichen Bildungsgang zwei Jahrgänge hat um im nächsten Jahr davon zu profitieren und damit man sich nicht direkt in alle BG einarbeiten muss.
    Ich würd da evtl einfach nach denn Angebot mal nachfragen. Und Hospitationsstunden beim Mentor versuchen wir auch direkt im Stundenplan zu berücksichtigen.
    Es gibt auch Kollegen, die fragt man nach Material und dann bekommt man eine Festplatte geliehen. Sprich wenn das Kollegium stimmt kannst man Vollzeit schaffen.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

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