Mathe: zu viel Inhalt zu wenig Zeit - Wie wählt ihr aus?

    • Susannea schrieb:

      cubanita1 schrieb:

      So viel zur Theorie bzw. zum Vorhaben/Willen des neuen RLP 1-10 in Brandenburg.
      Ich füge hinzu, der gilt in Berlin und Brandenburg und zwei negative Pläne ergeben hier leider keinen positiven.
      V

      cubanita1 schrieb:

      Bei uns in Brandenburg kommen dann in 2 und 4 noch Orientierungsarbeiten dazu, die in 4 sogar benotet werden müssen.
      Aber sage mal, du sagst in 4 wird benotet? Die in 2 waren bei meiner Tochter auch benotet, was total bekloppt war, weil sie ja ansonsten gar keine Noten bekommen!
      Ich sag nochmal, ich find ihn gut.Leider nicht konsequent mit Folgen für die Leistungsbewertung. Aber ansonsten gut.
      Mich nervt es wirklich, dass es immer soviel Gejammer gibt. Gehört wohl zum schicken Ton oder zum Lehrersein oder was weiß ich.
      Bei uns führt dieser RLP endlich dazu, dass Teamarbeit entsteht, dass die Menschen miteinander reden und gemeinsam planen. Das war vorher nicht ins Kollegium reinzubringen, warum auch immer. Bei uns hat dieser fette orange-hautfarbene Ordner endlich zur Zusammenarbeit geführt.

      Zur Orientierungsarbeit weiß ich, dass sie beide nach VV bewertet werden sollen und dabei auf die Entscheidungen der schulischen Gremien geachtet werden soll. Will sagen, wenn festgelegt, dass in 2 keine Noten, dann keine Benotung. Insofern war das bei deiner Tochter wirklich bekloppt.
      Kann man auf dem Bildungsserver nachlesen.
      8) LG cubanita1

      Achte gut auf deinen Körper. Er ist der einzige Ort, in dem du leben kannst.
    • plattyplus schrieb:

      ...
      so daß wir z.T. den Lehrplan komplett über den Haufen werfen können, weil die Grundlagen, auf die wir aufbauen sollen, einfach fehlen. Ist man im Gespräch mit Sek 1 Kollegen, gucken die mich immer mit großen Augen an, als ob ich zu viel erwarten würde. :ohh:
      Vielleicht sind die Augen auch gross, weil die Kollegen denken: "was glaubt der eigentlich, was wir seit 5 Jahren zu vermitteln versuchen?!"

      Abnehmende Kollegen scheinen immer zu glauben, dass abgebende Kollegen was falsch gemacht haben. Prinzipiell darf man getrost davon ausgehen, dass jeder Lehrer das macht, was im Lehrplan steht und alles versucht, damit die Kids pünktlich kommen, Hausaufgaben machen und gespitzte Bleistifte einstecken haben.
      Die Betriebe ihrerseits fragen sich wahrscheinlich, was um Himmels Willen eigentlich in der Berufsschule... ;)
    • immergut schrieb:

      Der Unterschied ist einfach, dass Hessen Papier spart, weil jedem Grundschullehrer nach dem Studium, in Frankfurt waren Mathe und Deutsch immer mal wieder verpflichtend, klar ist, was alles unter Zahlbeziehungen und Zahldarstellung fällt. Brb und B dröseln es halt nochmal auf. Inhalt bleibt gleich.
      Ich denke, dass in der Praxis auch in beiden Bundesländern am Ende dasselbe bei rumkommt. Nur sehen sich laut den Beschreibungen hier die berliner Lehrer der Herausforderung ausgesetzt, auch die einzelnen in den Bildungsstandards genannten Punkte zu unterrichten (ähnlich wie damals beim Lehrplan). Wenn jedoch ein hessischer Lehrer wirklich den Plan Punkt für Punkt abarbeiten würde und für jeden Punkt das Minimalprogramm veranschlägt, wäre er wohl teilweise schnell durch mit dem Pflichtprogramm.
      So heißt es z.B. in der Leitidee "Daten und Zufall" "Gewinnchancen bei einfachen Zufallsexperimenten". Je nachdem wie ernst man dieses Thema nimmt, kann man in diesem Rahmen sowohl einen 2-stündigen Exkurs als auch eine mehrwöchige Unterrichtseinheit gestalten. Derart viel Handlungsspielraum dürfte in Berlin nicht möglich sein.
    • plattyplus schrieb:

      Ob die im Unterricht was falsch gemacht haben, weiß ich nicht, glaube ich auch nicht.
      Meiner Erfahrung nach haben die abgebenden Lehrer nichts falsch gemacht, aber ihre eigenen Schwerpunkte gesetzt. So ist meine Erfahrung, wenn ich eine 3. Klasse übernehme. Das finde ich absolut in Ordnung. Wenn ich von Kollegin x eine Klasse übernehme, weiß ich, dass die Klasse gut im Lesen und Rechtschreiben ist und von Kollegin y weiß ich, dass die Klasse in Mathematik in flexiblen Denkweisen geübt ist. Ich weiß aber auch, dass beide Kolleginnen ihr Bestes gegeben haben.

      Das macht überhaupt nichts, man holt die Schüler eben ab, wo sie stehen.

      Bei älteren Schülern könnte ich mir schon vorstellen, dass man irgendwann nicht mehr weiterkommt. Als ich als mobile Reserve in der Hauptschule länger in Klasse 5/6 eingesetzt war, war ich baff erstaunt, auf welchem Niveau sich Deutsch und teilweise Mathe dort bewegt. Da hatte man stellenweise das Gefühl, man ist wieder in der Grundschule, 3. oder 4. Klasse, gelandet. In Deutsch war das Niveau vereinfachte 4. Klasse. Das Lustige war, dass ich auch ehemalige Grundschüler unserer Schule hatte, die behaupteten, das hätten sie noch nie gehört. Da wir bei uns aber gut zusammenarbeiten, wusste ich genau, dass dieses Thema in der GS behandelt wurde. ;)
    • TremorChrist schrieb:

      wollte ich das Lehrwerk komplett bearbeiten
      Nachfrage an TremorChrist:
      Hast du dich schon entschieden wie du vorgehst? Nach welchem Lehrwerk arbeitest du?

      Vielleicht noch eine Ergänzung zum Lehrwerk:
      Wir arbeiten nach dem Zahlenzauber. Wenn man sich entschieden hat, nach einem Buch vorzugehen, dann kann man nur begrenzt hin- und herspringen, weil die Themenfolge und die Aufgaben (vor allem die arithmetischen) in der Regel aufeinander aufbauen. Z.B. kann ich nicht weiter hinten ein Thema machen, wo es um Aufgaben im ZR bis zu einer Million geht oder die schriftliche Multiplikation gebraucht wird um die Aufgaben zu rechnen, wenn das überhaupt noch nicht eingeführt ist.

      Die Lehrbücher, die mir begegnet sind, sind von der Themenfolge und den Aufgaben meistens logisch aufgebaut, der man gut folgen kann. Manchmal trifft man auf Aufgaben, die dieselben Kompetenzen ansprechen, wenn man die vorher schon gemacht hat, kann man solche Aufgaben später getrost weglassen.
    • Caro07 schrieb:

      Hast du dich schon entschieden wie du vorgehst? Nach welchem Lehrwerk arbeitest du?
      Werde den Grad zwischen komplett (das Lehrwerk Flex&Flo spiegelt ja den BP in BW wieder) und nachhaltig verankert versuchen. Wahrscheinlich mache ich blutenden Herzens abstriche bei Geometrie und Stochastik. Da fragen die wenigsten nach.
    • Gerade im Geometrieteil wird im Primarbereich (zugunsten der Arithmetikthemen) oft gekürzt, was vor allem für diejenigen Kinder, die besser mit konkret-handelnden Themen zurecht kommen, schade ist. Außerdem fehlt das Wissen dann an anderer Stelle, z.B. wenn es in der Sek I um komplexere geometrische Themen, die auf den Grundlagen der Grundschule aufbauen, geht, oder eben, wie von immergut bereits genannt, VERA.
    • TremorChrist schrieb:

      Hi,

      für die Jahresplanung Mathe überschlage ich: wollte ich das Lehrwerk komplett bearbeiten, so müssten jeden Schultag zwei Seiten bearbeitet werden - in einer vierten Klasse, mit Verbrauchsmaterial aber ohne die Bearbeitung etwaiger KVs, Stationenarbeiten usw. die ja gerne noch dazukommen.

      M.E. zu viel Vorgabe durch das Lehrwerk für die vorhandene Zeit - wie geht ihr mit der Auswahl aus den Schulbüchern um?

      Wie organisiert ihr die Stoffauswahl?

      :autsch:

      Das Problem kenne ich gut.

      Schaut man sich die Lehrbücher an, hat man immer das Gefühl, wie solle man das alles schaffen. Davon muss man sich trennen. Lehrbücher stellen Angebote auf Grundlage der Lehrpläne zur Verfügung. Du wählst aus - je nach Situation in deiner Klasse.

      Grundsätzlich sollte man sich meiner Meinung nach auf das Grundlegende konzentrieren - alles andere ist Zusatz, wenn man Zeit hat. Die Grundschule soll meiner Meinung nach Grundlagen beibringen: Lesen, Schreiben, Rechnen. Das schafft sie heutzutage viel zu wenig bzw. bei viel zu vielen nicht!

      In meiner Ausbildung gab es noch den Grundsatz: Weniger, konkreter, intensiver! Daran halte ich bis heute fest.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Gerade im Geometrieteil wird im Primarbereich (zugunsten der Arithmetikthemen) oft gekürzt, was vor allem für diejenigen Kinder, die besser mit konkret-handelnden Themen zurecht kommen, schade ist. Außerdem fehlt das Wissen dann an anderer Stelle, z.B. wenn es in der Sek I um komplexere geometrische Themen, die auf den Grundlagen der Grundschule aufbauen, geht, oder eben, wie von immergut bereits genannt, VERA.
      Ich möchte mal die SEK-I-Lehrer hören, wenn die Grundschulen die Geometrie ausführlich behandeln würden, dann aber z.B. wegen der mangelnden Zeit / sich schwer tuenden Schülerschaft z.B. die Division weglassen würden.
    • Passt wohl zum Spruch "You're damned if you do, you're damned if you don't.". Beim Weglassen der Division wäre das Geschrei natürlich genauso groß, wenn nicht noch größer. In dem Fall muss man es wohl wie TremorChrist machen - auch wenn die Fachdidaktiker und die Nachfolgelehrer darüber jammern :( .
    • off Topic: Ein Kommilitone, der zeitgleich mit mir das Studium angefangen hat, ist jetzt Mathematik Professor. Er bringt nun Studenten bei wie sie Mathematik unterrichten sollen. Er hat außer den ganz normalen Praktika während des Studiums keine Schule als Lehrender von innen gesehen. Auch das Referendariat hat er nicht gemacht. So etwas kann ich einfach nicht ernst nehmen.
      "Der Lehrer hat den Rohstoff unseres Landes in den Händen."
      Matthias Platzeck, Ministerpräsident von Brandenburg
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