Arbeitsmaterial - Von der Schule gestellt?

  • Dachte wenn eher an Clowns à la Stephen Kings "It" ;)


    Ich hatte ja "Traum" vorrangestellt, aber wenn wir uns in derlei Punkten einig wären (Konjunktiv), würde da ein ganz anderer Wind wehen...
    (Wahrscheinlich kommt gleich einer um's Eck und postet, dass wir als Lehrer ja ein üppiges Gehalt bekommen und solche Ausgaben usw. usw.)

  • Tja, aber wie machst du das, wenn doch keine Tafel mehr da ist (und kein OH-Projektor), sondern nur noch das ActiveBoard und auch keine Dokumentenkamera dazu? Dann wird es nämlich schon echt schwierig.

    Moin,
    die Situation kenne ich. Meine Antwort darauf: "Ihr wollt doch alle die Fachhochschulreife? Dann üben wir jetzt mal den Vorlesungsbetrieb. Ich sage euch wie der Laden läuft, ihr müßt selber entscheiden was wichtig ist und das mitschreiben."


    Wenn ich die Diskussionen zu den Kopierkosten hier lese, kann ich nur den Kopf schütteln. Da stelle ich mir dann nämlich immer die Frage, warum die Kollegen in anderen Fächern Lehrbücher bekommen und ich nicht. Wenn ich dann Bücher in mehrfacher Klassensatzstärke haben will, heißt es nur: "Das Budget der Elternzuzahlung ist ausgeschöpft und im Schulbudget gibt es auch kein Geld für die ganzen Bücher." So bin ich dann schon gezwungen zu kopieren und das im extremen Umfang. Und nein, bei den Vorraussetzungen habe ich da auch kein schlechtes Gewissen dabei den Kopierer auf Schulökosten zu belagern.


  • ich lese hier schon 'ne Weile mit. Jetzt habe ich mich dann auch angemeldet. Ich lese immer wieder Threads zum Thema "Wer zahlt Kreide/Kopien/Taschenrechner/Bücher?" bzw. Kostenerstattung bei Klassenfahrten. Dabei wird eigentlich immer das Gleiche diskutiert. Das scheint aber auch nötig zu sein, weil Leute immer wieder in die gleiche Fallen tappen. Eine davon zu sein, dass man sich für Selbstverständlichkeiten rechtfertigen zu müssen scheint.


    Ich weiß auch nicht, ob es sich bei einem Gerät in der Größenordnung überhaupt lohnt zu diskutieren. Nachfragen, okay. Aber eine Tagesordnungspunkt auf einer Sitzung? Finde ich übertrieben.


    Wie ist das mit dem Rechtfertigen für Selbstverständlichkeiten gemeint?


    Wir haben nicht vor, über ein Laminiergerät zu diskutieren (der Ärger über den saublöden Kommentar der SL war lediglich der Anlass, endlich mal nicht mehr die Klappe zu halten). Wir möchten grundsätzliche Aussagen und eine Festlegung dazu, was wir von der Schule erhalten und was nicht. Erst dann kann man sich nämlich entscheiden, wo man mit dem passiven oder aktiven Widerstand ansetzt. Und das finde ich nicht übertrieben.

    ~ Wenn ihr mich sucht, ihr findet mich im Zwiespalt. ~

  • Moin,die Situation kenne ich. Meine Antwort darauf: "Ihr wollt doch alle die Fachhochschulreife? Dann üben wir jetzt mal den Vorlesungsbetrieb. Ich sage euch wie der Laden läuft, ihr müßt selber entscheiden was wichtig ist und das mitschreiben."

    Das mag ja in der Oberschule gehen, wenn ich dann aber in der Grundschule auch noch jedes drittes Wort buchstabieren muss, dann wird das wohl eher nichts.

  • Das mag ja in der Oberschule gehen, wenn ich dann aber in der Grundschule auch noch jedes drittes Wort buchstabieren muss, dann wird das wohl eher nichts.

    Dann braucht man wohl eine Tafel. Daran denkt dann hoffentlich derjenige, der für die Ausstattung zuständig ist. Und er kauft hoffentlich auch genug Kreide.

    Textanalyse anhand eines diktierten und dann handgeschriebenen Textes ist dann auch schön


    Bitte mit Zeilenangaben

    Ja, das geht wohl nur mit Kopien oder Büchern. Da wissen dann hoffentlich diejenigen, die für die Beschaffung verantwortlich sind.


    "Kopien gibt's hier nichts." ist offensichtlich nicht die passende Antwort.


    Wie ist das mit dem Rechtfertigen für Selbstverständlichkeiten gemeint?

    Z.B. so, dass Lehrer überlegen, was sie denn nun machenn, wenn es kein Kopierkontingent gibt. Dann gibt's halt keine Kopien. Unterricht, der Kopien benötigt, ist dann nicht durchführbar. Also macht man etwas anderes. Ich zerbreche mir nicht ständig den Kopf, wie ich Fehler anderer ausgleichen kann.



    Wir haben nicht vor, über ein Laminiergerät zu diskutieren (der Ärger über den saublöden Kommentar der SL war lediglich der Anlass, endlich mal nicht mehr die Klappe zu halten). Wir möchten grundsätzliche Aussagen und eine Festlegung dazu, was wir von der Schule erhalten und was nicht.

    Ah, okay. Hatte ich dann wohl falsch verstanden. Das man so etwas fragen muss, ist aber schon absurd. In welchem Arbeitskontext werden für so etwas Sitzungen einberufen? Da verbringt ihr dann eure Zeit damit, der Schulleitung verbindliche Aussagen abzuringen, während andere Leute das Material, das sie brauchen, aus dem zuständigen Lager holen.


    Hoffentlich bringt's was.


    OM

    „Fakten haben keine Lobby.“


    (Sarah Bosetti)

  • Dann braucht man wohl eine Tafel. Daran denkt dann hoffentlich derjenige, der für die Ausstattung zuständig ist. Und er kauft hoffentlich auch genug Kreide.Ja, das geht wohl nur mit Kopien oder Büchern. Da wissen dann hoffentlich diejenigen, die für die Beschaffung verantwortlich sind.

    Genau das ist ja der Punkt, Kreide gibt es noch massig, Schwämme reichen die nächsten hundert Jahre, nur Tafeln sind alle abgebaut worden. Also nur noch digital und das läuft dann eben doch auf unsere eigene Technik zum Vorebreiten usw. hinaus. Was bei Internet-,Netzwerk- oder gar Stromausfall passiert, kann sich jeder bildlich vorstellen.

  • Meine Schule wurde letztes Jahr generalsaniert. Vorher wurde in einer Konferenz genau besprochen, was wir an Ausstattung in den Unterrichtsräumen haben wollen. Die SL war etwas erstaunt, dass das Kollegium sich gegen Activeboards und für Kreidetafeln ausgesprochen hat. Auch der Architekt hat etwas merkwürdig geschaut. Da aber bei uns nun im neuen Schuljahr (zwei Wochen alt) seit zwei Wochen Server und Netzwerk versagen, sind wir alle über diese Entscheidung nicht ganz unglücklich (wir haben aber in den Räumen Computer, Beamer, Dokumentenkamera neben der Tafel - so ganz rückständig sind wir nicht. Aber völlig auf Tafel verzichten wollten wir nicht).

    • Offizieller Beitrag

    Es gibt Smartboards, bei denen zumindest die Seitentafeln traditionelle Schultafeln sind, immerhin etwas mitgedacht.


    Ich habe jetzt übrigens im Raum einer Kollegin Matheunterricht. Die hat keinen Tafellappen und keinen Tafelschwamm. Deshalb hat sie Staubtücher (diese ganz dünnen, kleinen, weißen) gekauft, um die Tafel zu wischen. Ich möchte nicht wissen, wie das in 4 Wochen aussieht. Ich könnte jetzt schon die Krätze bekommen beim Anblick des Desasters.

  • Vielleicht benutzt die Kollegin beim nächsten Tafelwischen statt der Tücher solch ein Puschel-Staubdingens (Swiffer). Sieht bestimmt putzig aus, wenn sie die Tafel wischt...


    Wir haben in jedem Klassenraum einen fest installierten Beamer bzw. auch diese interaktiven (Software), beschreibbaren Beamerwände. Trotzdem haben wir dankenswerter Weise in jedem Raum auch eine schnöde Tafel. Ich nutze viel den (normalen) Beamer, aber so ganz ohne Schultafel möchte ich ja nicht...


    Heute war ich mal wieder mit einer Klasse in einem Rechnerraum. Wenn ich daran denke, wie viele Rechner - trotz Neuanschaffung - wieder nicht funktionierten, Logins der Schüler nicht funktionierten (einschl. meinem eigenen) oder Bildschirme eingefroren sind, etc. - möchte ich nicht wissen, wie sich der Unterricht gestalten lässt, wenn man zwangsläufig und ausschließlich auf die moderne Technik angewiesen ist. Vom simplen Stromausfall mal ganz zu schweigen.


  • Heute war ich mal wieder mit einer Klasse in einem Rechnerraum. Wenn ich daran denke, wie viele Rechner - trotz Neuanschaffung - wieder nicht funktionierten, Logins der Schüler nicht funktionierten (einschl. meinem eigenen) oder Bildschirme eingefroren sind, etc. - möchte ich nicht wissen, wie sich der Unterricht gestalten lässt, wenn man zwangsläufig und ausschließlich auf die moderne Technik angewiesen ist. Vom simplen Stromausfall mal ganz zu schweigen.

    Ein schönes Beispiel war der Computer gestern im Musikraum, er war wohl seit den Ferien nicht an, wollte tausende Updates machen und somit ging nichts. Den CD-Player hat mein Kollege irgendwo hin geräumt und ich habe ihn nicht gefunden, somit war singen im Musikunterricht gestern nicht möglich, denn uns fehlte die Begleitung. Nunja, also haben wir Instrumentenkunde gemacht, aber einige Kinder haben schon etwas blöd geguckt.

  • Viele Störungen im Alltagsbetrieb sind darauf zurückzuführen, dass keine vernünftige Systemadministration an Schulen organisiert ist, keine Strukturen aufgebaut worden sind, keine Verantwortlichkeiten geklärt sind, kein Helpdesk und kein schneller First-Level-Support vorhanden ist. Und wenn keiner verantwortlich ist, dann machts auch keiner und dann funktioniert es eben auch nicht.


    Das liegt nicht an der Technik per se.


    Natürlich muss man das auch aushandeln, wie so ein arbeitsaufwendiger Job entlastet wird - sich pädagogisch toller anhörende Tätigkeiten müssen dafür dann zurückgefahren werden und das ist in Konferenzen schlecht durchsetzbar. Aber mit dem Motto "das Schulnetz macht der Physiklehrer so nebenbei" ist es eben nicht getan.


  • Natürlich muss man das auch aushandeln, wie so ein arbeitsaufwendiger Job entlastet wird - sich pädagogisch toller anhörende Tätigkeiten müssen dafür dann zurückgefahren werden und das ist in Konferenzen schlecht durchsetzbar. Aber mit dem Motto "das Schulnetz macht der Physiklehrer so nebenbei" ist es eben nicht getan.

    Der Kollege, der das so nebenbei gemacht hat, ist nun im Ruhestand und macht es immer noch so nebenbei, aber da muss dann eben das auch alles warten bis er mal wieder da ist. Der, der es nun bezahlt bekommt von außerhalb ist aber noch seltener da, also besser ist das somit auch nicht. Und für mehr ist einfach kein Geld da.

  • Ich bin auch so ein nebenher Admin (mache das allerdings nicht alleine, wenn auch von der Konzeption her federführend). Hätte ich Windows als Standardinstallation (ein paar Windows-Rechner haben wir schon auch), dann würde ich es nicht machen. Es mag sein, dass Windows mit den entsprechenden Schulungen, Enterprise-Servern, Wächterkarten und was weiß ich noch alles dann auch super funktioniert (muss ja eigentlich, viele Firmen haben da ja tausende Rechner am Start), aber da möchte ich mich nicht einarbeiten.


    Wenn ich in einen Computerraum gehe, dann funktioniert da maximal ein Rechner nicht (es sei denn, eine Sicherung ist raus, unser Leitungsnetz ist schrott). Seit einer Linux-Installation vor über zwei Jahren musste ich da auch kaum was reparieren. Und das sind praktisch alles Rechner, die über 10 Jahre alt sind und auf denen Windows 7 oder gar 10 überhaupt nicht erst laufen würde.


    Und wenn jemand meckert, dass er lieber Windows will, dann biete ich freundlich an, meinen Admin-Job zu übernehmen, und dann ist Ruhe.


    Die Sachen von den Verlagen laufen mittlerweile fast alle im Browser. Ein paar Sachen gehen halt nicht mit Linux, damit muss man dann leben. 99% an den allgemeinbildenden Schulen ist Internet + Textverarbeitung + Präsentation.

  • Das liegt nicht an der Technik per se.

    Meiner Erfahrung nach liegt das nicht an er Technik sondern einfach am Geld und den Leuten, die das verwalten. Ich schlage z.B. dringend vor, daß jeder IT-Lehrer für seinen Fachraum jährlich ein bestimmtes Budget (5.000,- €? Über die Höhe können wir gerne diskutieren.) zur Verfügung bekommt und dafür dann den Raum am Laufen halten muß. Ob er dann alle 3 Jahre neue Computer für 250,- € das Stück dafür anschafft oder alle 7 Jahre welche für 1.000,- € ist dann ihm überlassen. Der Laden muß "nur" laufen.


    Ansonsten kann ich morse nur zustimmen. Solange wir beim Schulleiter darum betteln müssen neue Mäuse für 1,95 € das Stück zu bekommen, ist das Diskutieren eh sinnlos. Leider gibt es an allen Schulen irgendwie die "eh da-Kosten"-Mentalität. Wenn jeder die Arbeitszeit für die ganzen Anträge etc. mit dem Überstundensatz fakturieren würde, wären viele Diskussionen keine mehr, weil dann jeder einsieht, daß es ab einem gewissen Punkt keinen Sinn mehr macht die alten Schlonten mit viel Arbeitszeit weiter am Laufen zu halten. Da werden dann Neuanschaffungen echt billiger.


    Oder anders: Als ich mal mit einen komplett altersschwachen PC ersetzt haben wollte, wurde das abgelehnt mit der Begründung, daß man den doch reparieren könne. Klar kann man den reparieren, aber wenn ich mit dem Lötkolben anfange die geplatzen Kondensatoren zu ersetzen und gar noch beim Arbeitsspeicher auf den einzelnen Riegeln die Chips (in SMD-Technik verlötet) zu tauschen, ist das arbeitszeittechnisch einfach überhaupt nicht mehr darstellbar.

  • Ein paar Sachen gehen halt nicht mit Linux, damit muss man dann leben. 99% an den allgemeinbildenden Schulen ist Internet + Textverarbeitung + Präsentation.

    Ok,
    bei uns am BK ist das anders. Wir haben eine komplette Windows-Umgebung. Bei uns laufen aber auch AutoCAD, LoGo (--> https://de.wikipedia.org/wiki/Logo_(SPS)) und andere Dinge. Da ist das MS Office-Paket nur das Beiwerk.

  • @plattyplus : Ich wundere mich da schon. Ältere PCs bekommen wir oft geschenkt, und die, bei denen etwas nicht geht, kommen dann sofort auf den Müll. Das würde sich in der Tat nicht lohnen, den Lötkolben zu zücken an einem alten PC.


    Zu Deinem Kommentar: Bei den Berufsbildenden Schulen ist das was anderes, das habe ich schon oft gehört.

  • Neue Geräte dürfen hier eh nur über den Schulträger zu Mondpreisen gekauft werden... Geschenke dürften wir gar nicht nutzen!


    Das Thema ist ein Fass ohne Boden, aus allen möglichen Richtungen werden einem Steine in den Weg gelegt.
    Ich versuche aus der Kiste möglichst bald rauszukommen, bevor hier tatsächlich noch die """digitale Schule""" Einzug halten soll.

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