Reflexion und Evaluation Staatsexamensarbeit

  • Hallo,


    im Zusammenhang mit meiner Examensarbeit, an der ich gerade schreibe, habe ich eine Frage.


    Ich bin Referendar am Berufskolleg in NRW und schreibe zum Thema:


    Einsatz, Erprobung und Evaluation von internetbasierten Lehr-Lernsystemen am Beispiel von Wiki und Webquest in einer Fachoberschulklasse für Sozialpädagogik


    Meine Frage jetzt: Gibt es eine strikte Trennung von Reflexion und Evaluation?


    Ich schreibe mal etwas naiv, natürlich habe ich mich schon ein Stück weit mit dem Thema "Evaluation" beschäftigt. Klar, dass z. B. ein Feedback von den Schülern dazu gehört, teils von den SchülerInnen in Gruppenarbeit thematisiert, teils durch Fragebogen von mir erhoben usw.


    Aber wie ist es, wenn ich jetzt die ganzen Planungsentscheidungen, Begründug zur Methode usw. fertig habe und anfange, darüber zu schreiben, wie es gelaufen ist, wo es nicht so gut war, was anders hätte sein können, was man nächstes Mal anders machen würde, aber auch, was dabei im positiven Sinne herausgekommen ist usw.: Ist das dann auch "Evaluation" oder sind das nur meine Gedanken im Sinne einer Reflexion, so wie man in der Lehrproben-Nachbesprechung noch etwas sagt?


    Wenn jemand dazu etwas weiß, würde ich mich sehr über eine Antwort freuen!


    Viele Grüße
    kien

  • bei uns gehört das, was du beschrieben hast, in die reflexion. du beschreibst ja den verlauf, wie alles geklappt hat usw. und reflektierst dait dein vorgehen. lieben gruß, katze

  • Unter das Kapitel "Evaluation" würde ich eine tatsächliche E. mit Fragebögen, die die SuS aufgefüllt haben, packen und die auswerten. Das Ergebnis der E. kannst du dann wiederum für die Reflexion nutzen und entscheiden, ob die das Ganze in der Form nochmal, anders oder genauso wieder machen würdest.
    Daher denke ich, dass beides in die Arbeit gehört!
    liebe Grüße, S.

  • Danke für deine Antwort, Stadtkind.
    Für mich stellt sich dabei ein wenig jetzt die Frage der Reihenfolge:
    Die Reflexion ist nach meinem bisherigen Dafürhalten etwas, was nach der Planung kommt, also nachdem ich schreibe, was ich wollte, schreibe ich, wie es war und was nicht so gut war usw. Das heißt, bisher noch mehr an den Einzelheiten entlang.
    Die Evaluation ist dann Fragebogen usw., aber zusätzlich die Bewertung des Ganzen aus übergeordneter Sicht, wenn ich es recht verstehe. Ich zitiere mal was:


    Evaluation:
    „Bewertung eines Projektes bzw. Prozesses anhand von festzulegenden Kriterien [...] zur Standortbestimmung und Beschreibung von Verbesserungspotentialen“
    http://www.quality.de/lexikon/evaluation.htm


    Natürlich ist das auch eine gewisse Art des Reflektierens, und das war es, was mich auch anfänglich durcheinanderbrachte. Ist das dann nur eine Frage der Benennung? Sehe ich das jetzt richtig? Also: Reflexion erst an Einzelheiten (das ging nicht, dann war jenes usw.), dann Evaluation mit Abschlussbewertung?


    Viele Grüße
    kien

  • Danke für die Anwort und die Threads. Allerdings geht es auch in den früheren Beiträgen mal so, mal so:
    Entweder ist Reflexion das mindere, heuristische, was man sich so denkt oder was z. B. die S. spontan sagen, wenn sie den Unterricht oder ihr Verhalten reflektieren sollen; oder es ist so, wie philosophus schreibt, dass die Reflexion das ist, was dann - metamäßig - auch noch die Evaluation mit reflektiert.
    Da werd noch einer schlau draus, trotzdem denke ich, ich komme klar.
    Viele Grüße
    kien

  • Vielen Dank, philosophus, find ich echt nett, kann ich gut gebrauchen.
    Viele Grüße
    kien

  • Ich würde die Reflexion als den allgemeineren Teil auffassen, und diesen dann auch, wie philosophus ans Ende packen (hab ich in meiner Arbeit auch). Die Evaluation arbeitet mit konkreten Vergleichskriterien und ihre Ergebnisse müssen ja auch erst interpretiert werden. Das würde ich in einem abschließenden Fazit unter anderen auch thematisieren.
    Wenn du den Begriff "Reflexion" zu übergreifend findest, verzichte auf ihn und nenne das Schlusskapitel "zusammenfassende / abschließende Bemerkungen", "Fazit" oder so ähnlich.

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