Lernen an Stationen

  • Hallo,


    uiuiui, ich hab mir was vorgenommen: Am Dienstag (und wahrscheinlich auch in den beiden Folgestunden) möchte ich mit meinen 10ern in Englisch ein Stationenlernen zum Thema "Death Penalty USA" machen. Das Ganze basiert auf dem Text "Making a Difference" im Buch Englisch G2000 B6.


    Da ich das Lernen an Stationen auch in meiner Examensarbeit eine ganz wichtige Rolle spielt, muss ich das jetzt dringend mal üben.


    My thoughts so far:


    Station 1: Anhand einer USA-Karte die einzelnen Staaten der USA herausfinden und mithilfe des Buches ermitteln, welche Staaten die Todesstrafe haben.


    Station 2: Mit einem Partner die Pros und Kontras der Todesstrafe diskutieren und die Ergebnisse auf einem Arbeitsblatt festhalten.


    Station 3: Lesen des eigentlichen Texts, Beantworten von Fragen zum Text, Vokabelarbeit


    Station 4 (optional, vorwiegend für Leistungsstarke): Lesen von Auszügen aus der Original-Rede von Gov. Ryan () zur Abschaffung der Todesstrafe in Illinois. Beantwortung von Fragen.


    Wie findet ihr meine Ideen?


    Mein Grundsatz-Problem beim Lernen an Stationen: Normalerweise ist die Reihenfolge der Stationen ja frei wählbar. Wie schaffe ich es gerade bei der Texterabeitung, dieses Ziel beizubehalten? Oder ist es okay, wenn z.B. eine Station von allen gleichzeitig und als erstes durchlaufen wird und erst dann die Aufteilung nach Belieben erfolgt?


    Vielen Dank im Voraus!


    Liebe Grüße,
    Carla-Emilia

  • Hallo Carla-Emilia,
    wenn ich in Unterrichtsbesuchen Stationsarbeit zeige, fange ich immer damit an, die "Pflichstation" zu erklären. Inzwischen sage ich nicht mehr, dass die Kinder (Ich arbeite an einer Grundschule.) damit anfagen müssen, sondern nur, dass sie diese Station in der Stunde schaffen müssen. Am Ende -in der Sicherungsphase- wird diese Statione besprochen. Ich kenne aber auch die Variante, dass gesagt wird, dass es sich bei der Station um eine Pflichtstation handelt, die als erste erledigt werde muss. Vielleicht gibst du deinen Schülern, das Arbeitsblatt als herkömmliches Arbeitsblatt und machst deutlich, dass danach die Stationsarbeit beginnt.
    Gruß
    ohlin

  • Also meine Seminarleiter sagen immer, daß es keine Stationsarbeit mehr ist, wenn alle Schüler zur gleichen Zeit eine Aufgabe bearbeiten. Außerdem ist Stationsarbeit dadurch gekennzeichnet, daß an einer Station immer nur eine maximale Anzahl von Schülern arbeitet.


    Ich weiß ja nicht, wie groß Deine Klasse ist, aber mir erscheinen 3 Stationen von der Organisation her als zu wenig, besonders wenn es dabei (nur) eine Pflichtstation gibt, so fern Du dies so läßt.


    Bei uns heißt es immer, daß man mindestens 2 Gruppentische bzw. Stationen mehr haben muß als Schüler-Plätze benötigt werden. Wenn Du also 25 Schüler hast und an jeder Station 5 Schüler gleichzeitig arbeiten können, brauchst Du mindestens insgesamt 7 Stationen. So besagt es die Theorie meiner Fachseminarleiter. Ob dies machbar und sinnvoll ist, weiß ich aber nicht.

  • Hallo Nell,


    ich habe 20 Schüler (10. Klasse) und drei Pflichtstationen. Insgesamt haben die SuS 3-4 Stunden Zeit.


    Liebe Grüße,
    Carla-Emilia

  • Hi Ho,
    bei meinen Stationenlernen (jeweils über 30 SuS) habe ich noch bei 12 Stationen hier und da Stau- und Platzprobleme gehabt - allerdings waren nur 9 bzw. 10 Stationen Wahl oder Wahlpflicht. Ein Stationenlernen auf reiner Textbasis enstpricht meines Erachtens nicht der Grundidee von Kopf / Herz / Hand; ich versuche immer Gegenstände, Hörspiele, viele Bilder, Computerstationen, Wissenstreppen usw. einzubauen. Das erfordert allerdings z. T. wochenlange Zeit der Ideenentwicklung und -umsetzung.
    Grüße,
    JJ

  • Hallo,


    ich finde die Stationen von ihrer Bedeutung (insbesondere Zeitdauer, die die Schüler da verweilen) sehr unterschiedlich, das kann, muss aber kein Problem sein.


    Bekommen die SuS Hilfestellung beim Erarbeiten von Pro und Contra Todesstrafe? Ich habe die leidvolle Erfahrung gemacht, dass ihnen sehr viele Pros und wenige bis keine Contras einfallen.


    Vielleicht kannst du ergänzend noch Hinrichtungsmethoden und Delikte für die die Todesstrafe verhängt wird dazunehmen. Eventuell auch, ob die Verhängung der TS an Jugendlichen möglich ist (ist gerade wieder stark in der Diskussion)


    Liebe Grüße
    ramapas

  • Hallo,


    vielen lieben Dank für eure Tipps!


    Dieses Stationenlernen dient in gewisser Weise einerseits natürlich der Vermittlung inhaltlicher Kenntnisse. Andererseits jedoch betrachte ich es als Übung für mich und meine SuS für meine Examensarbeitsreihe, im Rahmen derer ich die Texterschließung im Rahmen des Stationenlernens behandle.


    Die Stationen beim jetzigen Stationenlernen werden so aufgebaut sein, dass sie zum Teil "mobil" sind, d.h. die Arbeitsaufträge können mit an den Platz genommen werden. Zu Staus dürfte es damit nicht kommen.


    Was die Hinrichtungsarten angeht, so habe ich darüber auch nachgedacht. Da sie aber recht grausam sind, will ich das meinen SuS nur dann zumuten, wenn sie dafür Interesse signalisieren. Ansonsten befürchte ich, dass manche damit emotional überfordert sein könnten und das Ganze dann mit Witzchen kompensiert wird.


    Bei den Pro- und Kontraargumenten liegt ihnen im Übrigen ein "fact sheet" vor.


    Liebe Grüße,
    Carla-Emilia

  • Zitat


    Die Stationen beim jetzigen Stationenlernen werden so aufgebaut sein, dass sie zum Teil "mobil" sind, d.h. die Arbeitsaufträge können mit an den Platz genommen werden. Zu Staus dürfte es damit nicht kommen.


    Dann hast Du aber das Problem, daß es kein Stationslernen mehr ist, weil es das nur dann ist, wenn die Arbeitsaufträge an den Stationstischen bearbeitet werden. Ansonsten wird es zu einem Lernbuffet. Das ist auch eine schöne, aber eben andere Form.

    • Offizieller Beitrag

    Ich kann dir nichts zum Stationenlernen zum Thema "Todesstrafe" sagen, kann dir aber mal erzählen, wie ich beim Stationenlernen immer vorgegangen bin.
    Ich habe bei zwei Ubs Stationenlernen gezeigt. Ich hatte mich an das Buch "Lernen an Stationen in der Sek I" (ich weiß gerade nicht den ganz genauen Titel, da ich das Buch gerade verliehen habe) gehalten. Dort wird empfohlen, dass man alle Stationen irgendwo abseits der Tische aufbaut. Bei mir sah es so aus, dass ich alle Stationen der Reihe nach auf der Fensterbank aufgebaut habe und die Nummer der Stationen an die Fenster geklebt habe. Die Schüler saßen auf ihren normalen Plätzen und nicht an Gruppentischen und konnten sich die jeweiligen Materialien mit an ihren Tisch nehmen. Es gab Stationen, die in entweder in Einzel- oder in Partnerarbeit bearbeitet werden konnten, für andere Stationen brauchte man einen Partner. Eine Station hatte ich in einer Ecke aufgebaut. Dort lagen Requisiten für ein Rollenspiel und die Schüler mussten die Station in einer Gruppe bearbeiten.
    Ich habe es immer so gemacht, dass ich im Unterrichtsbesuch die 2. von 3 Unterrichtsstunden zum Stationenlernen gezeigt habe. In der ersten Stunde habe ich alle Stationen erklärt, die Schüler konnten mit dem Stationenlernen beginnen. In der zweiten Stunde, also im Ub, haben wir einen Sitzkreis gemacht und die Schüler sollten sagen, welche Stationen sie am Vortag bearbeitet haben und welche Stationen sie jetzt bearbeiten wollen, dann sind sie wieder an die Stationen gegangen. Danach haben wir wieder einen Sitzkreis gemacht. Ich habe eine Pflichtstation in die Mitte gelegt, die inzwischen alle bearbeitet hatten und die Schüler haben von ihren Erfahrungen mit dieser Station gesprochen. Außerdem haben sie erzählt, was sie in der Stunde gemacht haben, wie es gelaufen ist, ob es ihnen Spaß gemacht hat, leicht oder schwer war und was sie in der nächsten Stunde vorhatten.
    Es war gut, die zweite Stunde des Stationenlernens im Ub zu zeigen, da man so die Schüler alle an verschiedenen Stationen arbeiten sehen konnte. Sie waren noch recht motiviert, nicht unter zu großem Zeitdruck, da sie ja später noch eine Stunde Zeit hatten und kannten schon alle Stationen.
    Ich habe mal ein Stationenlernen in einer anderen Klasse gesehen, bei dem die Schüler in Gruppen von Station zu Station zogen. Das lief aber weniger gut, da es laut wurde, einige Schüler vor den anderen fertig waren und weiter ziehen wollten und es Staus und somit eben Unruhe gab.
    Ob das, was ich gemacht habe, eigentlich eine Lerntheke war, weiß ich nicht. Es könnte sein, aber in Bauers Buch wird ein Stationenlernen so beschrieben. Meine beiden Fachleiter haben sich nicht an dem Begriff gestört. Beide Ubs sind gut gelaufen.

  • Zitat


    Ich habe mal ein Stationenlernen in einer anderen Klasse gesehen, bei dem die Schüler in Gruppen von Station zu Station zogen. Das lief aber weniger gut, da es laut wurde, einige Schüler vor den anderen fertig waren und weiter ziehen wollten und es Staus und somit eben Unruhe gab.


    Diesen geschlossenen Stationsbetrieb würde ich nur in den seltensten Fällen empfehlen, da das Arbeitstempo der Schüler dabei völlig unberücksichtigt bleibt und man demzufolge alle Aufgaben noch differenzieren müßte, um die Schülerleistungen zu berücksichtigen. Bei dieser Form gibt es natürlich auch keine Wahlstationen.


    Hab jetzt nochmal nachgeschaut, was wir im Seminar (für die Grundschule!) gelernt haben.


    Beim Stationslernen werden meist komplexe Themen in kleinere Lernschritte zerlegt, die von den Kindern nacheinander an Stationstischen „abgearbeitet“ werden sollten (geschlossener Stationsbetrieb). Hierbei ist es sinnvoll, entweder alle Stationen mit differenzierten Aufgaben auszustatten oder speziell nach einer Beobachtung der Kinder bei den ersten Stationen die letzten dann entsprechend zu differenzieren.


    Weiterhin kann man die Stationen auch so einrichten, daß sie nicht in einer bestimmten Reihenfolge bearbeitet werden müssen und für die langsameren Schüler nicht alle Stationen Pflicht sind (offener Stationsbetrieb). So kann man den Lernvoraussetzungen der Kinder besser gerecht werden, auch dadurch, daß den Schülern evtl. verschiedene Zugänge zum Lernen mit allen Sinnen geboten werden. Der Lehrer tritt hierbei sehr weit in den Hintergrund, wird hauptsächlich vorbereitend und beratend aktiv. Wenn die Schüler mit dieser Unterrichtsform erst einmal vertraut sind, dann kann der Unterricht ganz von selbst laufen, der Lehrer steht für Fragen und spezifische Erklärungen zur Verfügung.

    Vorteile:
    -Differenzierung qualitativ / quantitativ
    -Selbständigkeit / -bestimmtheit / -organisation
    -Freie Wahl der Sozialform
    -Lehrer hat Zeit zum beobachten
    -Bewegungsbedürfnis wird befriedigt
    -Andere Form des Übens


    Nachteile:
    -darf nicht /oder nur in seltenen Fällen zur Themeneinführung benutzt werden
    -keine unbekannten Aufgaben zur Übung
    -geschlossener Betrieb: Zeitdruck

  • Hallo,
    ich bin auch der Meinung, dass die Sch. die Stationen in verschiedenen Reihenfolgen mit Pflicht- und Wahlstationen bearbeiten sollten.
    Was das Platz-/Tempoproblem angeht, gibt es die Lösung, eine Lerntheke zu machen, d.h. du stellst das Material an langen Tischtheke (oder Fensterbank) zur Verfügung und die Sch. können frei entscheiden, welches Material sie zuerst mit an ihren Tisch nehmen.
    Das könnte eine Lösung sein.
    Viele Grüße
    Minchen


    Nachtrag:
    Tja und wenn man dann auch noch alle Beiträge durchgelesen hat, dann merkt man auch, dass dieser Vorschlag schon gemacht wurde


    Naja, zumindest damit meine Bestätigung, dass diese Möglichkeit besteht. :P

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