Fachleiterin macht mir Referendariat zur Hölle

  • Hallo zusammen,


    ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll.
    Meine Fachleiterin macht mir mein Referendariat zur Hölle. Seit ungefähr einem halben Jahr steht sie mir sehr ablehnend gegenüber. Egal, was ich auch tue: Alles wird von ihr kritisiert. Erstmalig fiel mir ihre kalte Haltung mir gegenüber bei meinem 2. UB auf. Beim 3. UB legte sie dann noche eine Schippe drauf und machte mich völlig zur Schnecke. Nun befinde ich mich im dritten Halbjahr und muss meine Examensarbeit schreiben. Lange habe ich nach einem Thema gesucht. Gerne hätte ich etwas über allgemeine Pädagogik oder über einen Gegenstand aus meinem anderen Fach geschrieben. Aber leider blieb wieder einmal nur die Fachleiterin übrig, die kein gutes Haar an mir lassen kann. Das Prüfungsamt hat den Zeitraum für die Themenfindung sehr knapp gelegt. Vom 22. August bis 22. September. Wir hatten das erste Mal wieder am 12. September Seminar. Da war meine Fachleiterin leider nicht da, so dass ich sie erst in der darauf folgenden Woche um eine kurze persönliche Besprechung und die erforderliche Unterschrift auf dem Formular für das PA bitten konnte. Sie war sehr sehr unfreundlich und lustlos, hörte mir gar nicht richtig zu und ritt immer nur darauf herum, dass ich sie schon viel früher hätte persönlich antreffen sollen. Die Frage ist nur: Wann? In den Ferien war sie nicht da. Leider kann ich nicht zaubern.
    Ich habe mich mit meinem Thema mehrere Wochen lang beschäftigt, und mir GEdanken darüber gemacht, wie ich es in meinem Unterricht effektiv einsetzen könnte. Sie dagegen warf mir vor: "Wahrscheinlich haben Sie sich dieses Thema einen Abend vor unserer Besprechung irgendwie aus den Fingern gesogen". Das tat richtig weh. Ich bin ein Mensch, der sich sehr für seine Arbeit einsetzt. Mit einem solchen Vorwurf mir gegenüber hat sie mich zutiefst verletzt. Vor allem leide ich darunter, dass sie von mir ein solch falsches Bild hat. Was habe ich ihr denn nur getant`?


    Ein weiterer Angriff ihrerseits war, als sie mich auf meine Schwitzhände ansprach. Ich leide seit meiner Kindheit unter diesem übermäßigen Schwitzen - eine Krankheit, die mir sehr zu schaffen macht. Mir ist es sehr unangenehm, andere Leute damit zu belästigen und so versuche ich immer, bei einer Begrüßung den Handkontakt zu vermeiden. Daraufhin ihr Kommentar: "Warum haben Sie eigentlich ständig nasse Hände? Sind sie so nervös, oder was?" Auch damit hat sie es geschafft, mir einen erneuten Stich zu geben.


    Meine Frage lautet nun: Was kann ich nur tun? Glaubt ihr, ich könnte zu einem anderen Fachleiter in einem anderen Seminar wechseln? Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
    Ich freue mich auf eure Anworten.
    Vielen Dank im Voraus.


    LG
    Lavendel82

    • Offizieller Beitrag

    Ich muss jetzt erstmal fragen: Was ist denn eigentlich ein Fachleiter? Entweder in Hessen und / oder den beruflichen Schulen gibt es sowas nicht. Bevor ich hier im Forum angekommen bin, habe ich das noch nie gehört.

  • @ Trantor:
    Fachtleiter ist ein Ausbilder für Referendare. Er / sie kommt für Stunden in die Schule und begutachtet den Unterricht. Es gibt normale Besuche und besondere. Letztere werden mit schriftlicher Ausarbeitung gemacht und haben - zumindest in NDS - noch mehr Betreuer aus dem Studienseminar nebst Mitglied der Schulleitung anbei.



    Grüße
    Raket-O-Katz

  • In NRW ist der Fachleiter der Ausbilder in einem Fach, z.B. Englisch. Man hat wöchentliche Seminarsitzungen, in denen die Didaktik des jeweiligen Faches behandelt wird und der Fachleiter kommt zu diversen, i.d.R. 5 Besuchen in die Schule, um sich Unterrichtsstunden anzugucken und schreibt auf dieser Basis zum Ende des Referendariats ein Gutachten und gibt eine Note.


    Meiner Erfahrung nach ist das Ref gerade von Seiten der Referendare erstaunlich emotional besetzt und viele Refs fallen in eine unreflektierte Schülerrolle.
    Im konkreten Fall fehlen mir noch ein paar Details, um einschätzen zu können, ob die Fachleiterin wirklich in die Kategorie "Machtspielchen" ausnutzen fällt oder nicht. Der Kommentar zu den Händen ist natürlich mindestens ungeschickt, hast du sie denn anschließend aufgeklärt? Ich würde zunächst mal davon ausgehen, dass es sich um zwei Erwachsene handelt und erst mal ein sachliches Gespräch suchen, bevor du weiterhin mit der möglicherweise völlig unbegründeten Meinung "die kann mich nicht leiden" rumläufst.
    Vielleicht hilft es dir, mal zu überlegen, wie es wäre, wenn ein Schüler dieses Problem mit dir hätte? Würdest du nicht wünschen, dass der Schüler zu dir käme, um mögliche Missverständnisse auszuräumen?


    Du bist ein erwachsener Mensch und solltest Probleme auch so angehen können. Erst danach kannst du entscheiden, ob du wirklich das Pech hast, an einen der unfähigen Ausbilder geraten zu sein. Und ich schließe definitiv nicht aus, dass es die gibt, gar keine Frage (mein Ref verlief auch beschissen genug, pardon my French). Aber ich glaube auch nicht, dass sie in der Häufigkeit vorkommen, wie es das Internet manchmal erscheinen lässt.


    Wieso musst du eigentlich bei ihr die Arbeit schreiben? Und konntest du sie nicht per Email erreichen? Was hast du denn auf ihren Kommentar (der natürlich schon heftig ist) gesagt?
    Wie gesagtm du bist ein erwachsener Mensch und da muss man sich auch nicht alles gefallen lassen. Zur Not führt man mal ein Gespräch mit der Seminarleitung oder einem Fachleiter des Vertrauens (ich hatte z.B. einen guten Hauptseminarleiter, an den ich mich wenden konnte).


    Und ansonsten empfehle ich, solche Aussagen. Dokumentieren, aber eben möglichst sachlich, dann ist man für den worst case für ein Gegengutachten gerüstet. Aber wie gesagt, möglichst sachlich. Es gibt einige Refs, die ein völlig unreflektiertes Verhalten an den Tag legen, dass sie bei ihren Schülern nie akzeptiert hätten. Damit will ich nicht unterstellen, dass das hier der Fall ist, dafür kenn ich weder dich noch deine Situation.


    Ansonsten: tief durchatmen, versuchen, die Situation von außen zu sehen, sich an den guten Dingen aufhalten (und sich bei de schlechten denken: nicht mehr lange...) und Kopf hoch!
    Und joggen odr Sport insgesamt (oder Musik machen oder so) hilft sehr beim Abschalten, damit man nicht ständig um so ein Problem kreist und dann gar nicht mehr da raus kommt.
    Manche Refs

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Erstmalig fiel mir ihre kalte Haltung mir gegenüber bei meinem 2. UB auf
    Das tat richtig weh. Ich bin ein Mensch, der sich sehr für seine Arbeit einsetzt. Mit einem solchen Vorwurf mir gegenüber hat sie mich zutiefst verletzt. Vor allem leide ich darunter, dass sie von mir ein solch falsches Bild hat. Was habe ich ihr denn nur getant`?
    Auch damit hat sie es geschafft, mir einen erneuten Stich zu geben.


    Ähnlich wie Katta rate ich dir auch, von der perönlichen auf die sachliche Ebene runterzuschalten. Die oben genannten Zitate gehen aber eher von einer emotionalen Betroffenheit aus.
    Versuche, mit ihr zu reden, so z.B. wegen der Hände (Ganz wichtig!!). Aber mache dich frei von dem Gedanken, dass sie dich persönlich nicht mag. Bleibe professionell genug, solche Überlegungen beiseite zu schieben, denn sie muss nicht deine liebste Freundin sein.

  • Hallo,


    ich weiß aus eigener Erfahrung und auch von Erzählungen anderer, dass Fachleiter in Nachgesprächen sehr kalt und hart sein können. Glücklicherweise weiß ich aber auch aus eigener Erfahrung, dass sie auch eine andere Seite haben können, wo sie sich als sehr verständnisvoll und hilfsbereit erweisen.t
    Ein UB dient niemals dazu zu loben, sondern es geht wirklich darum, jedes noch so kleine Haar in der Suppe zu finden. Das muss man sich klar machen. Meiner Kollegin wurde z.B. im 2. UB mitgeteilt, dass sie durch die Lehrprobe fällt, wenn sie den Fehler X in der Lehrprobe auch so macht. Das klingt einerseits hart und kann auch verletzend wirken, aber es ist auch eine klare, helfende Ansage.


    Versuch zu analysieren, ob es sich um "helfende Härte" handelt, oder ob die Fachleiterin auf persönlicher Ebene rumhackt. Wenn letzteres der Fall ist, würde ich das persönliche Gespräch mit ihr suchen und anhand von Beispielen erklären, wann und wie du dich unkorrekt behandelt fühlst. Vielleicht meint sie das gar nicht so und ihr ist das gar nicht bewusst. Evt. kannst du ihr bei dieser Gelegenheit ein bisschen Honig ums Maul schmieren und erklären, dass du die Examensarbeit bei ihr schreibst weil dir das Fach so am Herzen liegt und weil du dich eigentlich bei ihr ganz gut aufgehoben fühlst (man muss es ja nicht übertreiben und evt. ist ja auch etwas Wahrheit dabei... Klingt jedenfalls besser als wenn man sagt: Aus irgendwelchen äußeren Umständen muss ich ausgerechnet in dem Fach bei Ihnen schreiben o.ä.). Wenn das alles nicht hilft, kann man immer noch den Seminarleiter einschalten.


    Liebe Grüße und Kopf hoch!

  • Huhu,


    naja...auch wenn es keine große Hilfe sein wird: Sowas ist irgendwie immer schwierig. Ich habe selbst (stehe kurz vor der Prüfung) schon seit Beginn des Refs Probleme mit einer meiner FL. Und es ist absolut mies, wenn man das Gefühl hat, als etwas oder jemand abgestempelt zu werden, der man gar nicht ist - gerade in deinem Fall der Vorbereitung der Examensarbeit fällt man bei solchen Kommentaren ja fast vom Stuhl (und hat auf jeden Fall auch schon mal etwas wichtiges für den Lehrerberuf gelernt: Man sollte immer versuchen, seinen SuS immer offen und vorurteilsfrei begegnen und niemanden ungerechtfertigt und vorschnell in eine Schublade stecken - aber das mal nur am Rande).
    Leider sehen einen viele FL ja doch nur in gewissen Momentaufnahmen (Unterrichtsbesuch, Referat, Vorbereitung der Examensarbeit...), und oftmals bleiben da vielleicht eher die "negativen" Vorfälle oder Eigenschaften hängen; vielleicht sagt oder fragt man einmal was Falsches - und schwupps, Schublade zu (ist aber auch nur eine Vermutung). Hast du denn irgendwann einmal einen Anlass dazu gegeben, dass man so von dir denken könnte?
    Leider ist man gerade, wenn man eher sensibler Natur ist (so ließe sich das zumindest aus deinem Posting schätzen) oftmals auch nicht schlagfertig/rational genug die passende Antwort zu geben (hättest du bei dem Handschlag und der Frage nach der Nervosität ganz cool geantwortet, dass du keineswegs nervös bist, sondern dass dies eine Art chronische Krankheit ist, unter der du schon seit Jahren leidest, hätte sie vl auch gefühlt, als sei sie ins Fettnäpfchen gelatscht).


    Ich sehe hier allerdings auch mehrere Optionen:
    - ein ehrliches Gespräch mit der FL wäre tatsächlich eine Möglichkeit. Karten auf den Tisch, nette Ich-Botschaften...Konsequenzen können dabei aber natürlich weit variieren: vl reflektiert und überdenkt sie den Sachverhalt tatsächlich bemüht objektiv - vl lässt sich dann vieles aus der Welt räumen. Vl versteht sie deine Probleme aber auch gar nicht und meint, du schätzt die ganze Situation zu Unrecht fehl ein - wär natürlich denkbar schlecht, denn dann kommt zum Bild der nicht perfekten, schlampig vorbereitenden Reffin noch der Stempel von wegen nicht kritikfähig, beratungsresistent, nörgelnd etc. - leider ist das Ref ein stark hierarchisches Abhängigkeitsverhältnis (ich habe im Übrigen den Weg der offenen Ansprache versucht, bin aber schon im Anlauf daran gescheitert, dass meine FL meine Probleme nicht verstehen will bzw. tatsächlich nicht verstehen kann, da es in "ihrer" Welt - und der, in die sich auch meine Mitreffis so gerne einfügen - gar nicht gibt. Also zurück zum Status Quo).
    - mit der Situatuion irgendwie arrangieren, wenn es sein muss, auch eine schlechtere Bewertung in Kauf nehmen; Durchatmen, Bewegen, Kopf frei pusten und sich selbstbewusst damit abfinden, im Leben diesbezüglich halt mal die A*****karte gezogen zu haben. Und freuen, dass du die Frau nach dem Ref NIE WIEDER sehen musst.
    - Den Weg zu höheren bzw. anderen Instanzen würde ich nur im Notfall suchen; bzw. vl ließe sich mit deinem HS oder so über die Sache reden, um mal einen anderen Eindruck einzuholen (DAS habe ich übrigens gemacht und es hat - obwohl es an der Situation nichts bis wenig geändert hat - dennoch gut getan). Wirklich höhere Instanzen würde ich aber - glaube ich - erst bei "gravierenderen" bzw. besser feststellbaren Problemen gehen. Das System ist dahingehend einfach schlecht.


    Nicht verzweifeln!


    Liebe Grüße!

  • Gib Bitte Dein Bundesland an (nur dann kann man sinnvoll was sagen).


    Wenn NRW: an einer FL allein kann kein Referendariat scheitern (okay, sie kann Dir ne 5 geben, dann machste halt in der UPP ne 3)
    Von Aussprachen mit Ihr würde ich Dir eher abraten - gut ist der Tipp, Dich an den Hauptseminarleiter (vorsichtig, sachlich und völlig unemotional!) zu wenden (das setzt natürlich ein einigermaßen gutes Verhältnis zu ihm voraus.


    Seminar wechseln geht nur aus schwerwiegenden Gründen (nicht klarzukommen mit einem FL gehört nicht dazu) - Du wirst mit der Situation wohl weiter leben müssen. und denk dran: mehr als eine 5 geben kann sie Dir nicht - und in NRW ist die 2. Staatsexamensarbeit fast bedeutungslos (nur 10% der Gesamtnote - wegen einer 5 dort fällt keiner durch)

  • Das ist schrecklich, wenn man so eine Fachleiterin erwischt. Ich kann dir jetzt nicht direkt sagen was du tun sollst...Ich hoffe mal, dass sich die Sache in der Zwischenzeit erledigt hat??? Das hoffe ich sehr für dich.

  • Ich denke, wenn man so ist wie die o.g. Fachleiterin, müssen etliche Defizite und Frustrationen im zwischenmenschlichen Bereich vorliegen. 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    Einmal editiert, zuletzt von Elternschreck ()

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