Lehramt Religion - Konvertieren möglich?

  • Hallo zusammen!
    Ich hoffe, diese Kategorie ist passend. Ich bin derzeit Schülerin in Baden-Württemberg, im Wintersemester will ich aber anfangen zu studieren. Ich möchte Grundschullehrerin werden und auf jeden Fall Religionslehre als Hauptfach. Ich komme aus sehr gläubigen Elternhaus, gehöre aber keiner der beiden Landeskirchen an, sondern einer freien Gemeinde (mit evangelischem Glaubensbekenntnis und trinitarischer Taufe). Ich werde also so oder so einer der beiden Kirchen beitreten müssen. Ich dachte zuerst an die Evangelische Kirche, da meine jetzige Gemeinde theologisch dieser näher liegt. Ich habe die letzten Monate allerdings sehr intensiv über den Glauben nachgedacht und habe mich innerlich sehr dem katholischen Glauben angenähert. Sein Glaubensbekenntnis zu wechseln ist ja schon so ein großer Schritt. Jetzt kommt aber noch dazu, dass ich mich entscheiden muss, ob ich katholische oder evangelische Religionslehre studieren will. Ich kann mich aber nicht so schnell entscheiden. Ich habe mich informiert, dass man auf der PH Ludwigsburg problemlos noch während dem Studium die Konfession wechseln kann.


    Aber was ist nach dem Studium, wenn ich schon unterrichte und dann noch einmal zurück konvertieren möchte (egal in welche Richtung)? Ist das sehr problematisch? Was muss ich tun, um die Lehrerlaubnis für die andere Konfession zu bekommen? Muss ich nochmal studieren oder kann man sich einfach umschulen lassen? Wenn man sich umschulen lassen kann, wie viel Zeit wird dieser Wechsel dann brauchen? Ich mache mir wirklich Sorgen. Weil Religion ist meine absolute Leidenschaft und das Fach, das ich zu unterrichten mich am meisten drauf freue. Es wäre echt schade, wenn es später zu Komplikationen kommen würde.
    Hat irgendjemand von euch Erfahrungen auf diesem Gebiet?


    Liebe Grüße,
    Asenat

  • Zum eigentlichen Thema kann ich nichts beitragen, weiß aber von einer befreundeten Religionslehrerin, dass es im Studium nicht wenige gab, die ihr Studium abgebrochen haben, weil es eben nicht daraus besteht, seinen Glauben zu leben, sondern weil eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Thema immer auch Kritik bedeutet.
    Ich stimme primarballerina zu.

  • Hallo Asenat,


    deine Prämisse "Ich werde also so oder so einer der beiden Kirchen beitreten müssen." ist falsch.


    Ich zitiere mal aus Wikipedia zum Religionsunterricht in Deutschland: "Auch erteilen Lehrer, die einer Freikirche angehören, an vielen Schulen evangelischen Religionsunterricht."


    Außerdem kenne ich eine evangelische Religionslehrerin persönlich, die der EMK angehört.


    Gruss
    Nitram


    Nachtrag (über die Aktualität bin ich mir nicht im klaren):
    785. Vereinbarung über die Erteilung des Unterrichtsfachs Evang. Religionslehre durch die Mitglieder einer Freikirche und über die Teilnahme von Schülern, die einer Freikirche angehören, am evangelischen Religionsunterricht Inkraftgetreten am 1. Januar 1984

    Einmal editiert, zuletzt von Nitram () aus folgendem Grund: Nachtrag

    • Offizieller Beitrag

    ich verstehe nicht ganz, warum du davon ausgehst, mehrfach hin- und herswitchen zu wollen den Konfessionen.
    Wenn du sicher bist, dass dir das Protestantentum zusagt, dass du das Typische glaubst und damit gut leben kannst (von den ganzen theologischen Feinheiten will ich gar nicht reden, die sind eh marginal), wenn du dich dort zu hause fühlst, dann trittst du z.B. einer lutherischen Landeskirche bei.
    Wenn du dich ein bisschen im Katholizismus auskennst, davon fasziniert bist, das meiste davon eh deiner Glaubensansicht entspricht und dich darin zu Hause fühlst, dann trittst du dort bei.
    Wichtig finde ich, dass man sich mehr als nur ein bisschen auskennt und genau in sich hineinhorcht, welche Richtung der eigenen eigenen Überzeugung am meisten entspricht. Mehr noch: in welcher Richtung du dich wohlfühlst. bei wem du gerne dazugehören möchtest.


    Normalerweise wechselt man ja eine Kofession nicht wie ein Unterhemd. Das sollte im besten Fall auch was mit Überzeugung zu tun haben.
    Als trinitarisch Getaufte wirst du nicht mehr "umgetauft" werden müssen. Wenn du katholisch werden willst, müsstest du gefirmt werden.
    Bist du zur Konfirmation gegangen? Da kommt es sehr auf die Glaubensgemeinschaft an, ob die Konfirmation von der angestrebten Konfession anerkannt wird.


    Wie das nun im Schuldienst aussieht, kann ich dir nicht genau sagen. Du brauchst auf jeden Fall eine vocatio (evangelisch) oder eine missio (katholisch).
    Ich glaube kaum, dass man da so locker hin und herwechseln kann.

  • Also ich kenne mich mit dem Dasein als Religionslehrer ja kaum aus, möchte aber mal ganz praktische Dinge einwerfen:


    Ich einigen Forenbeiträgen und auch an meiner Schule habe ich mitbekommen wie streng die katholische Kirche ist in Bezug auf die Lebensumstände der Lehrer. Unverheiratetes zusamnenleben ist undenkbar und kann scheinbar zum Verlust der Lehrerlaubnis führen. Auch Scheidungen sind kritisch.


    Da würde ich aus rein praktischen Überlegungen schon eher zum evangelischen Lehramt tendieren. Vor allem, wenn du dem eh eher nahe stehst.

    Sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch. (DpB):aufgepasst:

  • Hast du dich mal bei der Studienberatung schon erkundigt? Vielleicht reicht ja eine Mitgliedschaft in einer Kirche, die offiziell zu ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) gehört. Wenn deine Gemeinde nicht mit zu ACK dazu zählt, dann musst du schon klassisch evangelisch oder katholisch werden.


    Jedoch solltest du nicht Religionsunterricht mit missionieren verwechseln, falls das dein Ansatz sein sollte.


    Ein Wechsel von katholisch zu evangelisch oder umgekehrt, sollte man nur einmal im Leben machen. Wahrscheinlich würdest du damit deine Lehrbefähigung verlieren.

  • Ich kenne zwei Grundschullehrerinnen, die einer Freikirche angehören und die Vocatio der für den evangelischen Religionsunterricht bekommen haben und somit in der Schule evang. Religion unterrichten.

Werbung