Liebe GrundschullehrerInnen, Ihre Erfahrung ist gefragt!

  • Liebe GrundschullehrerInnen, Ihre Erfahrung ist gefragt!

    Liebe Grundschullehrerinnen, liebe Grundschullehrer,

    Kinder mit ADHS stellen für den Unterricht eine besondere Herausforderung dar. Studien zeigen, dass ein dringender Bedarf an evidenzbasierten und möglichst einfach umsetzbaren Programmen zur Unterstützung von Lehrkräften im Umgang mit Kindern mit ADHS besteht.

    Im Rahmen meiner Masterarbeit am Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie der Philipps-Universität Marburg bin ich daran interessiert, Erfahrungen von GrundschullehrerInnen diesbezüglich zu erfassen: Wie gehen Sie im Unterricht mit bestimmten Verhaltensweisen der Kinder um? Welche Strategien haben Sie, wenn es mal schwierig wird? Was halten Sie für sinnvoll?

    Mein Ziel ist es, möglichst viele Erfahrungen aus dem Alltag von Ihnen als Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern zu sammeln, um anschließend für konkrete Situationen Strategien empfehlen zu können, die sich in der Praxis als praktikabel und i.d.R. erfolgreich erwiesen haben.

    Ich freue mich, wenn auch Sie sich 15-20 Minuten Zeit nehmen und Ihre Erfahrungen mit mir teilen! Da ich mir des Zeitaufwands bewusst bin, möchte ich mich bei Ihnen für Ihre Teilnahme bedanken, indem sie am Ende der Befragung die Möglichkeit haben, an einer Verlosung teilzunehmen. Mit etwas Glück können Sie einen von vier Amazon-Gutscheinen im Wert von je 25€ gewinnen.

    Über den folgenden Link gelangen Sie zur Umfrage:

    https://www.soscisurvey.de/ADHS_im_Unterricht/


    Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!
  • Liebe Babea, das ist sicherlich ein wichtiges Thema und ich finde es auch gut und richtig zu erfragen, wie es in der Realität läuft. Auch die geschilderten Situationen beschreiben grundsätzlich gut, was man mit einem AD(H)S Kind alles "erleben" kann. Ich habe trotzdem abgebrochen, weil es mir einfach zu zeitaufwändig war, ich hätte schon bei der Beantwortung der ersten Seite deutlich mehr als die veranschlagten 20 Minuten benötigt (und wusste nicht wieviel danach noch kommt). Bei einigen der Fragen ist es ja nicht mit einer einfachen Antwort getan, ich hätte oft anfangen müssen mit "kommt drauf an..." und dann doch länger formulieren müssen. Auch ist die realsitische Umsetzung an sich sinnvoller Maßnahmen ja immer sehr abhängig von den äußeren Gegebenheiten. Wenn ich nur ein ADHS-Kind in der Klasse habe und die übrigen Kinder sind ruhig und pflegeleicht, kann ich natürlich ganz anders auf das Kind eingehen und habe damit sicherlich mehr Erfolg, als wenn ich derer 3 da sitzen habe plus etlichen anderen Kindern die auch eine 1:1 Betreuung benötigen würden (so wie in meiner vorletzten Klasse der Fall). Nach meiner Erfahrung brauchen ADHS Kinder ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und eine gesunde Mischung aus klaren Ansagen und Konsequenzen einerseits und Lob, Bestärkung und individuelle Absprachen und Lösungswege andererseits. Beides benötigt Ruhe und Zeit und daran scheitert es dann oft...
  • Hallo icke,
    vielen Dank für deine Rückmeldung! Ich kann deine Punkte sehr gut nachvollziehen. Die erste Seite ist tatsächlich die aufwendigste im ganzen Fragebogen. Die folgenden sind nur noch "Klickarbeit".
    Die Herangehensweise an diese Thematik ist noch neu und daher soll zu Beginn ein Überblick über die bisherige Situation entstehen. Es stimmt natürlich, dass die jeweiligen Maßnahmen immer von den äußeren Gegebenheiten abhängig sind. Die Formulierungen in den Instruktionen sind daher eher allgemein gewählt, damit man sich den jeweilig erlebten "Durchschnitt" vorstellen kann. Dass dabei nicht alle Informationen zu spezifischen Situationen aufgefangen werden können, ist mir bewusst, doch Ziel dieses Fragebogens (der den ersten Schritt im gesamten Projekt darstellt) ist es eine gewisse Tendenz der gewählten Maßnahmen in der jeweiligen Situation zu erhalten.

    Ich bin sehr dankbar, wenn du doch noch die Zeit findest, den Fragebogen auszufüllen, denn dein Kommentar bietet bereits eine sehr differenzierte und wertvolle Ansicht. Es ist auch kein Problem, wenn die Antworten aus Stichwortsätzen bestehen.

    Ich freue mich sehr, wenn sich, trotz der ersten etwas schreibaufwendigen Seite, noch weitere Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer finden, die ihre Erfahrungen mit mir teilen! Ihre Angaben stellen in jedem Fall einen wichtigen Beitrag in dem noch jungen Forschungsfeld dar.

    Vielen Dank auch an diejenigen, die sich die Zeit genommen und den Fragebogen bereits abgeschlossen haben!
  • Babea schrieb:

    Die erste Seite ist tatsächlich die aufwendigste im ganzen Fragebogen. Die folgenden sind nur noch "Klickarbeit".
    Na, wenn das so ist... dann setz ich mich am Wochenende vielleicht nochmal dran. Dazu noch eine Rückfrage: soll man sich bei der Beantwortung einen ganz konkreten Schüler vorstellen oder geht es um "den Durchschnit" (wie du ja oben schreibst). Letzteres finde ich insofern schwierig, weil ja auch ADHS Kinder sehr unterschiedlich sein können und auf unterschiedliche Maßnahmen ansprechen oder eben auch nicht. Ein ganz wesentlicher Faktor ist dabei auch, ob das Kind medikamentös behandelt wird oder nicht. Davon hängt der Erfolg der getroffenen Maßnahmen (leider) auch entscheidend ab. Ich hatte z.B. mal einen Jungen, der als er in die Klasse kam gut medikamentös eingestellt war (wach, aufmerksam, freundlich) und nur wenig Unterstützung benötigte. Dann hat die Mutter die Medikamente von heute auf morgen weggelassen und das Kind reagierte auf gar nichts mehr (war de facto nicht mehr beschulbar...) .
  • Ja, man sitzt schon eine Weile an dem Fragebogen. Ist aber ganz interessant, mal wieder seine eigenen Vorgehensweisen zu überdenken, finde ich.

    Interessanter noch fände ich, wenn sich eine Studie ernsthaft mit den Entstehungsbedingungen von Hibbeligkeit, Unkonzentriertheit, chaotischem Lösungsstil und Nichtabwartenkönnen beschäftigt und somit auch mit Lösungsansätzen. Dass das Sammelsurium von Symptomen einen einheitlichen Namen und ein passendes Medikament erhalten hat, wird den zugrundeliegenden Problemen leider nicht gerecht. Smileysammelsysteme können mal kurzfristig Entspannung bringen, das eigentliche Problem bewegen sie nicht.

    Mach das doch mal, geehrte Babea, frag mal betroffene Eltern anonym und ehrlich nach Bindungsmustern in ihrer Herkunftsfamilie und zu ihrem eigenen Kind mit ADHS-Symptomen. Und nach der Ernsthaftigkeit, mit der sie gemeinsam mit ihrem Kind eine Therapie machen, wenn Ritalin verordnet wurde. Ich kaufe dir dann das erste Exemplar deiner Veröffentlichung ab :)
  • icke schrieb:

    Ich hatte z.B. mal einen Jungen, der als er in die Klasse kam gut medikamentös eingestellt war (wach, aufmerksam, freundlich) und nur wenig Unterstützung benötigte. Dann hat die Mutter die Medikamente von heute auf morgen weggelassen und das Kind reagierte auf gar nichts mehr (war de facto nicht mehr beschulbar...) .
    Gruselig auch umgekehrt: Zuzuschauen, wie ein extrem verhaltensauffälliges Kind von einem Tag auf den anderen ein neuer Mensch wird, wenn es Ritalin erhält. Nur an den krankmachenden Bedingungen rundherum ändert sich nichts.
  • Ich hatte auf der ersten Seite die gleichen Probleme. Ich habe den Zeitaufwand in Kauf genommen und mir am Anfang immer alle ADHS-Kinder vor Auge geführt, die ich in den letzten Jahren hatte. Das konnte ich nicht durchhalten, dann hätte ich ewig gebraucht. Also habe ich irgendwann zu einem konkreten Schüler gewechselt.
  • icke schrieb:

    Dazu noch eine Rückfrage: soll man sich bei der Beantwortung einen ganz konkreten Schüler vorstellen oder geht es um "den Durchschnit" (wie du ja oben schreibst).
    Ich habe die Formulierung auch hier möglichst allgemein gehalten, damit man sich den jeweilig erlebten "Durchschnitt" vorstellen kann. Allerdings verstehe ich, dass das nicht unbedingt möglich ist, weil ADHS-Kinder, wie du auch sagst, sehr unterschiedlich sein können. Vielleicht gibt es eine Mehrheit der Fälle, wie du reagierst? Wenn nicht ist es aber auch völlig in Ordnung, wenn man sich einen konkreten Schüler vorstellt.