Warum A15 für mich KEIN Karriereziel mehr ist

  • Nein, nur an einem Tag. Ich fange nur 1x um 8 Uhr an, sonst immer später. Aber belastend ist dieser Stundenplan trotzdem, weil ich ja in dieser 1 Stunde morgens dann auch nicht so viel schaffe, da hätte ich lieber früher Schluss.

  • Bolzbold, in deinem letzten Posting habe ich mich in vielen Teilen wieder erkannt. (Zitierfunktion geht bei mir gerade nicht.)
    Ich bin seit einigen Wochen auf A15, nachdem ich schon seit einigen Jahren die entsprechende Funktion habe. Gefreut habe ich mich sehr über die Beförderung, die mir mein Schulleiter an meinem Geburtstag verkündete, aber mir war auch klar, dass ich damit das Ende meiner persönlichen Karriereleiter erreicht habe und die nächsten 20 Jahre bis zu meiner Pensionierung keine weiteren Ziele mehr habe, die ich beruflich erreichen möchte. (Schulleitung möchte ich definitiv nicht.) Der Weg zum Lehramt ging auch über mehrere Schlenker und Umwege, doch in den 17 Jahren, die ich nun als Lehrer tätig bin, ging es überraschend geradlinig. Ich war ursprünglich als Naturwissenschaftler in der Forschung, dort sehr unglücklich und dachte sehr fest ans Lehramt, hatte aber Bedenken, das Zweitstudium aufzunehmen. Als ich beim früheren Betreuer meiner Diplomarbeit in der Studienveratung saß, meinte er damals: "Wenn Sie mein Sohn wären, würde ich Ihnen den Rat geben auf Lehramt zu wechseln." Der Satz gab mir damals den Mut zum Wechsel und es war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich merke, dass ich gerade vom Thema abkomme.
    Worauf ich noch hinauswollte: Die Schule hätte ich für den A15-Posten auch nicht wechseln wollen. Als wir vor einigen Jahren überraschend Seminarschule wurden, bewarb ich mich um eine der neu entstandenen Funktionsstellen als Seminarlehrer und hatte damit Erfolg. Wie bei dir, Bolzbold, haben wir ein harmonisches Kollegium ohne Grabenkämpfe und ich fand es gestern wunderschön, als im Lehrerzimmer bei vielen Kollegen auf den Plätzen kleine Päckchen mit Weihnachtsgeschenken gelegen sind. Nette Anekdote nebenbei: Kollege kommt herein und sieht auf dem Platz eines anderen Kollegen ein Geschenk liegen. "Hat XY Geburtstag?" Kollegin antwortet trocken: "Nein, aber morgen ist Weihnachten." Kurze Stille, dann allgemeiner Lachflash im Lehrerzimmer.


    In diesem Sinne frohe Weihnachten!


    Sarek

    • Offizieller Beitrag

    Danke für die Teilhabe an Deinen Erfahrungen.
    Der entscheidende Unterschied zwischen uns ist, dass Du die Tätigkeit bereits übernommen hattest und die A15 damit im Grunde eine absehbare Folge war - und sie stand Dir ja auch zu.
    Bei mir ist es ja anders. Ich müsste erst einmal von der Schulleitung eine solche Tätigkeit angetragen bekommen. Da bei uns aber die Kollegen in der Regel A15 wurden und immer noch werden, die entweder gar kein Korrekturfach haben oder maximal Mathematik, ist das Ganze ohnehin so eine Sache. Ich kann nicht und ich will nicht so viel mehr Zeit für die Schule aufwenden, weil ich bereits unter anderem durch Englisch schon genug Arbeit an der Backe habe. Ich bin einer von zwei Vollzeitenglischkollegen. Die anderen sind allesamt Teilzeit (und weiblich). Die KollegInnen mit zwei Korrekturfächern sind in der Regel die letzten, die befördert werden - wenn überhaupt. Die haben ganz oft schlichtweg keine Zeit für die Vorbereitung auf die Revision und kommen aus dem Korrigieren nicht mehr raus.


    Ich war lange Zeit mit mir nicht im Reinen, was die Funktionsstelle angeht. Ich hoffe nur, dass meine SL nicht im kommenden Jahr die freiwerdende A15, sofern sie neu ausgeschrieben werden darf, mit einer Tätigkeit versieht, die ich gerade weitgehend mache. Die unerwartet frei werdende Unterstufenkoordination habe ich nämlich dankend abgelehnt bzw. meine Kollegin ermuntert sich zu bewerben.

  • Ich reihe mich in den Reigen der Gratulanten und Danksager ein und bin froh, diesen Thread gelesen zu haben.


    Letztlich bestätigen hier getätigte Aussagen meine Wahrnehmungen aus den zugegebenermaßen wenigen Refmonaten, die ich erlebt habe.


    Insofern formiert sich mittlerweile doch ein sehr sehr klares Bild wie ich in Zukunft verfahren werde.


    DANKE @Bolzbold und auch @Schantalle und auch @Piksieben (Ich weiß, falscher Thread, aber es ist nie falsch einmal zu oft danke gesagt zu haben) :victory:

  • A15 bedeutet viel Zeit in der Schule, eine Partnerin, die das voll und ganz mitträgt und benötigt ein familiäres Backing, damit in Stressphasen auch das eine oder ander einmal abgefangen werden kann.

    Es scheint hier große Unterschiede zwischen den Schularten, Bundesländern und der Wertigkeit von "Präsenz an sich" zu geben. Ich arbeite als stellv. Schulleiter mit A15 (nach einigen Jahren der Einarbeitung) stundenmäßig während der Schulzeit nicht mehr als vorher als "normaler" Lehrer mit einem Korrekturfach (und zahlreichen Zusatzaufgaben wie Systembetreuer, Homepagebetreuer, Zweitprüfer an der Uni, Lehrplankommission, Wahlfächer, etc.). In den Ferien habe ich i.d.R. sogar mehr freie Zeit als vorher, weil erheblich weniger Korrekturen anstehen. Was klar gestiegen ist, ist die Verantwortung und die Konsequenzen von Fehlentscheidungen (z.B. bei Personalfragen). Außerdem kostet es sehr viel Kraft, mit den Emotionen umzugehen, die von allen Seiten (Schüler, Eltern, Lehrkräfte) an einen herangetragen werden und die Verwaltungsarbeit, die von oben eingefordert wird, kann auch sehr nervtötend sein.


    Dennoch kann ich in einer normalen Woche an drei Tagen um 14 Uhr nach Hause gehen (und natürlich dort einen Teil meiner Arbeit zu selbstbestimmter Zeit erledigen). In Summe bin ich durch das weniger an Unterricht sogar freier in meiner Zeiteinteilung; z.B. kann man sich viel leichter mal einen Arzttermin auf den Vormittag legen in die Zeit, in der eh kein Unterricht ist.


    Was mir tatsächlich sehr geholfen hat - und was damit auch mein Rat wäre an andere, die so einen Weg gehen -, war die Entscheidung, viele Aufgaben, die mir zwar Freude bereitet haben, die aber doch auch erheblich mehr Zeit in Anspruch genommen haben als es Ausgleich dafür gab (z.B. Systembetreuung), relativ bald nach der Beförderung in die A15-Funktion abzugeben (geht natürlich nur, wenn die Funktion nichts mit der Beförderung zu tun hat). So wird einerseits wieder ein Bewährungsfeld für andere KollegInnen frei, außerdem spart man halt viel Zeit.


    Was einem klar sein muss: Der Wechsel in die Schulleitung bringt einen völlig anderen Beruf mit sich; das ist nicht allen von vornherein so klar...

    • Offizieller Beitrag

    Ich sehe, was die beiden jungen A15(Z)ler an Zeit in der Schule verbringen. Machen wir uns nichts vor - das ist hier bei uns definitiv mehr als A14er - wenn wir die DKFLs einmal außen vor lassen. (Aber die schaffen erst nach Jahren die A14 und schon gar nicht die A15, weil sie gar keine Zeit haben vor lauter Korrigieren...)

  • Hi,


    ich hänge mich mal an den Thread, da ich vor einer ähnlichen Entscheidung stehe. Bei uns findet allerdings in den nächsten 3 Jahren ein Komplettwechsel der Schulleitung, TAs, etc. an.


    Daher meine Frage:
    Wenn man den Posten des Schulleiters / Stellvertreters übernimmt, gibt es die Möglichkeit von diesem Posten auch wieder zurück zu treten? Ich habe unterschiedliche Meinungen dazu gehört / gelesen, allerdings im Gesetzt noch nichts dazu gefunden.

    • Offizieller Beitrag

    Rückernennungen sind möglich. Muss man beantragen, ist personalrätlich mitbestimmungspflichtig "Übertragung eines höher- oder niedriger bewerteten Amtes" in den meisten PVGs .

  • Ah, vielen Dank für die Antwort.


    eine Frage hätte ich noch:


    Unser Didaktischer Leiter hat sich damals beschwert, dass die Übernahme der Stelle, und die damit verbundenen Aufgaben, sofort nach Ernennung von statten ging, er jedoch das erste Jahr sein ganz normales Gehalt weiter erhält und die Bezüge, die der Stelle entsprechen, erst nach Ablauf des Jahres erhält. Ist dies die Regel? Wenn ja, wo sind die dazugehörigen Gesetze?


    Ich würde mir schon ausgebeutet vorkommen, wenn ich eine höherwertige Aufgabe übernehme, diese aber gleich vergütet wird (wenn auch nur für ein Jahr).

  • In NRW gibt es eine 9-monatige Probezeit. In dieser erhält man noch seine A14 Bezüge, erfüllt aber schon seine A15-Aufgaben.


    Mal wieder Geld gespart.

    • Offizieller Beitrag

    Das steht in den jeweiligen Laufbahnverordnungen und Funktionsstellenbesetzungserlassen der BL.


    Zuerst wird man beauftragt, die Aufgabe auszuführen - es folgt eine Probezeit von 6 Monaten bis 3 Jahren (bei einer Bewerbung auf eine 2 Gehaltsstufen höhere Stelle mit Zwischenbeförderung nach c.a. 2 Jahren), dann folgt, bei festgestellter Bewährung, die gehaltswirksame Beförderung.

    • Offizieller Beitrag

    So, nach längerer Zeit mal ein Update.


    Mein Schulleiter hat mir im letzten sozusagen inoffiziellen Personalentwicklungsgespräch eine A15 in Aussicht gestellt, deren Stellvertretung ebenfalls diesbezügliche Ambitionen hat und obendrein weiblich ist.
    Als ich ihm meine Bedenken hinsichtlich eines Erfolgs einer Bewerbung meinerseits schilderte, weil ich mit drei Kindern nicht einmal ansatzweise über die zeitlichen und mentalen Resourcen verfüge, die die unverheiratete und kinderlose Kollegin hat, nahm er dies zur Kenntnis, gab aber vor, es handle sich um ein offenes, faires Verfahren.
    Nach mehrwöchiger Erkrankung haben mein Schulleiter und ich noch einmal darüber geredet und ich habe ihm gesagt, dass ich mich aufgrund zu geringer Erfolgschancen und meiner aktuellen gesundheitlichen Situation nicht bewerben werde.


    Gestern erfuhr ich, dass mein Schulleiter auf einem Elternabend besagte Kollegin offiziell als Nachfolgerin des aktuellen A15ers vorgestellt hat. Soviel zum Thema "offenes Verfahren". Ungeachtet der Tatsache, dass ich mich selbst aus dem Rennen genommen habe, hätte es aber womöglich noch den einen oder anderen internen Interessenten gegeben - von externen Bewerbern einmal ganz abgesehen. Da die A15-Stelle zudem erst in zwei oder drei Jahren frei wird, kann man daran sehr schön erkennen, wie die Schulleitung ihre Fäden spinnt und es - allerdings nicht mehr in meinem Fall - schafft, ambitionierte KollegInnen immer mehr Aufgaben zuzuschustern mit der letztlich diffusen Aussicht auf eine Koordinatorenstelle.


    Das ist nicht zwingend verwerflich, es ist lediglich Teil dessen, was ich als "das Spiel" im "Karriereumfeld" Schule bezeichne. Die Regeln stellt die Schulleitung auf und es ist nahezu unmöglich, dieses Spiel nach eigenen Regeln zu spielen. Nun haben wir bei uns an der Schule keine "Kampfbewerbungen", d.h. der dezidierter Nachfolger hat im Bewerbungsverfahren keine internen Konkurrenten. Was das aber für die anderen geködertern KollegInnen bedeutet, die sich letztlich tierisch verarscht vorkommen müssen, kann man sich denken. Und solange immer genug ambitionierte A13er und A14er im Kollegium sind, kann die Schulleitung dieses Spiel nach ihren Regeln weiterspielen.


    Ich bin raus aus der Nummer.

  • Ist dann in anderen Bundesländern wohl anders ... hier muss jede Stelle ausgeschrieben werden. Der Personalrat wird über alle Bewerber und die Gedankengänge der SL bzgl. der Besetzung informiert und kann seine Sichtweise darlegen, sogar einen Widerspruch an den HPR schreiben (der wohl nicht viel bringt, aber dennoch).


    Besonders sind Stellen, die nicht nur schulintern besetzt werden (Fachbetreuer, Oberstufenkoordinatoren), sondern bayernweit ausgeschrieben werden (Seminarlehrer, Stellvertreter Schulleiter). Da entscheidet dann das Ministerium und da hat wohl niemand so richtig Einblick, wie das geht.


    Ich bin übrigens jetzt der "Versuchung" erlegen und habe mich auf eine Stelle beworben ... die einzige, die mich wirklich interessiert. Ich denke nicht, dass ich große Chancen habe, aber versuchen will ich es einfach mal, weil es wirklich eine Tätigkeit ist, die mich reizt, die für mich nahe liegt und wo "mehr Arbeit" nicht ganz so schlimm ist (weil's mich eben interessiert). Mal sehen.

  • Gestern erfuhr ich, dass mein Schulleiter auf einem Elternabend besagte Kollegin offiziell als Nachfolgerin des aktuellen A15ers vorgestellt hat. Soviel zum Thema "offenes Verfahren". Ungeachtet der Tatsache, dass ich mich selbst aus dem Rennen genommen habe, hätte es aber womöglich noch den einen oder anderen internen Interessenten gegeben - von externen Bewerbern einmal ganz abgesehen. Da die A15-Stelle zudem erst in zwei oder drei Jahren frei wird, kann man daran sehr schön erkennen, wie die Schulleitung ihre Fäden spinnt und es - allerdings nicht mehr in meinem Fall - schafft, ambitionierte KollegInnen immer mehr Aufgaben zuzuschustern mit der letztlich diffusen Aussicht auf eine Koordinatorenstelle.

    Ich habe so ein "Spielchen" schon zweimal als Beobachter miterlebt. Und zweimal fühlte sich der gehandelte Kollege sicher, diese Stelle zu bekommen, inklusive natürlich dem entsprechendem sehr sehr hohem Engagement. Und es ist diese beiden Malel schief gegangen, weil die beiden Stellen gegen den Willen des Schulleiters mit anderen Menschen besetzt wurden (und zwar von Lehrkräften, die von außerhalb kamen). Fatal und völlig demotivierend für die Kollegen, die aus allen Wolken fielen und sich zu Recht ver...... fühlten. Enttäuschung pur und in dem einen Fall war es so, dass tatsächlich so eine persönliche Verletztheit bestand, dass das Verhältnis zu verschiedenen Personen gestört war, der Kollege schlechte Stimmung verbreitete und letztendlich versetzt wurde.

    Sei immer du selbst! Außer, du kannst ein Einhorn sein - dann sei ein Einhorn! :verliebt:

  • Und es ist diese beiden Malel schief gegangen, weil die beiden Stellen gegen den Willen des Schulleiters mit anderen Menschen besetzt wurden (und zwar von Lehrkräften, die von außerhalb kamen).

    A15-Besetzungen, also nicht die stellvertretende Schulleitung, von außerhalb gegen den Willen der Schulleitung? Hört sich... seltsam an.


    Nele

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