Pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum

  • Hallo,


    bald beginnt mein pädagogisch-didaktisches Schulpraktikum. Da ich mich noch sehr unsicher fühle, was wohl auf mich zukommt, würde ich mich freuen, ein paar Erfahrungen und Tipps zu bekommen.


    Wie läuft das ab? Bekommt man einen Stundenplan erstellt, oder muss man vor jeder Stunde, in der man hospitiert, einen Lehrer fragen, ob man mitkommen darf?


    Sollte man eher selber die Lehrer fragen, ob man selbst mal unterrichten darf, oder wird einem das angeboten?


    Sollte man im Unterricht von sich aus Engagement zeigen und z.B. bei Gruppenarbeit herumgehen und helfen, oder wäre es eher respektlos, sich ungefragt in den Unterricht einzumischen?


    Was sollte man bei ersten eigenen Unterrichtsversuchen (ich bin erst im dritten Semester und habe noch so gut wie keinen pädagogischen Kenntnisse aus dem Studium) besonders beachten?


    Wie verhalte ich mich am besten im Lehrerzimmer? Ich glaube, dass mir das eher unangenehm ist, plötzlich im Lehrerzimmer zu sitzen.


    Fände es super, wenn ihr mir ein paar Erfahrungen und Tipps mitgeben könntet!!


    Danke im Voraus


    Komet

  • Vielleicht solltest du damit beginnen, dich gedanklich nicht unwohl zu fühlen, wenn du im Lehrerzimmer sitzt. Der Rollenwechsel ist für viele immer schwierig. Einfach nach einem Platz fragen, sich den Nachbarn vorstellen und versuchen, zu entspannen. Für Lehrer ist es i.d.R. nicht so spektakulär, wenn da plötzlich jemand Neues im Lehrerzimmer hockt. Wir haben auch oft Praktikanten, die bekommen einen eigenen Stundenplan und gehen dann mit den verschiedenen Lehrern mit. Und für mich wäre es selbstverständlich, dass der Praktikant/die Praktikantin mit der jeweiligen Lehrkraft abspricht, wer welche Erwartungen hat und was für den anderen okay ist und was nicht. Also einfach nett vorstellen und sobald Zeit ist, das Gespräch suchen. Bei uns besprechen das die Lehrkräfte in der Regel von sich aus mit den Praktikanten. Und nicht alles auf einmal abklären wollen, vielleicht erst einmal fragen, ob es gewünscht ist, Schüler zu unterstützen.

    Sei immer du selbst! Außer, du kannst ein Einhorn sein - dann sei ein Einhorn! :verliebt:

  • Mach dir mal keinen Kopf. Bei uns hat jeder Praktikant auch einen betreuenden Lehrer, mit dem erstmal mitgeht. Dadurch ergibt sich auch deine Planung für Hospitationen. Und alles andere findet sich, die meisten Lehrer machen sowas öfter.

  • Ich finde es toll, wieviele Gedanken du dir machst. Da. Ist du wirklich schon ein Stück weiter als die Praktikanten, die ich bis jetzt hatte.


    Wie dein Praktikum organisiert wird, ist wirklich sehr unterschiedlich. Bei uns gibt's einen Stundenplan, damit man auch mal eine ganze unterrichhzsreihe sehen kann. Aber wie du dich einbringen kannst, kannst du ja die jeweiligen Lehrer fragen. Manche mögen das "einmischen", andere empfinden das als unangemessen.


    Viel Erfolg beim Praktikum

  • Wie läuft das ab? Bekommt man einen Stundenplan erstellt, oder muss man vor jeder Stunde, in der man hospitiert, einen Lehrer fragen, ob man mitkommen darf?

    In der Regel bekommst du ein oder zwei Lehrkräfte die deine Fächer unterrichten als Betreuer zugewiesen. Die ersten paar Tage gehst du dann halt ausschließlich bei denen mit. Diese Kollegen können dann auch den Kontakt zu anderen Kollegen herstellen, damit du auch mal wen Anderes siehst. Falls die Stundenpläne an der Schule (z.B. im elektronischen Klassenbuch) einsehbar sind, kannst du natürlich auch selbst die Initiative ergreifen. Wenn du bei einem anderen Kollegen mit in den Unterricht möchtest, schreib ihm ein paar Tage vorher eine Mail, stelle dich vor und frage ob du mitkommen kannst. Wird in der Regel (wenn nicht gerade eine Klassenarbeit geschrieben wird oder es sich um eine Abschlussklasse handelt) kein Problem sein.


    Was ich zum Beispiel gar nicht leiden kann, ist, wenn mich ein Praktikant in der 5-Minuten-Pause anspricht, ob er jetzt in die nächste Doppelstunde mitkommen kann. Da lehne ich mittlerweile aus Prinzip ab. Erstens gehört sich so ein "Überfallkommando" meiner Meinung nach nicht und zweitens habe ich schon den Anspruch, dann eine Stunde zu zeigen, die (wenn sie eine Lehrprobe wäre) beim Fachleiter eine gute Note gäbe. Im Alltagsgeschäft sind solche Stunden nicht immer möglich; für den Praktikant wäre es aber wichtig solche Stunden zu sehen. Er ist ja (in der Regel) nicht da zum Zeit absitzen, sondern etwas für seine zukünfitge Ausbildung zu lernen.

    Sollte man eher selber die Lehrer fragen, ob man selbst mal unterrichten darf, oder wird einem das angeboten?

    Unterrichten würde ich nur bei deinen betreuenden Lehrkräften und dann auch nur kurze Unterrichtssequenzen. Mal eine Hausaufgabe besprechen, mal einen Stundeneinstieg. Wenn das gut klappt, kann man gegen Ende des Praktikums mal eine Einzelstunde anpeilen. Wichtig ist, dass diese Unterrichtssequenzen gut vor- und nachbesprochen werden. Auch hier kannst du natürlich selbst wieder die Initiative ergreifen. Wenn dein Betreuer zum Beispiel Hausuufgaben gibt, frag doch, ob in der nächsten Stunde die Besprechung machen darfst, zum Beispiel.

    Sollte man im Unterricht von sich aus Engagement zeigen und z.B. bei Gruppenarbeit herumgehen und helfen, oder wäre es eher respektlos, sich ungefragt in den Unterricht einzumischen?

    Das hängt von der Lehrkraft ab, würde ich sagen. Frag einfach. In meinem Unterricht wäre das sehr erwünscht, herumzugehen und den Schülern ggf zu helfen. Bei anderen Kollegen von mir wäre das ein absolutes NoGo.

    Was sollte man bei ersten eigenen Unterrichtsversuchen (ich bin erst im dritten Semester und habe noch so gut wie keinen pädagogischen Kenntnisse aus dem Studium) besonders beachten?

    Wie gesagt, erstmal nur kurze Sequenzen. Eine Vor- und Nachbesprechung sollte stattfinden. Ansonsten learning by doing. :)

    Wie verhalte ich mich am besten im Lehrerzimmer?

    Immer schön freundlich "Guten Morgen." sagen, einfach mal zu jemandem hingehen und sich vorstellen. "Hallo, ich bin Max Müller. Ich bin der neue Praktikant." Erstmal jeden siezen, auch junge Kollegen. Es sei denn natürlich, sie stellen sich dir gleich nur mit dem Vornamen vor. Ich bin mal unvermittelt am Kopierer von einer Praktikantin geduzt worden und habe gar nicht auf ihre Frage reagiert, weil ich mich nicht angesprochen fühlte...

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