Politische Unsachlichkeit einiger Schüler

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    • nein, ich bin keine sockenpuppe. ich bin besorgt, dass sowohl im lehrerzimmer, als auch hier, zunehmend rechte positionen toleriert werden. das ist inakzeptabel!


      dass der kapitalismus gescheitert ist, müsstest jeder erkennen, der mit offenen augen durch die welt geht. und das muss ich meinen schülern vermitteln - der beutelsbacher konsens ist nicht verpflichtend!


      warum sind studenten so oft links? richtig, weil sie gebildet sind und den kapitalismus als das erkennen, was er ist - ein monster, das auf den müllhaufen der geschichte gehört.


      die staaten, auf die du anspielst, waren nicht sozialistisch, sie haben es nur behauptet.
    • Bolzbold schrieb:

      "Frei, gerecht und sozialistisch" haben viele Staaten schon einmal versucht. In der Form, dass eine Minderheit sich in der moralischen Überlegenheit wähnte und der Mehrheit ihr System gewaltsam übergestülpt hat.
      Überlebt hat keines der Systeme. Lenin hatte doch Recht: "Eine revolutionäre Situation ist, wenn die da unten nicht mehr weiter wollen und die da oben nicht mehr weiter können."
      Diese Erkenntnis hat sich auch im Ende der DDR bewahrheitet.

      Um auf die Frage des Diskussionsstarters zurückzukommen:
      Mir ist bei den Schülern aufgefallen, daß die Vollzeitschüler, die bei uns ihre Allgemeine oder Fachhochschulreife bekommen wollen eher links sind, während die Azubis überwiegend Richtung afd tendieren.
    • Mal wieder was sachliches, mehr oder weniger zum Thema:

      Oberstufenunterricht: Bilder nacheinander aufdecken, jeweils kurz beschreiben und einordnen lassen.









      Falls der stille Impuls nicht ausreicht: Was haben die Bilder gemeinsam, was unterscheidet sie?
    • Knechtwagen schrieb:

      ...dass der kapitalismus gescheitert ist, müsstest jeder erkennen, der mit offenen augen durch die welt geht.
      Ich sehe momentan eher, dass die Arbeiterbewegung und die Parteien die deren Interessen vorgeben zu vertreten scheitern bzw. gescheitert sind (Die Linke mal ausgenommen, da müssen wir noch ein bissel schauen, wie die sich entwickeln).
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • Bolzbold schrieb:

      Nette Idee. Beim mittleren dürfte aber die Allgemeinbildung der Schüler für einiges an Unkenntnis sorgen.
      Nicht nur bei den Schülern. Ich hatte gar nichts mitbekommen von den Unruhen in Schweden... *g*
      Ironie im Netz ist wie eine Heugabel im vollen Fahrstuhl: Egal wie vorsichtig man ist, irgendein Idiot sticht sich daran immer ein Auge aus.
    • SteffdA schrieb:

      Knechtwagen schrieb:

      ...dass der kapitalismus gescheitert ist, müsstest jeder erkennen, der mit offenen augen durch die welt geht.
      Ich sehe momentan eher, dass die Arbeiterbewegung und die Parteien die deren Interessen vorgeben zu vertreten scheitern bzw. gescheitert sind (Die Linke mal ausgenommen, da müssen wir noch ein bissel schauen, wie die sich entwickeln).
      Naja. Mit der CDU ist es doch noch schlimmer - Außer wegen Merkel kann man die nicht ernshaft wählen - Auf keinen Fall wegen ihrer "Inhalte".
    • fossi74 schrieb:

      Bolzbold schrieb:

      Nette Idee. Beim mittleren dürfte aber die Allgemeinbildung der Schüler für einiges an Unkenntnis sorgen.
      Nicht nur bei den Schülern. Ich hatte gar nichts mitbekommen von den Unruhen in Schweden... *g*
      Auf Schweden kann man ja wirklich leicht kommen wg. der EU-Fahne.

      Als ich das gemacht hatte, war die zeitliche Nähe zum Euromaidan größer und die Schüler haben den Kontext erkannt. (War auch in der Oberstufe, wie gesagt.) Das Bild kann man natürlich durch was anderes passendes ersetzen, es geht ja nicht um die Ukraine, sondern abstrakter um politische Gewalt.
    • Ich hatte vor drei Jahren in meiner 10. Klasse die Krimkrise besprochen. Da habe ich gemerkt, wie schnell man mit aktuellen Themen an Grenzen des Machbaren stößt: Die Reihe ging bis zu den Osterferien, und nach den Osterferien gab es keine Krimkrise mehr, sondern Krieg in der Ukraine. :staun: Das hätten wir endlos fortsetzen können.
      Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.
    • Thema hier im Thread ist aber weiterhin "Politische Unsachlichkeit einiger Schüler". Danke.
      kl. gr. frosch, Moderator
      Free Tibet!!
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      Die meisten meiner Beiträge entstehen auf einer tablet-Tastatur. Da es dort kein haptisches Feedback gibt, schleichen sich schneller Tippfehler ein. Sorry.
    • Jule13 schrieb:

      Ich hatte vor drei Jahren in meiner 10. Klasse die Krimkrise besprochen. Da habe ich gemerkt, wie schnell man mit aktuellen Themen an Grenzen des Machbaren stößt: Die Reihe ging bis zu den Osterferien, und nach den Osterferien gab es keine Krimkrise mehr, sondern Krieg in der Ukraine. :staun: Das hätten wir endlos fortsetzen können.
      Ich verstehe nicht, inwiefern Du da an "Grenzen" stößt! Dass das behandelte Thema nicht nur aktuell war, sondern weiterhin aktuell ist und eine interessante Entwicklung vollzieht ist doch ideal.

      "Endlos Fortsetzen" könnte man mind. in Geschichte und Gemeinschaftskunde doch eh alles, oder? :)
    • Ja eben. Alles wurde ständig brisanter, aber irgendwann muss man wieder dazu übergehen, den KLP zu erfüllen.
      Und irgendwie fanden wir alle es bemerkenswert, wie schnell sich ein aktuelles Thema überholt. :ohh:

      Aber um mal beim Thema zu bleiben: An meiner Schule ist bisher in meinem Unterricht kein Schüler unsachlich geworden. Die Linken nicht, und die Rechten - tja, entweder gibt’s die bei uns nicht, oder sie schweigen ob der großen Übermacht.

      In meinem Referendariat ist es mir aber mal passiert, dass ich die Schulleitung über eine Schüleräußerung informieren musste, weil die mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar war. (An der Schule haben sich aber auch Siebtklässler gegenseitig Hakenkreuze auf die Arme gemalt. Während meines UBs. :tot: )
      Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.
    • Schüler mit politisch unsachlichen Äußerungen?
      Interessant wwar die Zeit kurz vor der Abstimmung in der Türkei zum Präsidialsystem.
      Viele meiner türkischstämmigen SuS entpuppten sich als echte Erdo-Fans und wurden recht massiv.

      Viele deutschstämmige SuS wollten sich zur Thematik nicht äußern, viele meinteb, sie seien bereits als Nazis beschimpft worden, weil sie Erdogan kritisiert hätten.

      Am interessantesten war die Äußerung einer sonst klugen türkischstämmigen Deutschen - sie meinte, in der Türkei ginge es den Menschen seit Erdogan wirtschaftlich besser und das sei schließlich alles, was zähle. Ich habe explizit noch einmal nachgefragt, ob ihr Freiheit denn nicht auch wichtig sei und sie entgegnete, wirtschaftliche Prosperität würde reichen.

      Ich kann also meinen Demokratieunterricht in die Tonne treten und muss mir eine neue Herangehensweise überlegen, um die Vorteile von demokratie greifbar zu machen.

      Übrigens trat in einer Oberstufenklasse zu Tage, dass alle SuS sich mehrheitlich für die Einführung der Todesstrafe einsetzen würden, nur leider werde ihnen das ja nicht angeboten.

      Sammelt ihr solche Erfahrungen nicht?
    • Stille Mitleserin schrieb:

      Sammelt ihr solche Erfahrungen nicht?
      Doch,
      sowas sammele ich auch, auch wenn ich nicht Politik unterrichte. Wie gesagt habe ich da in manchen Klassen viele afd-Fans vor mir.

      Was die wirtschaftliche Prosperität angeht, würde ich mal Erdo mit Hitler vergleichen. Der hat auch zu Beginn seiner Regierungszeit für einen wirtschaftlichen Aufschwung gesorgt. Das der durch Staatsschulden finanziert war, so daß er den 2. Weltkrieg beginnen mußte, um aus der Kriegsbeute die Schulden zu tilgen, wurde der Bevölkerung vorenthalten.

      Wenn Du die Schüler provozieren willst, frag sie doch mal nach Parallelen zwischen diesem "Militärputsch" im letzten Jahr mit nur einem Panzer auf der Brücke in Istanbul mit dem Kriegsausbruch des 2. Weltkriegs: "Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen." Oder anders: War der Putsch evtl. genauso gespielt wie der Überfall auf den Sender Gleiwitz, um danach ein ganz anderes Programm abfahren zu können?
    • Stille Mitleserin schrieb:

      Schüler mit politisch unsachlichen Äußerungen?
      Interessant wwar die Zeit kurz vor der Abstimmung in der Türkei zum Präsidialsystem.
      Viele meiner türkischstämmigen SuS entpuppten sich als echte Erdo-Fans und wurden recht massiv.

      Viele deutschstämmige SuS wollten sich zur Thematik nicht äußern, viele meinteb, sie seien bereits als Nazis beschimpft worden, weil sie Erdogan kritisiert hätten.

      Am interessantesten war die Äußerung einer sonst klugen türkischstämmigen Deutschen - sie meinte, in der Türkei ginge es den Menschen seit Erdogan wirtschaftlich besser und das sei schließlich alles, was zähle. Ich habe explizit noch einmal nachgefragt, ob ihr Freiheit denn nicht auch wichtig sei und sie entgegnete, wirtschaftliche Prosperität würde reichen.

      Ich kann also meinen Demokratieunterricht in die Tonne treten und muss mir eine neue Herangehensweise überlegen, um die Vorteile von demokratie greifbar zu machen.

      Übrigens trat in einer Oberstufenklasse zu Tage, dass alle SuS sich mehrheitlich für die Einführung der Todesstrafe einsetzen würden, nur leider werde ihnen das ja nicht angeboten.

      Sammelt ihr solche Erfahrungen nicht?
      Die Bewertung, dass "wirtschaftlich besser [...] schließlich alles [sei], was zähle" halte ich für repräsentativ für alle Gesellschaften die ökonomisch so ungleich sind.

      Den Schülern wurden die Vorteile der Demokratie ja schon greifbar gemacht: Todesstrafe per Volksabstimmung. Da sieht man mal, wie schön Demokratie sein kann!

      Übrigens: auch diese Haltung kann man in unserer Gesellschaft an jeder Straßenecke abholen und nicht nur da: "Jeder dritte Jurastudent befürwortet die Todesstrafe, jeder zweite die Anwendung von Folter."1


      1 zeit.de/gesellschaft/zeitgesch…risten-studie-deutschland
    • Natürlich, ich kenne aber nur KollegInnen, die mit Äußerungen jedweder Art ihrer SchülerInnen umgehen können.
      Sachliche Frage kann ich übrigens hier immer noch keine erkennen.

      Irgendein Geschichts-/ Politik- oder Ethiklehrer anwesend, der sich nie vorher mit dem Thema Todesstrafe vertraut gemacht hat, bevor ein Jugendlicher das Thema angesprochen hat? Der es nicht ertragen könnte, dass SchülerInnen Menschen mit verschiedenen Erfahrungshorizonten und Meinungen sind?

      Yummi, benötigst du Unterstützung in der Gesprächsführung mit deinen Klassen?