Politische Unsachlichkeit einiger Schüler

    • Im GU ist meine eigene Meinung nicht von Bedeutung und ich halte mich damit weitgehend zurück, auch wenn ich sie durch meinen Tonfall oder meine Wortwahl zum Teil nur schwer verbergen kann.
      Dennoch geht es ja im GU nicht um meine Meinung sondern darum, den Schülern zu vermitteln, überhaupt erst einmal eine eigene (!) Meinung zu entwickeln und diese auch mit belastbaren Argumenten untermauern.

      Ich hatte neulich einen Schüler, der an unserem Benefiz-Tag für die Dritte Welt nicht mitarbeiten wollte, weil er der Meinung war, dass die Hälfte des Erlöses an "irgendwelche Organisationen" fließen würde, von denen dann Flüge bezahlt würden, mit denen Dritt-Welt-Bewohner nach Deutschland fliegen könnten...
      ... das strotzte nur so vor Halbwissen und Rassismus.
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • Bolzbold schrieb:

      Im GU ist meine eigene Meinung nicht von Bedeutung und ich halte mich damit weitgehend zurück, auch wenn ich sie durch meinen Tonfall oder meine Wortwahl zum Teil nur schwer verbergen kann.
      Dennoch geht es ja im GU nicht um meine Meinung sondern darum, den Schülern zu vermitteln, überhaupt erst einmal eine eigene (!) Meinung zu entwickeln und diese auch mit belastbaren Argumenten untermauern.
      Das geht mir auch so, bzw. sehe ich auch so. Nach über einem Schuljahr können einen die SuS natürlich schon etwas einschätzen, aber gerade deshalb empfinde ich es immer als Erfolg, wenn SuS am Ende einer Stunde unbedingt wissen wollen, wie man selbst persönlich darüber denkt und man deutlich merkt, dass sie wirklich keine Idee haben. Dann war die bisherige Versteck- und Irritations-Taktik erfolgreich Ich glaube das ist für den Unterricht sehr förderlich.

      Wg. dem Entwickeln und Argumenten: in Mathematik zeigen Schüler manchmal nur Ergebnisse und wollen wissen, ob sie stimmen oder nicht. Ich lehne das ab und sage, dass mich die bloßen Ergebnisse überhaupt nicht interessieren, sondern ich den Lösungsweg sehen will (der wird manchmal aus Faulheit gespart). In GGK sind für mich die Argumente quasi der "Lösungsweg" und was da am Schluß (eben aufgrund der Argumente!) als Beurteilung rauskommt eher nachrangig.
    • Bolzbold schrieb:

      Ich hatte neulich einen Schüler, der an unserem Benefiz-Tag für die Dritte Welt nicht mitarbeiten wollte, weil er der Meinung war, dass die Hälfte des Erlöses an "irgendwelche Organisationen" fließen würde, von denen dann Flüge bezahlt würden, mit denen Dritt-Welt-Bewohner nach Deutschland fliegen könnten...
      :staun:
      Wie alt? Jüngere Kinder geben ja gewöhnlich das wieder, was sie zu Hause hören.
      Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.
    • ... hab jetzt nicht alle Beiträge durchgelesen, aber das Thema Unsachlichkeit allgemein (nicht nur zum Thema Flüchtlinge) ist eines der spannendsten für den Unterricht überhaupt...
      z. B. kann man das Zustandekommen unterschiedlicher unbewiesener Behauptungen analysieren, z. B. durch Medienanalyse/Faktencheck
      ... oder gleich mal "Verschwörungstheorien" zum Stundenthema machen, dazu gibt's auch Material im Netz.
      Sicher kann man nicht erwarten, dass danach sofort alle unsachlichen Kommentare aufhören, aber u. U. werden es die Betreffenden bei ihren Mitschüler/-innen etwas schwerer haben.
      LG t.-t. (ja, ich BIN u. a. Politiklehrerin)