Politische Unsachlichkeit einiger Schüler

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    • Politische Unsachlichkeit einiger Schüler

      Hallöle liebes Forum!

      Hoffentlich habe ich die richtige Forenkategorie ausgewählt :)
      Ich hoffe, hier meine Erfahurngen mitteilen und einen regen Informationsaustausch anregen zu können.
      Es geht um Folgendes:

      Die letzten Jahre mussten meine Kollegen und ich eine gewisse "Radikalisierung" einiger Oberstufenschüler beobachten. Seit der Flüchtlingskrise und dem Aufstieg der AfD gab es die Tendenz unter circa der Hälfte der Oberstufenschülern (ja, stufenübergreifend), dass im Unterricht in verschieden Fächern (Deutsch, Politik, Geschichte etc.) oft gegen konservative Politiker, Ansichten, Lehrer und leider auch Schüler regelrecht "gehetzt" wurde - Teils ziemlich unsachlich. Die "problematischen" Schüler engagieren sich für Flüchtlinge, was ja gut ist, aber sie bezeichnen zum Beispiel jeden, der Kritik an der Flüchtlingspolitik übt, als "Nazi, Rechtsradikalen" oder Ähnliches. Dazu lassen sie keine Kritik an dieser Zuwanderung zu.

      Natürlich sind das Abiturienten, die sind naiv, nicht unbedingt gebildet und leben in einer Traumwelt - Aber viele ihrer Reaktionen sind einfach ihrem Alter und BIldungsstand unangemessen. Ein Kollege eines anderen Gymnasiums beobachtet zunehmend ähnliche "sehr linke" Tendenzen.

      Wer hat hier ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie sollte man damit am Besten umgehen? Klar, Auklärung, auf die Risiken von der Flüchtlingspolitik sachlich aufmerksam machen, trotzdem das Engagement loben - Aber das fruchtet nicht richtig.

      Habt ihr Tipps?
      "Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm - Er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken." Alfred Tetzlaff
    • Wer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 Jahren noch Kommunist ist, hat keinen Verstand! (Winston Churchill - zugeschrieben)
      Man sollte da eher auf der Ebene der Diskussionskultur ansetzen, wechselseitige Beleidigungen bringen keinen weiter...wie geht ihr denn im Unterricht mit unterschiedlichen Meinungen zu bestimmten Themen um?
      The price of freedom is eternal vigilance. (Leonard H. Courtney)
    • Homo Oeconomicus schrieb:

      Natürlich sind das Abiturienten, die sind naiv, nicht unbedingt gebildet und leben in einer Traumwelt - Aber viele ihrer Reaktionen sind einfach ihrem Alter und BIldungsstand unangemessen. Ein Kollege eines anderen Gymnasiums beobachtet zunehmend ähnliche "sehr linke" Tendenzen.

      Wer hat hier ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie sollte man damit am Besten umgehen? Klar, Auklärung, auf die Risiken von der Flüchtlingspolitik sachlich aufmerksam machen, trotzdem das Engagement loben
      Tja, du hast dir offenbar auch eine Meinung gebildet, die du als die einzig wahre hinstellst und andere als "naiv", "Traumwelt" oder ähnliches darstellt. Abseits der Vermutung, dass du nur trollen möchtest, sehe ich da wenig Unterschiede in der Einstellung zur Sache (außer das du auf der anderen Seite der Meinung stehst).

      Sollte es kein Trollversuch sein: Solange du kein Politiklehrer bist und das Thema im Unterricht behandelst, hast du meiner Meinung nach auf Grund deiner verpflichtenden Neutralität dazu überhaupt nichts zu sagen, solange du nicht gefragt wirst und diese Meinung klar und getrennt als deinen privaten Eindruck vermittelst (was ich im Übrigen als Lehrer immer schwierig finde, da die wenigsten Schüler die Trennung zwischen privatem Mensch und Lehrer hinbekommen). Solltest du Politiklehrer sein und aus irgendeinem Grund selbst nicht wissen, wie man polarisierende Themen behandelt, würde ich dir entsprechende fachdidaktische Literatur ans Herz legen.

      Anders ist es, wenn Schüler beleidigt oder eingeschüchtert werden - da schreitest du natürlich ein. Auch hier selbstverständlich ohne das dienstliche Zurschaustellung deiner privaten Meinung!

      PS: Es ist im Übrigen jedem privaten Menschen selbst überlassen, Kritik an seiner Meinung nicht zuzulassen. Ob das sinnvoll ist, sei mal dahingestellt.
    • Valerianus schrieb:

      Wer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 Jahren noch Kommunist ist, hat keinen Verstand! (Winston Churchill - zugeschrieben)
      Man sollte da eher auf der Ebene der Diskussionskultur ansetzen, wechselseitige Beleidigungen bringen keinen weiter...wie geht ihr denn im Unterricht mit unterschiedlichen Meinungen zu bestimmten Themen um?
      Hey Valerianus!

      Ich kann ja mal ein kleines Unterrichtsprotokoll wiedergeben:

      Schüler A: "Naja, man muss bedenken, dass Flüchtlinge ja oft nicht so gut ausgebildet sind, wie zu Beginn behauptet wurde - Da ist ein wirtschaftlicher Nutzen anzweifelbar."

      Schüler B(oben genannter Clientel zugehörig): "Jaja, klar, hast du das von Frauke Petry? Oder der NPD? Deine Nazischei*e kannst du da ausleben."

      Das und Ähnliches passiert häufiger. Ich mahne dann natürlich zur Sachlichkeit und versuche, mit Statistiken und Zeitungsartikeln neutral Fakten einzubringen - Aber die "problematischen" Schüler mauern total! Und mir wird dann auch indirekt vorgeworfen, "rechts" zu sein (aka "Sie AFD-Wähler").
      "Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm - Er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken." Alfred Tetzlaff
    • ...halo claudius, davinci und konsorten. netter versuch. war schon mal besser.

      wenn du wirklich derartiges im unterricht bearbeitest, bist du politik/sozialkunde/reli/ethik-lehrer und hast diese anfrage nicht wirklich nötig. lies ein paar bücher über fachdidaktik und informiere dich über den beutelsbacher konsens. mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.
    • Homo Oeconomicus schrieb:

      aber sie bezeichnen zum Beispiel jeden, der Kritik an der Flüchtlingspolitik übt, als "Nazi, Rechtsradikalen" oder Ähnliches.
      Das ist mittlerweile der allgemeine gesellschaftliche Tenor. Nichts ist praktischer als die Nazikeule. Das ist nichts Neues, das gibt's auch hier im Forum.
      »...Aus Mettwurst machste kein Marzipan! «
      Bernd Stromberg
    • kecks schrieb:

      ...halo claudius, davinci und konsorten. netter versuch. war schon mal besser.

      wenn du wirklich derartiges im unterricht bearbeitest, bist du politik/sozialkunde/reli/ethik-lehrer und hast diese anfrage nicht wirklich nötig. lies ein paar bücher über fachdidaktik und informiere dich über den beutelsbacher konsens. mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen.
      Mod-Modus:

      Völlig unabhängig vom Thema müssen wir immer wieder daran erinnern, dass unbewiesene Anschuldigungen in den Threads nichts zu suchen haben. Ihr könnt gerne den Melden-Button benutzen.
      "Und hast du die Ausrufezeichen bemerkt? Es sind fünf. Ein sicheres Zeichen dafür, daß jemand die Unterhose auf dem Kopf trägt." (T. Pratchett)
    • jotto-mit-schaf schrieb:

      Völlig unabhängig vom Thema müssen wir immer wieder daran erinnern, dass unbewiesene Anschuldigungen in den Threads nichts zu suchen haben.
      Völlig unabhängig vom Thema fällt mir gerade auf, dass gleich zwei Moderatoren den von Dir zitierten Beitrag geliked haben. Wen meinst Du denn nun also mit "wir"?
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      Früher war mehr Lametta!
    • Trantor schrieb:

      Es sind junge Menschen, die müssen politisch radikal sein. Mich nervt eher das Desinteresse von vielen meiner Schüler!
      Ist das so? Sehe ich anders. Abiturienten sollen ihren Kopf benutzen und nicht irgendwelchen Antifanten sinnlos mit Wunschträumen hinterher rennen.

      Das Problem ist, wie gesagt, fachübergreifend - Selbst in Naturwissenschaften kommt es teilweise zu Auseinandersetzungen.

      Aber laut Manchen hier sollte man das Wohl unter "Jugendlicher Dummheit" bzw. "Toll, wie politisch engagiert die doch sind" zusammenfassen. Sehr hilfreich.
      "Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm - Er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken." Alfred Tetzlaff
    • Homo Oeconomicus schrieb:

      Das Problem ist, wie gesagt, fachübergreifend
      Das Problem ist, wie gesagt, kein Problem! Ansonsten bin ich froh, dass du nicht bei mir an der Schule bist, noch mehr rechtes Pack brauche ich nicht im Kollegium! #NoPasaran
    • Trantor schrieb:

      Homo Oeconomicus schrieb:

      Das Problem ist, wie gesagt, fachübergreifend
      Das Problem ist, wie gesagt, kein Problem! Ansonsten bin ich froh, dass du nicht bei mir an der Schule bist, noch mehr rechtes Pack brauche ich nicht im Kollegium! #NoPasaran
      Sag mal, geht's noch?? Mit welchem Recht bezeichnest du mich hier als "rechtes Pack"?

      Meine Schüler halten sich nicht an das Grundgesetz und laufen einem Verein hinterher (Antifa), der ganz klar verfassungsfeindlich ist! Und das kann man nicht dulden!
      "Der Sozi ist nicht grundsätzlich dumm - Er hat nur sehr viel Pech beim Nachdenken." Alfred Tetzlaff
    • Homo Oeconomicus schrieb:

      Ich kann ja mal ein kleines Unterrichtsprotokoll wiedergeben:
      Schüler A: "Naja, man muss bedenken, dass Flüchtlinge ja oft nicht so gut ausgebildet sind, wie zu Beginn behauptet wurde - Da ist ein wirtschaftlicher Nutzen anzweifelbar."

      Schüler B(oben genannter Clientel zugehörig): "Jaja, klar, hast du das von Frauke Petry? Oder der NPD? Deine Nazischei*e kannst du da ausleben."

      Das und Ähnliches passiert häufiger. Ich mahne dann natürlich zur Sachlichkeit und versuche, mit Statistiken und Zeitungsartikeln neutral Fakten einzubringen - Aber die "problematischen" Schüler mauern total! Und mir wird dann auch indirekt vorgeworfen, "rechts" zu sein (aka "Sie AFD-Wähler").
      Konfrontiere diese "sehr linke" Schüler doch mal mit einer ebenso linken Kritik an der Flüchtlingspolitik, sowas gibt's ja auch. (Z.B. Zuständigkeitserklärung der BRD für Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten als Bekenntnis zur globalen Führungsmacht/Imperialismus, Ausbeutung von Arbeitern in Not etc.) Aus dem Streit darum, ob Flüchtlinge ein "wirtschaftlicher Nutzen" sind, kann man ja z.B. ja auch erstmal die Erkenntnis ziehen, dass dies überhaupt ein Kriterium für deren Beurteilung ist - egal wie man persönlich dazu steht. Daraus können sich ganz neue Impulse ergeben zum Nationalstaat an sich oder gar Erklärungen, weshalb sich die BRD für die NSU-Morde schämt, deren Täter ihre Taten nicht erklären müssen, weil jedem Staatsbürger diese Scheidung in Staatsbürger und Ausländer geläufig ist usw. usw. usw. Man könnte die Unterschiedlichen Grundhaltungen der Schüler herausarbeiten, die zu ihren unterschiedlichen Bewertungen führen. Aber wie?

      Mir scheint es so (zwischen den Zeilen) als ob es in dem Unterricht darum geht wer recht hat. Was sind denn die Leitfragen und Lernziele? Evt. kann das die passende Stellschraube sein.

      "Sollte die BRD Flüchtlinge aufnehmen?" bringt das schon volle Fass evt. zum überlaufen, weil Du ja nicht provozieren musst, wie es bei uninteressierten Schülern wäre.
      Da könnte z.B. "Welche Argumente nennen die Befürworter und Gegner der Flüchtlingspolitik jeweils?" besser passen, weil es mit dem "nennen" eher auf die sachliche Ebene anspielt und die Frage nach der Bewertung ausklammert. Lernziel wäre hier quasi "nur" das Kennen der Argumente - nicht sehr anspruchsvoll - aber vielleicht sinnvoll, wenn die Beurteilung und die Bewertung schon vorher feststeht. Nur mal als Beispiel...
    • Homo Oeconomicus schrieb:

      Trantor schrieb:

      Homo Oeconomicus schrieb:

      Das Problem ist, wie gesagt, fachübergreifend
      Das Problem ist, wie gesagt, kein Problem! Ansonsten bin ich froh, dass du nicht bei mir an der Schule bist, noch mehr rechtes Pack brauche ich nicht im Kollegium! #NoPasaran
      Sag mal, geht's noch?? Mit welchem Recht bezeichnest du mich hier als "rechtes Pack"?
      Meine Schüler halten sich nicht an das Grundgesetz und laufen einem Verein hinterher (Antifa), der ganz klar verfassungsfeindlich ist! Und das kann man nicht dulden!
      mimimimimimimimi, sagte der troll.
    • TequilaSunrise schrieb:

      jotto-mit-schaf schrieb:

      Völlig unabhängig vom Thema müssen wir immer wieder daran erinnern, dass unbewiesene Anschuldigungen in den Threads nichts zu suchen haben.
      Völlig unabhängig vom Thema fällt mir gerade auf, dass gleich zwei Moderatoren den von Dir zitierten Beitrag geliked haben. Wen meinst Du denn nun also mit "wir"?
      Tatsächlich meine ich mit "wir" uns Moderatoren, die sich auch vor meinem Post abgesprochen haben. Wir sind alle bekannterweise eher linksgrünversifft unterwegs. Nichtsdestotrotz müssen wir drauf hinweisen, dass öffentliche Outings und Beschuldigungen in den Threads nichts zu suchen haben. Wenn wir merken, dass unsere Hinweise nix nutzen, bzw. immer wieder die gleichen User sich nicht dran halten, brauchen sie halt mal ´ne Pause vom Forum. Egal, ob links oder rechts.
      "Und hast du die Ausrufezeichen bemerkt? Es sind fünf. Ein sicheres Zeichen dafür, daß jemand die Unterhose auf dem Kopf trägt." (T. Pratchett)