Diskriminerungsaspekt?!

  • es ist ja keine Verpflichtung Kinder in die Welt zu setzen!Bedeutet letztendlich: Zeugt Kinder, dann habt ihr die berufliche Situation sicher! Finde ich nicht korrekt und ich bin selbst Mutter!!!

    Sowas von einer Lehrerin zu lesen, ist schon sehr merkwürdig, schließlich ist der Lehrerberuf davon abhängig, dass es genug Kinder gibt. Da Deutschland ein geburtenschwaches Land ist, ist es völlig legitim, Berufstätige mit Kindern im Beruf zu bevorzugen (siehe Satz im Grundgesetz zum Familienschutz), insbesondere da diese durch erhöhte Ausgaben bislang (noch) finanziell schlechter gestellt sind als Menschen ohne Kinder.

  • Deine gute Freundin ist aber genauso ‚nur‘ Vertretungslehrerin?!

    Ich kann der Argumentation auch nicht folgen. Zwei Kollegen wollen dieselbe Stelle, der Chef sagt, ich nehme denjenigen, der Kinder versorgen muss. Alles normal soweit.


    Was wäre eigentlich, wenn er gesagt hätte, "Herr xy macht einfach bessere Arbeit als Sie", hättest du dann auch spekuliert, ob er heimlich Homosexuelle ablehnt? :gruebel:

  • ... ABER sie ja sich umgeschaut hätte und auch eine andere Stelle annehmen "könne"....

    und zu dem anderen Aspekt, vielleicht macht sie selbst nicht den Eindruck, als ob sie die Stelle wolle? Nur so ne Idee...

  • Es gibt übrigens auch homosexuelle Frauen mit Kindern, ich kenne welche. Scheint bei denen kein riesiges unlösbares Problem gewesen zu sein. Und es gibt heterosexuelle Paare, die trotz Kinderwunschklinik bisher keinen Erfolg hatten, ich kenne auch da welche.


    Das Kriterium ist einfach bei der Sozialauswahl, ob Kinder da sind oder nicht und nicht, ob es vielleicht in Zukunft welche geben könnte oder nicht. Wenn sich deine Freundin diskriminiert fühlt, muss sie eben vor Gericht ziehen und hoffen, einen Richter zu finden, der genauso verschwurbelt denkt wie du.

  • Du konstruierst dir echt etwas zusammen.


    Als ich eine Stelle suchte und zunächst eine Vertretungsstelle annahm, war ich auch kinderlos. Die Schulleiter bei denen ich mich vorstellte, wussten nicht, ob das so war, weil ich lesbisch bin oder weil ich unfruchtbar bin, oder weil ich keine Lust auf Kinder hatte, oder weil ich meinen Traummann noch nicht gefunden hatte etc. etc. etc. Wir haben darüber nicht gesprochen. Wieso auch???


    90 % unserer Bewerber sind kinderlos, fast alle bekommen ihre Kinder erst, nachdem sie eine Planstelle angetreten haben und die meisten sogar erst nach der Lebenszeitverbeamtung.
    Da wird keiner gefragt, ob er / sie homosexuell ist.


    Aber wenn da einer wäre, wäre das bei einer Vertretungsstelle doch durchaus ein Grund, bei gleicher Eignung demjenigen den Vortritt zu lassen. Als Elternteil ist man wesentlich unflexibler und als als kinderloser Single. Man hat auch finanziell wesentlich mehr zu stemmen.


    Ich weiß übrigens von mindestens 3 meiner Kollegen, dass sie homosexuell sind. 2 davon sind verheiratet (2 Frauen), einer nicht. 2 haben bei uns sogar Karriere gemacht, der eine als Beratungslehrer Oberstufe, die andere ist im Orga-Team der Schulleitung. Die dritte ist unsere Sozialpädagogin.
    Nix mit Diskriminierung.


    Du suchst echt einen Grund, was? Vielleicht hat sie auch einfach nicht überzeugen können??? So etwas soll es ja geben!

  • Vielleicht läuft der Hase auch ganz anders und der Schulleiter vermutet, dass deine Freundin - weil bisher kinderlos - demnächst schwanger werden möchte. Und gibt lieber dem Familienvater die Stelle, der seine Kinder schon hat und nicht in Zukunft wegen Mutterschutz und Elternzeit ausfallen wird.
    Je nach Art der Förderschule müsste er eventuell ja sogar ab Eintritt der Schwangerschaft ein Beschäftigungsverbot ausstellen.

  • Vielleicht läuft der Hase auch ganz anders und der Schulleiter vermutet, dass deine Freundin - weil bisher kinderlos - demnächst schwanger werden möchte. ..

    das hingegen wäre Diskriminierung ;)

  • Leicht OT aber angebracht:


    Sonderpädagogen werden in NRW gerade wie Goldstaub gehandelt. Wir können uns die Stellen hier geradezu aussuchen. Da ist auch die Examensnote sch* egal. Unsere Ausschreibungen sind zuletzt allesamt leer gelaufen, die der Nachbarschule ebenso.
    Schick sie ins Rheinland! ;)

    Oder nach Schleswig-Holstein... Da brauchen wir sie auch ganz ganz dringend.
    Aus meiner Sicht würde ich auch FrauMeitners Einwände nicht so ganz wegschieben. Kinderlose Frau im gebärfähigen Alter birgt nun einmal ein höheres "Ausfallrisiko" wie ein Familienvater. In Zeiten von Lehrermangel (und vor allem Sonderpädagogenmangel) würde ich wahrscheinlich (vorausgesetzt beide machen gute Arbeit und passen zur Schule) auch ganz ganz gut überlegen...

    Sei immer du selbst! Außer, du kannst ein Einhorn sein - dann sei ein Einhorn! :verliebt:

  • Auch OT, aber ich frage mich schon die ganze Zeit, wo es in NRW denn wirklich noch Sonderpädagogen ohne feste Stelle gibt, um es mal drastisch zu formulieren. Gibt es da noch einen weißen Fleck auf der Karte?
    Der Förderschwerpunkt ist doch sowas von egal, als Sonderpädagogin kriegst du eine Stelle und kannst dir noch die beste Schule aussuchen. Von daher bin ich gerade ehrlich erstaunt, dass es scheinbar noch Sonderpädagogen gibt, die keine feste Stelle haben?! Einfacher kann man doch zur Zeit wirklich nicht an feste Stellen kommen, egal mit welchem Förderschwerpunkt und welchem Notendurchschnitt.


  • Sowas von einer Lehrerin zu lesen, ist schon sehr merkwürdig, schließlich ist der Lehrerberuf davon abhängig, dass es genug Kinder gibt.

    Wie bitte? Ich bin Lehrer und werde ganz bestimmt nicht Kinder in die Welt setzen, weil das den Absatzmarkt für den Beruf verbessert? Was wäre das denn für ein geisteskranker Gedanke?!?

  • Danke euch allen für die rege Anteilnahme und es hat doch schon eine heftige Diskussion entfacht.
    Die Ansicht des SL kann meine gute Freundin ja grundsätzlich nicht verändern und ich verstehe auch eure Argumente.
    Zum Glück, das stimmt werden FörderSLehrer in NRW sehr gesucht und somit schaut sie sich nach einer festen Anstellung um.
    Grundsätzlich und da scheiden sich halt die Geister bin dennoch weiterhin der Meinung, dass man LEISTUNG - AUSBILDUNG - ENGANGEMENT als Punkte zur Vertragsverhandlung angeben sollte (auch wenn das ev. hart kling!) als wie das Argument "Familie im background". Denn für Homosexuelle ist und bleibt dies nicht so einfach in die Tat umzusetzen.


    P.S. "Sowas von einer Lehrerin zu lesen, ist schon sehr merkwürdig, schließlich ist der Lehrerberuf davon abhängig, dass es genug Kinder gibt." -> Kann ich in keinsterweise nachvollziehen! Warum soll man als Lehrkraft KINDER in die Welt setzen, um seinen Job zu erhalten? Wünsche ich mir als Arzt mehr schwer erkrankte Menschen, nur damit es weiterhin viele Patienten gibt?!

  • Die wenigsten Menschen bekommen Kinder aus rein emotionalen, sondern vor allem aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen. Sonst wären wir alle wohl schon längst ausgestorben.
    Ich vermute mal, dass sich alle Menschen wünschen, dass es auf dem Arbeitsmarkt genug Bedarf an ihnen gibt, sodass sie auch weiterhin ihren Beruf ausüben dürfen. In sozialen Berufen ist das natürlich an die demographische Entwicklung gekoppelt, was eine Verkäuferin oder ein Anwalt in dem Ausmaß nicht so merkt wie ein Lehrer. Beispiel: Eine Dorfschule muss aufgrund geringer Schülerzahlen geschlossen werden. 2-3 Jahre später siedelt ein größerer Betrieb an, viele Mitarbeiter sind Eltern mit Kindern. Entsprechend sind die Schülerzahlen wieder ausreichend, sodass die Schule ihren Betrieb wieder aufnehmen kann. Davon profitieren letztendlich auch die betroffenen Lehrer. Natürlich kann ein Lehrer alleine nicht das demographische Problem lösen, selbst wenn er 10 Kinder bekäme. Er kann aber seinen kleinen Teil tun und wenn andere Lehrer genauso denken und vlt. auch der eine oder andere Nicht-Lehrer (dazu muss man sagen, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass Deutschland ein demographisches Problem hat und entsprechend auch (noch) keinen Handlungsbedarf sehen) überlegt, doch noch ein weiteres Kind bekommt, kommt man der Bevölkerungsstabilitätszahl schon ein gutes Stück näher. Auch wenn es makaber klingt, aber wenn die Bevölkerung plötzlich nicht mehr krank werden würde und es auch zu keinen Verletzungen mehr käme (ich weiß, utopisch, aber let's pretend...), gäbe es keinen Bedarf an Ärzten mehr. Daher profitieren Ärzte natürlich davon, dass Menschen krank werden und zum Arzt müssen.

  • Also gerade aus wirtschaftlichen Gründen hätte ich das mit dem Kinderkriegen lieber sein lassen sollen...

    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

  • Die wenigsten Menschen bekommen Kinder aus rein emotionalen, sondern vor allem aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen. Sonst wären wir alle wohl schon längst ausgestorben.

    Ich glaub, Dir fehlt noch ein wenig (Lebens)Erfahrung ... so gute 100 Jahre.

  • Also gerade aus wirtschaftlichen Gründen hätte ich das mit dem Kinderkriegen lieber sein lassen sollen...

    Wie aus Statistiken bekannt ist, nennen die meisten Eltern, die sich gegen ein zweites oder drittes Kind entscheiden, finanzielle Gründe hierfür. Darf meiner Meinung nach in einem reichen und geburtenarmen Land wie Deutschland nicht sein, da sollte die Politik entsprechend gegensteuern, aber gut... Das meinte ich eigentlich nicht, sondern ich bezog mich eher auf die Zeit "später", wenn es um (auch finanzielle) Unterstützung im Alter, Steuer- und Erbgeschichten, Übernahme von Betrieben und Immobilien geht. In Entwicklungsländern ist es teilweise heute noch der Fall, dass Kinder mit dem Hintergedanken bekommen werden, dass sie auf dem Feld oder im Haus als billige Arbeitskräfte helfen können. In Deutschland ist man da natürlich entwicklungsbedingt weiter, aber wirtschaftliche Gründe spielen in vielen Bereichen doch noch eine Rolle, wenn es um das Thema (Umfang der) Familienplanung geht.


    DeadPoet: Fast jeder Mensch bekommt im Laufe seines Lebens mindestens ein Kind. Denkst du, dass in jedem einzelnen Fall ausschließlich emotionale, altruistische Motive dahinterstecken? Die Entscheidung für so-und-so-viele Kinder wird aus emotionalen und rationalen Gründen getroffen und je nach Elternpaar überwiegt der eine oder der andere Teil.

    Einmal editiert, zuletzt von Lindbergh ()

  • Ich verstehe das Problem auch nicht so recht. Wenn bei uns an der Schule jemand abgeordnet werden soll, gilt auch eine Art Sozialplan. Da gibts dann Punkte. Aspekte sind Fächer, Funktionen, Fahrweg und eben auch Familie. Was Homosexualität damit zu tun haben soll, versteh ich gar nicht. Ich habe heterosexuelle Kollen ohne Kinder und Kollegen von denen ich die Orientierung gar nicht kenne. Was würde das auch beeinflussen.


    Wenn es um den Grundschul(Förder)bereich geht, sollen bei uns übrigens im Allgemeinen Männereinstellungen gefördert werden.


    Der Direktor wird sich Gedanken gemacht haben und gut ist. Diskriminierung ist das sicher nicht.

  • Die wenigsten Menschen bekommen Kinder aus rein emotionalen, sondern vor allem aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen. Sonst wären wir alle wohl schon längst ausgestorben.
    Ich vermute mal, dass sich alle Menschen wünschen, dass es auf dem Arbeitsmarkt genug Bedarf an ihnen gibt, sodass sie auch weiterhin ihren Beruf ausüben dürfen. In sozialen Berufen ist das natürlich an die demographische Entwicklung gekoppelt, was eine Verkäuferin oder ein Anwalt in dem Ausmaß nicht so merkt wie ein Lehrer. Beispiel: Eine Dorfschule muss aufgrund geringer Schülerzahlen geschlossen werden. 2-3 Jahre später siedelt ein größerer Betrieb an, viele Mitarbeiter sind Eltern mit Kindern. Entsprechend sind die Schülerzahlen wieder ausreichend, sodass die Schule ihren Betrieb wieder aufnehmen kann. Davon profitieren letztendlich auch die betroffenen Lehrer. Natürlich kann ein Lehrer alleine nicht das demographische Problem lösen, selbst wenn er 10 Kinder bekäme. Er kann aber seinen kleinen Teil tun und wenn andere Lehrer genauso denken und vlt. auch der eine oder andere Nicht-Lehrer (dazu muss man sagen, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass Deutschland ein demographisches Problem hat und entsprechend auch (noch) keinen Handlungsbedarf sehen) überlegt, doch noch ein weiteres Kind bekommt, kommt man der Bevölkerungsstabilitätszahl schon ein gutes Stück näher. Auch wenn es makaber klingt, aber wenn die Bevölkerung plötzlich nicht mehr krank werden würde und es auch zu keinen Verletzungen mehr käme (ich weiß, utopisch, aber let's pretend...), gäbe es keinen Bedarf an Ärzten mehr. Daher profitieren Ärzte natürlich davon, dass Menschen krank werden und zum Arzt müssen.

    Deine Vorstellungen von Familienplanung und von den Vorgängen im öffentlichen Dienst (Schulschließungen und -gründungen) sind - freundlich formuliert - reichlich naiv.

    • Offizieller Beitrag

    Die wenigsten Menschen bekommen Kinder aus rein emotionalen, sondern vor allem aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen. Sonst wären wir alle wohl schon längst ausgestorben.

    bitte???


    wer bekommt denn kinder aus wirtschaftlichen gründen???? :ka:
    aus gesellschaftlichen gründen?? heute???


    nirgendwo dürften emotionale gründe eine so große rolle spielen wie beim kinderkriegen




    wie schon so oft angemerkt:vll doch erst mal selbst machen, dann mitreden....... :flieh:

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