Regelsysteme

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      Hallo zusammen,
      was habt ihr denn für Regeln bei euch in der Klasse? Ich habe eine total laute und auffällige 8. klasse, die sich ständig beleidigen, nur schwer in die Arbeit findet und sich ab der 4. Stunde kaum mehr konzentrieren kann. Strafarbeiten und nachsitzen finde ich jetzt nicht in allen Fällen sinnvoll...bisher haben wir die drei Striche Regel, dann gibt es eine Zusatzarbeit oder man bekommt einen Verweis...

      Und noch etwas: wie geht ihr mit dem Thema Diebstahl in der Klasse um? Polizei war schon da...
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      Werde da mal etwas konkreter - gesamte Klasse so stressig, oder eher ein paar Überdrehte und deren Mitläufer? Ist es deine Klasse, oder unterrichtest du nur einzelne Fächer? Wie viele Schüler, wie (vor allem wie heterogen) ist die Zusammensetzung? Sind die Schüler bei anderen Kollegen genauso aufsässig?

      Was Diebstahl angeht - das ist eine Straftat, und dementsprechend Sache der Polizei. Der Straftäter sollte ggf (vor allem im Wiederholungsfall) der Schule verwiesen werden. Da wir von einer 8. Klasse sprechen, sind die SuS idR 14 und damit strafmündig.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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      Also die Klasse ist meine Klasse und sehr heterogen. Sind eine Gemeinschaftsschule, haben einen inklusionsschüler und einige, die nicht richtig deutsch sprechen und verstehen. Ganz viele nehmen Medikamente für ADS/ ADHS. Die Klasse ist bei allen Lehrer so...zum Teil sogar noch schlimmer.

      Ja klar dass Diebstahl Sache der Polizei ist, aber wenn man nicht weiß wer geklaut hat? Ich höre immer nur, dass da zwei Euro fehlen, dort was weggekommen ist...
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      Wie ist die bisherige Kommunikation mit den Eltern verlaufen? Sind die ADS/ADHS Fälle wirkllich attestiert, oder versucht da nur wieder jemand "Kinder ruhigzustellen"? Sind die Eltern überhaupt fähig, die Kinder zu erziehen? Ist das JA schon tätig geworden, wen ja, inwieweit? Wer hilft dir bei der Inklusion? Bezüglich der Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen - was wird da unternommen? Weshalb sind die in der 8. noch nicht soweit? Neuzugänge (Flüchtlinge?), oder ist hier schlicht entsprechende sprachliche Ausbildung versäumt worden? Hier ist ggf eine andere, individuelle Beschulung notwendig - die Situation die du schilderst ist keine Umgebung, in der Lernen sinnvoll möglich ist.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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      Weil ADS/ADHS häufig "Bequemlichkeitsdiagnosen" sind - ist leider Fakt. Es gibt leider eine ganze Reihe Ärzte, die irgendwelchen "Eltern" den Wunsch nach Ruhigstellung so erfüllen. So viel ADS/ADHS wie mit Ritalin & Co um sich geworfen wird kann es gar nicht geben.
      Häufig ist das Symptom ähnlich, aber die Ursache ganz woanders zu suchen... aber alle zu bequem das zu tun. Hier Kind, friß und halt die Fresse - das ist leider die Haltung von diversen "Eltern", die diese Bezeichnung absolut nicht verdienen.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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      Miss Jones schrieb:

      Wie ist die bisherige Kommunikation mit den Eltern verlaufen? Sind die ADS/ADHS Fälle wirkllich attestiert, oder versucht da nur wieder jemand "Kinder ruhigzustellen"? Sind die Eltern überhaupt fähig, die Kinder zu erziehen? Ist das JA schon tätig geworden, wen ja, inwieweit? Wer hilft dir bei der Inklusion? Bezüglich der Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen - was wird da unternommen? Weshalb sind die in der 8. noch nicht soweit? Neuzugänge (Flüchtlinge?), oder ist hier schlicht entsprechende sprachliche Ausbildung versäumt worden? Hier ist ggf eine andere, individuelle Beschulung notwendig - die Situation die du schilderst ist keine Umgebung, in der Lernen sinnvoll möglich ist.

      Ich würde mal sagen, dass das was du beschreibst Alltag an Gemeinschaftsschulen ist!?!

      Das was oben beschrieben wird könnte auch meine Klasse sein. Mittlerweile ist das leider normal, dass auf die verbliebenen Werkrealschulen oder Gemeinschaftsschulen alles abgedrückt wird, das woanders keinen Platz hat.
      Inklusion, Flüchtlinge, verhaltensauffällige Realschüler, Schulschwänzer, psychisch kranke Schüler... Man könnte es endlos fortsetzen.
      Das Jugendamt ist hier leider selten eine Hilfe bzw. bis das in die Gänge kommt muss schon viel passieren.
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      Die Ausgangsfrage war nach Regelsystemen. Meine Erfahrung ist, dass Strafarbeiten etc. tatsächlich bei den meisten SchülerInnen nicht wirken (außer bei normalerweise sehr lernwilligen Kindern, die nur vorübergehend etwas neben der Spur sind). Wirksamer sind Verstärkersysteme, die mit positiver Verstärkung arbeiten. Dies kann entweder für jeden Schüler einzeln geführt werden oder gruppenweise. Wichtig ist hier, dass der Zeitrum recht kurz ist und die Wirkung dann relativ schnell erfolgt.
      Ich habe eine Ampel in meiner Klasse hängen. Zu Stundenbeginn ist jeder Schüler bzw. jede Gruppe auf „grün“. Bei Unterrichtsstörungen, fehlender Mitarbeit etc. wandert der Sch. auf orange. Bemüht er sich dann bis zum Ende der Stunde, komnt er wieder auf „grün“. Bei wiederholtem Fehlverhalten wandert er auf „rot“. Alle Sch., die am Ende der Stunde auf „grün“ sind, bekommen einen Punkt (Stern, Smiley, was auch immer), offen sichtbar auf einem Plakat in der Klasse oder als kleines Kärtchen in die Hand. Diese Punkte können dann später eingetauscht werden, wenn die geforderte Me ge erreicht wurde. Am Anfang mache ich dies jeweils am Ende des Schultages (bzw. wenn mein Unterricht in der Klasse beendet ist), damit die Sch. schnell den Zusammenhang von Verhalten und positiver Wirkung erfahren. Später weite ich dies auf längere Zeiträume aus.
      Wofür die Sch. die Punkte eintauschen können,hängt davon ab, was diese als erstrebenswertes Ziel ansehen würden. Ich vergebe bspw. Hausaufgaben–Gutscheine, Gutscheine für eine Viertelstunde spielen, malen etc..
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      Miss Jones schrieb:

      Weil ADS/ADHS häufig "Bequemlichkeitsdiagnosen" sind - ist leider Fakt.
      Du stellst das hier so deutlich als Fakt dar - dafür hätte ich gerne eine valide Quelle von dir. Danke.


      Aber auch hier zu deiner ursprünglichen Aussage: Du sagst "Wurde das wirklich attestiert oder wird er nur ruhig gestellt". Wird Ritalin verschrieben, ist zwangsläufig ADHS diagnostiziert (wenn man mal von der ganz seltenen Anwendung bei Narkolepsie absieht)

      Miss Jones schrieb:

      Häufig ist das Symptom ähnlich

      Eine Diagnose von ADS darf ausdrücklich NICHT nur aufgrund von Symptomen erfolgen, sondern explizit durch eine vollständige Anamnese anhand der Kriterien im DSM-5 oder ICD-10.


      Solange ich keine Quelle für Deutschland von dir bekomme, ordne ich den Beitrag als heiße Luft ein, wie so üblich bei dir.
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      Aber eine durchaus existente Diskrepanz zwischen "Soll" und "Ist" ist dir schon bekannt, oder?
      Wenn etwas bei dir grundsätzlich nie so ist weil es "nicht sein darf" - machst du es dir sehr einfach, und den Eindruck hatte ich bei dir bisher eigentlich nicht.
      Und - traust du einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast? Siehst du.

      (btw, hat dir jemand in dein Feierabendbier gepinkelt, oder hast du grundsätzlich so ne Laune?)
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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      An dieser Stelle muss ich mich Karl-Dieter doch mal anschließen: Für diese Behauptungen hätte ich auch gerne valide Quellen gesehen! Letztlich steckt dahinter der Vorwurf, dass Ärzte Falschdiagnosen aus Gefälligkeit stellen und in gewisser Hinsicht auch die Hybris, als Lehrkraft über ein Krankheitsbild besser Bescheid zu wissen, als approbierte Fachärzte. Dass die Anzahl von Diagnosen zugenommen hat, kann auch bedeuten, dass die Krankheit heute anerkannter ist als früher und damit sensibler umgegangen wird.

      Miss Jones schrieb:

      Und - traust du einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast? Siehst du.
      Der Spruch ist so alt, wie er falsch ist. Es lohnt sich oft, die Rohdaten selber zu sichten und zu interpretieren und sich nicht (nur) auf Interpretationen einer Interessengruppe zu verlassen. Die wenigsten Statistiken sind gefälscht, sondern oft wird nur die Darstellungsform der Daten in eine gewünschte Richtung beeinflusst (z.B. flächenfalsche Darstellung von Größenvergleichen, um Unterschiede überzubetonen)


      Den Hinweis auf den Umgang mit Straftaten hingegen finde ich goldrichtig. Problematisch dürfte die geringe Aufklärungsquote sein, falls überhaupt ein Ermittlungsverfahren nicht gleich eingestellt wird. Insofern stellt sich dennoch die Frage nach dem Umgang innerhalb des Systems Schule damit. Ein Ansatzpunkt wäre, wie die Aufsicht in Pausen geregelt ist. Stehen Klassenräume offen, sind diese verschließbar? Vielleicht kann in der Klasse auch der Umgang mit eigenen Wertsachen thematisiert werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Seph ()