IQB - Viertklässler rechnen und lesen und rechnen schlechter (zeit.de)

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    • Valerianus schrieb:

      Die Anstrengungsbereitschaft insbesondere auf Elternseite dürfte massiv davon abhängen, ob ihr Kind so oder so aufs Gymnasium gehört oder ob die Schulleistungen damit etwas zu tun haben. ;)
      Dieses Argument verwundert mich. (Habe ich anderswo schon gelesen.) ;)

      Wenn der Notendurchschnitt den Fortgang der Schullaufbahn bestimmt, strengen sich die Eltern mehr an, dass ihre Kinder Lesen, Schreiben, Rechnen usw. lernen und sonst ist es ihnen egal?
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Das habe ich anderswo gelesen bei dem Verweis auf den PISA-Sieger Finnland mit seinen offenen Unterrichtsformen.


      anderswo schrieb:

      Nur das die finnischen Ergebnisse noch auf das alte lehrerzentrierte Modell zurückzuführen waren. Spätere Tests, bei denen die offeneren Unterrichtsmethoden bereits eingesetzt wurden, zeigten einen deutlichen Leistungsabfall. Darüber wird aber seltener berichtet. Lehrerzentrierung scheint wohl doch nicht so schlecht zu sein, wie sie den Studenten und besonders den Referendaren eingetrichtert wird. Also nicht nur vom erheblich geringeren organisatorischen Aufwand (Vorbereitung, Kopien usw.), auch vom Lernerfolg her.

      Mir scheint das richtig !
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • sofawolf schrieb:

      Valerianus schrieb:

      Die Anstrengungsbereitschaft insbesondere auf Elternseite dürfte massiv davon abhängen, ob ihr Kind so oder so aufs Gymnasium gehört oder ob die Schulleistungen damit etwas zu tun haben. ;)
      Dieses Argument verwundert mich. (Habe ich anderswo schon gelesen.) ;)
      Wenn der Notendurchschnitt den Fortgang der Schullaufbahn bestimmt, strengen sich die Eltern mehr an, dass ihre Kinder Lesen, Schreiben, Rechnen usw. lernen und sonst ist es ihnen egal?
      Ist doch logisch. Will ja keiner dass sein Kind auf der Hauptschule landet bzw. auf der Gemeinschaftsschule. Auf das Gymnasium geht es jetzt auch mit unterirdischen Noten...
      Es gibt wirklich sehr viele Eltern die der Meinung sind, wenn man mal auf dem Gymnasium ist dan schafft man auch den Abschluss.
    • Man müsste präzisieren:
      Wenn man mal auf dem Gymnasium ist, hat man, so die Sicht der Eltern, auch den Anspruch, das Abitur zu erhalten - ganz gleich wie die Leistungen sind.
      Das scheint mir unter anderem bei osteuropäischen Zuwandererfamilien der Fall zu sein. Die wollen eine gute (Aus)Bildung für ihr Kind, sehen das Gymnasium als die beste Garantie dafür - und erwarten dann von den Lehrern, dass das dann auch klappt.
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • Hm, das muss ich mal weiter durchdenken.

      Hat man denn nicht, wenn der Notendurchschnitt entscheidet, noch viel mehr Zensurenstress mit den Eltern, die dann um jeden Punkt feilschen, dir Fehler nachzuweisen versuchen, dir mit Anwalt drohen? Am Ende gibst du dann von vornherein die besseren Noten, um dir den Ärger zu ersparen?!?
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • Nein, ich glaube, der Hauptgrund liegt in der eher konservativ ausgerichteten Bildungspolitik in Bayern und Sachsen und da müsste man nun mal genauer schauen, was das im Einzelnen bedeutet.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • svwchris schrieb:

      sofawolf schrieb:

      Valerianus schrieb:

      Die Anstrengungsbereitschaft insbesondere auf Elternseite dürfte massiv davon abhängen, ob ihr Kind so oder so aufs Gymnasium gehört oder ob die Schulleistungen damit etwas zu tun haben. ;)
      Dieses Argument verwundert mich. (Habe ich anderswo schon gelesen.) ;-)Wenn der Notendurchschnitt den Fortgang der Schullaufbahn bestimmt, strengen sich die Eltern mehr an, dass ihre Kinder Lesen, Schreiben, Rechnen usw. lernen und sonst ist es ihnen egal?
      Ist doch logisch. Will ja keiner dass sein Kind auf der Hauptschule landet bzw. auf der Gemeinschaftsschule. Auf das Gymnasium geht es jetzt auch mit unterirdischen Noten...Es gibt wirklich sehr viele Eltern die der Meinung sind, wenn man mal auf dem Gymnasium ist dan schafft man auch den Abschluss.

      Ich fürchte da ist auch ein bissel was dran... Das ist ein Teufelskreis.
    • Naja aber so denken viele Eltern: "Lass die Lehrer reden, mein Kind geht aufs Gymasium." Wenn sie wüssten, dass eine bestimmte Note sein muss, würden sie sich auch mal mit ihrem Kind hinsetzen und das Einmaleins üben. Feilschen können sie ja versuchen, muss man ja nicht drauf eingehen. Aber das ist sicher nicht der einzige Aspekt warum Bayern und Sachsen vorne sind.
    • Ich denke, die Hauptgründe sind auch zu sehen in dem, was man unter

      - Kuschelpädagogik,
      - Erleichterungspädagogik,
      - Spaßschule

      bereits seit Langem kritisiert wird. Zu viel Spielkram und zu wenig Lernen! (in der Grundschule)


      Mit dem verbindlichen Notendurchschnitt fürs Gymnasium hat das meiner Meinung nach eher sehr wenig zu tun. Nach dieser Theorie üben jene Eltern mit ihren Kindern das 1x1 nur deshalb nicht, weil sie eh wissen, ihr Kind kommt nicht ans Gymnasium. Nee, da liegt meiner Meinung nach nicht der Hund begraben.
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
    • sofawolf schrieb:

      Warum ist alles trotz all der Reformen der letzten Jahrzehnte und trotz Hochschulausbildung der Grundschullehrer schlechter geworden (im Vergleich zu vorher)?
      Vielleicht ist das ja nicht trotz, sondern wegen der Reformen so gekommen?
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • sofawolf schrieb:





      Mit dem verbindlichen Notendurchschnitt fürs Gymnasium hat das meiner Meinung nach eher sehr wenig zu tun. Nach dieser Theorie üben jene Eltern mit ihren Kindern das 1x1 nur deshalb nicht, weil sie eh wissen, ihr Kind kommt nicht ans Gymnasium. Nee, da liegt meiner Meinung nach nicht der Hund begraben.
      Ne weil sie denken, dass eine 3 oder 4 in Mathe eh nicht so entscheidend ist und das Kind so oder so zum Gymnasium gehen wird und einmal drauf wirds schon laufen.
    • sofawolf schrieb:

      Ja, da lese ich vieles, was ich auch so sehe. Ist nur müßig, alles zu kopieren ... :(
      Ich hab es ja nicht für dich kopiert, sondern für die Vielen, die es nicht kennen und lesen. Es passt zum Thema. Und deinen Beitrag darunter verstehe ich überhaupt nicht. Also sind doch wieder nur die GSL Schuld? Dann hast du den kopierten Beitrag nicht gelesen. Oder ignorierst die Realität bewusst.
      8) LG cubanita1

      Achte gut auf deinen Körper. Er ist der einzige Ort, in dem du leben kannst.
    • Das Argument mit der früheren Einschulung kann die Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht erklären. In Bayern z.B. ist der Stichtag auch der 30.09. Rückstellungen sind sehr selten. Wer möchte, kann sein Kind sogar als sogenanntes "Kann-Kind" mit Stichtag 31.12. anmelden. Dafür muss man keine weitere Untersuchung, Gutachten o.Ä. anbringen. Die ganz normale Schulanmeldung reicht. Hier gibt es also auch Fünfjährige in der 1. Klasse.
    • sofawolf schrieb:

      Hm, das muss ich mal weiter durchdenken.

      Hat man denn nicht, wenn der Notendurchschnitt entscheidet, noch viel mehr Zensurenstress mit den Eltern, die dann um jeden Punkt feilschen, dir Fehler nachzuweisen versuchen, dir mit Anwalt drohen? Am Ende gibst du dann von vornherein die besseren Noten, um dir den Ärger zu ersparen?!?
      Das dürfte in einigen Fällen tatsächlich so sein - vor allem dann, wenn die Schulleitung den KollegInnen nicht den Rücken stärkt und sofort einknickt.
      Gleichzeitig erfährt man aber von gut unterrichteten Kreisen, dass selbst die Bezirksregierungen Widersprüche durchwinken, um sich vor Klagen und dem entsprechenden Arbeitsaufwand zu schützen.

      Viel nachhaltiger wirkt jedoch das grotesk anmutende Maß an Bürokratie, das jede Lehrkraft, die ein Defizit vergibt, bewältigen muss. Ich glaube, dass die akribische Dokumentationspflicht hier tatsächlich in vielen Fällen für ein "knapp ausreichend" anstelle der eigentlich völlig verdienten Fünf führt. Das Land will es so, das Land kriegt es so. Und hinterher wundert man sich.
      Wobei "man" eigentlich völlig klar zuzuordnen ist. Als Lehrer wundert man sich da schon lange nicht mehr.
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • gingergirl schrieb:

      Das Argument mit der früheren Einschulung kann die Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht erklären. In Bayern z.B. ist der Stichtag auch der 30.09. Rückstellungen sind sehr selten. Wer möchte, kann sein Kind sogar als sogenanntes "Kann-Kind" mit Stichtag 31.12. anmelden. Dafür muss man keine weitere Untersuchung, Gutachten o.Ä. anbringen. Die ganz normale Schulanmeldung reicht. Hier gibt es also auch Fünfjährige in der 1. Klasse.
      es geht weniger um die frühere Einschulung als um die Konsequenzen, die sich daraus ergeben sollten. Das kann ich nicht beurteilen für Sachsen oder Bayern. Aber wer das eine will, muss das andere mögen. Will heißen, wer jüngere Schulkinder in die Schule bringen will, muss entsprechende Mechanismen installieren, damit das dann auch sinnhaft, zielorientiert und passend für eben dieses Alter ist. Er muss Geld in die Hand nehmen, um sowohl die Lehrer vom Wissenstand als auch materiell und personell entsprechend auszustatten. Er muss Gesetze, Lehrpläne und andere Basics schaffen, damit das Rad auch rollen kann.
      Das gilt ebenso für Inklusion und für die Integration von Geflüchteten. Nur einfach rein mit den Kindern in die Grundschule, funktioniert eben nicht.
      8) LG cubanita1

      Achte gut auf deinen Körper. Er ist der einzige Ort, in dem du leben kannst.
    • gingergirl schrieb:

      Das Argument mit der früheren Einschulung kann die Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht erklären. In Bayern z.B. ist der Stichtag auch der 30.09. Rückstellungen sind sehr selten. Wer möchte, kann sein Kind sogar als sogenanntes "Kann-Kind" mit Stichtag 31.12. anmelden. Dafür muss man keine weitere Untersuchung, Gutachten o.Ä. anbringen. Die ganz normale Schulanmeldung reicht. Hier gibt es also auch Fünfjährige in der 1. Klasse.
      Was mich noch mehr wundert, als die Ergebnisse von Bayern oder Bremen: da schreibt jemand was von der Dramatik früher Einschulung und das quittieren 14 Leute mit gefällt mir. Fast Rekord hier im Forum ;) Ein anderer sagt: "Bayern schult genauso früh ein" und es wird komplett ignoriert. So ähnlich läuft das übrigens leider auch in anderen Threads...

      Es scheint hier manchmal, als ob ein Stichwort reicht, draufloszumeinen. Schüler werden scheinbar immer doofer und verhaltensgestörter, Eltern immer ignoranter und Reformen immer sinnloser. Ihr habt aber schon noch Spass an der Arbeit? So ganz allgemein? Mögt ihr eure Schüler? Redet ihr auch manchmal von Mutter zu Mutter (oder Mensch zu Mensch) mit den Eltern? Ohne mahnenden Zeigefinger und Besserwisserei? Traut ihr ihnen zu, dass ihnen ihre Kinder 1000mal wichtiger sind, als sie es als Schüler für euch je sein könnten? Könnt ihr trotz veränderter Lehrpläne mit den Kindern Spass am Lesen entdecken?... Ich vermute es doch.

      Also von Anfang. Wenn denn Lesefähigkeit wirklich so flächendeckend messbar sein sollte), dann frage ich mich, wieso 10-Jährige Badener weniger lesen, als gleichaltrige Franken oder Vogtländer. Das ergibt doch so erst mal keinen Sinn. Und eine simple Lösung à la "Migration! Reformen! Einschulungsalter! SPD! Geldmangel!" Scheinen mir simpler zu sein, als komplexen Zusammenhängen zuträglich ist.
    • @ Krabappel
      Das wundert dich, dass 14 ForianerInnen Elefantenflip zustimmen? Ich wundere mich, dass es nicht viel mehr sind. Es kommt doch alles zusammen, über Jahre hinweg. Wahrscheinlich hast du noch nicht das Alter / die Berufserfahrung, um die Entwicklung miterlebt zu haben.
      Natürlich hat das alles Auswirkungen, gerade an Schulen mit "problematischerem" Einzugsbereich. Und von diesen wird es in NRW doch deutlich mehr geben als in Bayern.
      Wenn du den Beitrag von flip (Post 7) mal gedanklich mit dem von Cubanita (Post 27) verlinkten Blog-Artikel ergänzt, wir das Bild noch deutlicher für dich. Die "14" Leser haben garantiert nicht nur frühe Einschulung mit "gefällt mir" quittiert. Es gibt schon komplexere Zusammenhänge, sagst du ja selbst am Ende. Und natürlich gehören auch vermurkste Lehrmethoden zu den Ursachen.
    • pepe schrieb:

      ...Wahrscheinlich hast du noch nicht das Alter / die Berufserfahrung, um die Entwicklung miterlebt zu haben.
      Natürlich hat das alles Auswirkungen...
      wir das Bild noch deutlicher für dich.... Und natürlich gehören auch vermurkste Lehrmethoden zu den Ursachen.
      Elefantenflip ist eine hervorragende Lehrerin, die didaktisch sehr durchdachte Beiträge bringt. Ich beschwere mich nicht darüber.
      Es ist eher diese Mischung, die du an dieser Stelle zeigst: 1. überhebliche Art, z.B. anderen zu sagen, dass sie halt noch nicht so schlau, erfahren und weit (=frustriert?) sind, wie man selbst und 2. eigene Gefühle als unumstößliche Wahrheit aufzustellen.

      Pädagogik hat immer das Problem der eigenen Betroffenheit. Und das Abdriften in die Unwissenschaftlichkeit. Gerade ich kann mich maßlos über derlei Themen aufregen. Und das ist ja das Feine hier, dass man sich austauschen kann. Ich finde aber, wir sollten aufpassen, dass nicht nur noch unbegründete Schlagworte ausgetauscht werden. Vor allem, wenn es immer darin gipfelt, dass alles eben einfach Scheiße ist und alle dem zustimmen.

      Ist jetzt sehr OT, aber es ging hier mal um meine wirklich sehr schwierige Schüler- und Elternschaft, die ich gegen irgendwas aufwiegen wollte und dann meinte jemand, dass es doch nicht sinnig sei, hier sowas wie einen Verhaltensproblemcontest zu starten ("wer hat die schwierigsten Schüler..."). Und ich fands sinnig und hab versucht, mich fortan nicht mehr zu beschweren. Worte bilden auch die eigene Meinung.

      So wie man Klassenregeln sinnvollerweise positiv formuliert, könnte man auch hier versuchen, herauszufinden, was andere (Bundes-)länder denn machen, damit die Kinder besser rechnen/ lesen/ whatever. Wenns der spätere Schulbeginn ist: super, lassst uns dafür einstehen. Aber das ist es ja offensichtlich nicht mal, denn das handhaben viele Länder so. Und Klassen sind heterogene Gruppen, egal wie alt die Kinder sind.

      Mich würde z.B. interessieren: hat schon mal jemand ernsthaft alle Lehrpläne verglichen? oder die Einstellung von LehrerInnen bzgl. Leselernprozessen? Anzahl der Deutschstunden? zumeist verwendete Lehrwerke je Region?... irgendwas Konstruktives, Vergleichbares?