OBAS vs. Referendariat ???

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    • OBAS vs. Referendariat ???

      Hallo zusammen,

      ich bin total neu in der Materie. Ich habe gelesen dass einige Quereinsteiger irgendwie ein Referendariat gemacht haben und das total empfohlen haben, da man dort lernt wie man überhaupt Unterricht macht. Wenn ich nach OBAS einsteige ist das ja kein Referendariat, sondern ich springe ins kalte Wasser und unterrichte von Anfang an selbst, richtig?
      Wenn man nun ein Ref machen wollte, müsste das dann vor OBAS abgelegt werden? Und wie kommt man an so eine Stelle?
      UND: Was denkt ihr grundsätzlich, reicht OBAS für den Seiteneinstieg oder haltet ihr ein Ref für sehr gewinnbringend?

      Danke und beste Grüße an alle
    • Hallo! Ich weiß nicht von welchem Bundesland Du ausgehst. Ein klassisches Referendariat können Seiteneinsteiger mit einem nichtlehramtsbezogenen Studienabschluss unter bestimmten Voraussetzungen meiner Kenntnis nach in Niedersachsen absolvieren.

      OBAS ist eine Art berufbegleitendes Referendariat für Seiteneinsteiger in NRW.
      Sie bewerben sich auf ausgeschriebene Stellen, die für den Seiteneinstieg offen sind und absolvieren nach erfolgreicher Einstellung diese Art von Ausbildung, die unter anderem den Besuch vom Unterrichtsbesuche beinhaltet.
      Der Seiteneinsteiger arbeitet vom ersten Tag an selbständig als Lehrer in Vollzeit, auf Antrag in Teilzeit.
      Genaueres findest Du auf der Seite lois.nrw oder mittels Suchfunktion hier im Forum.
    • Magistra schrieb:

      Hallo! Ich weiß nicht von welchem Bundesland Du ausgehst. Ein klassisches Referendariat können Seiteneinsteiger mit einem nichtlehramtsbezogenen Studienabschluss unter bestimmten Voraussetzungen meiner Kenntnis nach in Niedersachsen absolvieren.

      OBAS ist eine Art berufbegleitendes Referendariat für Seiteneinsteiger in NRW.
      Sie bewerben sich auf ausgeschriebene Stellen, die für den Seiteneinstieg offen sind und absolvieren nach erfolgreicher Einstellung diese Art von Ausbildung, die unter anderem den Besuch vom Unterrichtsbesuche beinhaltet.
      Der Seiteneinsteiger arbeitet vom ersten Tag an selbständig als Lehrer in Vollzeit, auf Antrag in Teilzeit.
      Genaueres findest Du auf der Seite lois.nrw oder mittels Suchfunktion hier im Forum.
      Alles klar! Ich dachte Ref. und OBAS sind 2 Paar Schuhe!
    • Sind es auch irgendwie. Das ist als würdest du Gummistiefel mit Sandalen vergleichen.
      Ref ist für Leute mit Master of Education/ 1. Staatsexamen. Die machen dann das Ref. Das dauert je nach BL unterschiedlich lange. Je nach Bundesland hat man dabei direkt oder erst später mehr oder weniger eigenverantwortlichen Unterricht.

      OBAS in NRW ist für Seiteneinsteiger ohne Master of Education/ 1. Staatsexamen. Dabei unterrichtet man direkt mit (in NRW) höherem Deputat als im Ref und mehr eigenverantwortlichem Unterricht.

      Unterrichtsbesuche musst du in NRW in beiden Fällen absolvieren.
      Aber mit OBAS bewirbst du dich direkt bei der Schule, im Ref wirst du zugewiesen.
      Mit OBAS bleibst du danach an der Schule, nach dem Ref musst du dich bewerben.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Ja, das sind auch zwei unterschiedliche Ausbildungswege. yestoert hat Dir die wesentlichen Unterschiede genannt.
      Wenn du keinen Master of Education hast, dann kannst du in NRW kein Referendariat absolvieren. Du kannst dann bei vorliegen der Voraussetzungen die OBAS machen.
    • Ref und OBAS sind von der Ausbildung her nahezu identisch. In Kurzform: OBAS = berufsbegleitendes Ref

      OBAS = 24 Monate, 1/2-Jahr lang keine benoteten UBs und Kur + Prüfung in Bildungswissenschaften, danach zusammen mit den Refs. Man sitzt auch zusammen in den Kursen, also im Seminar gibts da keinen Unterschied mehr. Auch bei der Prüfung nicht.
      Ref = 18 Monate

      Was sich unterscheidet ist der Status an der Schule. Da unterrichtest Du nahezu wie ein fertiger Lehrer. Zum Teil mit der gleichen Verantwortung und Zusatzaufgaben (Je nach Schule, da gibts Unterschiede). Bezahlung schon nahe am Gehalt eines fertigen Lehrers, aber im Angestelltenverhältnis.
    • Sissymaus schrieb:

      Ref und OBAS sind von der Ausbildung her nahezu identisch. In Kurzform: OBAS = berufsbegleitendes Ref

      OBAS = 24 Monate, 1/2-Jahr lang keine benoteten UBs und Kur + Prüfung in Bildungswissenschaften, danach zusammen mit den Refs. Man sitzt auch zusammen in den Kursen, also im Seminar gibts da keinen Unterschied mehr. Auch bei der Prüfung nicht.
      Ref = 18 Monate

      Was sich unterscheidet ist der Status an der Schule. Da unterrichtest Du nahezu wie ein fertiger Lehrer. Zum Teil mit der gleichen Verantwortung und Zusatzaufgaben (Je nach Schule, da gibts Unterschiede). Bezahlung schon nahe am Gehalt eines fertigen Lehrers, aber im Angestelltenverhältnis.
      Kann man das OBAS mit Bachelor machen???
      Ich habe Maschinenbau studiert und fange meinen Master of Education im SS2018 an. Mit OBAS könnte ich mir ja theoretisch 2 Jahre Uni sparen :D
    • Master oder Äquivalent.

      Ich zitiere mal:

      Schulministerium schrieb:

      An der berufsbegleitenden Ausbildung kann teilnehmen, wer
      1. einen an einer Universität erworbenen Hochschulabschluss nachweist, der auf einer Regelstudienzeit von insgesamt mindestens acht Semestern beruht und keinen Zugang zu einem Vorbereitungsdienst nach § 5 Lehrerausbildungsgesetz eröffnet,
      2. eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit oder eine mindestens zweijährige Betreuung eines minderjährigen Kindes nach Abschluss des Hochschulstudiums nachweisen kann,
      3. die für die Unterrichts- und Erziehungstätigkeit erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse besitzt und
      4. im Rahmen eines Auswahlverfahrens mit positiver Prognose über den Ausbildungserfolg in den Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen im Tarifbeschäftigungsverhältnis eingestellt wurde.

      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von yestoerty ()

    • Christian.M schrieb:

      Gilt ein Masterabschluss bei OBAS auch für Mangelfächer???
      OBAS allgemein gilt nur für Mangelfächer. OBAS ist kein(!) Einstieg ins Lehramt in jedem beliebigen Fach. Ansonsten hat yestoerty das relevante zitiert. Berufserfahrung ist auch relevant - oder Kindererziehung als Ersatz.

      Mein Tipp, bevor du weiter Fragen ins Blaue stellst:
      Infobroschüre OBAS

      Lesen, verstehen, danach Fragen stellen.
    • Wenn du ein mangelfach hast, kannst du über den FH-Erlass einsteigen. Dauert länger. Ist anstrengend. Viel Fahrerei zur Uni. Manche schaffen die Uni nicht. Haben gerade so einen Fall.

      Dazu schau dir den Erlass auf der LOIS Seite an unter Rechtsvorschriften oder so. Kann grad den Link nicht suchen.
    • Sissymaus schrieb:

      Bezahlung schon nahe am Gehalt eines fertigen Lehrers, aber im Angestelltenverhältnis.
      Und genau das ist der Grund, warum ich nicht verstehe, warum man nicht mit dem 1. StaEx / Master of Education OBAS machen kann? Die Bezahlung im Ref. ist nämlich ein schlechter Scherz, wenn man dafür noch eine Schule quer durchs ganze Bundesland zugewiesen bekommt und am Schulort einen Zweitwohnsitz unterhalten muß.

      Wir hatten jedenfalls viele REfis, die noch einen Nebenjob hatten, um das Referendariat finanziell überhaupt stemmen zu können.
    • Damit die Leute aus den Mangelfächern überhaupt während der boomenden Wirtschaft und den vielen Stellen, die es gibt, ihren sicheren Job aufgeben. Normalerweise ist das Programm für Professionals geschaffen worden, die nicht einfach einen Gehaltsabstieg in dieser Größenordnung stemmen können. Dass nun auch Leute ohne jegliche Berufserfahrung in das Programm kommen können, liegt hauptsächlich daran, dass es im Moment in Deutschland zu gut läuft und die guten Leute nicht ins Lehramt wollen. Jedenfalls nicht genug.

      Ich hätte niemals meinen Job aufgegeben, wenn ich diese Bezahlung nicht bekommen hätte. Schließlich bin ich ein großes Risiko eingegangen. Ich hatte einen unbefristeten Job als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Und ich hab 2 Kinder sowie ein Haus. Wenn es diesen Mangel gibt, muss das Land dann eben Geld in die Hand nehmen, wenn sie es Jahre vorher verpennt haben.

      Allerdings gab es in meinen Fächern schon immer Quereinsteiger. Ist auch meiner Meinung nach das beste. Maschinenbau ist ein so großes Feld. Wie man das alles im Rahmen eines lehramtsstudiums zusammen mit einem zweiten Dach abdecken kann, ist mir schleierhaft. Selbst nach meinem fachwissenschaftlichen Studium unterrichte ich Themen, die ich noch nie gemacht habe. Weder im Studium noch in der Ausbildung. Wie zb CNC oder E-Pneumatik.

      Zusammengefasst: OBAS ist keine Gehaltserhöhung für Referendare.
    • Sissymaus schrieb:

      Ich hätte niemals meinen Job aufgegeben, wenn ich diese Bezahlung nicht bekommen hätte. Schließlich bin ich ein großes Risiko eingegangen.
      Und der originäre Lehramtsstudent geht kein Risiko ein?

      Er studiert ein Fach, in dem es effektiv nur einen Arbeitgeber gibt und er legt sich schon zieg Jahre vorher fest, daß er dort hin will, ohne Gewißheit, daß er nachher dort auch eine Stelle bekommt. Denk doch mal an die 1980er zurück. Damals wurde praktisch kein Lehrer eingestellt. Sogar fertigen Studenten, die das 1. StaEx in der Tasche hatten, wurde das Referendariat verweigert, weil "kein Bedarf" war. Sie konnten also nicht einmal ihre ausbildung beenden.

      So gesehen haben die Lehramtsstudenten das weitaus höhere Risiko und müßten im Ref. eigentlich besser bezahlt werden als die OBASler. Allein schon, daß sich die OBASler nach dem Vorbereitungsdienst nicht erneut bewerben müssen, die Refis aber schon, sehe ich als eine massive Benachteiligung derer, die sich gleich von Anfang an fürs Lehramt entschieden haben gegenüber denen, die aus Opportunitätsgründen gerade die Gunst der Stunde nutzen.
    • plattyplus schrieb:

      Sissymaus schrieb:

      Ich hätte niemals meinen Job aufgegeben, wenn ich diese Bezahlung nicht bekommen hätte. Schließlich bin ich ein großes Risiko eingegangen.
      Und der originäre Lehramtsstudent geht kein Risiko ein?
      Er studiert ein Fach, in dem es effektiv nur einen Arbeitgeber gibt und er legt sich schon zieg Jahre vorher fest, daß er dort hin will, ohne Gewißheit, daß er nachher dort auch eine Stelle bekommt. Denk doch mal an die 1980er zurück. Damals wurde praktisch kein Lehrer eingestellt. Sogar fertigen Studenten, die das 1. StaEx in der Tasche hatten, wurde das Referendariat verweigert, weil "kein Bedarf" war. Sie konnten also nicht einmal ihre ausbildung beenden.

      So gesehen haben die Lehramtsstudenten das weitaus höhere Risiko und müßten im Ref. eigentlich besser bezahlt werden als die OBASler. Allein schon, daß sich die OBASler nach dem Vorbereitungsdienst nicht erneut bewerben müssen, die Refis aber schon, sehe ich als eine massive Benachteiligung derer, die sich gleich von Anfang an fürs Lehramt entschieden haben gegenüber denen, die aus Opportunitätsgründen gerade die Gunst der Stunde nutzen.
      Das mag ein Grundsatzproblem sein, dass die Lehrerausbildung in D so verläuft. ich stimme Dir grundsätzlich zu, dass das ungünstig ist. In anderen Ländern wird Fachwissenschaft studiert und man muss anschließend die Pädagogik und Didaktik zu seinem Fach studieren. Halte ich für sinnvoller. Ist aber hier nicht das Thema! Die Bezahlung ist auch Diskussionswürdig, ein Trainee bekommt in der freien Wirtschaft auch einen normalen Lohn. Nur darf man das vielleicht auch nicht direkt vergleichen, denn hier erwirbt man einen weiteren Abschluss: Das 2. Staatsexamen. Also ist es ein Teil der Ausbildung. Und die wird wie bei Azubis eben mit einem Teil des Lehrergehaltes bezahlt. Kann ich auch nichts dran ändern.

      ABER: OBAS wurde geschaffen, um Mangelfächer abzudecken bzw. für Schulen, die aufgrund ihrer geographischen Lage keine Lehrerstellen besetzen können. Nicht für Lehrämter, die ein hohes Risiko wegen eines Arbeitgebers eingehen. Das ist eben so! Eigentlich ist das nur eine Rechtsvorschrift für NICHT-Lehramtler. Und das sind Leute, die auf Lehramt studiert haben, eben nicht. Deswegen gleiche Behandlung zu fordern, macht m. E. wenig Sinn, denn es sind ganz andere Voraussetzungen da.

      Wie soll man denn Deiner Meinung nach Leute ins Lehramt locken, die in festen Arbeitsverhältnissen in der Wirtschaft stehen?
    • Sissymaus schrieb:

      Wie soll man denn Deiner Meinung nach Leute ins Lehramt locken, die in festen Arbeitsverhältnissen in der Wirtschaft stehen?
      Ich würde die Frage anders stellen: Wie macht man das Lehramtsstudium attraktiver, um gleich von Beginn an genug originäre Lehrer zu bekommen?

      Gerade in unserem Job ist doch so ziemlich alles lange im Voraus planbar. Es vergehen von Geburt bis zur Grundschule 6 Jahre, bis zur Sek.I 10 Jahre und bis sie dann bei uns in der Sek.II aufschlagen 16 Jahre.

      Also kann man jetzt schon berechnen, wie viele Grundschullehrer man in 6 Jahren brauchen wird. Damit ist der planbare Vorlauf länger als das Studium selber. Bei uns in der Sek.II genügt es erst weit nach der Geburt die Planung zu beginnen.
      Klar kann man jetzt einwenden, daß ja die Firmen darüber entscheiden in welchen Berufen wie viele Azubis ausgebildet werden, aber soviel tut sich da auch nicht, als das das nicht abschätzbar wäre. Außerdem haben wir bei uns am BK genug Quereinsteiger (Ausbildung nach OBAS) die nachher auch fachfremd unterrichten.

      Ideen, um das Studium attraktiver zu machen:
      • Geplante Einstellungsquoten für die nächsten Jahre, damit nicht noch einmal sowas passiert wie in den 1980ern, als praktisch kein Lehrer eingestellt wurde.
        --> spiegel.de/spiegel/print/d-13513522.html
        Soetwas darf sich nicht wiederholen. Zumindest als ich studiert habe, war die Angst davor, daß der einzige potentielle Arbeitgeber von einem Jahr aufs nächste die Einstellungen komplett einstellt, wie er es damals auch gemacht hat, verdammt groß.
      • Wenn man die Referendare schon quer durchs ganze Bundesland verschicken muß, sollte das Gehalt bzw. die Anwärterbezüge dies auch ermöglichen. Zweitwohnsitz und Wochenendpendelei kosten.
      • Feste Arbeitszeiten. Also wirklich mal festgelegte Ruhe- und maximale Arbeitszeiten wie in anderen Berufen auch. In der Verwaltung ist in NRW haben Beamte die 41 Stunden/Woche. Gemäß Arbeitsschutz sind wöchentlich maximal 48 Stunden zulässig, in Ausnahmefällen 60 Stunden. So, kann ich jetzt die Aufsicht wegen Übermüdung einstellen, wenn bei der Klassenfahrt die 60 Stunden/Woche voll sind? Kann ich den Griffel wegwerfen und die Korrekturen liegen lassen, wenn die 41 Stunden/Woche voll sind? Wo kann ich mich rechtswirksam beschweren, wenn die 11 Stunden Ruhezeit nicht eingehalten werden? In allen Arbeitnehmerschutzgesetzen steht ja drin, daß diese nicht für Lehrer gelten.
      PS: Mag sein, daß ich OBAS zu negativ sehe, ich durfte aber im Ref. mit einem OBASler an meiner Ausbildungsschule konkurrieren, der genau die gleiche Fächerkombination hatte und da habe ich mir meine "harte" Meinung zu dem System gebildet. Er hatte die Stelle trotz Note 3,8, ich hatte nach dem Ref. erstmal 1,5 Jahre Hartz 4.

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    • plattyplus schrieb:

      Geplante Einstellungsquoten für die nächsten Jahre, damit nicht noch einmal sowas passiert wie in den 1980ern, als praktisch kein Lehrer eingestellt wurde.
      --> spiegel.de/spiegel/print/d-13513522.html
      Soetwas darf sich nicht wiederholen. Zumindest als ich studiert habe, war die Angst davor, daß der einzige potentielle Arbeitgeber von einem Jahr aufs nächste die Einstellungen komplett einstellt, wie er es damals auch gemacht hat, verdammt groß.
      Gibt es in NRW zumindest als Prognose. Hält trotzdem die Leute offenbar vom Studieren nicht ab. GymGe ist immer noch total überlaufen, obwohl es da wenig Perspektive gab/gibt. Ist tatsächlich ein Problem, aber wenn NRW jetzt sagt, dass sie 2025 1000 neue Lehrer einstellen, was bringt das dann an den Unis? Nur 1000 Leute studieren lassen? Egal was? Oder nach Fächern verteilt? Oder doch lieber 1500, weil 500 es nicht schaffen werden? Was, wenn es dann doch 1100 Leute schaffen.

      plattyplus schrieb:

      enn man die Referendare schon quer durchs ganze Bundesland verschicken muß, sollte das Gehalt bzw. die Anwärterbezüge dies auch ermöglichen. Zweitwohnsitz und Wochenendpendelei kosten.
      Schwierig. Wenn ich gerne bei Feinkost Müller in Buxtehude meine Ausbildung machen will, muss ich auch nen Zweitwohnsitz haben. Unterschied: Ich weiß das vor meiner Bewerbung. Weiß ich hier aber im Prinzip auch - ich kann auch irgendwo in der Pampa landen. Letztlich ist es halt private Lebensführung, so hart das klingen mag. Den BMW-Vorstand interessiert es auch weniger, wenn du nach München umziehen musst.


      plattyplus schrieb:

      Feste Arbeitszeiten. Also wirklich mal festgelegte Ruhe- und maximale Arbeitszeiten wie in anderen Berufen auch. In der Verwaltung ist in NRW haben Beamte die 41 Stunden/Woche. Gemäß Arbeitsschutz sind wöchentlich maximal 48 Stunden zulässig, in Ausnahmefällen 60 Stunden. So, kann ich jetzt die Aufsicht wegen Übermüdung einstellen, wenn bei der Klassenfahrt die 60 Stunden/Woche voll sind? Kann ich den Griffel wegwerfen und die Korrekturen liegen lassen, wenn die 41 Stunden/Woche voll sind? Wo kann ich mich rechtswirksam beschweren, wenn die 11 Stunden Ruhezeit nicht eingehalten werden? In allen Arbeitnehmerschutzgesetzen steht ja drin, daß diese nicht für Lehrer gelten.
      Richtig. Aber ich bezweifel, dass die meisten Schulabgänger, die vor der Wahl des Studiengangs stehen wissen, wie viel Arbeit bei einem Lehrer anfällt. Das wissen nicht mal meine Bekannten oder Freunde richtig, obwohl sie mich stundenlang am Schreibtisch sehen. Glaube nicht, dass dies irgendeine Auswirkung auf den Studienmangel hat.

      Klar ist zumindest am BK folgendes: Ohne OBAS bricht das gesamte System momentan zusammen. Wenn ich mir an unserer Schule anschaue, wie die technischen Bereiche abgedeckt werden, könnte man den Laden ohne OBASler dicht machen. Erscheint mir aus gesellschaftlicher Sicht nicht das erstrebenswerte Ziel. Selbst im Fach Mathematik, ein grundlegendes Lehramtsstudium, besteht unser Fachbereich zu ungefähr 50% aus OBASlern.

      Wenn du mit einem OBASler in der gleichen Fachkombi konkuriert hast und danach 1,5 Jahre keinen Job gefunden hast, ist das bedauerlich, aber vermutlich die Ausnahme. OBASler werden nur eingestellt, wenn es keine(!) Lehrämtler mit der Kombination gibt, die sich beworben haben. Wenn du jetzt natürlich eine sehr seltene Kombination hast, kann das natürlich zu diesen Problemen führen.

      Tortzdem: Letztlich muss das Land sicherstellen, dass Unterricht erteilt werden kann, damit er die Schul(ungs)pflicht erfüllen kann. Das kann er am BK momentan nur mit OBASlern. Maßnahmen gegen Lehrermangel in diesem Bereich greifen frühestens in acht Jahren.