NRW: A13 nur für neu ausgebildetet Grundschullehrer?

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      Valerianus schrieb:

      @Morse: Wenn Angebot und Nachfrage im Lehramt irgendwas regeln würden, würden wie gesagt NaWi-Lehrer an Hauptschulen A16 bekommen müssen und auch die Problematik der fehlenden Physik/Informatik/Latein-Lehrer am Gymnasium wäre sicher leicht zu beenden. Und die Lehrbeauftragten die in deinen Artikeln beschrieben werden sind fast immer Personen die habilitiert sind, keine Professur bekommen haben und nun ihr "venia legendi" nicht verlieren wollen (sonst wäre der Traum von der späten Berufung auf eine Professur nämlich ausgeträumt) und sich dann, das kann man fast echt so sagen "zwangsprostituieren". Das ist wirklich eine Riesensauerei, betrifft aber nicht so unglaublich viele Lehrbeauftragte an Universitäten.
      Ok - ich verstehe Dich so, dass diese Fälle Ausnahmen sind und deshalb kein Beleg dafür, dass sich die Bezahlung nicht unmittelbar nach der Qualifikation richtet.

      Angebot und Nachfrage im Lehramt: der Staat ist ein besonderer Arbeitgeber, bei dem manches anders läuft - z.B. das Berufsbeamtentum. Die Reaktionen auf den Arbeitsmarkt erfolgen nicht sehr flexibel, schon gar nicht so wie in der "freien Wirtschaft".
      Aber: Nicht nur in Deutschland beginnt eine Reaktion darauf, dass es einen Mangel an bestimmten Lehrern gibt.
      Es gibt Zulagen für Mangelfächer, für ländlichen Raum etc., Einstellungsgarantien, Bindungszulagen, Vergütung von Mehrarbeit, Anerkennung von Diplomen (nur ein Fach) und und und...
      Im GS-Bereich brennt es am meisten und was passiert? Das Gehalt wird erhöht.

      Mir scheinen all diese Maßnahmen eine Reaktion der KMs um dem Lehrermangel, inbesondere der GS und Mangelfächer, entgegenzuwirken.
      Wg. A16 für HS-NaWi-Lehrer: Wie weit sich die Arbeitsbedingungen/Gehalt von Lehrern bestimmter Fächer auseinanderentwickeln werden, wird meines erachtens daran liegen, wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt. Wenn sich immer weniger Lehrer finden, wird meiner Erwartung nach die Bezahlung immer besser (oder das Niveau gesenkt, dass die große Fakultas überflüssig macht) - anstatt dass diese Fächer einfach gar nicht mehr unterrichtet werden. Glaubst Du, dass die Bezahlung gleich bleibt, auch wenn sich keine Lehrer mehr finden für bestimmte Fächer? Was denkst Du, wie der Staat darauf reagieren wird?

      Kleiner fun fact: in den USA gibt es auch Uni-Stipendien für Mangelfach-Studenten, die sich verpflichten danach in Mangel-Regionen zu unterrichten.
      (Sich für 25 Jahre verpflichten, aber nicht bei der Army, sondern als Lehrer im Ghetto! Was wohl gefährlicher ist?)
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      Lehramtsstudent schrieb:

      Meine Meinung dazu ist folgende: Wenn sich Leute aus der Praxis (z.B. Lehrer im Studienbereich Didaktik, Ärzte im Studienbereich Medizin, etc.pp.) ein kleines Zubrot zu ihrem eigentlichen Gehalt verdienen wollen, finde ich das im Rahmen dieser Lehrbeauftragungen grundsätzlich nicht verkehrt.
      Doch. Das ist grundverkehrt. Solange sich immer wieder genügend Leute finden, die solche Lehraufträge trotz schlechter Bezahlung bzw. fehlender Entlastung im eigentlichen Unterrichtsdeputat übernehmen, besteht überhaupt keine Veranlassung, ordentliche Stellen in Form von Akademischen Ratsstellen oder wenigstens richtigen Abordnungen zu schaffen. Der Laden läuft ja auch so.
      Dass es für den Mittelbau kaum unbefristete Stellen gibt, ist ein weiterer Skandal, der damit vage zusammenhängt.
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      Morse schrieb:


      Dass die in manchen Bundesländern angehobene Besoldung der GS-Lehrer teilweise auch mit angepassten Studienordnungen begründet wird (von Politikern in Interviews - nicht durch Gesetze), kann ich mir gut vorstellen, aber ich halte dies nicht für den tatsächlichen Grund. Für den tatsächlichen Grund halte ich, dass es zu wenige Bewerber für die GS gibt und deshalb (!) durch höheres Gehalt attraktiver gemacht werden soll.
      Zumindest für NRW ist man da offenbar schlichtweg dem Richterspruch zuvorgekommen.
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