Stundeneinstieg vor Kurzkontrolle

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    • Stundeneinstieg vor Kurzkontrolle

      Hallo

      Ich mach hier mal mein ersten Post mit einer Frage zur Methodik. Ich hab eine 8 Klasse in der ich am Montag einer Kurzkontrolle zu Basen schreiben will.

      Zur Info vorweg, die Klasse ist sehr desolat. Notenschnitt ist 5. Aber auch in allen anderen Klassen. Die Klasse ist von den meisten Lehrer faktisch aufgegeben worden (nach meinen unvollständigen Eindruck). Aber es sind teil auch wirkliche Ars... Nervtöter dabei, die außer dumm labern und den Unterricht torpedieren nichts im sinn haben. Der Notenschnitt kommt nicht aus schlechter Laune der Lehrer.
      Nur langsam schein ich da was hin zu bekommen und Fuß zu fassen. Die brauchen aber vor Notenschluss noch ne Note. Darum die Kurzkontrolle am Montag.


      Ich hab nach meinen Plan ein Zeitfenster von ca. 6 Minuten. Ich würde gerne mit einer auflockernden Motivation beginnen, hab nur keine Idee. ich will keine blse Stoffwiederholung machen. Dauert eh zu lange und ist irgendwie unsinnig, ne Kurzkontrolle zu schreiben, wo ich vorher noch mal alles wiederhole. Darum meine Frage nach Rat.

      -Es muss was kleines sein, da ich die Rest Zeit der Stunde (45 Min) absolut brauche.
      -Es sollte was für die 8. Klasse angemessenes sein
      -Es darf auch nicht zu viel Unruhe rein kommen, sonst bekomm ich die Klasse nicht mehr eingefangen.

      Wenn ihr da zumindest eine Grundidee habt, würde ich mich sehr freuen.
    • "Kurzkontrolle" - ist wohl kein angesagter Leistungsnachweis?
      Ich würde mich als Schüler etwas auf den Arm genommen fühlen, wenn der Lehrer am Anfang der Stunde auf Motivation und Auflockerung macht - und dann plötzlich die Angabenblätter für einen Test aus der Tasche zieht.
      Falls sie Schüler wissen, dass ein Test auf sie zukommt, bin ich mir nicht sicher, ob eine "auflockernde Motivation" sie nicht in - falls vorhandener - Konzentration auf den Test stört.
      Aber vielleicht bin ich einfach nur schon zu alt für solche Überlegungen ...
    • Du könntest nachfragen, ob es Unklarheiten zum Thrma gab. Das würde zumindest den Motivierten Schülern nochmal die Möglichkeit geben, dass sie den Test (?) einigermaßen gut hinkriegen. Die Unmotivierten hätten dann ja zumindest nochmal die Chance gehabt, etwas mitzubekommen.
      Teacher - a person who helps you solve problems you'd never have without them.

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    • Zur konkreten Frage: Schreib einfach direkt am Anfang der Stunde Deinen Test. Was muss, das muss - Augen zu und durch.

      Dann zu dem hier aber noch eine kleine Anmerkung:


      Devalis schrieb:

      Nur langsam schein ich da was hin zu bekommen und Fuß zu fassen.
      Ich habe letztens mal nach digitalen Lernmöglichkeiten für meine Abschlussklassen gesucht und das hier gefunden:


      learningapps.org/

      Keine Ahnung ... vielleicht kennst Du es ja sowieso schon. Wenn nicht, dann schau's Dir doch mal an. Vielleicht ist das was für die Klasse um die Lernmotivation ein bisschen zu steigern. Ich hab natürlich nur Luxus-Klassen mit braven schweizer Landeiern, von denen viele auch schon volljährig sind. Die fanden das aber sehr praktisch zur Repetition vor allem von so nem "Dödel-Zeugs" wie "lerne die Namen dieser und jener Säuren/Basen".
    • Erst mal: Hut ab, dass du auf 6 min. genau weißt, was du mit denen machen wirst!

      Ich würde tatsächlich auch entweder sofort mit dem Test anfangen oder allenfalls noch mal wiederholen/Fragen klären.

      Wenn am Ende noch Zeit übrig bleibt, könntet ihr doch noch was machen? Für Spiele sind sie wahrscheinlich zu cool, aber einfach über das anstehende Praktikum reden. Oder über Fußball...
    • ich habe überhaupt nicht verstanden, was für 6 Minuten das sind. :weissnicht:
      Wozu genau willst du die Schüler motivieren? Was genau sollen sie nach den 6 Minuten lieber machen als ohne den Einstieg
      du willst einen unangekündigten Test schreiben?
      Dann schreib ihn. Gleich.
      Wenn dann am Ende noch 6 Minuten übrig sind, kannst du den Test schon mal besprechen.
      Oder erklären, warum du bei ihnen einen unangekündigten Test geschrieben hast und wie sie so etwas zukünftig vermeiden können.
      Meine Erfahrung allerdings:
      wenn nach einem Test noch 6 Minuten der Stunde übrig sein sollten (???), ist der Adrenalinspiegel nach dem Test dermaßen hoch, dass die Schüler sich nur noch untereinander austauschen und/oder den Lehrer nach einzelnen Lösungen fragen
      pingo, ergo sum
    • Ich würde auch gleich den Test schreiben. Falls es sich anbietet davor noch kurz Unklarheiten erklären und Fragen beantworten.
      Meist dauern so Tests eh länger als geplant, weil sich jemand noch einen Stift leihen muss, man jemanden umsetzen muss, ...
    • Einstieg:
      "Guten Morgen! Verstaut Handies und Bücher ind er tasche und nehmt einen Zettel heraus. Schreib oben rechts Name, Klasse und datum drauf und beantwortet folgende Fragen."

      Und dann gehts mit der Kurzkontrolle los. Wozu ein besonderer Einstieg?
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • Also erst mal danke für die Rückantworten.

      Ich habe mich wohl nicht so gut ausgedrückt.
      Die Kurzkontrolle wird mindestens 20 Min in Anspruch nehmen (Wenn nicht sogar mehr). Mit der Einleitung, wo ich noch mal ein paar wichtige Ansagen mache, und Schüler umsetzen muss und dem geplanten Abschluss als Überleitung zum nächsten Thema blieben mir noch 6 min in meiner Stundenplanung übrig. (ich weis nicht wie andere planen, wir im Referendariat müssen hier auf Minuten genau planen)

      Aber ich denke, das ich denen noch mal kurz die Möglichkeit gebe, eigene Fragen zu stellen, ist ne gute Idee. Dann können die interessierten noch mal fragen, und wer kein bock hat, hat halt Pech gehabt.


      Kurz zu mir, ich bin sehr frisch im Referendariat und habe festgestellt, das ich von der Uni her faktisch keine brauchbare Methodik mitbekommen hab. Chemiedidaktik war auf gymnasiale Oberstufe ausgelegt. Da wurden wir Sekundarschullehrämter einfach reingeschoben. Dazu machte die eine Didaktik aus DDR Zeiten. Keinen 5 Phasen einer Handlung, Kompetenzen war Unliebsam angeklebt. Im kern ging es um Wissensvermittlung vor hochmotivierten Schülern die alle immer voll mitmachen. Bio vermittelte zwar zeug, aber das bezog sich dann auf Exkursionen, Stationsarbeit und so etwas. Das klassische Unterrichten vor der Klasse... vor einer Sekundarschulklasse oder gar einer Hauptschulklasse, kam in meiner Uniausbildung nie vor. Der Schüler mit "Ey Alter ich hab kein bock" Laune kam nie vor.

      Die Erkenntnis, das ich nun 8 Jahre (Ja ich hab länger gebraucht) mehr oder weniger Unsinn und unbrauchbares gelernt hab, hat ich böse aufwachen lassen und aktuell versuch ich mir, neben dem Unterrichten, echte Lehrerfähigkeiten anzueignen.
      Von meinen Mentoren kommt häufig nur ein "mach es anders. Aber wie genau müssen sie selber finden. Sie müssen da ihren eigenen Stiel finden." Und darum stellte ich nun mehr aus der not der Ratlosigkeit heraus diese Frage.

      Ich geh auch nachher nochmal in die Stadt und werde im Thalia nach Handbüchern für Lehrer suchen.


      Aber erst mal danke für die Idee mit der kurzen Fragerunde
    • Liebe/r Devalis, ich glaube, was du beschreibst machen die meisten durch, die gleich im Ref und ersten Jahr in sehr schwierigen Klassen unterrichten.

      Ja, die Uni ist für die Theorie da und das Ref für die Praxis. Und ja, als Mentor kann man oft nur sagen: finde deinen Stil.

      (Man sagt als Mentor übrigens oft noch mehr, was der Reffi aber nicht hört, nicht glaubt oder noch nicht umsetzen kann...)

      Du kannst jetzt nur hospitieren und probieren, denn Erfahrung kann man nicht kaufen, man muss sie machen :)

      Das Wichtigste finde ich: nimm die Launen der Schüler nicht so ernst. Wer nur Dünnes schwafelt, holt die Stunde nach, wer frech wird, fliegt sofort raus. Vielleicht hast du eine Klasse in der Nähe, wo sich der Kollege durchsetzt? frag vorher, ob du da einen hinschicken kannst.

      Du musst zu jeder Sekunde vermitteln wo es langgeht, dann ist es wurscht, was du methodisch machst. Stationen, Spiele, frontal, Klassenarbeit- wenn du den Kontakt gefunden hast (= das Heft in der Hand behältst, ohne den Humor zu verlieren), machen sie alles, was du mitbringst. Wenn nicht, finden sie alles scheisse.
    • Devalis schrieb:

      Kurz zu mir, ich bin sehr frisch im Referendariat und habe festgestellt, das ich von der Uni her faktisch keine brauchbare Methodik mitbekommen hab. Chemiedidaktik war auf gymnasiale Oberstufe ausgelegt.
      Ja und? Natürlich hast Du Methodik mitbekommen. Die musst Du halt jetzt auf Deine Zielgruppe anpassen, das ist Dein Job und dafür bist Du im Referendariat. Diese Einstellung ... "die müssen mir in der Ausbildung exakt beibringen, was ich in jeder beliebigen Situation zu tun habe" ist einfach völlig utopisch, weil kein Mensch jede beliebige Situation vorhersehen kann, der Du in Deinem Berufsleben begegnen wirst.

      Ich hab mit der Oberstufen-Didaktik, die man mir beigebracht hat, auch schon gymnasiale Mittelstufe, Realschule und Berufsschule unterrichtet. Wo ist das Problem? Dafür bin ich doch Akademikerin und kann mein Wissen selbständig an die neue Situation adaptieren.
    • Meine alte Mentorin hatte sowas wie folgt gemacht:

      Ersten 15 Minuten nochmal gemeinsames Wiederholen des Teststoffs. Dann den Test. Die unmotivierten Schüler haben trotzdem den Test versemmelt und die anderen habens wenigstens dadurch auf 3 oder 4 geschafft.
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit
    • Devalis schrieb:

      Die Kurzkontrolle wird mindestens 20 Min in Anspruch nehmen (Wenn nicht sogar mehr). Mit der Einleitung, wo ich noch mal ein paar wichtige Ansagen mache, und Schüler umsetzen muss und dem geplanten Abschluss als Überleitung zum nächsten Thema blieben mir noch 6 min in meiner Stundenplanung übrig. (ich weis nicht wie andere planen, wir im Referendariat müssen hier auf Minuten genau planen)
      Ich weiß nicht, wie die Regelung in Sachsen-Anhalt ist, aber in RLP dürfen Kurzkontrollen (bzw. Hausaufgabenüberprüfungen) in der Sek I nie länger als 15 Minuten dauern. Ansonsten könnten sich die Schüler beschweren und der Test könnte sogar für ungültig erklärt werden. Deshalb: Schau lieber nochmal in eurer Schulordnung nach, wie lange die Überprüfung dauern darf.
      Ein Tipp aus Erfahrung: Natürlich wird man im Ref auf einen Minuten-genauen Ablauf getrimmt, aber in der Realität ist das nur sehr schwer umzusetzen. Insbesondere, wenn ein Test geschrieben wird. Lass dich von den 6 Minuten nicht verrückt machen und steig lieber direkt mit dem Test ein (oder eben mit einer ganz kurzen Fragerunde).
      Du solltest den Test allerdings definitiv kürzen, auch wenn das bedeutet, Fragen wegzulassen, die du für wichtig erachtest. Aber du musst bedenken: Eine plötzliche Überprüfung ist überraschend, wenn nicht sogar schockierend für die Schüler, und dieser Stress kann sie in den ersten Minuten blockieren. Wenn du also das tatsächliche Können der Schüler überprüfen willst, verkürze den Test. Und bedenke, dass die Schüler danach aufgekratzt sein werden und erst einmal ein paar Minuten benötigen, um ihre Aufregung in den Griff zu bekommen und wieder konzentriert arbeiten zu können.
    • der Test ist schon sehr dünn. Ich gebe den mit den 20 Min auch viel zeit, damit die in ruhe antworten können. 15 Min wären nach meinen empfinden mehr als ausreichend. Aber ich will ihnen halt etwas Zeit zusätzlich geben. ist die letzte Note des Halbjahres da hängt für einige was ab. (ob 5 oder 4).

      Wie geschrieben, ich mach die Fragerunde. Das hilft denen die wollen.
    • Devalis, sei mir nicht böse, aber ich habe meine Zweifel, ob Du wirklich schon Referendar bist. In den drei Postings, die Du verfasst hast, befinden sich mehrere in meinen Augen bedenkliche Schwächen im schriftlichen Ausdruck, der Grammatik und der Rechtschreibung, so z.B. bei den Flexionsendungen, die in der gesprochenen Sprache ja noch als unbetonte Silben verschluckt werden mögen. Aber in der Schriftsprache finde ich das schon auffällig. Natürlich machen wir alle mal Fehler - da kann sich keiner von freisprechen - ich auch nicht. Aber bei Dir häuft sich das doch ganz deutlich.
      Ich muss gestehen, dass ich bei solchen teils achtlos hingeworfen wirkenden Postings keine große Lust habe, fachlich oder didaktisch ausführlicher zu antworten.
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • Sechs Minuten sind schon knapp. Klassische Wiederholung in neuem Gewand wäre vielleicht ein Ampelspiel, faules Ei oder der heiße Stuhl. Ich kenne mich mit dem Thema nicht aus, weiß also nicht, um welches Wissen es sich primär handelt, aber ich vermute mal mehr um faktuales als um konzeptionelles. Dafür würden sich die Methoden eignen.

      Faules Ei hieße, es werden immer drei oder vier Begriffe vorgegeben, von denen einer nicht in die Reihe passt. Die Schüler*innen müssen den falschen Begriff identifizieren und je nach Leistungsstärke durch einen passenden Begriff ersetzen. Könnte man einfach als Arbeitsblatt mit mehreren solcher faulen Eier hineingeben und zu zweit bearbeiten lassen. Sinnvoll wäre dann vielleicht eine Selbstkontrollmöglichkeit und / oder die Zuhilfenahme der Mappe.

      Beim Ampelspiel würdest du einfach Aussagen zum Thema formulieren. Die Schüler*innen haben alle eine rote und eine grüne Karte (möglich auch als Daumenprobe, sprich Daumen hoch oder runter) und müssen nach dem Verkünden der Aussage durch die Lehrkraft alle gleichzeitig mit Karte oder Daumen mitteilen, ob sie finden, die Aussage ist richtig oder falsch. Daraufhin kann man immer von beiden Seiten eine*n Schüler*in begründen lassen, wieso er oder sie zustimmt oder nicht zustimmt.

      Mit mehr Zeit und das Interesse der Schüler*innen vorausgesetzt, kann man die Thesen oder die faulen Eier auch von den Kindern selbst erstellen lassen (peer-to-peer Material).

      Dritte Möglichkeit wäre der heiße Stuhl. Ein Kind sitzt freiwillig vorne auf einem Stuhl und muss so viele Fragen der Lehrkraft in einer oder auch zwei Minuten beantworten. Dann folgt das nächste Kind mit neuen Fragen und am Ende schaut man, wer die meisten Fragen beantworten konnte.