Seiteneinstieg Grundschule Sachsen mit Kleinkind

  • Mal ehrlich, die Routine stellt sich doch erst nach Jaahreen ein oder ist das nur bei mir so? Klasse 1 ist z. Bsp. völlig anders als Klasse 4 ....

  • Adson hat es auf den Punkt gebracht. Als Seiteneinsteiger arbeite ich nicht voll sondern 'nur' 16 Stunden und bekomme 4 Stunden angerechnet, wenn das Studium beginnt. Davor habe ich eben noch diese 3 monatige Einstiegsfortbildung und arbeite dann bis Studienbeginn Vollzeit.


    Und warum ich mir das antun will? Weil wir beide in den alten Bundesländern arbeiten und gern wieder zurück zur Familie nach Sachsen möchten. Allerdings ist das eben nicht so einfach und mein Mann findet sort vorerst keinen Job in der Branche. Ein Lehramtstudium käme für mich nicht in Frage, aus finanziellen Gründen. Und so würde man das Studium auch bezahlt bekommen, was man in der freien Wirtschaft auch nicht bekommt.


    Gibt es denn keinen, der meint, dass man es schaffen könnte? Kann man in den Ferien denn nicht wieder Kraft schöpfen?
    Und bleiben die Kinder wirklich auf der Strecke, wenn man 14 Uhr daheim ist?

  • Achso jetzt kapier ich das erst! Vollzeit arbeiten, Kind und studieren? das kann ich mir allerdings auch kaum vorstellen. Wann soll man denn den Unikram machen, wann Unterricht vorbereiten? dem Kind möchte man ja auch mehr als nur gute Nacht sagen...


    Lässt sich vielleicht ein Oberschulfach von deinem Studium ableiten?

    Ich habe Soziologie und Pädag.Psychologie (Nebenfach) studiert. Da lässt sich leider nichts ableiten. :(

  • Naja, wenn Dein Mann dann dort keinen Job hat und Dir den Rücken freihält, dann sollte das zu schaffen sein!


    (das meine ich ernst, ich war auch länger zu Hause während des Refs meiner Frau)


    Und da Männer das auch super können mit Kindern und Haushalt bleiben die Kinder auch nicht auf der Strecke.

  • Naja, wenn Dein Mann dann dort keinen Job hat und Dir den Rücken freihält, dann sollte das zu schaffen sein!


    (das meine ich ernst, ich war auch länger zu Hause während des Refs meiner Frau)


    Und da Männer das auch super können mit Kindern und Haushalt bleiben die Kinder auch nicht auf der Strecke.

    Nein, mein Mann wäre nicht zuhause sondern müssten pendeln bzw. im homeoffice arbeiten ,weil er seinen Job erstmal nicht aufgeben möchte.
    Aber die Großeltern wären vor Ort.

  • Gibt es denn keinen, der meint, dass man es schaffen könnte? Kann man in den Ferien denn nicht wieder Kraft schöpfen?
    Und bleiben die Kinder wirklich auf der Strecke, wenn man 14 Uhr daheim ist?


    Ja, in den Ferien kannst du Kraft schöpfen, aber du wirst die zeit auch zum Vorbereiten, Korrigieren und bestimmt auch zum Lernen nutzen (müssen). Und du hast zwei kleine Kinder. Also du hast da nicht "frei".
    16 Stunden sind nicht gerade wenig. Am Anfang bereitest du jede Stunde sicherlich nochmal eine Stunde lang vor, und dann hast du noch nichts korrigiert, keine Probearbeiten erstellt, kein Zeugnis geschrieben, kein Elterngespräch gehabt... Also du wirst definitiv NICHT um 14 Uhr daheim sein und dann den Nachmittag und Abend zu eurer freien Verfügung haben.
    Zusätzlich muss dir klar sein, dass es sehr sehr belastend sein kann, vormittags Kinder zu unterrichten und die übrige Zeit eigene Kinder zu betreuen. Das Leben dreht sich halt nonstop um Kinder. Es kann sehr auslaugend sein.


    Ob ich glaube, dass es machbar ist? Naja, machbar ist vieles. Ihr werdet es sicher überleben ;)
    Ich glaube du findest hier keinen, der dir sagt: Nur zu, wird nicht so wild, alles easy. Aber wo ein Wille ist, ist oft auch ein Weg.


    Hast du eigentlich schonmal unterrichtet oder wenigstens ein Praktikum gemacht? Weißt du, was dich erwartet, oder hast du seit deiner Schulzeit nie wieder eine Schule von innen gesehen?


    An sich ist es ein super Beruf. Nur es werden halt keine schönen Jahre während des Seiteneinstiegs, soviel ist fast sicher...

  • Ich fand das Ref mit Kind schon sehr anstrengend. Da musste ich aber nicht studieren, kaum was korrigieren, hab in rausgepickten Stunden rumprobieren dürfen, Rückmeldungen von Mentor und Seminar inklusive, 1,5 überschaubare Jahre.


    Allein 4-5 Stunden am Stück zu unterrichten, wird dich am Anfang umhauen. Und dann sitzt du abends und lernst und bereitest vor. Wenn die Uni vormittags organisiert ist, haut das zeitlich hin. Aber du kommst k.o. aus der Schule und fängst dann an, für dein Kind da zu sein. Du hast also keine Zeit für dich, um auszuruhen.
    Wenn du dich dann abends verzettelst, erst um 1 ins Bett kommst, dein Kind krank wird oder dich nachts weckt gehst du auf dem Zahnfleisch.


    Großeltern sind schon hilfreich aber die müssen dann einspringen, damit du Lehrproben vorbereiten kannst oder das kranke Kind hüten etc. also wieder nix mit entspannen.


    Wie gesagt, alles geht irgendwie, andere arbeiten Schicht und unter Tage. Aber ob dir das das am Ende wert ist... Ehrlicherweise: Wenn GS-Lehrer dein Traumberuf wäre (für den sich jedes Opfer lohnte) hättest du das wohl früher schon gemerkt. Wissen kann das hier aber natürlich niemand.

  • Gibt es denn keinen, der meint, dass man es schaffen könnte? Kann man in den Ferien denn nicht wieder Kraft schöpfen?
    Und bleiben die Kinder wirklich auf der Strecke, wenn man 14 Uhr daheim ist?

    Wie kommst du darauf, dass du um 14 Uhr daheim bist? Da ist die Schule aus, wenn es keinen Ganztag gibt. Es gibt aber auch noch Konferenzen, Teamsitzungen, Kooperationssitzungen, Elterngespräche, Fortbildungen. Und die Vorbereitungen. Die kann man zwar zu Hause machen, aber anfangs braucht man für eine Schulstunde mindestens eine Zeitstunde (Verlauf, Lernziele, Differenzierung, Arbeitsblätter, Hausaufgaben). Korrektur der täglichen Hefteinträge und Klassenarbeiten.



    In den Ferien hat man eigentlich auch nicht frei. Da kümmert man sich oft um aufwändigere Sequenzen, Korrekturen, Jahrespläne, Einzelberichte und so was.


    Entmutigen will dich sicher keiner. Es ist nur so, dass es viel mehr Arbeit ist, als die Menschheit wahrnimmt. Das wollen wir dir nur sagen, damit du darauf vorbereitet bist, bzw. nicht völlig überrascht.

  • Natürlich kann man das schaffen. Aber man muss damit leben, dass Schulschluss nicht Feierabend ist. Auch wenn du um 14h zu Hause bist, ist eben nicht Schicht im Schacht. Und das bedeutet auch, dass du für deine Kinder nicht zur Verfügung stehst, obwohl du zu Hause bist. Das erfordert gute Organisation, Selbstdisziplin und die Fähigkeit, das eigene schlechte Gewissen zu ertragen.
    Ich hab das im Ref ja auch gemacht, aber es war für einen relativ kurzen und überschaubaren Zeitraum.

  • Wie kommst du darauf, dass du um 14 Uhr daheim bist? Da ist die Schule aus, wenn es keinen Ganztag gibt. Es gibt aber auch noch Konferenzen, Teamsitzungen, Kooperationssitzungen, Elterngespräche, Fortbildungen. Und die Vorbereitungen. Die kann man zwar zu Hause machen, aber anfangs braucht man für eine Schulstunde mindestens eine Zeitstunde (Verlauf, Lernziele, Differenzierung, Arbeitsblätter, Hausaufgaben). Korrektur der täglichen Hefteinträge und Klassenarbeiten.


    In den Ferien hat man eigentlich auch nicht frei. Da kümmert man sich oft um aufwändigere Sequenzen, Korrekturen, Jahrespläne, Einzelberichte und so was.


    Entmutigen will dich sicher keiner. Es ist nur so, dass es viel mehr Arbeit ist, als die Menschheit wahrnimmt. Das wollen wir dir nur sagen, damit du darauf vorbereitet bist, bzw. nicht völlig überrascht.

    Danke lamaison2.
    Ich weiß dass ihr nur ehrlich seid. Wollte ja auch eine subjektive Meinung und keine Schaumschlägerei.
    Ich werde einen Tag an einer Grundschule hospoitieren und es mir nocheinmal alles gründlich durch den kopf gehen lassen. Dass 14Uhr nicht Feierabend ist, ist mir schon auch klar. Die Frage ist nur ob man das 4 Jahre durchhält bzw. wie?


    Vielen Dank jedenfalls an alle für euer feedback. :)

  • Ich denke, ich hätte es keine vier Jahre durchgehalten. Auf jeden Fall hätte ich das Gefühl gehabt, zu viel zu verpassen. Es gab so viele Dinge, bei denen ich mein Kind gerne begleitet hätte, stattdessen saß ich am Schreibtisch, um den nächsten U-Besuch vorzubereiten.

  • Ich habe mit zwei kleinen Kindern das Lehramtsstudium in acht Semestern durchgezogen. Und nun kommt das Ref. Ich denke man lernt Prioritäten zu setzen. Meine Noten hätten besser sein können im Studium aber irgendwann waren eben auch die Kinder dran. Auch im Ref werde ich anders arbeiten müssen als meine Mitreffis die Mitte 20 und kinderlos sind. Organisation, Durchhaltevermögen, das Setzen der richtigen Prioritäten zum richtigen Zeitpunkt vorrausgesetzt. Ich sehe an Freundinnen wie sie im Ref mit Kindern an ihre Belastungsgrenzen kommen und da sind es hier in NRW 'nur' 9h BDU und 5 AU. Natürlich fehlt einem jegliche Routine...


    Vorteil ist vielleicht, dass man schon eine gewisse Erfahrung aus dem Job mitbringt, ich komme zum Beispiel auch aus einem 60h/Woche Job. Aber da hatte ich auch noch keine Kinder. Ich werde im Ref wohl ein ums andere Mal meine Entwürfe zur Seite legen und nicht weiter 'verschlimmbessern' wie es evtl die jüngeren tun werden, weil meine Kinder auch noch da sind...


    Was ich damit sagen will ist, es geht alles, irgendwie. Du bringst evtl skills mit, die andere nicht haben, aber dir fehlt jedwede Fachkenntniss. Ich denke man braucht schon viel Durchhaltevermögen und Unterstützung.
    Wenn du es tust, halte dir mit Großeltern, Haushaltshilfe etc den Rücken frei und konzentriere dich auf Kinder und Job.


    Ich glaube übrigens nicht, dass eine kurze Hospitation ausreicht um einen realistischen Eindruck von dem Job zu bekommen. Mein Praxissemester dauerte 1/2 Jahr und dennoch sieht der Arbeitsalltag völlig anders aus als ich es erleben konnte.


    Du wirst für die Zeit deiner 'Ausbildung' einen hohen Preis zu zahlen haben und musst letztlich selbst entscheiden ob die Gründe die du hast ausreichen um das zu überstehen.5 Jahre sind verdammt lang aber manchmal ist ja auch der Weg das Ziel...

  • Vielen Dank für deine klaren Worte Conleys.
    Ich denke auch,dass ein gutes Netzwerk und viel Durchhaltevermögen nötig.

  • Hi,


    ich antworte jetzt einfach mal wie es bei mir so läuft. Ich unterrichte Mittwoch bis Freitag an einer Oberschule, bin Montag und Dienstag an der Uni Leipzig und studiere Englisch.
    Ach und 2 Kindergartenkinder habe ich auch noch. Wie das funktioniert? Mit Zeitmanagement und einem Netzwerk.


    Meine typische Woche:
    Montag stehe ich 5 Uhr auf, bereite das Essen für den Kindergarten und mich vor und gehe dann zum Bahnhof und ab geht es nach Leipzig. Dort studiere ich von 9-17 Uhr. Danach gehe ich ins Hotel, entspanne kurz und lerne dann noch bis ca 22 Uhr. Um die Kinder kümmern sich mein Mann und die Schwiegereltern.
    Dienstag: 5 Uhr aufstehen, lernen, Zeit nutzen!!!! 9-17 Uhr Uni. Zuhause bin ich dann ca 19:30 Uhr.


    Mittwoch-Freitag: 16 UE Unterricht Englisch. Ich habe alles in den Sommerferien vorbereitet. In der Schule bin ich schon 7 Uhr, auch wenn ich da noch keinen Unterricht habe. Ich bleibe bis 15 Uhr, in der Zeit unterrichte ich, bereite ggf. noch was vor, kopiere......
    Die Kinder werden frühs von meinem Mann im die Kita gebracht, ich hole sie 16 Uhr ab. Dann bin ich nur noch für sie da und mache nichts mehr für die Schule oder Uni.


    Wochenende: 5 Uhr aufstehen und Unikram erledigen, Mittagsschlaf nutzen um Unikram zu erledigen. Abends: auch!


    Wann putze ich? Wir halten alle Ordnung, ich investiere täglich ca 30 Minuten in die Hausarbeit.


    Wann treibe ich Sport? 2x pro Woche.


    Einen Hund haben wir übrigens auch noch...


    Wie fühle ich mich? Zwar schon gestresst, aber nicht in dem Maße, dass es ungesund wird. Ich höre auf meinen Körper.


    Meine Devise: 80% der Arbeit in 20% der Zeit schaffen, effektiv sein! Und mit den 80% zufrieden sein :)


    Es ist zu schaffen!!!!


    LG

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