Welche Gewerkschaft?

  • Was ist an der GEW so schrecklich? Hab ich da irgendwas verpasst? An sich fand ich die als Gewerkschaft ganz gut, spiele sogar mit dem Gedanken im Ref Mitglied zu werden... Aufklärung wäre erwünscht :engel:

  • Nunja, die GEW betreibt zuerst einmal eine BildungsPOLITISCHE Agenda. Alles, was in Richtung Inklusion, Ganztagsschule, Einheitschule usw. geht, wird zuerst einmal bejubelt. Welche Folgen das für die unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen vor Ort hat, ist erst einmal zweitrangig. Vielleicht ist die GEW auch so naiv, dass sie glaubt, die Politik hat ein Einsehen und verbesssert die Bedingungen, wenn die Lehrkräfte reihenweise unter den "Reformen" zusammenbrechen...


    Eine echte Gewerkschaft würde zuerst die Interessen der Beschäfigten im Blick haben und erst danach bildungspolitische Experimente bejubeln...


    Aber muss ja jeder selber wissen, was ihm wichtig ist. Gute Bedingungen bei der Arbeit oder bildungspolitische Traumtänzereien...


    Gruß !

    • Offizieller Beitrag

    Wenn ich mir die GEW so ansehe würde ich sagen: Gute Arbeitsbedingungen UND Bildungspolitische Entwicklung.


    Kl. Gr. Frosch


    P. S.:
    <Mod-Modus >
    Ich sitze gerade nicht am PC, werde die GEW-Diskussion von Mikael hier aber morgen früh raus verschieben. Es finde bestimmt einen passenden Thread dafür.


    Kl.gr.Frosch, Moderator

  • Danke Mikael und kleiner grüner Frosch für die Aufklärung. Dann ist die GEW genau das, für was ich sie gehalten habe :) Mir gefällt beides: sowohl das Einfordern guter Arbeitsbedingungen als auch das Vorantreiben bildungspolitischer Entwicklungen

  • Mir gefällt beides: sowohl das Einfordern guter Arbeitsbedingungen als auch das Vorantreiben bildungspolitischer Entwicklungen

    Du solltest dir nur über die Prioritäten im Klaren sein, die die GEW setzt. Zuerst einmal geht es bei denen um Bildungspolitik und erst zweitrangig um gute Arbeitsbedingungen... lass dich nicht von deren Werbung täuschen. Die brauchen schließlich möglichst viele zahlende Mitglieder um ihre Agenda voranzutreiben. Die GEW wird immer noch von der Ideologie der Alt-68er dominiert, egal wie "modern" sie versuchen sich darzustellen.


    Wenn du den Job erst einmal ein paar Jahre machst und eine oder mehrere der von der GEW bejubelten Bildungsreformen hautnah miterlebst, wirst du das merken... an der Basis nützen dir die Traumtänzereien der GEW-Spitze überhaupt nichts.


    Gruß !

  • Die GEW wird immer noch von der Ideologie der Alt-68er dominiert, egal wie "modern" sie versuchen sich darzustellen.

    Die 68er haben wenigstens etwas bewegt und verändert, nicht wie meine Generation, die in dieser Hinsicht wenig zustande bringt.

    Zuerst einmal geht es bei denen um Bildungspolitik und erst zweitrangig um gute Arbeitsbedingungen... lass dich nicht von deren Werbung täuschen

    Ich weiß aber ehrlich gesagt von keiner anderen Gewerkschaft, die sich so für die Arbeitsbedingungen einsetzt wie die GEW. An jeder (Gehalts-)Verbesserung über die ich etwas gelesen habe, war die GEW in irgendeiner Form beteiligt bzw. hat diese vorangetrieben.
    Ihre bildungspolitischen Einstellungen müssen ja nicht jedem gefallen, aber was ist an sich so schlecht an z.B. Ganztagsschulen, Inklusion etc. ?
    Das sind überwiegend jene Ideen, die in den skandinavischen Ländern schon lange Realität sind und mit ihren Schülern und deren Leistungen können nur die wenigsten Länder mithalten. Die Ideen sind meiner Meinung nach nicht das Problem, eher sind die Bedingungen und die Umsetzung von diesen problematisch. Für die Herstellung von Bedingungen kann aber nicht nur die GEW oder irgendeine andere Gewerkschaft oder Interessensverband zur Verantwortung gezogen werden, sondern zuerst und v.a. die Politik, denn diese entscheiden schlussendlich über Mittel, die zur Verfügung gestellt werden oder auch nicht

  • Die 68er haben wenigstens etwas bewegt und verändert, nicht wie meine Generation, die in dieser Hinsicht wenig zustande bringt.


    War interessant zu sehen wie es den 68ern unter den Lehrern meiner Schulzeit so weiter ergangen ist. Die Maximalidealistischen sind meist mit Anfang 50 wegen Burn-Out oder irgendeinem anderen Psychogrund vorzeitig aus dem Dienst ausgeschieden, die anderen sind zum Ende ihrer Laufbahn hin so konservativ und streng geworden, dass sich selbst die konservative Kollegenklientel geschüttelt hat.

  • Das sind überwiegend jene Ideen, die in den skandinavischen Ländern schon lange Realität sind und mit ihren Schülern und deren Leistungen können nur die wenigsten Länder mithalten.

    Korea, Taiwan, Finnland vor den Reformen der 90er Jahre...es gibt ein paar Länder die mit den skandinavischen Ländern mithalten können. ;)
    Und die Debatte ums gegliederte Schulsystem muss leider innerdeutsch entschieden werden, weil es das außerhalb des deutschsprachigen Raums einfach fast gar nicht gibt. Und wenn ich mir die Bundesländer ansehe, dann sehe ich schwarz für die Ideen der GEW. ;)


    Wer gute, auch juristische Vertretung braucht, findet die in jedem anderen Verband um ein Vielfaches besser. Und auch da gibt es für die eher links angehauchten Lehrer genug Auswahl. :)

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Die Maximalidealistischen sind meist mit Anfang 50 wegen Burn-Out oder irgendeinem anderen Psychogrund vorzeitig aus dem Dienst ausgeschieden, die anderen sind zum Ende ihrer Laufbahn hin so konservativ und streng geworden, dass sich selbst die konservative Kollegenklientel geschüttelt hat.

    Ob meine Generation ohne Ideale weniger Burn-outs haben wird? Kann ich mir nicht unbedingt vorstellen.
    Die Anfälligkeit für Burn-outs ist doch eher abhängig von der Persönlichkeit und den Lebensumständen - da kann ein konservativer Biedermann genauso erkranken wie ein linker Hippie (vorausgesetzt der Hippie arbeitet und raucht nicht nur Gras ;) )

  • Korea, Taiwan, Finnland vor den Reformen der 90er Jahre...es gibt ein paar Länder die mit den skandinavischen Ländern mithalten können.

    Deshalb sagte ich ja "die wenigsten" ;)

    Und wenn ich mir die Bundesländer ansehe, dann sehe ich schwarz für die Ideen der GEW.

    Ich (leider) auch. Das System der Bundesländer und ihrer Kulturhoheit finde ich einfach nur noch veraltet

  • An jeder (Gehalts-)Verbesserung über die ich etwas gelesen habe, war die GEW in irgendeiner Form beteiligt bzw. hat diese vorangetrieben.

    Das ist normal, dass jede Verbesserung von jeder Interessensgruppe für sich reklamiert wird.


    Kein Arbeitgeber gibt freiwillig sein Geld her, auch nicht die Länder. Wenn Verbesserungen kommen ohne Streik oder andere Mittel des Arbeitskampfes, bin ich skeptisch, dass da tatsächlich etwas "erkämpft" worden ist.
    Ich bin selbst noch Mitglied in einer Gewerkschaft, aber werde austreten, wenn sich weiterhin nichts tut.

  • Lies hier doch mal im Forum quer durch die threads zu diesen Themen, vielleicht macht´s dann "klick".

    Danke für den Rat, das hab ich schon und bin zum Schluss gekommen (wie auch oft hier im Forum vertreten wird), dass nicht die Idee das Problem ist, sondern die mangelnde Umsetzung.
    Inklusion und Ganztagsschule funktionieren in vielen Ländern zufriedenstellend, sowohl für Lehrer als auch für Schüler.
    Vorausgesetzt es gibt genügend Personal und finanzielle Mittel!
    Nehmen wir mal die Ganztagsschule: Ich habe im Praktikum mehrere Wochen hintereinander in einer Ganztagsklasse verbracht. Die Lehrkraft war sehr zufrieden damit: sie verbrachte drei Tage komplett an der Schule, einen Tag hatte sie "nur" den Vormittag und den anderen Tag hatte sie komplett frei. Nachmittags hatte sie oft Kleingruppenförderung ergo hielt sie Unterricht, den sie normalerweise für und mit allen Schülern in einer normalen Klasse hätte halten müssen, mit weniger als der Hälfte der Kinder - defintiv entspannter. Sie war glücklich damit, einfach weil hier die Idee der Ganztagsschule intelligent umgesetzt worden ist.

  • Das ist normal, dass jede Verbesserung von jeder Interessensgruppe für sich reklamiert wird.

    Sicher, aber wenn gewisse Verbesserungen direkt auf Streiks und in Tarifstreiks folgen, dann ordne ich diese schon dem Verband/der Gewerkschaft zu, die diese organisiert und Verhandlungen geführt hat. Das die Politik womöglich auch ein Interesse hatte und deshalb "nachgegeben" hat ist wahrscheinlich, aber ändert nichts am Ergebnis.

    Ich bin selbst noch Mitglied in einer Gewerkschaft, aber werde austreten, wenn sich weiterhin nichts tut.

    Das die Gewerkschaften (gerade im historischen Vergleich) weniger "kämpfen" insgesamt schneller nachgeben, stimmt vollkommen. Ob das direkt an der Gewerkschaft oder an ihrern Mitgliedern liegt? Man hört und liest ja oft solche Bedenken wie: "Wenn wir streiken, dann fällt Unterricht aus" und "Die Schüler können doch nichts dafür". Genau! Aber wenn die Politik es nicht für notwendig hält in die Bildung, also in die Zukunft eines Landes, zu investieren und eher Streiks und Unterrichtsausfall in Kauf nimmt, dann würde ich erst recht streiken, gerade für die Schüler.
    Oder einfach mal streiken, wenn es wehtut z.B. während Abiturprüfungen oder zu Korrekturzeiten - die wüssten nicht, wo ihnen der Kopf steht, wenn die Abiturprüfungen geschrieben, aber nicht korrigiert werden würden - dann würde endlich auf Missstände aufmerksam gemacht werden!

  • Sicher, aber wenn gewisse Verbesserungen direkt auf Streiks und in Tarifstreiks folgen, dann ordne ich diese schon dem Verband/der Gewerkschaft zu, die diese organisiert und Verhandlungen geführt hat. Das die Politik womöglich auch ein Interesse hatte und deshalb "nachgegeben" hat ist wahrscheinlich, aber ändert nichts am Ergebnis.

    Das die Gewerkschaften (gerade im historischen Vergleich) weniger "kämpfen" insgesamt schneller nachgeben, stimmt vollkommen. Ob das direkt an der Gewerkschaft oder an ihrern Mitgliedern liegt? Man hört und liest ja oft solche Bedenken wie: "Wenn wir streiken, dann fällt Unterricht aus" und "Die Schüler können doch nichts dafür". Genau! Aber wenn die Politik es nicht für notwendig hält in die Bildung, also in die Zukunft eines Landes, zu investieren und eher Streiks und Unterrichtsausfall in Kauf nimmt, dann würde ich erst recht streiken, gerade für die Schüler.Oder einfach mal streiken, wenn es wehtut z.B. während Abiturprüfungen oder zu Korrekturzeiten - die wüssten nicht, wo ihnen der Kopf steht, wenn die Abiturprüfungen geschrieben, aber nicht korrigiert werden würden - dann würde endlich auf Missstände aufmerksam gemacht werden!

    Da sind wir einer Meinung!

  • Ihre bildungspolitischen Einstellungen müssen ja nicht jedem gefallen, aber was ist an sich so schlecht an z.B. Ganztagsschulen, Inklusion etc. ?
    Das sind überwiegend jene Ideen, die in den skandinavischen Ländern schon lange Realität sind und mit ihren Schülern und deren Leistungen können nur die wenigsten Länder mithalten. Die Ideen sind meiner Meinung nach nicht das Problem, eher sind die Bedingungen und die Umsetzung von diesen problematisch. Für die Herstellung von Bedingungen kann aber nicht nur die GEW oder irgendeine andere Gewerkschaft oder Interessensverband zur Verantwortung gezogen werden, sondern zuerst und v.a. die Politik, denn diese entscheiden schlussendlich über Mittel, die zur Verfügung gestellt werden oder auch nicht

    Ich erzähle dir mal wie das in Niedersachsen gelaufen ist, als die vorherige rot-grüne Regierung verantwortlich für die Bildungspolitik war: Unter dem Beifall der GEW hat Rot-Grün die Gesamtschule wieder eingeführt und die Ganztagsschule massiv ausgebaut. Was die Funktionäre der GEW vor lauter Jubel-Orgien wohl nicht mitbekommen haben (oder vielleicht auch nicht mitbekommen wollten), war dass zur "Gegenfinanzierung" u.a. die Arbeitszeit der Gymnasiallehrer um eine Wochenstunde heraufgesetzt wurde. Das hat die Regierung sogar selber so begründet. Erst als der Philologenverband beim Verwaltungsrechtler Prof. Battis ein Gutachten in Auftrag gegeben (und bezahlt) hatte, dass die Unrechtmäßigkeit dieser willkürlichen Arbeitszeiterhöhung für eine bestimmte Lehrergruppe nachwies, und anschließend vor dem Verwaltungsgericht Klage dagegen erhoben hat, da fiel der GEW plötzlich ein, dass sie wohl in einem schlechten Licht dastehen würde, wenn sie die Maßnahmen der Landesregierung immer nur unkritisch bejubelt, auch wenn es auf Kosten von Teilen der Lehrerschaft geht, und hat sich noch schnell der Klage angeschlossen. Vielleicht wollten sie auch einfach nur ihre letzten noch zahlenden Mitglieder, die am Gymnasium unterrichten, nicht verprellen, bevor diese merken, dass sie von der GEW praktisch nur verschaukelt werden. Die vom Philologenverband initiierte Klage hat dieser übrigens gewonnen und wenn man jetzt mal bei der GEW nachschaut, liest sich das so, als ob die Klage eine Idee der GEW gewesen sein. So etwas nennt man heutzutage wohl "alternative Fakten".


    Danke für den Rat, das hab ich schon und bin zum Schluss gekommen (wie auch oft hier im Forum vertreten wird), dass nicht die Idee das Problem ist, sondern die mangelnde Umsetzung.Inklusion und Ganztagsschule funktionieren in vielen Ländern zufriedenstellend, sowohl für Lehrer als auch für Schüler.
    Vorausgesetzt es gibt genügend Personal und finanzielle Mittel!

    Die Realität sieht aber so aus, dass sich die Bedingungen tendenziell eher verschlechtern als verbessern, wenn irgendeine "Innovation" erst einmal flächendeckend eingeführt wurde. Auch hier wieder Niedersachsen und die Ganztagsschulen: Der Klassenteiler für die Nachmittagsangebote wurde verschlechtert, nur die Schulen, die zuerst auf den Ganztagsschulzug aufgesprungen sind, genießen Bestandsschutz, fragt sich natürlich für wie lange...


    Oder einfach mal streiken, wenn es wehtut z.B. während Abiturprüfungen oder zu Korrekturzeiten - die wüssten nicht, wo ihnen der Kopf steht, wenn die Abiturprüfungen geschrieben, aber nicht korrigiert werden würden - dann würde endlich auf Missstände aufmerksam gemacht werden!

    Wenn's so einfach wäre. Erst einmal dürfen nur die Angestellten streiken und leider ist die Mentalität auch bei vielen verbeamteten Kollegen so, dass es gerade unter der Lehrkräften genug Kollegen und Kolleginnen gibt, die solche Maßnahmen unterlaufen, entweder mit dem Argument "Aber die Kinder können doch nichts dafür!" oder sofort "Hier!" schreien, wenn es darum geht irgendeinen Unterrichtsausfall abzudecken, weil sie sich eine der wenigen Beförderungsstellen erhoffen...


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Hab das nette Lexikon Google zu deinem vorgebrachten Beispiel etwas befragt und mich ein wenig reingelesen, aber die Vorwürfe die du gegenüber der GEW erhebst, konnte ich so nicht bestätigt finden.
    Es stimmt, dass der Philologenverband die Klage erhoben hat, jedoch hatte die GEW schon zuvor (als bevor es zur Klage kam) eine Studie in Auftrag an die Uni Göttingen gegeben, die die Arbeitszeit der Lehrer an allen Schulformen erhob.


    Zitat:
    Eine solche empirische Arbeitszeiterhebung hatte die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen zusammen mit dem Umfragezentrum Bonn (uzbonn GmbH) der Universität Bonn vor in Kraft treten der Erhöhung bereits Anfang 2014 in einer Pilotstudie an einem Hannoveraner Gymnasium durchgeführt.
    Um die Datenbasis repräsentativ zu verbreitern, wurde mit demselben Konsortium und wieder im Auftrag der GEW Niedersachsen eine niedersachsenweite Folgestudie an allen Schulformen durchgeführt. An ihr beteiligen sich an 255 Schulen 2.869 Lehrerinnen und Lehrer, die ihre Arbeitszeiten ein Jahr lang minutengenau in einem speziell entwickelten Zeiterfassungstool für schulische Lehrtätigkeiten erfassten. Erhebungszeitraum war der 13. April 2015 – 03. April 2016 inkl. aller Arbeits-und Ferienphasen.
    Ziel der "Niedersächsischen Arbeitszeitstudie" war es, die tatsächlich geleistete Arbeitszeit der Lehrkräfte schulformspezifisch zu erfassen, nach Tätigkeiten zu systematisieren und mit einer kalkulierten Erwartungsgröße abzugleichen. Konkret wird das analog zur Beamtenarbeitszeit (40 Wo-Std.) erwartbare (individuelle) Arbeitspensum als SOLL-Arbeitszeit so zum Benchmark der empirisch ermittelten tatsächlichen Werte (IST-Arbeitszeit).
    Auf diese Weise wurde erstmalig im großen Umfang die Arbeitszeit von Lehrkräften in Niedersachsen systematisch erfasst, statt wie zuvor auf Schätzverfahren zurückgreifen zu müssen. Die Arbeitszeit wurde nach ihrem tatsächlichen Umfang, ihrer Lage, der Zeit- und Tätigkeitsstruktur sowie nach Schulformen erfasst. (Quelle: https://kooperationsstelle.uni…ojekte/arbeitszeitstudie/)



    Die GEW hat dann, unter Berufung auf die Studie, diese Arbeitszeiterhöhung mitangeprangert und sich der Klage angeschlossen (was ich auch für sinnvoll halte - weil wieso sollten sie noch einmal klagen, wenn eine Klage inklusive Gutachten schon aufgestellt wurde).


    Gibt dazu noch mehr, aber das würde hier zu lang werden und ich will das Forum auch nicht unnötig vollspammen :engel:


    Wenn die GEW wirklich so voller Jubel wäre, würden sie wohl u.a. kaum eine solch kritische Studie in Auftrag geben, nicht wahr?

    Die vom Philologenverband initiierte Klage hat dieser übrigens gewonnen und wenn man jetzt mal bei der GEW nachschaut, liest sich das so, als ob die Klage eine Idee der GEW gewesen sein. So etwas nennt man heutzutage wohl "alternative Fakten".

    Kannst du mir vielleicht den Link dazu schicken? Ich konnte dazu nichts finden, abgesehen von dem oben und die Arbeitszeitstudie haben sie ja tatsächlich in Auftrag gegeben (also definitv ihre Idee)

  • Das verwechselst du, die Arbeitszeiterhöhung um die es in meinem Beitrag ging, wurde lange vor der Studie beschlossen, nämlich 2013:
    https://phvn.de/index.php/aktu…ologenverband-macht-mobil


    Die Arbeitszeiterhöhung wurde mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 in Kraft gesetzt, worauf der Philologenverband unverzüglich Klage vor dem Verwaltungsgericht erhoben hat:
    https://phvn.de/images/Gericht_Plakat.pdf und
    https://phvn.de/index.php/aktu…z-des-philologenverbandes



    Die GEW hat erst NACH dem Philologenverband Klage erhoben:


    Zitat

    Die Lehrergewerkschaft GEW will noch im Oktober gegen eine höhere Arbeitsbelastung von Lehrern klagen. „Das Arbeitszeitgesetz ist möglicherweise verletzt“, sagte GEW-Rechtsexpertin Heidemarie Schuldt in Hannover.
    ...
    Der [Philologenverband] hatte sich Anfang September an das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gewandt. Die Philologen argumentierten, dass den Gymnasiallehrern ein sachlich nicht begründbares Sonderopfer abverlangt werde, welches auch gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes verstoße.

    http://www.haz.de/Nachrichten/…gt-gegen-neue-Arbeitszeit


    Die von dir zitierte Studie fand von 2015-2016 statt, hat also nichts damit zu tun.


    Ich hoffe, du hast deine Fehlinformationen nicht von der GEW...


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

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