Erzieher sollen so viel wie Grundschullehrer verdienen

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    • Erzieher sollen so viel wie Grundschullehrer verdienen

      Gerade auf diesen Artikel gestoßen: Erzieher sollen so viel wie Grundschullehrer verdienen nach Meinung der Bundesfamilienministerin Giffey
      Link: faz.net/aktuell/politik/inland…r-verdienen-15511930.html

      Das Grundschullehrer studieren und ein Referendariat durchlaufen (ganz abgesehen davon, dass sich die Tätigkeitsbereiche unterscheiden und nicht vergleichbar sind), scheint der Familienministerin nicht klar zu sein... Solche Nachrichten werden sicher viele junge Menschen dazu bewegen, das dringend benötigte Grundschullehramt zu studieren :autsch:
    • Aber die Erzieherinnen müssen doch auch eine längere Ausbildung machen! Und die Arbeit einer Erzieherin ist genauso anspruchsvoll wie die einer Grundschullehrerin!

      In diesem Stil haben Grundschullehrer argumentiert als sie auch A13 wie Gymnasiallehrer haben wollten.
      Das ist natürlich genauso ungerechtfertigt wie das Ansinnen von Erziehern auf gleiche Bezahlung.
      Es muss weiterhin eine klare Gehaltshierarchie geben!

      Beitrag von xwaldemarx ()

      Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
    • Ninon schrieb:

      Tätigkeitsbereiche unterscheiden und nicht vergleichbar sind)
      Wenn man die "Tätigkeitsbereiche" gar nicht vergleichen kann, woher weiß man dann, dass sie sich voneinader unterscheiden?

      In der Sache: Erzieherinnen nehme eine wichtige Aufgabe im Bildungssystem wahr, vielleicht sogar die wichtigste, weil sie als erstes Kontakt zu den jungen Menschen haben. Und sie sollen am wenigsten verdienen?
    • Ich hätte kein Problem mit einer höheren Bezahlung, solange auch in dem Bereich für die Einrichtungen ein verbindlicher Bildungs/Lehrplan verpflichtend ist.
      In wie weit das inzwischen vielleicht sogar der Fall ist, weiß ich nicht.

      Persönlich glaube ich übrigens, dass die Arbeit in der Grundschule am anspruchvollsten und für den Bildungsweg am wichtigsten ist.
      Dort werden die Grundlagen gelegt und mit zunehmenden Alter werden die Schüler dann selbstständiger und können auf mehr Vorerfahrungen/Kompetenzen zurückgreifen, sodass die Arbeit der Lehrer einfacher wird.
      Entsprechend müßten eigentlich die GS-Lehrer am besten bezahlt werden. ;)
      Das ist zumindest mein Empfinden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kodi ()

    • O. Meier schrieb:

      In der Sache: Erzieherinnen nehme eine wichtige Aufgabe im Bildungssystem wahr, vielleicht sogar die wichtigste, weil sie als erstes Kontakt zu den jungen Menschen haben. Und sie sollen am wenigsten verdienen?
      Hier wird etwas in meine Aussage hineininterpretiert, was ich nicht gesagt habe: Ich habe nichts gegen eine höhere Bezahlung, aber dann muss dem ein Studium in der gleichen Länge inklusive einer Praxisphase in der gleichen Länge vorausgehen.
      Schließlich wird doch immer damit argumentiert, dass Grund-, Mittel- und z.T. Realschullehrer nicht so viel verdienen können wie die Gymnasiallehrer weil sie eben weniger lang studieren (was zwar auch nicht in jedem Bundesland der Fall ist, aber egal).
      Die Tätigkeiten sind unterschiedlich, die Arbeitszeiten und -formen sind unterschiedlich, die Voraussetzungen und der Zugang zu diesen Berufen sind unterschiedlich.
    • Krabappel schrieb:

      Seh ich auch so. 5Jahre geht die Ausbildung inzwischen. Und was spricht gegen eine höhere Bezahlung? Kannst du dir weniger kaufen, weil eine andere mehr verdient?
      Was für mich dagegen spricht, habe ich oben geschrieben. Wenn ein gleichwertiges Studium Voraussetzung für den Erzieherberuf sein wird, wäre ich die erste, die für eine gleichwertige Bezahlung plädieren würde.

      Krabappel schrieb:

      Würdest du Erzieherin werden, wenn man Kindheitspädagogik studieren müsste und E11 bekäme?
      Nein. Und zwar nicht, weil es "nur" E11 wäre (ich bin, auch wenn jetzt viele einen solchen Eindruck haben, nicht geldgeil und hätte auch was anderes, finanziell interessanteres studieren können), sondern weil ich Kinder eines Tages nicht "nur" erziehen, sondern gerne auch unterrichten würde. Der Bildungsauftrag der (Grund-)Schule ist halt ein Merkmal, dass den Erzieherberuf von dem des Lehrers unterscheidet.
    • kodi schrieb:

      Persönlich glaube ich übrigens, dass die Arbeit in der Grundschule am anspruchvollsten und für den Bildungsweg am wichtigsten ist.
      Dort werden die Grundlagen gelegt und mit zunehmenden Alter werden die Schüler dann selbstständiger und können auf mehr Vorerfahrungen/Kompetenzen zurückgreifen, sodass die Arbeit der Lehrer einfacher wird.
      Entsprechend müßten eigentlich die GS-Lehrer am besten bezahlt werden.
      Das ist zumindest mein Empfinden.
      Ob die Arbeit an einer Grundschule oder an irgendeiner anderen Schule am anspruchvollsten ist, hängt wohl von der Schule und den Schülern an sich ab. Die Lehrer im gesamten Bildungsweg sind für mich gleichwertig und gleich wichtig, was sich meiner Meinung nach auch im Gehalt ausdrücken sollte (v.a. da in vielen Bundesländern die Studiendauer angeglichen ist).
      Wenn der Erzieherberuf ein Studium voraussetzt, so wird für mich das Gleiche zutreffen. Sieht man sich aber mal an, was z.T. alles Erzieher werden darf, ist das sehr traurig: Personen, die nur gebrochenes Deutsch sprechen; keinerlei Rechtschreibkenntnisse besitzen etc.
      Im Hort (ich habe ein Jahr lang in der Hausaufgabenbetreuung gearbeitet) musste ich jede Mathematikhausaufgabe mit den 4. Klässlern berechen: die meisten der Erzieherinnen hatten mit Not und Mühe den Hauptschulabschluss geschafft, sich dann auf welchen Wegen auch immer, für den Erzieherberuf qualifiziert und waren des 1x1 nicht fähig. Das solche Personen gleich bezahlt werden sollten, kann sich mir nicht erschließen.
    • Ninon schrieb:

      die meisten der Erzieherinnen hatten mit Not und Mühe den Hauptschulabschluss geschafft, sich dann auf welchen Wegen auch immer, für den Erzieherberuf qualifiziert und waren des 1x1 nicht fähig. Das solche Personen gleich bezahlt werden sollten, kann sich mir nicht erschließen
      Dieses Wissen brauchen Erzieherinnen auch nicht, denn ihre Aufgabe ist es die Kinder zu erziehen, nicht ihnen Unterrichtsstoff beizubringen. Wir müssen nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen. Menschen die klug genug sind zu studieren sollte man nicht für Berufe verheizen in denen man kleine Kinder erzieht. Das sollen gottlob Menschen machen, die ihre Stärken woanders haben als in kognitiver Leistung. Da reicht es vollkommen, wenn sie kinderfreundlich und konsequent sind und eben so viel Verstand besitzten die Erzieherinnenausbildung zu überstehen. Ganz ehrlich, ich brauche kein studiertes Genie um meinem kleinen Kind beizubringen wie man sich die Schuhe bindet oder, dass es andere Kinder nicht schlagen soll.

      Weißt Du und die meisten Grundschullehrer/innen können keine Fourier-Transformation oder was weiß ich. So wie Du auf das fehlende 1x1 der Erzieherinnen heraubschaust, so ist es eben auch, wenn man gymnasiales Lehramt studiert hat und das Fachwissen der Grundschulkollegen mitbekommt. Aber auch hier: Die brauchen das auch nicht, die bringen schließlich basale Dinge bei und nicht so komplexe Dinge wie am Gymnasium in der Oberstufe.
      Und bevor man mich als arrogant abstempelt, ein Uni-Professor wird auf meine Fachkenntnisse schauen und sich denken "herrje, Gymnasiallehrer, die können ja gerademal die Basics".
      Es gibt nun einmal einen Anstieg des Fachwissens in folgender Reihe:

      Erzieher < Grundschullehrer < Gymnasiallehrer < Uni-Professor

      Und das ist nur natürlich, dass das dann eben auch so bezhahlt wird.

      Wichtigkeit des Berufs? Dass ich nicht lache. Der wichtigste Berufe wird vom Bauern und dessen Erntehelfern ausgeführt, wir sind uns doch einig, dass ein Brot auf dem Teller nochmal eine Stufe wichtiger ist oder? A14 für alle Erntehelfer!
    • Das ist doch nur Politikersprech (ich gehe einmal davon aus, dass Frau Giffey als promovierte Politologin sich genau überlegt hat, was sie sagt und nicht einfach so dahinschwafelt wie die meisten (ungelernten) Politiker):

      Wenn sie sagt, Erzieher müssen dasselbe wie Grundschullehrer verdienen, meint sie in Wirklichkeit, dass Grundschullehrer dasselbe wie Erzieher verdienen sollen. Verbunden mit der GEW-Forderung, dass Grundschullehrer dasselbe verdienen sollen wie Gymnasiallehrer, führt dies messerscharft zu der Schlussfolgerung, dass wir am Ende alle soviel wie Erzieher verdienen sollen.

      Oder glaubt hier einer im Ernst, dass am Ende alle A13 bekommen werden? E11 wird das neue A13 sein (für Lehrer und Erzieher gleichermaßen). Und damit das nicht so auffällt und die GEW einen weiteren "Erfolg" feiern kann, wird es nicht "E11" heißen, sondern "L13". Und alle sind zufrieden. Oder doch nicht?

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)
    • Ninon schrieb:

      Gerade auf diesen Artikel gestoßen: Erzieher sollen so viel wie Grundschullehrer verdienen nach Meinung der Bundesfamilienministerin Giffey
      Und du glaubst das wirklich? Die Angleichung an A12 würde jährlich etliche Milliarden kosten.

      Ninon schrieb:

      Wenn der Erzieherberuf ein Studium voraussetzt, so wird für mich das Gleiche zutreffen. Sieht man sich aber mal an, was z.T. alles Erzieher werden darf, ist das sehr traurig: Personen, die nur gebrochenes Deutsch sprechen; keinerlei Rechtschreibkenntnisse besitzen etc.Im Hort (ich habe ein Jahr lang in der Hausaufgabenbetreuung gearbeitet) musste ich jede Mathematikhausaufgabe mit den 4. Klässlern berechen: die meisten der Erzieherinnen hatten mit Not und Mühe den Hauptschulabschluss geschafft, sich dann auf welchen Wegen auch immer, für den Erzieherberuf qualifiziert und waren des 1x1 nicht fähig. Das solche Personen gleich bezahlt werden sollten, kann sich mir nicht erschließen.
      Bist du dir sicher, dass die Personen Erzieher waren? In der Hausaufgabenbetreuung wird jeder genommen, der irgendwann mal mit Kindern gearbeitet hat.
    • Bolzbold schrieb:

      Woran sollte denn die Vergütung eines Berufs primär ausgerichtet sein?
      Angebot und Nachfrage? Solange sich Leute finden, die für Peanuts arbeiten, werden auch nur Peanuts gezahlt werden. Sieht man u.a. auch in der Pflege.

      Und deshalb behaupte ich: Auch E11/A11 für Lehrer ist machbar, es gibt genug Idealisten und Weltretter, die dafür arbeiten würden. Sind auch hier im Lehrerforum(!) genung Leute unterwegs, die meinen Lehrer verdienen mehr als genug. Ganz zu schweigen von den vielen Teilzeitkräften, die den Beruf nur als Hobby sehen. Dann bekomen wir zwar eine schulische Ausbildung auf amerikanischem Highschool-Niveau, da jeder der fachwissenschaftlich auch nur etwas drauf hat einen großen Bogen um die Schule machen wird (die Studienvorbereitung findet dann an "Colleges" statt), aber es würde trotzdem kein "Lehrermangel" herrschen. Liest hier ein Politiker mit?

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)
    • Mikael schrieb:

      Dann bekomen wir zwar eine schulische Ausbildung auf amerikanischem Highschool-Niveau, da jeder der fachwissenschaftlich auch nur etwas drauf hat einen großen Bogen um die Schule machen wird (die Studienvorbereitung findet dann an "Colleges" statt), aber es würde trotzdem kein "Lehrermangel" herrschen. Liest hier ein Politiker mit?
      Was heißt denn trotzdem, also hier gibt es schon so den Lehrermangel, auch mit mehr Bezahlung ;)
    • Der Lehrermangel ist aber insofern "künstlich", da auch bei Quereinsteigern auf Master-Abschluss und mehrjährige Berufserfahrung gesetzt wird. Könnte man ganz schnell beheben, wenn man auch Bachelorabsolventen zulässt. Dann ließe sich auch E11/A11 oder noch weniger ganz schnell rechtfertigen.

      Und so wird es kommen (alleine aus demographischen Gründen).

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)