Füller-Tipps

  • Bald steht, wie schon erwähnt, mein nächster Elternabend an.


    Eines der Themen ist die Anschaffung eines Füllers.


    Welche Tipps kann man den Eltern geben? Worauf müssen sie beim Kauf achten? Gibt es Füller für Linkshänder?


    Daniela

  • Wichtig ist, dass der Füller eine Anfängerfeder hat, die viel aushält, denn die Kinder schreiben oft mit viel Druck. Am besten kauft man einen Markenfüller und zwar mit dem Kind zusammen. Dann kann es ihn vor Ort ausprobieren. Für Linkshänder gibt es die L-Feder. Es gibt sogar einen Internet-Shop für Linkshänder.
    www.lafueliki.de
    Heidi

  • Ihr wisst schon, dass man als Referendar kostenlos einen Erstklass-Füller und einen Bleistift von Lamy bekommt?!


    Hilft dir zwar direkt nicht weiter, aber so als Tipp ... :P

  • Zitat

    grüße von einer linkshändigen
    grundschullehrerin


    Ui, hier gibt's ja noch mehr von der Sorte!


    Gruß, ph. (schreibt auch mit der 'falschen' Hand ;) )

    • Offizieller Beitrag
    Zitat


    Ihr wisst schon, dass man als Referendar kostenlos einen Erstklass-Füller und einen Bleistift von Lamy bekommt?!


    Hilft dir zwar direkt nicht weiter, aber so als Tipp ... :P


    Wo gibts den denn? Gibts da spezielle Formulare oder so zu? Ich hab im letzten Herbst mal von Herlitz ne Packung Stifte genommen, da wäre auch ein Füller zur Wahl gewesen, das war aber für alle Lehrerinnen offen...



    Und an alle Linkshänder oder diejenigen, die Erfahrungen mit Linkshändern haben:
    Wie kann ich meinen 3 linkshändigen Erstklässlern das Leben angenehmer machen?
    Linkshänder werden bei uns überhaupt nicht beachtet, es ist Sache der Eltern. Leider haben die 3 keine Eltern, die sich speziell belesen oder die Kinder in Linkshänder-Schreibhaltung unterrichten. Effekt: Alle 3 müssen mit sehr nassem Füller schreiben und verwischen sich das Geschriebene sofort. (2 von ihnen sind im Moment noch so langsam, dass es ihnen noch nicht so auffällt, aber irgendwann können auch sie mal schneller schreiben.)
    Ich hab schon ein Buch mit soner Schreibunterlage drin Second Hand erstanden und werde mal schaun, dass ich meine Ausbildungslehrerin dazu kriege, ihnen wenigstens die Schreibunterlage als Kopie auf den Tisch zu kleben. Aber bisher zeigte sie sich an dem Thema völlig desinteressiert. :(
    Das Dumme ist: Ich bin Referendarin, ich habe 2 oder 3 Stunden pro Woche in der Klasse und den Rest hat sie, ich kann also nicht grundlegend etwas ändern.


    Ich spreche jetzt in den von mir unterrichteten Stunden die Linkshänder beim Rumgehen auch immer leise drauf an, also in Einzelarbeitsphasen, frage sie, ob sie sehen, dass sie sich die Schrift verwischen und lege ihnen das Heft schräg hin. Bei einem ist es aber inzwischen so eingeschliffen, dass das Heft bald wieder gerade liegt. Die anderen beiden fangen dann immer an, mir zu erzählen, sie seien Rechtshänder. Sie schreiben sogar vor meinen Augen mit der rechten Hand, oder versuchen es zumindest. Ich brauche dann immer eine gewisse Zeit, in der ich ihnen erzähle, dass es etwas gaaaaaanz tolles und besonderes ist, Linkshänder zu sein. Dann nehmen sie auch wieder die linke Hand zum Schreiben und lassen sich das Heft schräg legen.


    Einen Bleistift dürfen sie zum Schreiben nicht benutzen. Die Eltern dürften ihnen Tintenroller oder Faserschreiber besorgen, aber die tun es nicht.



    Ist es eigentlich häufiger so, dass linkshändige Kinder, wenn gesagt wird "Hebt alle die rechte Hand!" die linke heben? Ich finde es logisch, dann die bevorzugte Hand zu heben, aber man müsste sie doch eigentlich dann darauf hinweisen, dass bei ihnen die "rechte" nicht die "bevorzugte" ist...
    ?(



    Und noch ne Frage:
    Habt ihr alle eine "bevorzugte" Hand? Oder könnt ihr viele Sachen auch mit beiden Händen? Könnt ihr z.B. auch mit der nicht bevorzugten Hand was notieren, Brot schneiden, ne Maus bedienen etc.?


    Conni

  • hallo conni,


    fragen über fragen...
    da ich selber, wie schon erwähnt, mit der linken hand schreibe, war ich für dieses thema schon immer sehr sensibel. ich habe mir außer "das linkshändige kind in der grundschule" auch noch die "übungen für linkshänder" gekauft (beides von prof. dr. sattler). die schreibunterlage habe ich meinen linkshändigen schülern und schülerinnen auf den tisch geklebt, eine mutter hat sie sich für zu hause fotokopiert. es gibt also zum glück auch engagierte eltern.
    als schülerin hatte ich damals das glück, mit der linken hand schreiben zu dürfen, einige jahre früher wurde noch umerzogen. ich durfte früher mit einem tintenroller schreiben, was mir sehr geholfen hat. es ist wirklich frustrierend, immer alles direkt zu verwischen... (das passiert mir übrigens auch heute noch - wie gut, dass es computer gibt)
    du schreibst, die eltern besorgen keinen tintenroller. vielleicht könnt ihr den kindern tintenroller besorgen? es sind jedoch nicht alle tintenroller gleich geeignet... zu viel tinte bedeutet auch hier wieder schmiererei.


    zur "bevorzugten" hand: ja, meine linke hand ist mein "schönes" händchen. ich käme nie im leben auf die idee, brot mit der rechten hand zu schneiden. die einzige sache, die ich mit rechts mache, ist das schlagen...
    (beim volleyball )


    einen schönen tag wünscht eure


    grundschullehrerin

    • Offizieller Beitrag

    Hi Grundschullehrerin,


    die "Übungen für Linkshänder" hab ich auch. Vielleicht krieg ich meine Ausbildungslehrerin ja noch davon überzeugt, diese Unterlage auf die Tische zu kleben.


    Tintenroller für die Kinder besorgen.... Müsste ich dann machen und aus eigener Tasche bezahlen, weil wie gesagt, meine Ausbildungslehrerin keinen Handlungsbedarf sieht...


    Ich selbst war immer immer immer Rechtshänderin, außer an dem einen Tag, als ich anfangen sollte, Geige zu spielen und das Instrument mit rechts hielt und dabei blieb, dass das "richtig" ist. Danach war ich wieder Rechtshänderin für etwa 12 Jahre, dann hatte ich plötzlich das Besteck in der Hand und konnte nicht mehr essen... "falschrum". Das passierte dann häufiger, ich fing an, darüber nachzudenken, ob mein Gehirn sich irgendwie zersetzt oder so... :rolleyes:
    Schließlich hatte ich vor dem Referendariat einen Job, bei dem ich wenig geschrieben habe, aber Maschinen bedient, bei denen man super mit jeder Hand zeitgleich was andres machen konnte. Seitdem bin ich ... hmm.... sagen wir an nem Viertel aller Tage Rechtshänderin und nichts anderes, an der Hälfte aller Tage eher Rechtshänderin (da kann ich einige Sachen mit beiden Händen) und an nem Viertel aller Tage unentschieden, d.h. "links" fühlt sich für einige Tätigkeiten "richtig" an, aber ich kann die linke Hand nicht "richtig" benutzen. Sitze z.B. vor nem Blatt und kann nicht schreiben - logo, kann ich mit links nicht ordentlich. Ich komm mit der Brieftasche nicht mehr klar, die ist plötzlich "falschrum" etc... Ich habe die Bewegungsvorstellung "im Kopf", kann sie aber nicht richtig umsetzen. An den Tagen brauche ich einige Sekunden, um zu sagen, wo links und rechts ist und mein Schriftbild mit rechts sieht auch alles andere als gut lesbar aus. X( Je weniger ich mit der Hand schreibe desto häufiger bin ich "unentschieden".


    Was ich nie könnte: Auf ner Linkshändergitarre spielen! Und zwar nicht, weil ich links nicht zupfen kann, sondern weil ich rechts nicht geschickt genug greifen kann. :D


    Um mal auf das Thema zurückzukommen:



    Warum sollte man heute noch mit Füller schreiben lernen? Kann man nicht gleich mit dem Tintenroller anfangen und beim Tintenroller bleiben?


    Conni,
    die lange viele Menschen mit entsetzlicher Handschrift frustrierte, bis sie einen Computer gekauft hat.

  • Wegen der Lamy-Sache werde ich in "Tipps" einen neuen Beitrag starten.


    Ich selbst bin Rechtshänder, aber eine gute Freundin (angehende RL-Referendarin) ist nach eigener Auskunft "Beidhänderin". Sie und ihr Vater können sich erinnern, dass sie lange mit beiden Händen sehr gut gemalt hat, aber dann in der GS auf rechts gegangen ist, weil neben ihr eine Linkshänderin saß und ernorme Probleme deswegen bekam.
    Man mag es kaum glauben, aber wir sind beide 76er-Jahrgang, dass es das da noch gab.
    Auf jeden Fall hat sie dadurch die rechte Hand bevorzugt trainiert. Würde sie aber wieder üben, hätte sie wohl kein Problem, auch mit links zu schreiben usw.


    Ein Freund gibt zum Beispiel Karten mit links, öffnet Dosen mit links und noch einiges mehr. Auch er könnte links schreiben, wenn er es üben würde.
    Ich denke, es gibt viele "Beidhänder".

  • @ Conni,
    Es gibt ziemlich viele umgeschulte Linkshänder, die sich an ihre Umschulung nicht erinnern können, entweder, weil sie verdrängt wurde oder weil sie sich selbst umgeschult haben und sich nicht an irgendwelchen Druck von außen erinnern.
    Von der Sorte habe ich zwei Kinder! Was du so von dir erzählst läßt vermuten, dass auch du möglicherweise Linkshänderin bist und es selbst gar nicht weißt .
    Ich finde es suuuuper, dass du dich für das Thema interessierst: gerade an Grundschulen ist das Interesse oft erschreckend gering - das positivste, das man als Eltern von Lehrern erwarten kann ist meist nur, dass die linkshändigen Kinder nicht mehr zum Schreiben mit der rechten Hand gedrängt werden. Hilfen beim Schreibenlernen, wie Rechtshänder sie ganz selbstverständlich erfahren, erhalten sie in aller Regel nicht! X(
    Gerade beim Schreibenlernen ist es aber wichtig, dafür zu sorgen, dass die Kinder das Heft schräg legen, damit sie später nicht in dieser Hakenhaltung (Hand wird über dem Schriftbild geführt) schreiben. Auch ein Platz, der Linkshändern Armfreiheit gibt, ist wichtig (links an Doppeltischen). Aber du hast natürlich Recht: wenn deine Ausbildungslehrerin sich nicht interessiert und du nur drei Stunden in der Klasse hast, ist es sehr schwer, etwas zu ändern.
    Wäre es nicht möglich, einen Lehrer - oder Elterninfoabend zum Thema zu veranstalten? Es gibt in allen Bundesländern Linkshänderberatungsstellen, die solche infoabende durchführen.(Adressen über http://www.linkshaenderseite.de/index.html - eine der besten Infoseiten für und über Linkshänder, wie ich finde) Sie sind hochinformativ und man bekommt eine ganze Menge Augenöffner und Aha-Effekte. Einmal für das Thema sensibilisiert ändern sich dann viele Dinge von ganz allein!


    Daniela,
    Meine Linkshänder kommen sehr gut sowohl mit dem (eher teuren) Lamy-Füller als auch mit dem Tintenroller für Linkshänder (Schneider Baseball-Tintenroller - recht günstig) zurecht. Der Tintenroller hat so eine ergonomische Griffmulde für den festen Griff und schreibt auch nicht mit allzuviel Tinte.


    ovli

  • Hier noch ein Tipp aus einem anderen Forum:


    SCHNEIDER BaseBall
    ......
    "Nach Erfahrungen mit meinen eigenen beiden Linkshändern aber auch jeder Menge feinmot. ungeschickten Rechtshändern ist es für mich DAS Schreibgerät...
    Günstiger Anschaffungspreis (ca. 3,00 EUR), tintenlöschbar, sieht geschlossen aus wie Füller, liegt ergonomisch in der Hand, feiner schnell trocknender Strich!!! Tintenpatronen!"


    Im Beitrag vorher wird dieses Schreibgerät ebenfalls erwähnt.
    Heidi

  • Zunächst vielen Dank, für die vielen Hinweise und Tipps.


    Zitat


    Habe ich das richtig verstanden, dass ihr im ersten Schuljahr mit einem Füller schreibt?
    flip


    Ja - nach den Osterferien wird bei uns angefangen mit dem Füller zu schreiben. Das ist an der Schule, an der ich unterrichte, so üblich.


    Ich bin auch gespannt, wie gut das funktioniert.


    Daniela

    Einmal editiert, zuletzt von Daniela ()

  • ich muss mich outen ;) ich bin wohl auch beidhändig.
    das habe ich allerdings erst im letzten herbst festgestellt als ich mit auf klassenfahrt war, die kolleginnen haben es gesehen!
    ich häkle (diese luftmaschen) mit links, habe mir mal selbst stricken beigebracht - auch linksseitig irgendwie, überschlage die arme wie ein linkshänder und kann auch außerordentlich gut mit links essen (liegt das evtl am essen, dass ich das gut kann?? :D:D )
    ich schreibe mit rechts, und mache auch sonst alles wie ein rechtshänder - zumindest denk ich das.
    habe allerdings ein problem: ich kann nicht richtig klatschen :rolleyes: normalerweise klatscht man dabei ja eine in die andere hand, ich klatsche sie ganz ungeschickt
    gegeneinander.. fühlt sich immer total bekloppt an, irgendwie falsch.. deshalb bin ich im theater/konzert meist die erste die nicht mehr klatscht.
    hatte auch beim sport meine probleme mein dominantes bein/wurfarm etc zu benennen.


    und @ conni: das ist ja ein ding, dass deine lehrerin da keinen handlungsbedarf sieht! meine haben ja sogar bei mir erkannt, dass etwas "nicht stimmt". was man doch immer wieder für typen in unserem beruf trifft..

  • ich bin Linkshänder und mußte nicht umlernen, im Gegensatz zu meinen älteren Geschwistern(eigentlich auch alles Linkspfoten), nur meine "jüngere" Schwester ist beratungs- bzw. schulungsresistent geblieben.


    Das einzige, das ich mit links nicht hinkriege, aber mit rechts, ist die Maus am PC zu bedienen.


    Meine kleinere Schwester hat von ihrem Lehrherrn damals alle Handgriffe vorm Spiegel gezeigt bekommen, damit sie mit links arbeiten konnte, vielleicht hilft das ja auch beim Schreibenlernen.


    Grüße


    Markus

  • huhu,


    habe mir den stift auf der didacta gekauft und bin total begeistert.
    liegt gut in der hand, schreibt gut, trocknet schnell und ist dabei auch noch spacy...
    kann mir vorstellen, dass auch linkshändige kinder (und nicht nur linkshändige lehrerinnen) diesen stift als vollwertigen füllerersatz akzeptieren.
    werde ihn empfehlen...


    alles liebe,
    eine


    grundschullehrerin

  • HÄnge mich mal hieran:


    Hat inzwischen jemand einen LInk entdeckt, aus dem man ein Infoblatt für die Eltern machen könnte oder vielleicht sogar eine Broschüre entdeckt, die man am Elternabend ausgeben könnte?


    Gruß Annette

  • Hallo!


    Mich würde interessieren, wie der aktuelle Stand in Bezug auf Füller und ähnliche Schreibgeräte bei Euch ist.


    Ich möchte in ca. sechs Wochen mit den "Füllerführerschein" in meiner zweiten Klasse anfangen und den Eltern vorher auf dem Elternabend noch Tipps in Bezug auf die Anschaffung eines Füllers geben. Meine Paralllelkollegin überlegt, einen "Inky" anzuschaffen zu lassen. Hat damit jemand Erfahrung? Oder anderen füllerähnlichen Schreibgeräten, z.B. Stabilo move?


    Ich freu mich über ein paar Meinungen, da der Elternabend noch diese Woche ist!


    Gruß!

  • Also wir sind im 4. Schuljahr und haben erst gerade nach den Sommerferien mit dem Füller angefangen. Die Kinder arbeiten zunächst im sog. Füllerbuch, dann bekommen sie irgendwann einen Füllerführerschein und dürfen, außer in Mathe, mit Füller schreiben. Wir stellen den Kindern aber frei, womit sie dann schreiben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Kinder in der Regel den Bleistift benutzen und bei besonderen Texten den Füller, so machen wir Erwachsenen es ja eigentlich auch. Ich benutze den Füller eigentlich nur, wenn ich Lust dazu habe oder wenn ich nen Brief oder ne Karte schreibe.
    Der Vorteil der späten Einführung des Schreibens mit dem Füller liegt für uns darin, dass die Kinder schon sehr sicher beim Schreiben sind und nicht mehr so feste aufdrücken.
    LG Rottenmeier :wink2:

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