Angepinnt Anti-Burnout, Reduktion der Arbeitsbelastung, Selbstschutz ... und mehr.

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    • Ich habe hier tresselt.de/arbeit.htm zum Thema passend noch eine hervorragende Seite gefunden. Vor allem das Folgende sollte man sich mal zu Gemüte führen und bei Gesamtkopnferenzen ein scharfes Auge drauf haben, plus - gegebenenfalls - verpennte Personalräte aktivieren:


      Schöpfen Sie Ihre Mitbestimmungsmöglichkeiten aus:

      Legen Sie die Zahl der max. Springstunden in der Konferenz fest.
      Vereinbaren Sie klare Regelungen für Mehrarbeit und Vertretungsstunden.

      Definieren Sie eindeutige Regelungen für die Erteilung von Sonderurlaub.

      Regeln Sie die Zahl der Klassenfahrten, legen Sie die Begleiter für Wanderfahrten und Unterrichtsgänge fest, sichern Sie die Erstattung der Kosten.

      Klären Sie die Anwesenheitspflichten während der Unterrichtszeit. Führen Sie evtl. "Kernarbeitszeiten" ein oder Schutzzeiten, in denen Sie nicht zu Vertretungsstunden herangezogen werden.

      Definieren Sie eindeutig Präsenzzeiten und deren Verrechnung.
      Formulieren Sie eindeutige Kriterien für die Vergabe von Entlastungsstunden. Legen Sie einen Grundsatzkatalog fest, der die Entscheidung der Schulleitung begrenzt.

      Vereinbaren Sie einen Ausgleich für zusätzlich erteilte Unterrichtsstunden (Projekttage, Begleitung der Schüler zu Wettkämpfen und außerschulischen Veranstaltungen, Elternsprechtage, Tag der Offenen Tür usw.).

      Formulieren Sie Grundsätze zur Festlegung der Pflichtstunden-Bandbreite. Die Schulleitung muss sich an diese Grundsätze halten.
      Legen Sie die Grundsätze für die Anwesenheitspflicht von Teilzeitkräften bei zusätzlichen Unterrichtsveranstaltungen und Konferenzen fest.

      Überdenken Sie die Aufsichtspläne und entwerfen Sie einen Plan für die Reduzierung von Aufsichten.
      Überziehen Sie keine Konferenzen. Sorgen Sie dafür, dass auf der Einladung Beginn und Ende aufgeführt sind. Sagen Sie der Schulleitung, dass Sie sich darauf verlassen werden und gehen müssen, wenn die vereinbarte Zeit deutlich überschritten ist.

      Verlangen Sie eine aufgeschlüsselte Bilanz des jährlichen Finanzbudgets. Sorgen Sie dafür, dass die von Ihnen vertretenen Fachbereiche eine gute Materialausstattung haben. Das senkt die Arbeitsbelastung!
      Lassen Sie sich alle zusätzlichen Dienstfahrten erstatten. Ohne Erstattung führen Sie keine durch. Das tut kein Schulaufsichtsbeamter - also sollten Sie es auch nicht tun.

      Verlangen Sie einen gesunden Arbeitsplatz nach den EG-Richtlinien. Lassen Sie sich die vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung der Schulleitung zeigen und prüfen Sie, ob die von Ihnen festgestellten Belastungen enthalten sind.

      Lassen Sie sich keinen Stundenplan aufdrängen, der eine ungewöhnliche Belastung darstellt. Beharren Sie auf der Einhaltung der Konferenzbeschlüsse und Vereinbarungen. Machen Sie der Schulleitung klar, dass sie dafür bezahlt wird, solche Aufgaben ordentlich zu erledigen.

      Beschließen Sie organisatorische Vereinfachungen für Verwaltungsabläufe (z.B. Umlaufverfahren für Protokolle, Info-Schreiben statt Dienstbesprechungen, Tischvorlagen für Konferenzen, einfachere Listenführung usw.).

      Beschließen Sie die Ihnen zustehenden 2 Fortbildungstage zur Weiterentwicklung des Schulprogramms oder zur Evaluation. In dieser Zeit können Sie vieles erledigen, was sonst in zusätzlichen Konferenzen erfolgen würde.

      Lassen Sie nicht die Schulleitung die Entscheidungen treffen, sondern die Lehrerkonferenz! Dazu müssen Sie Grundsatzbeschlüsse fassen. Greifen Sie aktiv in in die Entscheidungsprozesse ein! Sie selbst bestimmen über die Arbeitsbelastung!

      Arbeitsbelastung und Arbeitsatmosphäre sind wichtige Einflussfaktoren für die Gesundheit. Nur gesunde und zufriedene Lehrer machen guten Unterricht. Das muss Ihre Schulleitung einsehen. Sie wird es aber erst verstehen, wenn Sie selbst die Grenzen der Belastbarkeit definieren. Für die Schulleitung sind Vertretungsstunden und Mehrarbeit nämlich keine besonderen Belastungsfaktoren, da sie eine Stundenermäßigung haben und mit einem Schulleiterbonus ohne Stress Vertretungsstunden halten können. Sie haben oft den Sinn für die tatsächliche Alltagsbelastung verloren. Es ist also ganz gut, wenn Sie ihnen diesen wieder in Erinnerung rufen:
      Lernen Sie, "Nein" zu sagen.


      Auch der Rest der Seite(n) ist mehr als lesenswert!
      WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
      World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
      yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.
    • Danke, Meike, für die Auflistung!


      Original von Meike.

      Vereinbaren Sie einen Ausgleich für zusätzlich erteilte Unterrichtsstunden (Projekttage, Begleitung der Schüler zu Wettkämpfen und außerschulischen Veranstaltungen, Elternsprechtage, Tag der Offenen Tür usw.).



      Inwiefern geht denn sowas? Gibt es das an irgendwelchen Schulen? Wenn man dafür Stunden abhängen könnte, würde doch fast kein Unterricht mehr stattfinden.
    • Inwiefern geht denn sowas? Gibt es das an irgendwelchen Schulen? Wenn man dafür Stunden abhängen könnte, würde doch fast kein Unterricht mehr stattfinden.
      Es geht sicher nicht bei allem, was man zusätzlich macht - dafür ist das viel zu viel - aber wir haben z.B. eine Regelung bezüglich des Tags der offenen Tür, der immer Samstags ist, getroffen: an irgendeinem Faschingstag ist dafür früher Schluss. Das Argument, mit dem wir das durchziehen konnten, waren die Schüler, die ja am ToffTü auch kommen mussten - ob Lehrer Samstags zusätzlich arbeiten oder nicht, zählt ja als Argument wenig. So aber hat's geklappt und alle warn's zufrieden.

      @alias: naja, da steht ja nix Neues drin und das Alte auch ein bisschen in arg kurz: von Unlust über Selbstausbeutung ist alles dabei. Ach...
      Hier in diesem thread wird ja an Letzterem gearbeitet, :) das ist ja schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.
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    • Original von Meike.

      Hier in diesem thread wird ja an Letzterem gearbuitet, :) das ist ja schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.


      Genau! Daran arbeiten wir hier.



      Eure Argumentation was den Tag der offenen Tür betrifft, finde ich gut. Ich werde mal gucken, ob wir auch was Ähnliches haben.

      Bei uns ist es vor allem so, dass die Teilzeitkräfte Unmengen an Überstundenmachen, da sie ja zu allen Zusatzveranstaltungen kommen müssen und an Tagen, an denen Unterricht im Klassenverband stattfindet (sowas wie die Einführungstage bei den 5ern - aber das kommt bei uns in allen Jahrgängen an mehreren Tagen im Jahr vor) auch mehr oder weniger den ganzen Tag erscheinen müssen, auch wenn es eigentlich ihr freier Tag wäre, von den ganzen Konferenzen und sonstigen Veranstaltungen ganz zu schweigen.
    • Original von alias
      Wie eine neue Untersuchung zeigt, sind die Lehrer selbst schuld.
      "Oft wählen die Falschen den JOB"
      meint jedenfalls ein Arbeitsforscher:
      schwarzwaelder-bote.de/wm?catId=78821&artId=12313562


      Da haben wir es ja wieder: DIE LEHRER SIND SCHULD, und zwar ganz individuell und höchstpersönlich.

      Das muss aber ein ganz spezifisches deutsches Problem sein, bei den PISA-Ergebnissen...

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen
    • Kennt eigentlich jemand das hier?

      Das Anti-Burnout-Buch für Lehrer
      von: Andreas Hillert
      Kösel-Verlag, 2004

      Bin zufällig drüber gestolpert ... Ist das lesenswert oder Platitüden-Mist?
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    • Original von Meike.
      Inwiefern geht denn sowas? Gibt es das an irgendwelchen Schulen? Wenn man dafür Stunden abhängen könnte, würde doch fast kein Unterricht mehr stattfinden.
      Es geht sicher nicht bei allem, was man zusätzlich macht - dafür ist das viel zu viel - aber wir haben z.B. eine Regelung bezüglich des Tags der offenen Tür, der immer Samstags ist, getroffen: an irgendeinem Faschingstag ist dafür früher Schluss. Das Argument, mit dem wir das durchziehen konnten, waren die Schüler, die ja am ToffTü auch kommen mussten - ob Lehrer Samstags zusätzlich arbeiten oder nicht, zählt ja als Argument wenig. So aber hat's geklappt und alle warn's zufrieden.


      In RLP ist es so geregelt, dass man z.B. einen Tag der offenen Tür an einem Samstag durchführen kann, der dann als Ausgleichstag gilt, d.h. dafür gibt es einen anderen Tag frei (hier gerne den Freitag nach Weiberfastnacht ;) ).
      Man muss das aber beantragen und genehmigen lassen. Grundschulen haben dabei zur Zeit noch das Problem, dass sie für den freien Tag dann eine Notbetreuung organisieren müssen. Das soll aber auch geändert werden.

      Gruß,
      Melo
      Für mich gibt es wichtigeres im Leben als die Schule.

      (Mark Twain)

      Auf dem Weg zur Weltherrschaft! :teufel:
    • Original von Meike.
      Kennt eigentlich jemand das hier?

      Das Anti-Burnout-Buch für Lehrer
      von: Andreas Hillert
      Kösel-Verlag, 2004

      Bin zufällig drüber gestolpert ... Ist das lesenswert oder Platitüden-Mist?


      Hallo Meike!

      Ich habe es vor einiger Zeit gelesen.

      Hillert ist Facharzt u.a. für Psychotherapie und therapiert u.a. auch Lehrer und Lehrerinnen (z.B. wg. Burnout). Diese spezielle Sichtweise (Lehrer) zieht sich durch das gesamte Buch, was ich als sehr positiv empfunden habe (endlich einmal die Sichtweise eines "externen" Fachmannes mit Blick auf die wirklich Betroffenen)

      Ich fand es ganz interessant, war immerhin eins der wenigen Bücher, die ich relativ zügig ganz durchgelesen habe, nachdem ich es bekommen hatte.

      Teilweise ist es so angelegt, dass meine seine eigene Situation reflektieren soll, ab und zu wird man aufgefordert etwas aufzuschreiben (wobei ich persönlich immer zu faul bin, dass zu tun).

      Als Kernmessage habe ich für mich mitgenommen, dass es beim Lehrerberuf in unserem Bildungssystem so ist, dass es unmöglich ist, allen Erwartungen (Eltern, Schüler, Schulleitung, Politik, Gesellschaft, ...) gerecht zu werden (u.a. wegen diverser Zielkonflikte).
      Wenn man das trotzdem versucht, wird man langfristig mit ziemlicher Sicherheit scheitern. Hillert führt dabei auch interessante Beispiele aus seiner Praxis auf.

      Er gibt sogar im letzten Kapitel Anregungen (Zeitmanagement, Entspannungstechnken, Supervision), was man individuell tun könnte, um langfristig gesund zu bleiben, allerdings sind es keine Patentrezepte. Ich werde mich selbst damit noch einmal beschäftigen müssen...

      Insgesamt gesehen ein empfehlenswertes Buch, sollte von jedem Berufsanfänger gelesen werden. Aber auch von erfahreneren Lehrkräften, da es einen Leitfaden bieten kann zum langfristigen "Gesundbleiben".

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Mikael ()

    • Habe mich heute erst mit einer Kollegin über genanntes Buch ausgetauscht. Sie, langjährige Erfahrung mit zwei Korrekturfächern, Klassenleitung etc. fand es sehr empfehlenswert, hat i.M. nach allerdings einen zu starken Portfolio-Selbstheilungs-Charakter ("Schreiben Sie sich alles von der Seele, dann gehts schon besser.")
      Werde es nach dem Korrekturstapel, der zur Zeit meinen Schreibtisch bedeckt, auch mal lesen.
      Grüße,
      slumpy
    • Danke für eure Kritiken, Slumpy und Mikael... ich bestell's mal vom Schulbudget des PR und stell's in das Regal für unsere "Anfänger" und neue Junglehrer-kollegen. Bevor ich PR-Budget ausgebe, wollte ich gerne wissen, ob sich das lohnt - und das scheint ihr ja zu bestätigen.
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    • Hallo!
      Ich habe es seit langer Zeit endlich mal wieder geschafft, hier ein wenig zu lesen. Liebe Nele, danke für deine Rezeptliste. Der Drucker läuft gerade und mein fester Vorsatz für 2008 ist: Nie wieder Schulstress!!! Ich nehme es mir jedenfalls ganz fest vor.
      Euch allen noch ein ruhige Adventszeit :)
      Mikkeline
    • Liebe Meike, wie kommt man zu einem PR-Budget???? Hab das noch nie gehört, bin aber sehr interessiert ...


      Sorry Venti, das sehe ich erst jetzt, hab lange nicht mehr in den thread geguckt. Das PR Budget kommt bei uns durch Hut-hinstellen bei diversen Feiern und Personalversammlungen zustande. Wir sind um die 60 Stamm- und 120 Verbundskollegen, da kommt schon ordentlich was zusammen (im Schnitt geben die Kollegen pro "Huthinstellung" um die 5 Euro, das macht dann über 500 pro Veranstaltung. Davon wird Gemeinnütziges fürs Kollegium gekauft, Geschenke bei runden Geburtstagen, Babies, Hochzeit, wir zahlen damit auch Referenten die zu PVs kommen, etc. Von der Schule selbst gibt es ein Minibudget (nur für Bücher und Schulrechtshefte etc), das "Kollegium gesamt" heißt und durch den PR verwaltet wird. So 100 Euro im HJ. Wo der Chef das abzwackt, weiß ich auch nicht.
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    • RE: Anti-Burnout, Reduktion der Arbeitsbelastung, Selbstschutz ... und mehr.

      Hi,

      wirklich klasse Ideen!
      Manchmal gelingt es sogar, sie umzusetzen.

      Und noch eine Idee, wie man sich Stress erspart:
      Nie eine Klassenarbeit am Tag eines Elternabends zurückgeben. Den Fehler habe ich in meinem ersten Jahr einmal gemacht und seitdem nie wieder. Klar, dass es da nur um die Klassenarbeit ging, die natürlich

      a) "viel zu schwer", und
      b) "viel zu streng bewertet" war,
      c) und "Lösungswege sind überflüssig, Hauptsache das Ergebnis stimmt."


      Tja, man lernt aus seinen Fehlern.
    • Ich merke gerade leider mal wieder, dass die Arbeitsbelastung bei mir sehr hoch ist. Momentan stehe ich morgens auf und denke mir "Und täglich grüßt das Murmeltier". Täglich der gleiche Trott, Arbeit über Arbeit und ich merke, dass ich selbst ziemlich auf der Strecke bleibe...
      Und wenn ich Zeit zur Entspannung habe, fühle ich mich innerlich sehr unruhig und nervös. Mich zu entspannen fällt mir im Augenblick ziemlich schwer.
      Also habe ich mir fest vorgenommen, wieder joggen oder wenn ich dazu zu müde bin, wenigstens spazieren zu gehen. Außerdem habe ich mich bei einem Chor angemeldet und hoffe, dass mich das Singen 1x in der Woche auf andere Gedanken bringt.

      Was tut ihr um euch etwas Gutes zu tun? Wie schaltet ihr ab? Wie entspannt ihr?

      Ich wünsche euch einen schönen Feierabend - den hoffentlich die meisten von euch nun haben!!!
    • Original von DO_It

      Was tut ihr um euch etwas Gutes zu tun? Wie schaltet ihr ab? Wie entspannt ihr?


      Einmal wöchentlich zwei Stunden rumstümpern in einer Spaß-Volleyball-Mannschaft. Und ich schmeiße genau jetzt den roten Stift weg, die Arbeit gibt es dann halt erst am Montag zurück. Irgendwann ist auch mal gut!

      :)
      "Und hast du die Ausrufezeichen bemerkt? Es sind fünf. Ein sicheres Zeichen dafür, daß jemand die Unterhose auf dem Kopf trägt." (T. Pratchett)