Partnerarbeit - Partner akzeptieren

  • Hallo:)


    Ich schreibe meine Examensarbeit über die Förderung von kooperativem Lernen...
    Jetzt habe ich allerdings das "Problem", dass viele Schüler Schwierigkeiten haben einen Zufallspartner zu akzeptieren...
    Wie kann ich sowas fördern?? Mit einem Verstärkerplan?
    Und wie verhalte ich mich, wenn sich S. total verweigern, weil sie mit dem anderen S. nicht zusammenarbeiten wollen?


    Bin gerade etwas ratlos...


    LG
    Larena

  • Meiner Meinung nach macht es auch die Gewohnheit. Anfängliches Gestänkere finde ich recht normal. Meine Kinder haben irgendwann eingesehen, dass meistens ich nach Zufall (losen, auszählen, ...) die Gruppen oder Partner bestimme. Mittlerweile kommen sie oft selbst zu mir und verlangen, dass Gruppen nach dem Zufallsprinzip gebildet werden. Das geht meistens am schnellsten und auch Kinder sehen das nach einer Zeit ein.


    Ich weiß aber nicht, ob du so viel Zeit hast um auf bessere Zeiten zu warten, da es ja um eine Examensarbeit geht.


    Bibo

  • So wie Bibo erlebe ich es auch.
    Die Schüler gewöhnen sich mit der Zeit daran.


    Anfangs machen wir ganz einfache Partnerarbeit,
    bei der man mit dem Partner nicht viel kommunizieren muss
    und auf "Abstand" gehen kann.


    z.B.
    Einer diktiert Wörter, der andere schreibt
    Einer liest eine Rechenaufgabe vor, der andere antwortet.
    Einer stellt Fragen zum Sachunterricht, der andere antwortet........



    Dann auch solche Dinge wie:
    - Sucht 10 Wörter mit st im Wörterbuch, schreibt abwechselnd
    - Überlegt euch 10 Plusaufgaben, schreibt abwechselnd.



    Und dann weitet man das Ganze immer mehr aus.



    Für Gruppenarbeit hat sich gut ein Quiz bewährt:
    Schüler werden in Kleingruppen ausgelost.
    Dann beantworten sie einen multiple-choice-Test.
    (z.B. Wiederholungsfragen zum Sachthema)
    Die Gruppe mit den meisten Punkten bekommt einen kleinen Preis oder konnte bei mir Punkte für Hausaufgabengutscheine sammeln.


    Wer nicht mitmacht, bekommt auch nichts.
    Und:
    Die Schüler erkennen, dass in so einer Gruppe der "Obermacker", der nur große Sprüche klopft wenig "bringt" im Gegensatz zu einem fleißigen Schüler.

  • Ich kann den beiden Vorschreiberinnen nur zustimmen. Ich denke, dass auch/gerade Kinder lernen müssen, dass es einfach Dinge gibt, die so sind wie sie sind. Wenn der Zufall jetzt eben ausgelost hat, das A mit B arbeiten muss, dann ist das so. Punkt.
    Meine Kids würden glaube ich inzwischen gar nicht mehr auf die Idee kommen da versuchen rumzumosern...

  • indidi:


    Sieht bei mir ähnlich aus. Aber manche Dinge findet man so selbstverständlich, dass man vergisst, sie genauer zu erklären. :rolleyes:


    Larena:


    Wenn es konkret um die Examensarbeit geht, wäre ein Verstärkerplan evtl. eine Möglichkeit. Du solltest diesen Vorschlag dann aber auch genau begründen.
    Im ganz normalen Schulbetrieb wird dein geschildertes Problem aber nicht dein einziges sein. Da hast du auch noch Schüler die unpünktlich sind, ihre Hausaufgaben nicht machen, andere ärgern, Anweisungen nicht ausführen, laut sind, andere ablenken, und, und, ...
    Meine ganz unpädagogische Meinung ist, dass ich nicht wegen jeder Kleinigkeit Sternchen kleben oder Stempel verteilen kann. Das ist organisatorisch schon gar nicht möglich, da ich keinen Platz habe für so viele Verstärkerpläne. Und ab und zu muss man ja auch Unterricht abhalten. Das heißt aber nicht, dass ich nicht lobe oder teilweise auch belohne, wenn etwas gut klappt. Das muss sein und in der Regel muss das auch reichen.


    Bibo

  • Hallo:)
    Ich sehe das eigentlich ähnlich, wir haben auch schon wegen verschiedenen Sachen einen Verstärkerplan. Zu mal der bei manchen meiner Kinder auch gar nicht mehr so wirkt, weil das für die Babykram ist (die S. sind alle´zwischen 11-12 J.)


    Bei mir in der Klasse ist es zwar so, dass sie mittlerweile auch möchten, dass gelost wird (gerade "Außenseiter" verlangen dies), aber wenn dann doch mal eine Konstelation gezogen wird, die den gar nicht gefällt, dann ist das Gemotze groß.
    Und dann wird sich z.T. total verweigert bis hin zu Sachen durch die Gegend schmeißen,...
    Hatte mir schon mal überlegt, dass jeder einen "Joker" hat und und diesen einmal ziehen darf, wenn er denkt, dass es mit dem Partner überhaupt nicht funktioniert. Sollte er aber dann in der nächsten Std wieder diesen Partner ziehen, muss er mit ihm arbeiten.
    Was haltet ihr von sowas? Aber was mache ich dann, wenn sich dann trotzdem so verweigert wird? Und ist es nicht ein bißchen Fies, für denjenigen wo der Joker gezogen wird?


    LG

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