Einschulungsrede halten

  • Moin,


    die Ferien haben zwar gerade Halbzeit erreicht, aber diese Woche muss ich wohl mal ran. Problem ist nämlich, dass mich aufgrund widriger Umstände das Vergnügen einer Einschulungsrede ereilt... soll heißen, ich muss als Vertretung der Schulleitung die Einschulungsrede halten.


    Wenn ich etwas sehr ungern mache, dann Reden halten... nun habe ich also losgelegt und etwas formuliert. Soweit, so gut! Nun muss ich das ja aber in 3 Wochen auch vortragen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass auswendig zu lernen - wäre viel zu aufgeregt. Ich weiß, dass es eigentlich viel schöner ist, soetwas frei vorzutragen, aber gerade jetzt beim ersten Mal brauch ich doch irgendwie ein Blatt vor dem Kopf.


    Jetzt meien Frage: machen das andere Schulleiter auch oder ist das ziemlich unprofessionell oder gar peinlich?! Ich kann mich da irgendwie nicht mehr dran erinnern und will jetzt eigentlich noch mal ganz entspannt in meinen nächsten Urlaub fliehen. Also, was könnt ihr mir diesbezüglich zurückmelden bzw. welche Tipps habt ihr für einen "Redenphobiker", der sonst eigentlich keine Probleme hat, frei zu sprechen ;)


    Danke!

  • Nur keine Panik! Ich kenne durchaus auch andere Schulleiter, die ein Blatt in der Hand haben. So als Mittelweg finde ich persönlich es immer schön, den Text nicht auszuformulieren, sondern dir nur Stichpunkte zu notieren und die dann frei "mit Leben" zu füllen. Wie ausführlich diese Stichpunkte dann sein müssen, kannst du dann ja selbst entscheiden - je knapper, desto freier die Rede.


    Gruß
    Britta

  • Wie wär's mit Karteikarten? In Blanko sehen die gar nicht schlecht aus und ich finde, das wirkt professioneller als so ein flatternder Zettel in der zittrigen Hand.


    Ansonsten finde ich, dass es keinesweges unprofessionell wirkt, wenn jemand sich Notizen mit in seine Rede nimmt. Ich würde die Rede schon ein paar Mal vorher durchgehen und üben. Bei mir hilft das meist ganz gut. Die Eckpunkte der Rede und ein paar Formulierungen habe ich dann automatisch im Kopf und der Rest kommt dann frei oder eben mit Hilfe der Stichpunkte.
    Nur keine Panik also. Wenn du sonst auch keine Schwierigkeiten beim freien Sprechen hast, kommt das schon automatisch. :)


    Viel Glück bei der Einschulungsrede und vorher natürlich erstmal einen schönen Urlaub!


    Liebe Grüße
    Mia

    Man soll denken lehren, nicht Gedachtes.
    (Cornelius Gustav Gurlitt)

  • Hallo schlauby,
    mein Vorschlag wären auch kleine Karteikarten mit Stichpunkten. Hast du ein Rednerpult? Das ist gut gegen die Nervosität ;), da steht man nicht so frei rum.
    Übrigens: Was machen die Erstklässer während deiner Rede? Sind die schon in den Klassen oder fiebern sie noch ihrer ersten Unterrichtsstunde entgegen?
    Im letzteren Fall fasse dich bitte ganz ganz kurz. Die Kleinen "leiden" und wollen diesen Teil hinter sich bringen.


    Viele Grüße
    venti :)

  • Hhmmm. Ich hab eben mal probiert meine vorformulierten Gedanken frei vorzutragen. Lief eigentlich ganz gut, aber wurde dadurch noch länger.


    Hab mal auf die Uhr geschaut: Das waren dann fast 10 min (ca. eine Seite Text) - vermutlich zu lang, oder ?! Wie machen das denn eure Schulleitungen so? Sprechen die noch mal ein paar Worte zu den Eltern, wenn die Kinder in den Klassen sind? Könnte man ja machen ...


    Ich hab nämlich schon das Bedürfnis (aufgrund diverser Vorfälle im letzten Schuljahr) ein paar wichtige Gedanken bei der Einschulungsrede loszuwerden. Will aber die Kinder nicht quälen. Vielleicht ist das ja wirklich eine gute Idee, meine Elternworte erst später zu halten. Andereseits weiß ich nicht, ob die Eltern dann überhaupt noch willig sind, zuzuhören - draußen hat ja der Schulverein für Verpflegung und so gesorgt ...


    Weiteres Problem ist, dass es kein echtes Rahmenprogramm gibt (lange Geschichte *grummel*), sodass ich Angst hätte, dass es ohne diese Rede dann doch sehr kurz wird - aber das ist vermutlich unbegründet.


    Muss da nochmal drüber schlafen und mich mit Teamkollegin austauschen. Aber ich freue mich auch hier weiter über Ideen. Bis Donnerstag darf noch gegrübelt werden.

  • Hatte auch deine Bedenken. Ich schreibe meine Rede ausführlich auf und lese sie mir oft durch. Dann färbe ich Schlüsselwörter rot und groß ein und druck sie aus. Allerdings hab ich hinterher festgestellt, dass ich sie nur zur Sicherheit in der Hand hielt. Wenn auch nicht genau so wie geplant, fiel mir alles ein. Hinweise für die Eltern immer gleich, noch bevor ich mich an die Kinder wende oder es Kaffee gibt. Dann ist nämlich die meiste Aufmerksamkeit verpufft. "Der Ernst des Lebens" in Bildern und frei erzählt, locker gut auf, hilft durch einen vergnüglichen Vormittag.
    Gruß
    Pepi

  • Bei uns ist die Geschichte zweigeteilt:
    erst Lieder, Tänzchen usw. von den "Großen", ca. 20 Minuten, dann kurzes Grußwort der Schulleitung, einzelnes Aufrufen der Kinder nach vorn, wo der jeweilige Klassenlehrer/Lehrerin schon bereit steht und die Kinder einzeln begrüßt. Wenn die Klasse komplett ist, bekommt sie einen Applaus und marschiert ab. Die Eltern bekommen direkt zu Beginn von der Rektorin gesagt, dass nachher noch wichtige Informationen gegeben werden. Dann spricht sie noch all das, was dir vermutlich auch auf der Seele liegt, dann sprechen Vetreter vom Schulelternbeirat und Förderverein und danach gibt es Kaffee und Kuchen und die Gelegenheit zum Nachfragen und Unterhalten mit den anderen Eltern.
    Klappt eigentlich sehr gut.
    Viele Grüße!

  • Meine alte Schulleiterin hat mal eine ganz tolle Rede auf Reinhard Meys "Nun fängt alles wieder von vorne an" gehalten. Das Lied wurde eingespielt und sie hat dann immer etwas zu den einzelnen Strophen gesagt. Das kam sehr gut an.

  • Ja, bei uns ist es auch so, dass wichtige Informationen dann noch gegeben werden, wenn die Kinder weg sind. Das macht den Teil für die (nervösen) Kinder kürzer und die Eltern hören nachher auch besser zu.

  • Ich nochmal ...


    Bei meinen "Worten an die Eltern" geht es weniger um Informationen, sondern eher ein paar Gedanken zum "Lernen" und "einen gelungenen Schulanfang". Hat also schon den Charakter einer Rede.


    Aber eigentlich finde ich die Idee ganz charmant, die Kinder möglichst schnell in die Klassen zu entlassen und dann noch ein paar tiefergehende Worte loszuwerden, wenn die zappeligen Gören ;) weg sind.


    Meine Planung wäre dann:


    - Begrüßungslied
    - kurze Begrüßungsworte und Anspiel mit meiner Kollegin (etwas für die Kinder)
    - kurze musikalische Aufführung
    - Kinder werden auf Klassen aufgeteilt und gehen mit Klassenlehrerinnen raus - Eltern sollen noch kurz bleiben
    - ein paar weitere Worte an die Eltern (ca. 8 min), danach Kaffe und Schnack draußen

  • Das klingt doch gut! Viel Erfolg!!


    (Die Sache mit der Rede an die Eltern hat den angenehmen Nebeneffekt, dass nicht alle Eltern ihr Kind bis in den Klassensaal begleiten, denn sie wollen ja nix Wichtiges verpassen, was die Schulleitung sagt. Und die Erstklass-Kollegen sind normalerweise nicht scharf drauf, alle Kinder UND Eltern in der Klasse versammelt zu haben und dann die Eltern hinauskomplimentieren zu müssen. Denn eigentlich wollen sie die Stunde ohne gefühlte 50 Erwachsene halten.)


    Viele Grüße
    venti :)

  • Ich spicke meine Reden gerne mit Zitaten - das macht sich immer gut und man kann die eigene Rede daran entlang hangeln:
    Links zu Zitaten, Witzen und Redensarten findest du hier en Masse:
    http://www.autenrieths.de/links/linkwitz.htm
    Suche bei den einschlägigen Zitatsammlungen nach
    "beginn, start, leben, 'erster schultag', lernen, freunde, entwickeln, schule, wachsen,..."


    by the way, off topic sweil ich dort wieder über den Link gestolpert bin und weil ich mich da wieder festbeiße - Wahrheiten für Mathematiker und Physiker:
    http://users.physik.tu-muenche…er/physik/mathewitze.html
    Habt ihr gewusst, dass die meisten Menschen mehr Beine haben als der Durchschnitt? (böse - ich weiß) :D
    oder: "Wie befreit sich ein Mathematiker aus einem geschlossenen Käfig? Er definiert: Hier ist außen. "


    Tipps für Reden gibt hier:
    http://www.autenrieths.de/links/linkrefe.htm

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

    3 Mal editiert, zuletzt von alias ()

  • Hallo und guten Tag,


    hat vielleicht jemand eine Idee für eine kurze Einschulungsrede, die an die Kinder und die Eltern gerichtet ist und eventuell sich an ein Kinderbuch anlehnt?


    Sehr schön finde ich den Vorschlag mit dem Reinhard Mey-Song, der wäre eine Alternative, dann aber ohne Kinder, da dieses den zeitlichen Rahmen für die Kleinen sprengen würde.


    Liebe Grüße und Dank im Voraus
    Loretta

  • Bei unserer Einschulungsfeier liest der stellv. Schulleiter immer einen kleinen Abschnitt aus "Der kleine Drache Kokosnuss" vor. Das ist immer ganz schön. Drumherum baut er dann seine paar Begrüßungsworte für die Kleinen ein.

  • Vielen Dank Rottenmeier,


    tolle Idee, den "Drachen Kokosnuss" kannte ich noch gar nicht. Habe mich im Netz mal kundig gemacht, daraus kann man sicher etwas machen.


    Danke
    Loretta

  • "Ernst des Lebens" - sehr schöne und passende Geschichte, ist aber zu umfangreich für diesen Zweck. Da wir für unsere "Neuen" auch ein kleines Programm vorbereitet haben, sollte die "Einschulungsrede" nicht zu viel Zeit beanspruchen.


    Aber Danke Nuki!

  • Hui, ich komme gerade von unserer Einschulungsfeier. Es ist alles gut gegangen! Und das habe ich auch wieder diesem Forum und euren guten Tipps zu verdanken.


    Es war genau das Richtige: kurze Ansprache mit den Kindern und dann etwas ausführlicher, als nur noch die Eltern da waren. So lässt sich das wiederholen :)

  • Neugier!!!!!
    Kannst du das inhaltlich noch ein bisschen konkretisieren, schlauby?
    `Wäre dir sehr dankbar dafür!!!!


    LG
    loretta

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