Tafelbilder / Tafelanschrieb

  • Hallo an alle.


    Wenn ihr Tafelbilder anschreibt, denkt ihr Euch diese selbst aus oder orientiert ihr Euch an Vorlagen?
    Und welche Vorlagen gibt es?


    Ich behandel gerade das Thema "Lügen - Wahrheit - Manipulation".
    Ich möchte gerne verschiedene Tafelanschriebe machen, z.B. zum Thema "Vertrauen", dann zum Thema "Lügen" usw.
    Aber ich tue mich etwas schwer.
    Könnt ihr mir weiterhelfen?

  • Hallo,


    ich plane meine Tafelbilder nach Bedarf; mit wachsender Berufserfahrung wird es dir zunehmend leichter fallen, Inhalte zu vereinfachen und zu strukturieren, um sie in schöne Diagramme für die Tafel umzusetzen. Nur keine Angst vorm Experimentieren. :)


    Hier ist ein Link zu einer schönen Webseite über Tafelanschriebe.


    Und eine Google-Bildersuche nach "Tafelbild" gibt dir vielleicht einige Anregung (und natürlich auch Beispiele, wie man es nicht machen sollte.)


    Viel Spaß,


    Nele

    • Offizieller Beitrag

    Ich plane Tafelbilder eigentlich gar nicht - die entstehen aus der Diskussion im Kurs... plane ich sie vorher, müssen die Schüler ja im Prinzip durch relativ geschlossene Fragen dazu gebracht werden, das zu sagen, was ich an der Tafel stehen haben will.. da steh ich nicht so drauf.


    Nele ... hihi
    Das hier ist ja wirklich...
    [Blockierte Grafik: http://flat32.net/wp-content/uploads/2008/04/tafelfoto.jpg]
    ...geil... :D


    Mathematiker...koppschüttel :)

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

    4 Mal editiert, zuletzt von Meike. ()

    • Offizieller Beitrag

    Hm,


    nix Physik....wer hat mein Tafelbild zur Bündnispolitik Bismarcks zwischen 1855 und 1890 hier reingestellt?


    böse


    H.


    PS: Ich habe meine Schüler mittlerweile soweit gebracht, dass sie Tafelbilder auch selbst entwickeln können...ich bespreche mit ihnen dann ein Thema, lege vier Stück Kreide aufs Pult und setze mich schließlich in die letzte Reihe, um dem Treiben an der Tafel zuzuschauen.


    Ich habe mein Naturtalent (es wurde in der Beurteilung als Referendar extra betont, dass ich ausnehmend gute Tafelbilder mache...naja, wahrscheinlich gabs sonst nichts Gutes über mich zu berichten...) mit Hilfe von Florian Osburg (<- gugel mich) ausgebaut....der allerdings schwerpunktmäßig Geschichte bearbeitet...aber einen theoretischen Teil vorweg schaltet, der recht gut ist.


  • Quatsch, das ist meine Gedichtinterpretation von "Der Panther". Ich hab dir das doch erst letzte Woche zugeschickt :P


    Oh, jetzt habe ich dich verraten ;(


    Ich kombiniere zwischen "vorher überlegt" - sprich, welche Lerninhalte, welche Ziele sollen visualisiert werden und "spontane" Umsetzung.


    Lieber Hawkeye,
    das Tafelbild ist ja vielleicht ansprechend, aber es hätte etwas mehr "Grün" sein können, außerdem, die Schrift...


    - es könnte auch ein Schnittmuster sein können,
    - oder die Routenplanung mit einem Navi...

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Ich habe meine Schüler mittlerweile soweit gebracht, dass sie Tafelbilder auch selbst entwickeln können...ich bespreche mit ihnen dann ein Thema, lege vier Stück Kreide aufs Pult und setze mich schließlich in die letzte Reihe, um dem Treiben an der Tafel zuzuschauen.

    Jaha! Die Diskussion um die Gestaltung
    ist super um zu gucken, wie viel wirklich verstanden worden ist. Kann ich auch empfehlen. Ich nutze Schülertafelanschriebe auch, weil in meinen Kursen oft frei gearbeitet wird und nicht jeder zum selben Zeitpunkt bei einem bestimmten Ziel angekommen ist: also kann jeder seine Ideen notieren, wann er / sie soweit ist - am Ende wird dann geguckt, wie man's strukturiert oder umformuliert.

  • Je nach Bedarf und Leistungsstand einer Lerngruppe kann man solche Gestaltungsaufgaben ja auch durch Teilvorgaben (z.B. Tafelbildstruktur ohne Text) vorentlasten - Diskussionsanlässe zur Metareflexion über Präsentationstechniken in der Gruppenarbeit kann man dann herstellen, indem man zwei oder mehr mögliche Varianten (darunter evtl. eine untaugliche?) der Gruppe zur Auswahl gibt und als Arbeitsauftrag vorgibt, dass bei der Präsentation begründet werden muss, warum jetzt diese und nicht eine andere Variante gewählt wurde. Ebenso ist es hilfreich, sehr früh einen Kriterienkatalog für gelungene Tafelpräsentationen einzuführen - man muss es sich als Lehrer dann natürlich auch gefallen lassen, daran von den Schülern gemessen zu werden. :) (Finde ich gut und ermutige ich!)


    Der völlig freie Entwurf von Tafelbildern durch Schüler ist natürlich das Idealziel - aber das ist ene schwierige Sache, an die Lerner erst über einen gewissen Zeitraum herangeführt werden müssen. Aus dem Stand und einfach so gelingt das selten.


    Das wollte ich einfach nochmal hinzugefügt haben, weil Anfänger wie KatjaKa da der Erfahrung nach oft zu schnell rangehen.


    Nele

    2 Mal editiert, zuletzt von neleabels ()

    • Offizieller Beitrag

    anmerkungen noch, nachdem ich neles beitrag gelesen habe:


    - tafelbilder benutze ich stellenweise als Stundenplanung: ich zeichne den Stoff tb-mäßig auf und wenn ich nicht weiter Zeit habe, hangel ich mich daran durch die Stunde; so habe ich dann alles zusammen: den Kurzinhalt der Stunde, eine Struktur und ein Tafelbild


    - das vorgeben unvollständiger tafelbilder klappt erfahrungsgemäß gut, als methodentraining funktioniert auch, wenn man mit unvollständigen Mind-Maps arbeitet; wenn die Schüler hier sicher sind, geht der Rest auch


    - und...bei Tafelbildern immer möglichst einheitliche Symbole und Strukturen verwenden...


    - und auch aus dem Stand würde ich Schülern das zutrauen, denn die sitzen stundenlang in der Schule rum und sind für viel mehr Profi als man meint (abgesehen von der kleidung aller Lehrer ;)); da ich z.B. nahezu jede Stunde ein Tafelbild mache, wissen die schon in der 6.en in Geschichte recht schnell, worauf es ankommt - außerdem sehen sie ja viel bei den Kollegen


    Gruß


    H.

  • Und ich bin froh, wenn meine Schüler die Tafelbilder/Tafelanschriebe fehlerfrei in ihre Mappen übertragen können ;(


    Mindmaps mögen meine Schüler ganz gern, die lasse ich dann auch schon mal (in guten Gruppen) zu "Tafelbildern" vervollständigen.

  • Das, was Boeing schreibt, finde ich auch einen sehr wichtigen Punkt: was wird wann abgeschrieben, so dass der Abschrieb verlässlich korrekt ist. Ein typischer Anfängerfehler ist, das Zeitmanagment für den Tafelabschrieb außer Acht zu lassen. Die völlig freie Entscheidung, wann welche Mitschriften in welcher Form zu machen sind, kann man nur gut eingearbeiteten Kursen überlassen.


    Für den Anfang empfiehlt sich, dass man genau ansagt, was von der Tafel abgeschrieben werden soll und vor allem was NICHT abgeschrieben werden braucht. Es passiert sonst ganz schnell - auch mit meinen erwachsenen Lernen im Abendgymnasium - dass Schüler mit größter Gewissenhaftigkeit wilde Brainstormsammlungen mitschreiben anstatt mitzudenken und mitzuarbeiten. (Meiner Erfahrung nach machen das an meiner Schulform vor allem fleißige und erfolgreiche Ex-Realschüler.) Wenn man da nicht zuerst einmal eine klare Strukturierung einführt, so lange bis sich die Schüler klar unterscheiden können, was Dokumentation und was Arbeitsanschrieb ist, kommt schnell eine Asynchronität in den Unterricht; einige Schüler verlieren den Anschluss, weil sie sich auf den Abschrieb konzentrieren, obwohl eigentlich ein anderer Arbeitsschritt abläuft. (Das ist ein typisches Problem schlecht geleiteten Frontalunterrichts.)


    Das geht jetzt übrigens in den pädagogischen Bereich hinein. Wenn Schüler dem Unterricht aufmerksam folgen und in eine Situation kommen, dass sie ihre Aufmerksamkeit zwischen Wandtafel und Unterrichtsgeschen teilen müssen, wird ihre Priorität ganz oft bei der Wandtafel liegen. Das liegt nicht daran, dass die Schüler zu doof sind, Prioritäten richtig zu setzen. Die Wandtafel steht für Sicherheit, da wird das verbindlich zu Lernende festgehalten, da steht das, worum es geht. Wenn ein Schüler das sorgfältig dokumentieren und nach Hause tragen will, obwohl man Lehrer eigentlich gerade etwas anderes vorhat, dann ist das im Grunde ein Zeichen dafür, dass der Schüler das Lernen ernst nimmt. Das ist eine gute Sache und es wäre pädagogisch falsch, wenn man das als Lehrer niedermacht: "Hänschen Hugendubel, jetzt bist du ja schon am wieder am schreiben. Siehst du denn nicht, dass alle anderen aufpassen? Kannst du nicht einmal aufpassen? :rolleyes:" Als Standardreaktion nicht gelungen.


    Viel besser ist es, wenn man bei Lerngruppen, bei denen die Mitschreib-Kompetenz noch nicht sicher verankert ist, klare Unterrichtsphasen einführt, die wirklich nur dazu dienen, die Tafel abzuschreiben. Auch das zügige und genaue Abschreibe will geübt werden, die Geschwindigkeit kommt von alleine. Als Lehrer-Anfänger ist man sowieso immer zu schnell und zu sehr in Eile, was sich dann auf die Schüler überträgt. Da ist es besser, Gelassenheit in der Unterrichtsstruktur anzulegen.


    In Bezug auf Hawkeyes letzten Beitrag, was Lerngruppen aus dem Stand können und was nicht. Ich setze im Beruf ungerne Dinge und Fähigkeiten voraus - ich schaue lieber selber, was in einer Lerngruppe funktioniert und was nicht und richte mich daran aus. Aber das ist wohl eine Frage des persönlichen Arbeitsstils.


    Man kann übrigens auch einfach seine Schüler fragen, wie bestimmte Dinge, z.B. der Tafelanschrieb bei anderen Lehrern gehandhabt wird. Das empfiehlt sich, wenn man als Lehrer spürt, dass irgendeine Unruhe in der Klasse ist, weil für die Schüler das, was man tut ungewohnt und seltsam ist. Da braucht man Bauchgefühl für. "Wie macht ihr das denn mit dem Tafelanschrieb beim Herrn Meyer?" Wenn ich weiß, dass Kollege Meyer Klassenlehrer ist, sehr viele Stunden in der Gruppe unterrichtet und ich seine Methode in Ordnung finde, dann schließe ich mich vielleicht einfach dem an, wie er es macht.


    Oder auch nicht. "Es kommt immer darauf an" gilt für unseren Beruf auch.


    Nele

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Original von neleabels



    In Bezug auf Hawkeyes letzten Beitrag, was Lerngruppen aus dem Stand können und was nicht. Ich setze im Beruf ungerne Dinge und Fähigkeiten voraus - ich schaue lieber selber, was in einer Lerngruppe funktioniert und was nicht und richte mich daran aus. Aber das ist wohl eine Frage des persönlichen Arbeitsstils.


    Nur um nicht falsch verstanden zu werden: das, was du schreibst tue ich schon auch...aber gerade auch in Bezug auf Arbeitsbelastung, die hier recht häufig erwähnt wird, arbeite ich gezielt damit, den Schülern auch mal mehr zuzutrauen und nicht jeden Arbeitsschritt vorgekaut zu haben. DAS entlastet mich nämlich auch.


    Eine Stunde, in der die Schüler ein Tafelbild selbst erarbeiten sollen, ist eine Stunde, in der der Stoff vielleicht in den Hintergrund rückt und wo es allein auf Methodik ankommt, die die Schüler lernen/üben sollen.


    Ähnliche Stunden mache ich in vielen Stufen:


    - in meiner 10. Sozialkunde war in den letzten drei Stunden die Aufgabe, im Schulbuch und in Gruppen ein Kapitel über das Amt des Bundeskanzlers zu entwerfen; die Aufgabenstellung war nicht ausführlich, WEIL sie wissen, wie ein Schulbuch aussieht


    - in einer 8. Klasse sollen sie nach Besprechung von Zeitungen zwei Zeitungsseiten selbst entwerfen; sie wissen, wie eine Zeitungsseite aussieht...


    - in einer 7.en lasse ich sie die Ergebnisse ihrer Gruppenarbeiten selbst und gegenseitig bewerten, bzw. benoten sie auch ihr eigenes Arbeitsverhalten; DAS können sie, weil sie es täglich selbst erleben (nein, es kommen nicht nur einser raus, auch 5er, auch in der Selbstbeurteilung)


    - in der 6.en erarbeiten sie allein ein Schulbuchkapitel in Form eines Mindmaps (was natürlich eingeführt wird) und gestalten dazu ein Tafelbild


    Vielleicht gehöre ich daher im Forum zu den Leuten, die im Unterricht auch mal aus dem Fenster schauen können und den Wald beobachten.


    Ich glaube, man kann den Teppichratten schon ein wenig mehr zutrauen, dann zuschauen und dann weiter sehen.


    Un ja, natürlich hängt das auch vom Fach ab...vielleicht aber auch von der Einstellung.


    Gruß


    H.


    PS: Tafelbilder können auch als Beruhigungsmittel eingesetzt werden. Selbst sehr laute Klassen bei uns werden ruhig, wenn man sich zur Tafel dreht und anfängt an die Tafel zu schreiben. Da holen sie dann automatisch das Schreibzeug raus....wie gesagt, ausnutzen, was die SChüler schon gelernt haben...

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