Rückkehr aus Elternzeit, aber leider Krebs krank :(

  • Hallo,
    ich habe mal eine traurige Frage, die mich in letzter Zeit sehr geschäftigt.


    Ich bin verbeamtete Lehrerin in NRW an einer Grundschule.
    Im Januar 2010 habe ich ein Baby bekommen und mich für 1 Jahr in die Elternzeit verabschiedet.
    Leider bin ich vor zwei Monaten an Brustkrebs erkrankt. In einer OP wurde die Brust komplett ampuliert, derzeit läuft noch die Chemotherapie, anschließend steht noch eine Reha an sowie psycho-onkologische Hilfe.
    Jetzt müsste ich im Januar 2011 wieder arbeiten gehen - was ich auch gerne möchte, aber was definitiv lauf Arztaussage nicht möglich ist auf Grund meines Gesundheitszustandes.


    Jetzt frage ich mich: Wie soll ich mich dem Schulamt gegenüber verhalten? Ich muss mich im Sep. zurückmelden. Ist das möglich aus der Elternzeit krank zurückzukehren? Erhalte ich dann sogar Bezüge? Werde ich offiziell wieder an meiner Schule zurückkehren können?


    Habt ihr vielleicht einen Rat für mich?
    Herzliche Grüße,
    ANNA

  • Oh, wie schrecklich.... erstmal auch von mir eine Portion Mitgefühl.


    Ich würde beim Schulamt offen nachfragen.
    Ich kenne jemanden, die kam aus EZ zurück und bekam 4 WOchen später Krebs und ist seither krank , Bezüge wurden fortgezahlt usw.
    Von jemand anderem weiß ich,d ass aufgrund einer Krebserkrankung der Wiedereinstieg mit geringerer Stundenzahl möglich war, was du mit deinem Arzt ja nochmals überdenken könntest.
    Ich will nicht raten, es zu versuchen udn wenn es nicht geht, dich dann krank schrieben zu lassen, denn das wäre für dich unbefriedigend und für die betroffene Klasse schlimm, neue LEhrerin und (worst case) ist diese gleich wieder weg, aber in die Richtung mit der zuständigen Person im SChulamt und deiner Schulleitung zu sprechen, würe ich dir unbedingt raten.

  • Hallo PRinz,
    danke für dein Mitgefühl.
    Derzeit weiß die Schulleitung und das Schulamt nichts von meiner Erkrankung, da ich in der Elternzeit keine AU einreichen muss. Zudem hatte ich in letzter Zeit verständlicher Weise auch andere Sorgen.


    Tja, ich habe auch schon überlegt mit dem Schulamt offen zu sprechen. In einer Gewerkschaft bin ich leider nicht, um mich beraten zu lassen. Vielleicht gehe ich aber auch mal zu einem Arbeitsrechts-Anwalt.


    Vermissen tue ich meine Arbeit. Aber ob eine Rückkehr gegen Arztrat im Januar sinnvoll ist??? Zudem wäre es auch der Schulleitung und der neuen Klasse nicht fair gegenüber, wenn ich nach kurzer Zeit schon wieder ausfallen sollte. Nein, dann wirklich erst kurieren und ggf. mit verminderter Stundenanzahl eine Wiedereingliederung machen.
    LG ANNA

  • Auch wenn du nicht in einer Gewerkschaft bist, solltest du dich an den Personalrat wenden. Der berät und hilft unabhängig von den Gewerkschaftszugehörigkeiten.
    Beim bestimmt anstehenden Wiedereingliederungsgespräch solltest du dich nicht über den Tisch ziehen lassen und deshalb auf jeden Fall mit Personalratsunterstüzung und auf keinen Fall allein ein solches angehen.


    LG und alles gute
    Peter

  • Hallo,
    eine Frauenbeauftragte haben wir nicht, aber die Idee von Peter - den Personalrat einzuschalten - ist gut.
    LG ANNA

  • Hallo Peter,
    an den Personalrat habe ich ja überhaupt noch nicht gedacht; super Idee, ich danke dir! Den werde ich nächste Woche mal kontaktieren, die Schule hat ja heute gerade bei uns erst angefangen.
    Nochmals DANKE!
    LG ANNA

    • Offizieller Beitrag

    oh, du Arme :bussi:
    Als Partnerin eines schwer krebskranken Mannes (kein Beamter, kein Lehrer) würde ich dir auf jeden Fall abraten, gegen den Rat des Arztes zu arbeiten.
    Ich wünsche dir, dass du die Chemos gut vertragen wirst, aber du solltest dir bewusst sein, dass es auch zwischen den einzelnen Chemos, wenn du daheim bist, Strecken der Erschöpfung und der Schwäche geben wird. Dein Körper und dein Geist brauchen da deine volle Kraft, und nicht zuletzt dein Kind !
    Viel Kraft für die nächste Zeit !!!!:troest:

  • Liebe Anna73,


    ich kann dich gut verstehen, dass du endlich wieder arbeiten möchtest! Aber auch ich würde mich meinen Vorrednern anschließen und abwarten bis dein Arzt grünes Licht gibt.


    Du kannst aber wie geplant deinen Elternzeit zum ersten Geburtstag deines Kindes beenden und dich direkt im Anschluss krank schreiben lassen. So behältst du auch das Anrecht an deine Schule zurückzukehren. Wenn du länger als ein Jahr in Elternzeit gehst, verlierst du dieses Recht (obwohl natürlich immer versucht wird die Kollegen an die alte Schule zu schicken).
    Überlege nur wie viele Stunden du angeben willst. Du musst ja nicht gleich eine volle Stelle wieder antreten. Natürlich müsstest du dann auch wieder dein Gehalt bekommen - genaues weiß ich da aber nicht.


    Wenn du dann wieder soweit fit bist, dass auch dein Arzt dich wieder arbeiten schicken würde, hast du Anrecht auf eine Eingliederungsphase. In dieser Zeit musst du nicht alle Stunden (die du bezahlt bekommst) unterrichten. Wie lange so eine Eingliederungsphase dauert, ist unterschiedlich. Eine Kollegin bei uns an der Schule hat ihre Stundenzahl von Monat zu Monat gesteigert und ist erst nach einem Jahr bei ihrer ursprünglichen Stundenzahl angekommen.


    Ich wünsche dir ganz viel Kraft in den nächsten Monaten, schau nach vorne und freue dich auf deine Schulzeit - auch wenn sie nicht im Januar beginnen sollte.

  • ich kann dir nicht helfen aber ich möchte dir hiermit mein absolutes und aufrichtiges mitleid bekunden. Es tut mir sehr leid dass auf eine doch so wundervolle zeit eine so schwere folgt.


    Ich kann dir nur sagen wie ich es machen würde: auf alle fälle erst einmal das jahr chemo durchziehen, damit der krebs wirklich weg geht. Und das wünsche ich dir ganz inständig. Da wichtigste ist natürlich im Vordergrund dein Genesung denn auch dein baby braucht seine Mama.


    Dann würde ich evtl. bevor ich in die Schule gehe einen Brustaufbau machen lassen. heißt die sache wieder angleichen damit den schülern das nicht auffällt bzw. blöde kommentare kommen. Und wenn du es später machen lassen würdest, wärst du wieder für 2 Wochen weg. Ich weiß nicht wie groß der unterschied jetzt bei dir ist aber das setzt ja auch psychisch zu könnte ich mir denken.


    Ich wünsche dir einen erfolgreichen genesungsweg!!!!!!

  • Zitat

    Original von Anna73
    Ich muss mich im Sep. zurückmelden. Ist das möglich aus der Elternzeit krank zurückzukehren? Erhalte ich dann sogar Bezüge? Werde ich offiziell wieder an meiner Schule zurückkehren können?


    Hallo Anna!
    Leider kann auch ich deine Fragen nicht beantworten, aber:
    Zuerst solltest du auf jeden Fall nur an DICH denken und was das Beste für DICH ist. Es ist dein Leben und deine Gesundheit! Das kostet Kraft. Deshalb solltest du keine Kraft verschwenden, indem du dir in deiner Situation Gedanken darüber machst, was das Beste für die Schüler oder die Schule ist.
    Ich rate dir zunächst Kontakt mit der Schwerbehindertenvertretung deiner Bezirksregierung aufzunehmen. Durch deine Krankheit hast du Anrecht auf einen Schwerbehindertenausweis, den du vielleicht auch schon beantragt hast. Die Vertrauensperson der Schwerbehindertenvertretung vertritt viele Lehrer/-innen in ähnlicher Situation, d.h. nach Krebserkrankungen. Im Gegensatz zum Schulamt oder der Schulleitung wirst du dort so beraten, wie es für DICH von Vorteil ist. Die Schulleitung schaut meist nur auf Interessen der Schule, auch wenn sie das nicht zugibt. Ich spreche aus Erfahrung.
    Alles Gute

  • Liebe Anna!


    In deiner Situation würde ich erst einmal an mich denken und an meine Familie. An die Schule würde ich zurückkehren, wenn du für dich glaubst, es schaffen zu können, denn Stress ist ja auch für komplett gesunde Menschen nicht gerade förderlich. Kannst du vielleicht mit deiner SL sprechen?


    Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft, Mut und Ausdauer und alles Liebe

    • Offizieller Beitrag

    In jedem Schulamtsbezirk gibt es einen Schwerbehindertenvertreter, zuständig nicht nur für Schwerbehinderte, sondern auch für langzeit- und schwer Erkrankte, der den Dezernenten nicht unbedingt etwas von der Erkrankung der Kollegen erzählen muss, außer es macht für alle Beteiligten Sinn. Der berät zur beruflichen Wiedereingliederung, kennt die lokalen BEM (berufliche Wiedereingliederungsmaßnahmen) und Dienstvereinbarungen und er/sie kennt alle Verordnungen und Erlasse, die den Wiedereinstieg erleichtern könnten. Er oder sie kennt auch die Unterstützungsangebote des Vorsorgungamtes und anderer Stellen, und die günstigen Zeitfenster für Wiedereintieg etc. Wende dich unbedingt da hin - da dürfte sich deutlich mehr fachspezifisches Wissen angesammelt finden, als beim Personalrat. Den kannst du hinterher kontaktieren, wenn du weißt, was überhaupt geht. Und mach nix, was der Arzt nicht für sinnvoll hält: du hast nur diese eine Gesundheit!


    Ich wünsche dir eine nicht so schlimm belastende Therapie und eine vollständige Gesundung!

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Vielen herzlichen Dank für eure Anteilnahme, eure Tipps und Vorschläge.
    Ich habe jetzt noch einmal mit der Elterngeldstelle gesprochen und die meinten eine offizielle Rückkehr mit AU ist möglich. Ich würde sogar meine Bezüge bekommen und eine Rückkehr an die alte Schule ist damit auch möglich.
    Die Telefonnummer von dem Schwerbehinderten-Berater der BZR Arnsberg habe ich auch hier schon liegen; die wollte ich nachher auch mal anrufen; die sind wohl wirklich die einzig richtigen Ansprechpartner in meiner Situation.
    Ja, und dann habt ihr Recht: Ich muss lernen mehr an mich und meine Gesundheit zu denken. Ich werde auf die Ärzte hören und die Füße still halten und erst wieder arbeiten gehen mit Stundenreduzierung, wenn ich wirklich wieder in der Lage bin.
    Ein Brustwiederaufbau - irgendwer schlug dies von euch vor - kommt derzeit nicht für mich in Frage, denn 1. will ich zuerst den Krebs bekämpfen und besiegen, 2. hängen damit weitere OPs an (Hautentnahme, Muskeltransplantationen, Angleichung der anderen Brust,...etc.), die doch den Körper sehr belasten und 3. komme ich derzeit mit der Vollprothese auch sehr gut klar (äußerlich ist nichts erkennbar). Mein Mann steht zu meiner Entscheidung und eine solche OP kann man auch noch Jahre später machen; der Kampf gegen den Krebs ist mir wichtiger als jegliche Kosmetik!!!!!!!!!!!
    So viel erst einmal von mir! Ich werde vom Schwerbehinderten-Vertreter berichten.
    Herzliche Grüße,
    ANNA

  • Liebe Anna,


    ich wollte Dir kurz sagen, wie Leid es mir tut, dass Du so krank bist. Gerade mit einem Kleinkind muss es unheimlich belastend sein. :(


    Eine Freundin von mir, auch Lehrerin, hatte auch Brustkrebs. Sie hat ein gutes Jahr damit zu tun gehabt genug Kraft zu sammeln und war damals sehr dankbar, dass sie Ermäßigungen hatte durch ihre Krankheit und "sanft" einsteigen konnte (nach völliger Genesung). Im Dezember hat sie einen Brustaufbau machen lassen und ich war wirklich begeistert. Es ist ganz toll geworden bei ihr! Allerdings war auch das körperlich und seelisch sehr belastend und daher denke ich, ist es die beste Entscheidung es ganz langsam angehen zu lassen. Ich als Nichtbetroffene würde einfach mal sagen, dass auch der Stress bei so einer Krankheit ein verschlimmernder Faktor sein kann und ich habe es an meiner Freundin gesehen, die sich immer wieder hinlegen und ausruhen musste, weil sie lange sehr schlapp war.


    Achte auf Dich und pass auch Dich auf! Ich wünsche Dir von Herzen, dass Dir der Kampf gegen den Krebs gelingt und Du bald wieder gesund sein darfst. Gerade bei Brustkrebs ist es ja auch so doof, dass man immer wieder warten muss ob wirklich nichts nachkommt. Ich drücke Dir beide Daumen ganz feste und glaube ganz doll daran, dass Du wieder gesund wirst. Es ist schon unfair genug, dass eine Mama, die noch so gebraucht wird, krank wird!

Werbung