Arbeitsaufträge lesen und verstehen

  • Hallo!


    In meiner zweiten Klasse habe ich in Deutsch häufig das Problem, dass die Kinder die Arbeitsaufträge (im Arbeitsheft, auf AB, …) nicht richtig lesen und sehr schnell „Ich verstehe das nicht!“ kommt.
    Zunächst dachte ich, dass es ja an meinen Anweisungen liegen könnte (bin erst seit Februar im Ref., hab also noch nicht so viel Erfahrung). Aber es ist bei den Arbeitsheften, die ja nun von einem Verlag herausgegeben sind, nicht anders. Außerdem habe ich auch mit meiner Mentorin drüber gesprochen und sie denkt auch, dass es eher an der Arbeitshaltung und fehlendem Ehrgeiz mancher Kinder liegt…


    Ich möchte das genaue Lesen von Arbeitsaufträgen gerne mit den Kindern üben und dachte, dass sich dazu bestimmt ganz viel Material finden lässt. Aber entweder habe ich mich da geirrt oder ich suche nach den falschen Schlagwörtern…


    Habt ihr Tipps für mich, wie / wo ich entsprechendes Material finden kann? Ich möchte den Kindern das „Problem“ gerne bewusst machen, sie also dafür sensibilisieren und dann eben trainieren.


    Danke für eure Hilfe!


    motte

    "Ich kann nicht" wohnt in der "Ich will nicht" - Straße! ;)

  • Es gibt einen "Test", der besteht aus ca. 20 Aufgaben (und man hat 10 MInuten Zeit). Die erste lautet: "Lies zuerst alle Aufgaben genau durch", die letzte Aufgabe: "bearbeite nur Aufgabe 1 und schreibe deinen Namen auf den Zettel".


    Das übt in dem Sinne nicht, das genaue lese, aber macht ihnen evtl. klar, dass man wirklich erst lesen muss, damit man genau weiß, was man tun kannt.


    Leider weiß ich nicht mehr genau, wo man ihn findet. Aber den kennen hier bestimmt noch mehr Leute.


    Alternativ helfen vielleicht auch Lesespiele, bei denen z.B. ein Kind etwas vormacht und der nächste hat auf der Karte stehen "jemand steht auf dem Stuhl, sage laut Hallo" oder sowas. Da müssen die Kinder erstens gut lesen, was sie wann tun sollen und zweitens aufpassen, was die anderen machen und wann sie dran sind. Hoffe, du kannst mit der Erklärung was anfangen. Kann das so kurz nicht so sehr gut beschreiben...


    Edit: Bevor ich eine "ich versteh das nicht"-Frage beantworte, frage ich immer, ob sie die Aufgabe gelesen haben. Wenn nicht- erst lesen, noch mal fragen, wenn sie es dann nicht verstanden haben.

    • Offizieller Beitrag

    Das geht mir mit meinen 9t Klässlern noch so :explodier:


    Ich vermute, es ist schlichtweg Bequemlichkeit..... *kopfkratz*


    Der oben genannte "Test" würde mich daher auch interessieren ;)

  • Das kenne ich auch von den 10ern.


    Den Test gibt es bei 4teachers unter "Schnelligkeitstest. 20 aufgaben in 5 Minuten."


    In den Klassen 7 bis 10 handle ich so: Bei sachen, die ich bewerten will, wie z.b.bei Stationen lernen etc. mache ich Punktabzug für jede überflüssige Frage zur Aufgabenstellung. Da werden die flott.
    Geht natürlich nicht in Klasse 2.

    Freundlichkeit ist kostenlos, aber niemals umsonst.

  • Liselotte
    Diesen „Test“ kenne ich und finde ihn im Prinzip auch gut. Allerdings denke ich, dass er für eine 2. Klasse – alleine vom Textumfang her – zu schwer ist.
    Lesespiele sind eine gute Idee und ich weiß, welche du meinst. Damit werde ich es auf jeden Fall mal probieren. Was mir daran allerdings nicht so gut gefällt, ist die Tatsache, dass die Kinder damit nicht so sehr für das Problem sensibilisiert werden. Klar, ich kann es vorher sagen, aber danach ich es dann eben ein Spiel und kein „Wir-üben-jetzt-intesiv-das-Lesen-von-Aufgabenstellungen“… Nichts gegen Spiele, aber ich möchte, dass sie hier ein Problembewusstsein entwickeln! Zur Unterstützung aber sicher ein guter Tipp, danke!


    Friesin & Ruhe
    Wenn ihr das in den höheren Klassen auch kennt (und natürlich davon genervt seid), spornt es mich umso mehr an, das schon in so jungen Jahren zu ändern… ;)



    Vielleicht versuche ich mal ein Arbeitsblatt zu entwickeln, auf dem die Kinder einfach nur Arbeitsanweisungen befolgen müssen. Kurz und knapp (denn umfangreiche Aufgabenstellungen gebe ich sonst auch nicht raus) im Stil von Lese-Mal-Blättern vielleicht... ?(

    "Ich kann nicht" wohnt in der "Ich will nicht" - Straße! ;)

  • Im Zaubereinmaleins sind ganz viele dieser tollen Lesespiele. Die Spiele schulen in jedem Fall das genaue Lesen und vermitteln auch die Notwendigkeit genau zu lesen. Wer nicht genau liest, kann nicht erfolgreich mitspielen.
    Dort sind ganz neu auch Leseaufgabenkarten mit einfachen Anweisungen. Die Karten sind allerdings eher fürs erste Schuljahr geeignet.
    Ich nehme mir immer wieder vor, nicht so schnell auf diesen Satz: Was soll ich machen? zu reagieren und die Kinder zum erneuten, selber lesen und nachdenken aufzufordern. Oft geht es aber einfach schneller, allen eben noch mal zu sagen was zu machen ist ... da muss ich lernen, in meinem Verhalten konsequenter zu sein. ;)

  • Ich denke auch, dass das Konsequentbleiben das A und O bei der Sache ist.
    Wenn du ausgeschlossen hast, dass die Kinder generell Probleme mit dem Leseverständnis haben (und das kann man ja wunderbar mit den schon erwähnten Lesespielen oder auch mit Lese-Mal-Blättern austesten) dann würde ich schlicht nochmal mit Ihnen thematisieren, dass du möchtest, dass sie das lernen und deshalb in Zukunft keine Aufgaben mehr erklärst, die sie sich auch selbst erklären könnten. Nach meiner Erfahrung ist es ja oft auch nicht nur das Aufgabenlesen, was nicht klappt, sondern sie schauen sich die Blätter einfach gar nicht erst an (manches kann man sich ja auch schon denken, wenn man erstmal guckt und selbst nachdenkt...). Bei mir wurde das Lesen letztes Jahr auch eine Notwendigkeit: ich habe eine jahrgangsgemischte Klasse (1./2.) übernommen und wir arbeiten mit Wochenplan. Da müssen sie zwangsläufig selbst rausfinden was zu tun ist, weil ich es gar nicht leisten kann, jedem einzeln die Aufgaben zu erklären. Als wir den Wochenplan eingeführt haben, kamen sie ständig aber das wurde bei den Zweities zum Schluss hin immer weniger. Sie dürfen sich bei mir aber auch gegenseitig helfen.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

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