Zulassungsarbeit Deutsch

  • Hallo zusammen.


    Hätte mal eine Frage bezüglich Zulassungsarbeit. Bin gerade auf der Suche nach einem Thema. Will irgendwas im Bereich Sprachwissenschaft in Deutsch machen. Hat irgendwer ne zündende Idee? Ich steh irgendwie noch voll auf dem Schlauch. :(
    Mein Betreuer will mir bei der Suche nicht wirklich helfen und mir fällt nichts ein.
    Wäre für eure Hilfe echt dankbar.


    LG Claudia

  • du bist doch germanistin, zumindest angehende. was sind denn die forschungsinteressen deines betreuers? deine eigenen offenen forschungsfragen? du hast doch bestimmt ein paar seminare besucht.da war doch sicherlich die ein oder andere debatte dabei, die dich gefesselt hat, die du spannend gefunden hast? wenn du es noch nicht tust, dann solltest du spätestens jetzt damit anfangen, lingustische zeitschriften zu lesen.schau, wozu momentan oft promoviert wird. sobald du was hast, was dich interessiert, kann man dazu auch recht leicht ein thema formulieren. und lass dich nicht entmutigen, das finden der eigenen frage ist immer das schwierigste am wissenschaftlichen arbeiten (und darum hast du einen sehr guten betreuer, wenn er/sie dir gerade dabei nicht hilft).

  • Bin gerade am überlegen, ob ich irgendwas zum Thema Sprachverfall oder Sprache in sozialen Medien mach. Chats, Facebook...
    Tendier eher zu Sprachverfall. Aber gibt's da genug Material dazu? Muss ja schon ein paar Seiten füllen können...

  • sprache in sozialen medien bzw. jugendsprache generell wird in der linguistik nicht mehr als sprachverfall beschrieben, sondern fällt unter sprachwandel. normative ansätze sind in der wissenschaft immer mit vorsicht zu genießen - ich würde deskriptiv bleiben. mach doch einfach einen literaturdurchgang zur jugendsprache in sozialen medien - da gibt's viel literatur zu sms, chat, foren... alles, was halt schon zehn jahre existiert. zu facebook und twitter, whatsapp etc. gibt's dagegen kaum was. das könntest du ja dann selbst empirisch erarbeiten, geteilt nach, was weiß ich, morphologische, lexikalische etc. auffälligkeiten. rein deskriptiv, eher soziolinguistisch angehaucht, ohne sprachverfallm und so. vielleicht weil zula für lehramt auch noch ein unterrichtsmodell dazu an den schluss? wenn dich das interessiert ist es auf jeden fall ein guter ansatzpunkt. mach eine erste literaturrecherche (inklusive aufästze und beiträge in sammelbänden, nicht nur monographien), dann literatur quer lesen, daraus gliederungsidee basteln und ab zum betreuer.

  • Ich würde dir ein Blick in dieses [Anzeige]
    Standardwerk für den Deutschunterricht empfehlen. Besonders im ersten
    Band (Sprach- und Mediendidaktik) wirst du für dein Vorhaben genügend
    Anregungen finden - und deine Zulassungsarbeit hätte einen praktischen
    Bezug, das wäre m.E. sinnvoller als ein zu akademisch ausgearbeitetes
    Thema. Vielleicht kannst du dann im Ref sogar deine Hausarbeit darauf
    aufbauen?


    LG ORomaYeti

  • ...ich würde in der zula durchaus was akademisches zeigen - du sollst hier nachweisen, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst, wenigstens in bayern. das kannst du freilich auch innerhalb der didaktik tun, aber dann ist ein linguistik-prüfer nicht die richtige anlaufstelle.

  • du sollst hier nachweisen, dass du wissenschaftlich arbeiten kannst, wenigstens in bayern.

    Ja, dass die Ausbildung in Bayern oft nicht viel mit der Praxis zu tun hat, ist bekannt. ;) Dafür geht man in der Groß- und Kleinschreibung offenbar neue Wege. ;)

  • es tut mir leid, wenn deine lesefähigkeit damit zu kämpfen hat ;).


    akademische ausbildung ist bildung und keine ausbildung, wissenschaftliche qualifikation. diese soll in der zula nachgewiesen werden, was gerade für leute, die ans wissenschaftspropädeutisch ausgerichtete gymnasium wollen, in bayern wirklich sehr gut und wichtig ist. praxisbezug im studium findet man anderswo, sei es in den praktika, sei es in den ews, sei es in den fachdidaktiken. momentan wird so ein jahrespraktikum erprobt, das scheint eine ganz gute sache zu werden (einen tag die woche zwei semester lang einen lehrer begleiten).


    wenn man eine praxisorientierte ausbildung machen möchte, dann gibt es dafür passende fachholschulstudiengänge oder auch das duale system. oder ein bundesland mit phs (okay, das war böse).

    • Offizieller Beitrag

    Ich war davon ausgegangen, dass die Zulassungsarbeit immer zeigen soll, dass man wissenschaftlich arbeiten kann-- unabhängig vom Bundesland.
    Damit wird ja auch ein wissenschaftliches Studium abgeschlossen.
    Naiv?? :ka:

  • Ich war davon ausgegangen, dass die Zulassungsarbeit immer zeigen soll, dass man wissenschaftlich arbeiten kann-- unabhängig vom Bundesland.
    Damit wird ja auch ein wissenschaftliches Studium abgeschlossen.
    Naiv?? :ka:

    dacht ich eigentlich auch, aber manche meinen wohl, das brauche man nicht, sei zu praxisfern?!

    Ich habe nirgendwo geschrieben, dass eine Zulassungsarbeit m.M. nach
    nicht wissenschaftlich zu sein bräuchte, sondern regte vielmehr an, dass
    sie ruhig auch einen Praxisbezug haben könnte. Selbstverständlich
    müssen Zulassungsarbeiten oder Diplomarbeiten nach wissenschaftlicher
    Methode verfasst sein und das ist auch nicht nur in Bayern so. Wenn das Stichwort "Praxis" aber bei manchen den pseudoakademischen Beißreflex auslöst, spricht das m.E. Bände.

    Zitat

    wenn man eine praxisorientierte ausbildung machen möchte, dann gibt es
    dafür passende fachholschulstudiengänge oder auch das duale system. oder
    ein bundesland mit phs (okay, das war böse).

    Nein, das ist etwas dumm und verrät eher einen gewissen Dünkel. Böse wäre es, wenn ich hinter diesem Dünkel eine gewisse Praxisferne vermuten würde.

  • mh, praxisferne? eher nicht im sechsten jahr schuldienst. aber ich kenn' halt auch die andere seite der lehrerausbildung und das bringt es mit sich, dass man auf bestimmte vorschläge bestimmte antworten bringt, weil bestimmte wissenschaftsfeindliche haltungen ("brauch ich nicht, ich brauch praxis") bei einer bestimmten studierendenklientel ziemlich weit verbreitet sind (bei uns sagen sowas zumeist - nicht immer - die, die probleme mit den nicht überaus großen fachwissenschaftlichen anforderungen haben und ernsthaft glauben, im ersten examen beinahe durchgefallen zu sein, weil der korrektor bei der anonymen korrektur die fehlenden zwischenüberschriften nicht mochte. sicher, daran wird's gelegen haben.)

Werbung