Wie anspruchsvoll ist das Anglistik-Studium für Gymnasien und berufliche Schulen?

  • Hallo ihr!! :)


    Ich habe dieses Jahr mein Abitur über ein berufliches Gymnasium mit Erzieherinnenausbildung gemacht und nun bereits auch erste Studienzulassungen erhalten.
    Nun stehe ich vor der Fächerwahl und habe mit dem Gedanken gespielt Englisch als Unterrichtsfach zu wählen.
    Ich finde es jedoch recht schwer meine Fähigkeiten dafür vernünftig einzuschätzen, ich habe ansich nicht sooo die Probleme mit dem Englischen,
    die Grundkursklausur mit 13 Punkten geschrieben (auf Berufskolleg-Niveau, kein gymnasiales), bin auch allgemein nicht umbedingt auf den Kopf gefallen,
    jedoch war ich noch nie im englischsprachigen Raum/Ausland. Gestern habe ich mal diese C-Test-Demo ohne Vorbereitung gemacht und bin auf 71% gekommen.


    Ich habe schon alle möglichen Foren durch, da liest man teilweise Phrasen wie "Die meisten schaffen nicht mal den Einstufungstest, und nachher wird auch nochmal böse ausgesiebt, zieh' dich warm an!"
    bishin zu "Neben mir sitzen Leute, die können im fünften Semester immer noch nicht das "th" vernünftig aussprechen. Keine Panik auf der Titanic".


    Könnte mir hier vielleicht jemand seine Erfahrungen mitteilen, was den Schwierigkeitsgrad des Studiums für Sekundarstufe II angeht und welche Vorkenntnisse man mitbringen sollte,
    insbesondere für die TU Dortmund?


    Ich muss mir mein Studium selbst finanzieren und könnte da totale Überforderung und ein verlorenes Jahr gar nicht gebrauchen :grimmig:


    Ich wünsche euch jedenfalls erholsame Ferien und freue mich über Antworten ;)

  • Laut KMK-Prognose und auch entsprechend der Verlautbarungen aus den großen Ländern NRW/Bayern/Baden-Würtemberg:



    ein Lehramtsstudium kann durchaus vielversprechende sein. Das gilt generell. Das gilt aber speziell nicht für das Lehramt Gymnasium. Sofern du da nicht auf MINT/Musik/Kunst(vielleicht Religion) setzt, ist die Konkurrenz teils erdrückend.


    Laut KMK-Prognose gibt es nach 2020 ca. 3-fach so viele Absolventen für das Gymnasiallehramt wie prinzipiell Stellen vorhanden sind. Und diese Absolventen konzentrieren sich traditionell im Bereich Sprachen/Geschichte/Erdkunde/Politik/Sozialkunde. Falls du damit leben kannst, dass du zu den 20% besten gehören musst und räumlich sehr mobil bist - und das bedeutet ostdeutsche Provinz - kannst du es versuchen.


    Andernfalls sind die Chancen im Bereich Sekundarstufe I oder bestimmten berufliche Fächer ungleich besser.

  • Vielen Dank für die Antwort Nettmensch,


    über die Prognosen und Einstellungschancen habe ich mich schon informiert, mir ging es bei meiner Frage jedoch eher darum, wie "fit" man schon vor Studienstart sein sollte, wie die Schwierigkeit dann in den Semestern anzieht und ob man vorher im Ausland gewesen sein sollte. Solche Sachen. Ich saß ja in keinem gymnasialen Leistungskurs, gehe jedoch stark davon aus, dass Gymnasial- und Berufsschullehrer die gleichen Scheine machen müssen, da beides Sekundarstufe II ist.

  • Ich würde das durchaus versuchen. Ins Ausland kann man auch während des Studiums noch - meine Uni hatte sogar ein Austauschprogramm mit amerikanischen Unis, wodurch ich in USA ein Jahr studieren konnte, ohne "tuition fees" bezahlen zu müssen.


    Nun ist mein Studium schon einige Jährchen her, aber ich hatte damals das Gefühl, wer Englisch nicht so einigermaßen vor dem Studium konnte, hat es im Studium (d.h. durch die angebotenen Kurse) auch nicht gelernt.

  • Nun ist mein Studium schon einige Jährchen her, aber ich hatte damals das Gefühl, wer Englisch nicht so einigermaßen vor dem Studium konnte, hat es im Studium (d.h. durch die angebotenen Kurse) auch nicht gelernt.

    Sowas befürchte ich, nämlich dass es wie in einem Mathe-/Physik-Studium (ob auf Lehramt oder nicht) direkt ins Eingemachte hat,
    nach dem Motto "Sie waren 13 Jahre in der Schule, und einen Vorkurs haben wir auch angeboten. Von nun erwarten wir dies und das."


    Mhh, bei so einem mulmigen Gefühl sollte ich vielleicht doch aufs Berufsschullehramt Sozialpädagogik und Psychologie als Zweitfach studieren, was meint ihr in Anbetracht der kommenden Einstellungslage?

  • Ich habe zwar nicht Anglistik studiert, sondern Romanistik, aber ich möchte trotzdem etwas kurz dazu schreiben:
    Die Vorkenntnisse sind zwar sicher am Anfang eines Sprachstudiums wichtig (am besten informiert man sich hier über das geforderte Sprachniveau), aber nicht entscheidend. Wichtig ist insbesondere, welche Entwicklung man während des Studiums macht, d.h. inwiefern man bereit ist, Neues zu lernen und sich selbstständig mit der Sprache auseinanderzusetzen. Wenn du gerne Sprachen lernst, dir das leicht fällt oder du sehr fleißig bist, ist das problemlos machbar.


    Im ersten Semester war ich zwar schriftlich gut (wir hatten damals anfangs nur Grammatikkurse), mündlich hatte ich aber eindeutig aufzuholen, vor allem in Hinblick auf jene Kolleginnen, die damals italienische Freunde hatten. Im Laufe meines Studiums habe ich dann viel fremdsprachliche Literatur (in einem Sommer waren es mal 12 Romane à durchschnittlich 200-250 Seiten) gelesen, dicke Grammatiken durchgewälzt und neue Wörter mit meinem Vokabeltrainer gelernt (besonders Wörter, die mir beim Lesen untergekommen sind) und am Ende war ich mit Abstand der Beste mehrerer Jahrgänge.


    Ich war aber nie ein überdrüber Sprachgenie, in Englisch bekam ich tendenziell eher eine Zwei. Italienisch ist aber genau meine Sprache, weshalb ich auch zweimal in Italien war, um meine mündlichen Kompetenzen zu verbessern und letztlich konnte ich durch meine Iniziative und Bemühungen viel erreichen.


    Also wenn es genau das ist, was du machen willst, du in dieser Sprache aufgehst und auch eine dementsprechende Arbeitshaltung an den Tag legst, würde ich es auf alle Fälle machen.

  • Vielen, vielen Dank für deinen informationsreichen Beitrag Josh!! Es tut gut von ein Person zu hören, die in einer ähnlichen Situation steckte :)


    Was das Lernen und Studieren angeht bin ich bereit dazu viel Zeit und Fleiß zu investieren. Ich schaue und lese privat viel Zeug in englischer Sprache und bin auch dazu bereit mich auf den Hintern für Fortschritte hinzusetzen. In Anbetracht der Einstellungschancen würde ich direkt auf Berufsschullehramt studieren, da ich es mir auch gut vorstellen kann junge Erwachsene und Auszubildende in Englisch zu unterrichten.


    Also nochmals danke für die ehrlichen Worte, von sowas zu hören ist mir ungemein wichtig, weil ich ein ehrgeiziger und disziplinierter Mensch bin, die Dinge jedoch einigermaßen vorher realistisch einschätzen möchte. Und wenn das für mich bedeutet Nachmittage lang Englisch pauken zu müssen wie die Mathematiker höhere Mathematik, dann kann ich damit leben, weniger leben könnte ich damit, bereits in den ersten zwei Monaten trotz Initiative hoffnungslos überfordert zu sein.

  • Ich bin gerade im letzten Semester u.A. Anglistik und kann bestätigen, dass es leider Studenten gibt die weder das "th" noch das englische "r" aussprechen können. Das ist allerdings durchaus die Ausnahme, und sollte eines von beidem bei dir der Fall sein würde ich mir stark überlegen, ob du mit einem solchen Problem wirklich als Lehrerin arbeiten möchtest - Schüler können grausam sein, merken solche grundlegenden Fehler sofort und du hast einen entsprechend schweren Stand bei ihnen. Wenn du keine solchen grundlegenden Probleme hast, kannst du an deiner Aussprache durchaus noch arbeiten, ein Auslandsaufenthalt ist für gewöhnlich ohnehin obligatorischer Bestandteil des Studiums. Bei uns waren allerdings nur 6 Wochen vorgeschrieben, die bringen u.U. gar nichts, du musst aktiv an einer Aussprache arbeiten. "Beibringen" wird man dir Englisch im Studium nicht, ein gutes sprachliches Niveau wird vorausgesetzt; anders als (zumindest an meiner Uni) bei den Romanisten läuft von Anfang an alles auf Englisch.


    Ausgesiebt wird bis zu einem gewissen Punkt aber natürlich auch, das Studium schenkt dir keiner und du musst schon deutlich mehr arbeiten als noch in der Schule. Ich persönlich empfand das angewendete Sieb immer ziemlich grobmaschig, manche meiner Kommilitonen hingegen fanden einige Klausuren scheinbar unglaublich schwer - ist wohl Ansichtssache und eine Frage, wie sehr dir der Stoff liegt. Wenn du bereit bist zu arbeiten, und das schreibst du ja, ist das Studium sicher zu schaffen!


    Spezielle Vorkenntnisse sind für das Studium nicht nötig, du solltest nur ein vernünftiges Englischniveau (insbesondere schriftlich, aber auch Hörverstehen und mündlich) mitbringen. Ansonsten sei dir eben darüber im Klaren, dass ein Anglistikstudium kein Englischsstudium ist - es geht im Gegensatz zu Schulkursen also nicht in erster Linie darum eine Sprache zu lernen, sondern etwas über den englischsprachigen Kulturraum und englische Sprachgeschichte.

    Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?

  • Ich habe mein Abitur auch an einer berufsbildenden Schule gemacht, hatte Englisch nur als Grundkurs, meine Grundkursklausur verhauen, etc. Habe dann trotzdem als 2.FAch Englisch nehmen können. Eingangstests gab es bei uns nicht. Vielleicht war das mein Glück. Ich habe im Studium viel an meinem Englisch gearbeitet und am Ende mit sehr gut abgeschnitten. Gehen tut das also und Josh hat ja oben auch schon ähnliches geschrieben. Vielleicht noch als Tipp: probier mal diesen Sprachtest aus:


    http://www.lancaster.ac.uk/researchenterprise/dialang/about


    Hier kannst du dein Englischniveau gemäß der Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens testen. Ok, der Schreibtest ist kein Schreib- sondern ein Leseverstehenstest, aber ansonsten bekommst du damit sicher eine ganz gute Einschätzung. Mindestens B2 solltest du wohl in den Bereichen jeweils haben.

  • Ich bin gerade im letzten Semester u.A. Anglistik und kann bestätigen, dass es leider Studenten gibt die weder das "th" noch das englische "r" aussprechen können. Das ist allerdings durchaus die Ausnahme, und sollte eines von beidem bei dir der Fall sein würde ich mir stark überlegen, ob du mit einem solchen Problem wirklich als Lehrerin arbeiten möchtest - Schüler können grausam sein, merken solche grundlegenden Fehler sofort und du hast einen entsprechend schweren Stand bei ihnen. Wenn du keine solchen grundlegenden Probleme hast, kannst du an deiner Aussprache durchaus noch arbeiten, ein Auslandsaufenthalt ist für gewöhnlich ohnehin obligatorischer Bestandteil des Studiums. Bei uns waren allerdings nur 6 Wochen vorgeschrieben, die bringen u.U. gar nichts, du musst aktiv an einer Aussprache arbeiten. "Beibringen" wird man dir Englisch im Studium nicht, ein gutes sprachliches Niveau wird vorausgesetzt; anders als (zumindest an meiner Uni) bei den Romanisten läuft von Anfang an alles auf Englisch.


    Ausgesiebt wird bis zu einem gewissen Punkt aber natürlich auch, das Studium schenkt dir keiner und du musst schon deutlich mehr arbeiten als noch in der Schule. Ich persönlich empfand das angewendete Sieb immer ziemlich grobmaschig, manche meiner Kommilitonen hingegen fanden einige Klausuren scheinbar unglaublich schwer - ist wohl Ansichtssache und eine Frage, wie sehr dir der Stoff liegt. Wenn du bereit bist zu arbeiten, und das schreibst du ja, ist das Studium sicher zu schaffen!


    Spezielle Vorkenntnisse sind für das Studium nicht nötig, du solltest nur ein vernünftiges Englischniveau (insbesondere schriftlich, aber auch Hörverstehen und mündlich) mitbringen. Ansonsten sei dir eben darüber im Klaren, dass ein Anglistikstudium kein Englischsstudium ist - es geht im Gegensatz zu Schulkursen also nicht in erster Linie darum eine Sprache zu lernen, sondern etwas über den englischsprachigen Kulturraum und englische Sprachgeschichte.

    Hallo Midnatsol, ich danke für deine Antwort. Mit der Aussprache habe ich weniger Probleme, das war eher ein Zitat aus anderen Foren. Aber ich verstehe natürlich worauf du hinaus möchtest und sehe das relativ ähnlich.


    Ich habe mein Abitur auch an einer berufsbildenden Schule gemacht, hatte Englisch nur als Grundkurs, meine Grundkursklausur verhauen, etc. Habe dann trotzdem als 2.FAch Englisch nehmen können. Eingangstests gab es bei uns nicht. Vielleicht war das mein Glück. Ich habe im Studium viel an meinem Englisch gearbeitet und am Ende mit sehr gut abgeschnitten. Gehen tut das also und Josh hat ja oben auch schon ähnliches geschrieben. Vielleicht noch als Tipp: probier mal diesen Sprachtest aus:


    http://www.lancaster.ac.uk/researchenterprise/dialang/about


    Hier kannst du dein Englischniveau gemäß der Niveaustufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens testen. Ok, der Schreibtest ist kein Schreib- sondern ein Leseverstehenstest, aber ansonsten bekommst du damit sicher eine ganz gute Einschätzung. Mindestens B2 solltest du wohl in den Bereichen jeweils haben.

    Hallo CKR, auch an dich ein großes Dankeschön. Ich werde den Test morgen früh mal in Angriff nehmen.


    Und für mich kristallisiert sich insgesamt nach euren Erfahrungen heraus, dass man keine Vollpfeife zu Anfang sein und relativ problemlos längeren Vorträgen folgen können sollte, aber wiederum auch ein sehr gutes Englisch keine grundlegende Voraussetzung ist. Vielen Dank an euch alle, ihr habt mir viel Angst und viele Zweifel genommen, es sind noch gut zwei Monate bis zum Studienstart, das heißt ich kann schon jetzt noch vieles an Grammatik und Wortschatz aufarbeiten, um einen angenehmeren Start hinzulegen. Und so wie sich das anhört scheint das Studieren ja zusätzlich den Charakter im Allgemeinen zu formen, weswegen manche ihre Schwächen gezielt in Angriff und sich zu Jahrgangsbesten hochgearbeitet haben. Ich würde von mir pesönlich sagen, dass ich auch grundsätzlich zu Veränderungen bereit bin und hoffe eine ähnliche Entwicklung hinzulegen.

  • Englisch lief bei mir an der Uni total nebenbei, das war ein reiner Selbstläufer (entgegen aller Erwartungen; ich dachte eigentlich, dass das eher beim Nebenfach der Fall sein würde). Ich war auch nie länger im Ausland, habe aber immer schon viel englischsprachige Medien "konsumiert" und hatte sprachlich nie irgendwelche Probleme. Es stimmt schon: die Uni ist nicht dazu da, die Sprache an sich zu lernen. Dass man des Englischen mächtig ist, wird vorausgesetzt. Ich hatte z.B. nur einen einzigen Sprachkurs im 1. Semester und ansonsten nur Veranstaltungen zu Linguistik, Literatur- oder Kulturwissenschaften und Fachdidaktik. Probleme im Studium haben in erster Linie diejenigen Kommilitionen bekommen, die Probleme mit Literaturarbeit hatten. Das sollte einem schon liegen. Diejenigen mit wirklich gravierenden sprachlichen Defiziten sind seltsamerweise durchgewunken worden.

    • Offizieller Beitrag

    Für berufliche Schulen gibt es kein Anglistik-Studium, da ist Englisch Zweitfach und zumindest nach meiner eigenen Erfahrung eher Schmalspur. Ich habe Wirtschaftspädagogik studiert, dabei damals 4 Scheine in Wirtschaftsenglisch und zwei Scheine bei den Anglisten gemacht (Intermediate Wrtiting und Phonetics, wenn ich mich richtig erinnere). Dann eine schriftliche und zwei mündliche Prüfungen, und das war es. Kann sein, dass es heute mit Master usw. etwas anders ist, aber die Englischkenntnisse unserer Referendare sprechen nicht unbedingt dafür.


    Natürlich kann man aber auch mit einem Anglistik-Studium als Gymnasiallehrer an beruflichen Schulen unterrichten, aber das ist ja eine andere Geschichte ...

  • Für berufliche Schulen gibt es kein Anglistik-Studium, da ist Englisch Zweitfach und zumindest nach meiner eigenen Erfahrung eher Schmalspur. Ich habe Wirtschaftspädagogik studiert, dabei damals 4 Scheine in Wirtschaftsenglisch und zwei Scheine bei den Anglisten gemacht (Intermediate Wrtiting und Phonetics, wenn ich mich richtig erinnere). Dann eine schriftliche und zwei mündliche Prüfungen, und das war es. Kann sein, dass es heute mit Master usw. etwas anders ist, aber die Englischkenntnisse unserer Referendare sprechen nicht unbedingt dafür.


    Natürlich kann man aber auch mit einem Anglistik-Studium als Gymnasiallehrer an beruflichen Schulen unterrichten, aber das ist ja eine andere Geschichte ...

    Hallo Trantor, in Dortmund werden beide Fächer 50/50 studiert, egal ob auf Gymnasial- oder Berufsschullehramt.
    Ich habe auch gehört, dass das bei WiPäd an manchen Unis so sein soll wie du es beschreibst, an meiner Zieluni ist das aber nicht so.


    [Blockierte Grafik: http://www.dokoll.tu-dortmund.de/cms/labg2009/de/bachelor/bk/studienaufbau/studienverlauf_bk.jpg]

    • Offizieller Beitrag

    Bei mir ist es auch schon ein paar Jehre her! Wirtschaftspädagogik war damals ein BWL Studium, das durch Schmalspur-Pädagogik und noch schmalere Englischveranstaltungen (die natürlich wahlweise) ergänzt wurde. Deutsch habe ich mir damals auch angeguckt, das war glaube ich auch nicht umfangreicher, aber die meisten haben ja sowieso ohne Zweitfach mit einem BWL-Schwerpunkt (z.B. Industriebetriebslehre) studiert, um dann im Referendariat Politik als Zweitfach zu bekommen.

  • Hallo Lauraaa,


    ich habe "damals" auch mein Abitur auf dem Berufskolleg erworben und studiere nun Anglistik - um genau zu sein in Bochum.
    Insbesondere im Bereich "Poetry" ist der Lehrplan auf dem BK ja deutlich weniger umfangreich als auf dem Gymnasium bzw. den Gesamtschulen, weswegen ich vor allem hier einiges nachholen musste, was aber kein Problem ist, wenn man nicht ganz faul ist. :) Also keine Panik - auch als BKler kann man das packen!


    Zitat

    "Neben mir sitzen Leute, die können im fünften Semester immer noch nicht
    das "th" vernünftig aussprechen.

    Das stimmt manchmal leider...oder es wird sich vor die Klasse gestellt bei einer Präsentation und Wort für Wort vom Blatt abgelesen.


    An der TU Dortmund (oder auch z.B. in Essen) ist das Studium, insbesondere in der BA-Phase, mit deutlich mehr fachdidaktischen Anteilen ausgelegt, während du in Bochum fast reine fachwissenschaftliche Anteile studierst. Wenn du jedoch auch Interesse an einer Fachsprachenaussbildung hast, kann ich dir Bochum empfehlen: Bei uns gibt es neben Wirtschaftsenglisch auch Seminare zu Rechtsenglisch und technischem Englisch. Dort spricht man nicht nur über reines Vokabular, sondern es wird z.B. auf das Rechtssystem eingegangen (common law vs. civil law) etc., was durchaus interessant ist. Außerdem hast du ziemlich viele Freiheiten hinsichtlich der Gestaltung des Studiums und kannst, je nachdem welche Seminare angeboten werden, deinen eigenen Interessen nachgehen. Selbstverständlich rücken dann im M.Ed. die Fachdidaktiken in den Mittelpunkt.


    Zum Auslandsaufenthalt kann man noch sagen, dass du insgesamt mindestens 3 Monate absolvieren musst. Also auch hier gibt es noch "Spielraum", Erfahrungen zu sammeln und sich die Sprache besser anzueignen. :)

  • Ich habe zwar auch nur Romanistik und nicht Anglisitk studiert, aber auch hier gilt stets das Gleiche, da kann ich mich meinen Vorgängern nur anschließen.


    Es wird sprachlich sehr viel vorausgesetzt, aber ist nicht das Erfoderlichste am Studium, an der Uni hab ich nichts groß sprachlich beigebracht bekommen, man muss selbst schauen, dass man was lernt. Sprachlich war ich auch nie übertrieben fit, aber man kann sich gut durchmogeln, auf Aussprache legt sowieso kaum einer Wert. Aber was sehr entscheidend ist, ist dass man mit dem Wissenschaftskram gut zurecht kommt. Darauf liegt der Fokus.


    Letzten Endes war immer eines stark zu beobachten: wer sprachlich noch so superfit war, nützte alles nichts, wenn es dafür im wissenschaftlichen Teil nicht klappte. Umgekehrt: war jemand super fit im wissenschaftlichen Bereich, war es irgendwie überhaupt nicht wild, wenn er eine grauenvolle Aussprache hatte oder kaum reden konnte.


    Man muss aber auch sehen: an der Uni interessiert es NIEMAND, ob man Lehrer werden will, erst an der Schule werden gute sprachliche Kenntnisse erwartet. Die Uni bildet schließlich nur Wissenschaftler/Fachidioten aus, keine Lehrer; unsere Profs und Dozenten waren oftmals selbst sprachlich eine Katastrophe, dafür aber z.B. Lyrik-Checker. Theorie ist schließlich nicht Praxis.


    Die Sprache musst dir selbst beibringen, wenn du an die Schule willst. Willst du an die Schule, musst aber schauen, dass du den wissenschaftlichen Ansprüchen genügst und erst mal durch das Studium kommst. Die Uni bereitet einen leider null auf den Beruf vor.

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