Lehramt studieren mit 33?

  • Hi Leute,


    ich würde mich gerne beruflich verändern und möchte ein Lehramtsstudium beginnen, doch allerdings bin ich schon 33.


    Lohnt es sich in dem Alter noch um mit ende 30 dann "fertiger" Lehrer zu sein?


    Ich danke schonmal im voraus für die Antworten.

  • 1. Vom Einkommen her? Als "fertiger" Lehrer liegst Du so zwischen 2.200 € und 3.000 € netto. Abhängig von Schulform, Verbeamtung, Dienstalter, Steuerklasse ... Das kannst Du ja mal mit Deinem bisherigen Job vergleichen.


    2. Kannst Du das Studium finanzieren? Du solltest einen hohen fünfstelligen Betrag zur Verfügung haben, wenn Du das Studium nicht (durch Arbeiten) ewig in die Länge ziehen oder (durch Arbeiten) eine krasse Doppelbelastung auf Dich nehmen willst.


    3. Wirst Du mit "Deinen" Fächern relativ leicht eine Stelle finden? Dazu gibt es Prognosen der Schulministerien ...


    Wenn 2. und 3. kein Hindernis darstellt: Warum nicht? Das Studium kann eine sehr schöne Zeit werden und ebenso der Job im Anschluss (dazwischen das relativ stressige Referendariat, aber Stress gibt's woanders auch). Dass Du zehn bis 15 Jahre später in den Beruf einsteigen würdest als die meisten anderen, würde ich eher als Vorteil sehen.

  • Moin Th0r5ten,


    danke erstmal für deine Antwort.


    Zu Punkt 3 und dem Thema Verdienst habe ich mich natürlich schon informiert, aber trotzdem danke.


    Zu Punkt 2: ich habe einen erlernten Beruf und würde wohl neben dem Studium in Teilzeit arbeiten, Studieren werde ich ihn Hamburg. Hier gibt es ja seite ende '12 keine Studiengebühren mehr.



    Meine Frage zielte eher auf deine letzte Antwort ab, ob es sich vom Alter her überhaupt noch lohnt. Aber wenn du sagst, du siehst das eher positiv, freue ich mich natürlich über die Antwort :)

  • Grundsätzlich: Warum denn nicht? Ich war noch älter, als ich das Studium des 2. Faches absolviert habe. Und es war ne tolle Zeit!


    Nur: wähle sinnvolle Fächer. Wenn Du Allerweltsfächer wie Deutsch und Geschichte nimmst, wirst Du es schwer haben, überhaupt eine Stelle zu bekommen, erst Recht, wenn Du mit Deinen wesentlich jüngeren Mit-Absolventen verglichen wirst.


    Und: welche Schulform schwebt Dir vor? Auch da kann es mitunter schwer werden, Stellen zu finden. Das alles muss daher überlegt werden, bevor man umsattelt.


    Was hast Du denn bisher gemacht und was bewegt Dich, diesen Schritt zu gehen?

  • Eine weitere Überlegung ist die Frage, ob dir die Verbeamtung wichtig ist, wie schnell du das Studium durchziehen kannst, damit du ggf vor Ende des Stichdatums eine feste Stelle nach dem Referendariat hast (in NRW wird z.B. gerade wenig eingestellt) - und dabei bitte miteinkalkulieren, dass du als Angestellter an die 500€ weniger Geld für die gleiche Arbeit erhälst...


    Es hängt sehr stark davon ab, welche Schulform und welche Fächer dir vorschweben, dazu auch welches Bundesland.

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • Hi katta,


    ja, die Verbeamtung ist mir ebenfalls sehr wichtig. Ich lebe in Hamburg und möchte hier auch studieren und danach dann als Lehrer verbeamtet werden und arbeiten. Das Höchstalter dafür liegt hier derzeit bei 45.


    Bei der Schulform bin ich mir noch nicht ganz sicher ob Realschule oder Gymnasium, Fächer kommen u.a. Physik, Mathe, Chemie & Sport in Frage. Das entscheide ich kurzfristig und je nach Bedarf.


    Grüße

  • Dein Alter steht dem nicht im Wege. Es gibt genug Leute, die mit 35 Jahren ihr Studium angefangen haben. Die Hauptsache ist, dass du davon überzeugt bist und es dir Freude bereitet.

  • Auf jeden Fall!!! Es ist der beste Beruf der Welt. Ich würde es mit 33 auf jeden Fall noch machen.


    Mit Ende 30 allerdings nicht mehr, denn dann wäre die Verbeamtung in Gefahr. Das wiederum hätte zur Folge, dass du deutlich weniger verdienst als deine verbeamteten Kollegen, was auf Dauer zu Frust führen kann (nicht muss).


    Von daher von mir ein klares "Worauf wartest du noch?".

  • Falls man in dem Alter noch ein Studium mit der Absicht der Berufsausübung in dem "Fach" beginnt, ist Lehramt sicher ein gute Option. Für die Wirtschaft und Wissenschaft wird man für einen Berufseintritt in seiner Studienrichtung mit Ende 30 im Allgemeinen einfach als zu alt angesehen (jetzt mal als wertfreier Fakt). Beim Lehramt dagegen zählen, insbesondere bei zentralen Listenverfahren, dagegen nur die Noten, das Alter ist sekundär.


    Auch wenn es frustrierend sein kann, dass der Kollege für ein und dieselbe Arbeit in der Schule mehr Geld/Benefits bekommt, ist der E13-TVL noch immer deutlich mehr, als die "normalen" Sprach-/Kultur-/Sozialwissenschaftler im Schnitt auf dem "freien" Arbeitsmarkt verdienen - selbst falls es mit der Verbeamtung nicht klappt, sollte es finanziell also passen.

  • Egal, ob Beamtin oder Angestellte: ich dieses Jahr 40 geworden und habe damit offiziell noch 27 Jahre bis zur Rente.


    Und es reicht vollkommen, auch erst mit 40 nach dem Studium einzusteigen, denn du hast viele Jahre vor dir, um Berufserfahrungen zu sammeln!

  • Auch wenn es frustrierend sein kann, dass der Kollege für ein und dieselbe Arbeit in der Schule mehr Geld/Benefits bekommt, ist der E13-TVL noch immer deutlich mehr,


    Und du wirst sowieso weniger verdienen als deine gleichaltrigen Berufskollegen, denn die werden besser bezahlt, da sie in den "Erfahrungsstufen" in Abhängigkeit vom Dienstalter weiter sind als du.

  • Gibt es dann in Hamburg noch diese Studiengänge? Es gibt doch als Schulformen nur noch Gymnasium und Stadtteilschulen, oder? Ich sitze ja in NRW und kenne mich da nur oberflächlich aus.


    Ok, hab mal kurz gegooglet: Realschule gibt es in Hamburg gar nicht:
    http://www.lehramt.uni-hamburg…sierte-und-bewerber-innen


    Ich glaube, du hast noch einiges an Informationsbeschaffung vor dir. ;)

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • 1. Vom Einkommen her? Als "fertiger" Lehrer liegst Du so zwischen 2.200 € und 3.000 € netto. Abhängig von Schulform, Verbeamtung, Dienstalter, Steuerklasse ... Das kannst Du ja mal mit Deinem bisherigen Job vergleichen.


    Wenn man damit eine Argumentation für ein Lehramt beginnt, schauert mich immer...

  • Ich finde, das Alter sollte kein Grund sein, das Studium nicht zu machen.
    Aus meiner eigenen Erfahrung (Ref mit 38 begonnen als Quereinsteigerin, fertige Lehrerin kurz vorm 40. Geburtstag) kann ich dazu raten. :thumbup:

  • Wenn man ggf eine Familie finanzieren muss, ist das schon eine interessante Frage, was man so verdient...aber auch unabhängig von einer Familie.
    Ich bin sehr gerne Lehrer, aber natürlich ist die Frage, wie gut ich mir davon mein Leben finanzieren kann bzw. was ich mir leisten kann oder was nicht bei der Berufswahl auch eine wichtige Überlegung.


    Mal davon abgesehen, dass der Threadersteller seine Frage mit "Lohnt sich das..." einleitete, was ja schon auch eine Vorlage für so eine Antwort ist. ;)

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  • Das Finanzielle spielt immer eine Rolle, aber ich wähle diesen Beruf nicht hauptsächlich deswegen.


    Hätte den Eröffnungspost verständlicher schreiben sollen. Die Frage sollte genaugenommen heißen ob es sich des Alters wegen noch wirklich lohnt. Aber wie hier schon einige geschrieben haben scheint dies ja nicht wirklich das Problem zu sein.


    Vielen Dank!

    • Offizieller Beitrag

    Mein ältester Referendar war über 50, und der ist (in Hessen) sogar noch verbeamtet worden

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