Kunst bewerten GS

  • Hallo ihr Lieben!


    Ich werde im Februar meine erste Stelle als GS- Lehrerin antreten und werde Kunst fachfremd in der 2.+3. Klasse unterrichten müssen.


    Ich freue mich schon sehr darauf, aber die Leistungsbewertung bereitet mir schon jetzt Kopfzerbrechen.


    Im KC wird zwar "Einfallsreichtum, Ausdruck und Aussagekraft in der bildnerischen und sprachlichen Äußerung" etc. für die Bewertung aufgeführt, aber diese Liste ist sehr vage.


    Wahrscheinlich wird es kein Patentrezept geben, aber vielleicht habt ihr für mich ein paar konkrete Tipps.



    (Ich wollte z.B. mit der 3. Klasse Paul Klees Senecio betrachten und das Bild anhand der Spritztechnik mit Zahnbürste und Sieb gestalten lassen.)


    Vielen Dank und liebe Grüße
    MeNina

  • Hallo MeNina,


    ich antworte dir als Lehrerin, die auch schon mal fachfremd Kunst gegeben hat (Förderschule Lernen 1.-4. Klasse zusammengefasst- hier ohne Noten- und in der 7./8. Klasse und 9. Klasse, wo ich Noten gebe musste). Ich habe alles, was ich mit den Schülern gemacht habe, vorher ausprobiert. Dabei merkt man ja schon, was eventuell schwieriger sein könnte, wenn man z.B. ein Bild selbst gestaltet. Ich habe mir dann jeweils eine Liste mit ein paar Kriterien gemacht z.B. bei einer Collage: Wie sauber wurde gearbeitet? Wurden z.B. riesige Stücke genommen und so übereinandergeklebt, dass es kaum hält oder hat sich der Schüler viel Mühe gemacht und viele kleine Stücke genommen und ordentlich aufgeklebt?...Ist das Thema getroffen worden?... Dann gibt es 1 bis 4 Kreuze in meiner Tabelle für jeden Punkt, der erfüllt wurde. Kaum erfüllt nur ein Kreuz, teils erfüllt zwei Kreuze, erfüllt drei Kreuze und besonders gut erfüllt vier Kreuze.


    Außerdem galt/gilt für mich in Fächern wie Kunst, Musik und Sport: Im Zweifel für den Schüler. Ich gebe in diesen Fächern eher gute Noten. Schlechte Noten bekommen bei mir nur die, die die Arbeit verweigern. Wer mir ein Kunstbild abgibt und ich weiß, dass er sich angestrengt hat, es ist aber nicht ganz so dolle geworden, da komme ich demjenigen schon mit der Note entgegen. Von daher war mein Notenspielraum meist von 1-3 und ggf. bis 4.

  • Wenn du konkret überlegst, welches Kunstwerk du mit den Kindern machst, überlegst du dir auch Kriterien. Also du sagst den Kindern, was du von ihnen willst, auf was sie achten sollen und das bewertest du dann auch. Farbgebung oder klare Kontraste oder richtige Mischen oder Verwenden von geometrischen Formen oder was auch immer wichtig ist.


    Die Noten sind wiederum aufgesplittet: 1 = entspricht den Anforderungen in besonderem Maße, 2 = ...in vollem Maße, 3= im Allgemeinen..., das hilft mir ein bisschen bei der notenstufigen Bewertung.


    Zudem kannst du auch (nach eurem KC) Kenntnis von Fachbegriffen bewerten, Präsentation der Kunstwerke und Umgang mit Arbeitsmaterialien, dann hast du pro Kunstwerk gleich vier Noten.


    Sauberes arbeiten versuche ich dabei außer Acht zu lassen, es sei denn, ich gebe dem Kind Hinweise und es will sie nicht umsetzen. Feinmotorisches Geschick lässt sich kaum durch Willen, Strategien und Lernzuwachs erreichen und gehört für mich damit nicht zur Bewertungsgrundlage der Ziele im Fach Kunst.

    • Offizieller Beitrag

    Sauberes arbeiten versuche ich dabei außer Acht zu lassen, es sei denn, ich gebe dem Kind Hinweise und es will sie nicht umsetzen. Feinmotorisches Geschick lässt sich kaum durch Willen, Strategien und Lernzuwachs erreichen und gehört für mich damit nicht zur Bewertungsgrundlage der Ziele im Fach Kunst.

    das kommt immer auf das jeweilige Thema an. Tendenziell stimme ich aber zu: sich ausdrücken zu können im künstlerischen Bereich sollte über das saubere Ausmalen von Flächen hinausgehen.
    Das gekonnte Einsetzen technischer Methoden (Kleben, Schneiden, Ausmessen usw) spielt wiederum im Bereich Plastik u.U. eine wichtige Rolle.


    Du kannst auch Gruppenarbeit mit den Kindern machen. Da zählen dann dieselben Kriterien wie bei GA in anderen Fächern.


    Zusammenfassend: ganz wichtig ist es, dass deine Kriterien und Benotungen transparent sind und dass die Kinder nicht das Gefühl ausbilden, Kunst
    "kann man entweder von selbst oder man kann es eben gar nicht"
    sei Geschmackssache des Lehrers, und wer dessen persönlichen Geschmack am besten trifft, hat gute Noten.



    Kunst hat ganz viel mit Ausprobieren zu tun, mit Über -den -eigenen -Schatten- Springen und vor allem mit richtigem Hingucken ;)

  • Vor Jahren habe ich mal das hier ins Netzt gestellt, im Grunde funktioniert das bei mir immer noch so, relativ unabhängig von den Bereichen im Fach Kunst. Aber in den Lehrplänen steht doch ausführlicher etwas zu den Kompetenzerwartungen, sicher auch in Niedersachsen. Das must du dann für dich so anpassen, wie es zum Unterrichtsgegenstand und deinem Unterricht passt.


    SIeh es doch als Glücksfall an, dass du in Kunst recht flexibel deine Kriterien für eine Note anpassen kannst. Mache die dann für deine Schüler durchschaubar. Natürlich gibt es auch Aufgaben, wo sauberes, ordentliches Arbeiten im Vordergrund stehen darf. Da haben dann die Grobmotoriker Pech, die aber bei anderen Arbeiten durchaus kreative, spontane Vorteile nutzen können.


    [Blockierte Grafik: http://www.grundschulmarkt.com/klee041_small.jpgklick! :wink_1:

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