Wem geht / ging es im Referendariat auch so schlecht?

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    • Mir hat es damals sehr geholfen, schon eine Familie zu haben, während ich das Ref mache. Das hat dazu geführt, dass ich eine Stundenversion gebastelt habe und gut wars. meine familiy hat mich ganz hübsch geerdet.
      Stressig war es trotzdem.

      Es war auch nicht unbedingt ein Vorteil, älter zu sein - hier hat sich gezeigt, dass mehrere Kollgeen geschmissen haben, weil man sich mit Ende 30 eben nicht mehr so schnell verändert.

      Heute sehe ich das Ref anders - so hatte ich bereits Refis, denen das grundlegende Wissen gefehlt hat (wie fast allen, die aus dem Studium kommen) und die große Schwierigkeiten hatten, es aufzuholen. In Bawü ist es möglich, mit Politk im Studium Geschichte zu unterrichten. Für mich ein Unding.

      Zudem treffe ich immer wieder auf refis, die Probleme damit haben, den Stoff zu strukturieren und einzuordnen - eine grundlegende Fähigkeit, um mit Schülerbeiträgen arbeiten zu können.
      Lernen kann man alles und oft fällt erst im Ref auf, was denn noch alles zu lernen wäre. Und dann wirds echt eng.

      Problematisch finde ich auch die frühe Festlegung auf den Lehrerberuf - das setzt die Leute noch mehr unter Druck, denn wenn sie es nicht schaffen stehen sie erst einmal vor dem Nichts.

      Andererseits - den Start mit voller Stundnezahl fand ich auch nicht einfach - ich stand zwar nicht mehr unter Beobachtung, aber ich hatte sehr viele Klassen und eine immense Korrekturbelastung.
    • WillG schrieb:

      Weißt du, du wirfst eine abfällige Bemerkung in den Raum, ohne sie zu erläutern.
      Andere erläutern, warum sie die Dinge so sehen, wie sie sehen, und jetzt fühlst du dich angegriffen?
      Sonst ist aber alles klar bei dir, oder?
      Ich höre nur: mimimi. Was hier, leider mal wieder, deutlich wird, ist, dass die Entscheidung Wollsocken zum Mod zu machen, die Falsche war.
    • @Primarlehrer: Jetzt komm doch bitte mal wieder runter. Wollsocken hat einen vernünftigen Ratschlag gegeben, den ich aus eigener Erfahrung heraus nur unterstützen kann. Daraufhin pflaumst du sie ohne erkenntliche Gründe an. Als sie dann von anderen Usern Beistand bekommt, zweifelst du ihre Kompetenz als Moderator an. Ich sehe da nun wirklich keinen Zusammenhang.
    • Könnt ihr eure privaten Streitigkeiten nicht irgendwo anders austragen antatt hier den Strang vollzuspammen?


      Ich finde es gut sich hier auszutauachen. Jeder empfindet den Druck im Ref anders, jeder hat so seine Strategie damit umzugehen. Man kann vom Austausch mit den anderen lernen, oder man fühlt sich einfach nicht mehr so allein mit seinen Sorgen. Alles positiv.
      [img]http://tickers.TickerFactory.com/ezt/d/4;10500;414/st/20160731/e/Geschafft+%F0%9F%98%8A/dt/6/k/6c2c/event.png[/img]
    • Mir ging/geht es im Ref auch recht mies.
      Zumindest in den letzten 1 1/2 Jahren.
      Ich hatte recht großes Pech was meien Seminarleitungen anging. Ein FSL war recht unmotiviert und hat uns regelmäßig drangsaliert, eine andere FSL Leitung hat die Haupt-/Realschüler die wir Refis teils haben an den eigenen Gymnasiasten gemessen und uns danach beurteilt. Die HSL war ebenso unmotiviert wie an uns Refis desinteressiert.

      Nachdem ich quasi mit Ansage wegen eines FSL durchgefallen bin und auf 6 Monate Verlängerung gekommen bin muss ich sagen:
      Es war ein grober Fehler 2 Monat vor der Prüfung nichts mehr für mich zu tun (begeisterter Kampfsportler und Theatergänger). Die Folge der nicht bestandenen Prüfung war nämlich erst mal ein tiefes tiefes Loch. Meinen Kollegen ist das nicht aufgfallen, meiner Partnerin und meinen Schülern jedoch schon.
      Das steht auch für mich an schlimmster Stelle des Referendariats: Du bist unter Umständen deinen Seminarleitern ohne Rückendeckung komplett ausgeliefert und aus meiner eigenen Erfahrung und aus der anderer Mitreferendare kann ich nur sagen, das es gute aber auch durchaus richtig beschissene Seminarleiter gibt. Erwischt du Letztere Kategorie ist es höllisch.

      Was mir bisher aber im Ref geholfen hat: Freunde, Partnerin und meinen Sport (den ich jetzt endlich nach 4 Monaten wieder mache). Was mir nach dem Durchfallen geholfen hat:
      Das Unverständnis der Schüler und Kollegen über das Durchfallen; die Bestätigung eines meiner Schulleiter, das es scheinbar nicht koscher lief sowie die beiden neuen, richtig guten, Seminarleiter, die nach meinen beiden UBs bisher ein komplett anderes Bild von mir als Lehrer attestiert haben.
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit

      1. Wenn dir Jammern hilft, ist das in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, das du bei der ganzen Jammerei Eines nicht vergisst: Es interessiert niemanden. Beweg dich oder bleib stehen, aber gib niemals jemand anderen die Schuld für deinen Stillstand. (Kapa)
    • Ihr Lieben. Ich bin ganz neu hier, weil ich gerade an meiner Examensarbeit verzweifle. Ich bin gerade am Ende meines Refs, Lehrproben sind durch, aber jetzt noch diese ätzende, meiner Meinung nach völlig überbewertete, zeitraubende Arbeit.

      Ich hab immer schon viel gearbeitet, es gab Phasen, da bin ich durchs Ref gehüpft, aber wiederum auch andere, die ich supernervig und anstrengend fand.
      Ich hab am Anfang vom Ref eine sehr drastische Entscheidung gefällt, ich hab mir n Pferd gekauft. Jetzt muss ich jeden Tag für mindestens ne Stunde mal raus aus diesem Psychospiel namens Ref und rückblickend muss ich sagen, das war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.
      Ich glaub es ist ähnlich, wie andere Hobbys oder Familie, es holt einen auf den Boden der Tatsachen zurück.

      Wichtig ist in erster Linie das Haushalten mit den eigenen Kräften. Jeder weiß, wie belastbar er oder sie ist.
      Klar, jetzt ist es bei mir wieder stressig, ich hab 20 Abiklausuren liegen und diese ätzende Arbeit steht an. Aber Stelle ist in der Tasche und das Ende ist absehbar.

      ich kann dir/euch nur Mut machen, auch mal fünfe gerade sein zu lassen und in nicht prüfungsrelevanten Kursen die Vorbereitung mal nicht 100%ig zu machen.

      Haltet durch! :gruss:
    • gab's bei uns auch, wenn jemand der einzige mit fakultas (erstes examen oder magister-abschluss) für das fach an der schule war. das kann bei nicht so häufigen fächern (ich hab's erlebt in ethik und spanisch) durchaus vorkommen, wenigstens in bayern.
    • In meiner Wiederholungsprüfung kam es nun mehr oder weniger zum kleinen Eklat:

      Note 5,0 im ersten Fach:
      Begründung hierbei war eine angeblich nicht vorhandene Progression.

      Note 5,0 im zweiten Fach:
      Begründung war hierbei, das der Wortlaut der entwickelten Leitfrage nicht mit der, von mir als mögliche Leitfrage, Vorgegebenen übereinstimmte und somit ein anderes, unpassenderes, Ergebnis erreicht hätte werden können. Dies geschah zwar nicht, aber nunja. Die Note steht.


      Mein Fachbereichsleiter im Fach 1 war dann nun sehr entsetzt, da er das mit der fehlenden Progression ganz anders sieht, ähnlich geht es anderen Fachkollegen, die auch über den Entwurf gesehen haben. Da ich nicht vom Entwurf abgewichen bin, ist es für mich auch noch nicht so recht verständlich, aber nun gut.

      Im Fach zwo schaute ein Schulleiter mit dem dazupassenden Fach im Vorfeld drüber und hatte nichts zu beanstanden, meine Mitreferendare (wir hatten uns aus dem Seminar alle zusammen gesetzt) waren auch schockiert, da meine vorherigen Lehrproben mit 2 und 3 bewertet wurden und die Mitreferendare den Prüfungsentwurf als weiteren Sprung nach Vorne gesehen haben. Auch hier bin ich nicht vom Entwurf abgewichen.

      Meine Schulleitung, die in der Prüfung mit drin saß, meinte im Nachhinein zu mir, das ich in der Analyse nicht auf das hätte kommen können, was die Fachseminarleiter hören wollten, da dies zu abwägig sei und er die Entscheidung der anderen Prüfungsmitglieder nicht verstehen kann. Mehr dürfe er mir dazu aber nicht sagen.

      Mir geht es daher momentan recht schlecht:
      Wir haben uns zu Zweit als Seminarsprecher vor dem ersten Versuch über die nicht vorhandene Ausbildung in einem unserer Seminare beschwert und sind beide nicht durchgekommen. Mein einer Kollege sogar mit der Ansage, das er sich nicht hätte beschweren sollen.
      Nun hatte ich einen Semianrleiterwechsel in beiden Seminaren, hab Nächte lang damit verbracht alles so zu machen, wie es die neuen Seminarleiter wollten und hatte in den Vornoten auch einen immensen Sprung nach vorne geschafft und lande nun wieder bei dem Ergebnis, das ich mit zwei niederschmetternden 5en benotet werde und die Kollegen um mich herum, die mich im Unterricht erlebt haben, die mich unterstützt haben und die meine Entwürfe auf Fehler überprüft haben und keine nennenswerten gefunden haben schütteln ungläubig mit dem Kopf und verstehen die Benotung nicht. Alles was scheinbar bleibt sind die Worte des Schulleiters, das ich nichts an dem Ergebnis in der Analyse hätte ändern können und die Diskrepanz, das meine Fachleiter und Fachkollegen der Meinung sind, das ich guten bis durchschnittlichen Unterricht in meiner Refzeit gegeben habe und die beiden Noten unverständlich seien.

      Scheinbar bin ich ja wohl doch so schlecht in dem was ich studiert habe und schaffe es nicht, Jugendliche zu unterrichten. Auch wenn die Lernstandskontrollen, die individuellen Ergebnisse der Lernenden sowie die Vornoten aus den Seminaren und die Eindrücke der hospitierenden Fachkollegen eine andere Sprache sprechen.


      Momentan geht mir der "Arsch auf Grundeis": Das Ref endet bald, Unterricht geben darf ich bis zum Ende nicht mehr, meine Schlüßel musste ich abgeben und zu niederen Arbeiten darf ich noch herangezogen werden bis die Refzeit vorbei ist.

      Hat jemand eine Idee, was man mit zwei geisteswissenschaftlichen Fächern im Raum Berlin noch anfangen kann um relativ schnell nicht mehr von ALG I leben zu müssen?
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit

      1. Wenn dir Jammern hilft, ist das in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, das du bei der ganzen Jammerei Eines nicht vergisst: Es interessiert niemanden. Beweg dich oder bleib stehen, aber gib niemals jemand anderen die Schuld für deinen Stillstand. (Kapa)
    • Ach du Schei...

      Ganz ehrlich: Wenn ich das lese, tut es mir für dich wirklich leid!!!(hilft dir natürlich auch nicht)
      Ich habe schon in Upps gesessen und war manchmal entäuscht über den Fachleiterkollegen. Wenn sich ein Fachleiter wirklich reinhängt und seine pos.Entscheidung fachlich verteidigen kann, kommt sein Refi durch die Prüfung mit ner 4 durch. (es sei denn totaler Bockmist gebaut). Beide Fachleiter beraten sich auf eine Note und der SL berät dabei. Wenn dein betreuender Fachleiter allerding einknickt, hast du verloren. Wie du es schilderst, war deine Prüfung doch ganz OK.
      Du hast so gut wie keine Chance das Ergebnis anzufechten, es sei denn, du kannst einen Formfehler nachweisen...schwierig....
      Alles Gute für deinen weiteren Weg.
    • @Kapa: Das tut mir unglaublich Leid für dich. Solche Intransparenz und Willkür ist einfach eine Schande. Und für dich sicher gerade eine Katastrophe...

      Meine Idee wäre, an Waldorfschulen anzuklopfen. Ich habe hierzu nur Halbwissen, meine aber, dass man dort auch ohne 2.Stex unterrichten kann. Ansonsten habe ich für deine Fachkombination leider keine ad hoc Ideen. Aber du wirst deinen Weg sicher finden. Es findet sich ganz sicher etwas, womit du auch gut leben kannst, solange du nicht den Kopf in den Sand steckst.
      Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?
    • Das tut mir Leid, kapa! Eine Freundin ist auch 2x durchgefallen, leider. Sie arbeitet unter anderem an Waldorfschulen (man muss bei der Einstellung nicht seinen Namen tanzen können ;) )
      Alternativ lese ich immer Schulbuchverlage...
      Quiet brain, or I'll stab you with a Q-Tip!
    • Danke erst mal für das Feedback, ich habe mich jetzt in die positive Richtung gestürzt und schaue was ich mit machen kann.

      Da ich immer noch Spaß am Unterrichten habe werde ich mich, und das geht wohl auch mit dem 1. Stex, zunächst versuchen an einer Privatschule/Waldorfschule oder über eine Vertetungslehrerstelle über Wasser zu halten. Für mich ist das Schreckliste nämlich, das ich jetzt kurz vor dem Ende des Refs (Nächsten Freitag) die Wahl habe zwischen: Meiner Freundin auf der Tasche liegen oder meiner Freundin + dem Arbeitsamt auf der Tasche liegen. Das will ich nicht, das muss nicht sein und mein Bafögschuldenberg wird dadurch auch nicht kleiner.

      Nebenher werde ich mich jetzt nach Absprache mit dem Arbeitsamt in einigen Tagen weiter qualifizieren und eine Fortbildung in der Verwaltung machen. Jetzt gehen dann erst einmal Bewerbungen fürs Reden schreiben für einen Minister (Qualifikation hierfür habe ich zum Glück und eine E13 Stelle wäre dies auch), für die Planung an einer VHS (ebenso E13 Stelle) und einige andere Sachen raus. Zusätzlich werde ich mich auch im Schulamt bewerben, dort werden ja auch oftmals Leute mit dem 1. Stex untergebracht.


      Was mich mit am meisten murkst ist, das mein Fachbereichsleiter aufgrund der Situation heute einen Nervenzusammenbruch hatte und es einfach komplett willkürlich rüber kommt da alle anderen Stellen außer einem Teil der Prüfungskommission komplett anderer Meinung ist und mit Unverständnis reagiert hat.
      Der Makel bleibt haften...
      Ob ein Weg sich lohnt gegangen zu werden weiß man erst wenn man ihn gegangen ist. - Peregrinatio maiores Weisheit

      1. Wenn dir Jammern hilft, ist das in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, das du bei der ganzen Jammerei Eines nicht vergisst: Es interessiert niemanden. Beweg dich oder bleib stehen, aber gib niemals jemand anderen die Schuld für deinen Stillstand. (Kapa)