HSP Interpretation

  • Huhu ihr erfahreneren Lehrer,


    gibt es jemand unter euch, der fit bzgl. der HSP (ab 2012) ist? Ich weiß, dass es die online-Auswertung gibt, aber ich mache derzeit die manuelle Auswertung und bin damit bisher sehr gut gefahren. Ich habe die Rohwerte ermittelt, die PR und die T-Werte. Nun mein Problem: Wie sind diese Werte nun zu interpretieren? Ich hab bei meiner Beispielschülerin nun herausgefunden, dass die alphabetischen T-Werte deutlich über den anderen Werten liegen, d.h. sie folgt der alphabetischen Strategie. Soweit so gut. Aber wo ist die Grenze? Hab eja noch andere Schüler: ab wann spricht man von einer LRS? Bei uns in Brandenburg müssen wir das selbst austesten, weil "jeder Lehrer dazu in der Lage ist", weil wir entsprechendes Wissen haben. Nun: HIER habe ich eine Wissenslücke. Wer kann die schließen?


    Irgendwo las ich, dass der Mittelbereich T-Wert 40-60 ist. Alles darunter sei auffällig, alles darüber überdurchschnittlich. Aber nun hat doch nicht jeder unter 40 eine LRS, oder doch? Und: Wie viele T-Werte müssen denn unter der Grenze liegen? Fragen über Fragen.


    Liebe Grüße

    • Offizieller Beitrag

    Huhu,


    zum groben Einlesen empfehle ich diesen Thread: älterer Thread über HSP
    Etwas mehr Statistik mit Tabelle: https://wuecampus2.uni-wuerzbu…?id=322322&chapterid=5534
    Nun zu deinen Fragen, alles etwas unter Vorbehalt, ich bin keine LRS-Fachkraft, allerdings Rechenschwäche-Verantwortliche und habe gerade HSPs 2+ durchgeführt und ausgewertet in meiner Klasse:

    Ich hab bei meiner Beispielschülerin nun herausgefunden, dass die alphabetischen T-Werte deutlich über den anderen Werten liegen, d.h. sie folgt der alphabetischen Strategie.

    Wenn man es genau nimmt, heißt das: Sie ist in der alphabetischen Strategie besser als in der orthographischen und morphematischen. In der HSP 2+ entspricht dies dem vorwiegenden Verwenden der alphabetischen Strategie.



    Aber wo ist die Grenze? Hab eja noch andere Schüler: ab wann spricht man von einer LRS? Bei uns in Brandenburg müssen wir das selbst austesten, weil "jeder Lehrer dazu in der Lage ist", weil wir entsprechendes Wissen haben. Nun: HIER habe ich eine Wissenslücke. Wer kann die schließen?

    Die Grenze ist unter einem T-Wert von 40. Ein T-Wert von 40 entspricht einem Prozentrang von 15 oder 16 (d.h. 16% aller Schüler sind genauso oder schlechter als das Kind). Ab einem PR von 5 abwärts spricht man von einer Lese-Rechtschreib-Störung.
    Wichtig ist natürlich auch, dass du dich mit den entsprechenden Vorschriften in deinem Bundesland auseinandersetzt:
    Wer hat eine LRS in BB?Wer hat eine LRS in BB?
    Wie wird die LRS festgestellt? Hier steht im Grunde, dass neben formellen auch informelle Tests anzuwenden und die Leistungsentwicklung der Kinder zu berücksichtigen ist.


    Wenn ihr in Brandenburg nicht entsprechend angeleitet werdet und keine LRS-Fachkräfte habt, würde ich übrigens diese Aufgabe so umsetzen, wie sie mit meinem Wissen (Lesen der Vorschrift und des HSP-Begleithefts, eventuell noch eines Buches) möglich ist.


    So, nun Auswertung: Im Grunde gibt dir deine Verwaltungsvorschrift das Recht, eine LRS zu finden und einen Nachteilsausgleich zu gewähren, wenn ein T-Wert unter 40 ist und das Kind sonst Probleme hat (informelle Tests fallen schlecht aus). Du kannst aber auch sagen: Die T-Werte sind 43, 39 und 38, das Kind kommt damit klar, es benötigt keinen Nachteilsausgleich.
    Ich werde das bei meinen "Grenzfällen" (T-Werte z.B. 35, 38, 46 oder 37,38, 39) am Anfang der 3. Klasse beobachten, wie sie sich machen - und wenn sie im Rechtschreiben die Mindestanforderungen (= konstant 4,0) nicht erreichen, dann gibt es einen Nachteilsausgleich nach Klassenkonferenz (letzteres ist übliches Vorgehen aus der Rechenschwäche-Fortbildung und ich übernehme es).

    SCHOKOEIS!


    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Hallo Conni,


    herzlichen Dank für die schnelle und umfassende Antwort. Mit einen Ausführungen und Links habe ich es nun völlig überblickt und bin mir sicher, richtig zu arbeiten. Juchhu! :top:

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