Mit Schülern auf Facebook/Whatsapp in Verbindung?!

  • Hallo!
    Ich arbeite als Beamter an einer Schule in Brandenburg. Schüler einer Grundschule haben herausgefunden, dass ich bei Snapchat bin. Dürfen die Schüler mich dort als Freund adden?


    Vielen Dank für Antworten.

    Grundschüler? Snapchat hat eine Altersvorgabe von mindestens 13 Jahren. Und zu deiner Frage: Nein, ich würde es definitiv nicht machen, warum auch. Was ich in sozialen Netzwerken mache, ist meine Privatsache.

  • Mal so eine allgemeine Frage - dieser Thread ist ja nun schon 2 Jahre alt.


    In Hessen ist die Kommunikation nicht direkt verboten (eingeschränkt, es gibt aber extra Verhaltensregeln wie man sie nutzen sollte, wenn man es tut).
    An dem Gymnasium meines Sohnes ist es gang und gäbe, WhatsApp Gruppen mit den Lehrern zu führen. Dort werden auch Absprachen getroffen, die Kids können den Lehrern "auch am Nachmittag" mal eben eine Frage stellen usw.
    Ich denke mir immer: Whaaat? Ich will doch nicht permanent von meinen Schülern (oder auch deren Eltern) angequasselt werden können.


    Wie handhabt ihr das? Ist das inzwischen normal, für seine Klassen / Kurse solche Gruppen zu haben?

  • Wie handhabt ihr das? Ist das inzwischen normal, für seine Klassen / Kurse solche Gruppen zu haben?

    Nein. Ich warte immer noch darauf, dass mir mein Dienstherr so eine Lösung und die dazu notwendige technische Infrastruktur (meinetwegen in Form eines Dienstnotebooks) zur Verfügung stellt. Und sich natürlich darum kümmert, dass die technischen und organisatorischen Voraussetzungen zum Datenschutz eingehalten werden (DSGVO). So wie in der "freien" Wirtschaft und anderen Behörden üblich.


    Dann werde ich so einen Kommunikationsweg nutzen, sofern es natürlich zeitlich mit meinen anderen Dienstpflichten vereinbar ist. Nur weil ich tagsüber unterrichten muss, dienstliche Gepräche mit Kollegen und Schülern führe oder in Konferenz sitze oder meinen Unterricht vor- und nachbereite oder korrigiere und deshalb für einen derartigen Kommunikationsweg in der Regel keine Zeit habe, werde ich sicherlich nicht meine Freizeit am Abend dafür aufwenden. So wie in der "freien" Wirtschaft und anderen Behörden üblich.


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Ich persönlich würde keine Privatnummern austauschen und keinesfalls in sozialen Netzwerken kommunizieren.


    Mag an meiner Schülerschaft liegen, aber ich möchte nicht von Eltern auf whatsapp angenölt werden, weil denen spontan eine Laus über die Leber lief. "Meine Klientel" denkt, dass ihre Bedürfnisse immer und sofort befriedigt werden müssen. Da besuchen sich Eltern abends an der Haustür, um anderen Eltern die Meinung zu geigen. Da tauchen Eltern mitten im Unterricht auf, um ihre/andere Kinder rauszuzerren. Da wird man am Telefon beschimpft. Die Schüler werden pampig bis unverschämt, wenn sie nicht JETZT ihren Liebeskummer ausdiskutieren dürfen. Da reisst einer im Unterricht grußlos die Tür auf, winkt ein anderes Kind raus aus dem Zimmer, weil irgendein Pups quer sitzt. Da muss eine SOFORT zur Schulsozialarbeit, weil das Wetter schlecht ist etc.pp. Ich unterstütze das nicht, in dem ich einen noch niedrigschwelligeren Kanal öffne.


    Außerdem ist diese Art der 3-Wort-Kommunikation sehr leicht missverständlich. Auch bei intelligenten Leuten.


    Soziale Netzwerke: Will ich, dass meine Schüler meine Urlaubsfotos liken? Nein, das möchte ich nicht.

    • Offizieller Beitrag

    Als ich vor einem Dutzend Jahren noch an der Realschule war, vor Whatsapp und dem Facebook-Messenger, gab es mal icq. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich meine Daten absichtlich rausgegeben hatte oder ein Schüler sie gefunden hatte - jedenfalls hatte ich diverse Schüler aus den oberen Klassen in meiner Liste. Ab und zu kam mal eine Frage oder eine Nachricht. Wenn ich gerade eh am Schreibtisch saß, habe ich auch drauf geantwortet. Das lief alles vernünftig und im Rahmen und respektvoll ab.
    Einmal kam auch ein Liebesgeständnis. Allerdings hat die Schülerin ganz schnell eine Nachricht hinterher geschickt: "Ähm, sorry. Die letzte Nachricht war eigentlich für meinen Freund." ;)


    Bei Facebook bin ich noch mit jeder Menge ehemaliger Schüler aus meiner Zeit an der Realschule befreundet. Teilweise auch mit inzwischen älteren Schülern aus der Grundschule. Warum auch nicht. Was ich nicht machen würde - mich mit Grundschülern oder soeben entlassenen bei Facebook befreunden. Das hätte einen komischen Beigeschmack. (Abgesehen davon, dass die eh nicht bei Facebook sein dürfen, wenn ich die Altersgrenze richtig im Kopf habe.)


    Ehemalige Eltern habe ich teilweise auch bei facebook drin - was einfach daher kommt, dass man sich im Laufe der Zeit auch mal mit den Eltern angefreundet hat. Warum auch nicht.


    Whatsapp: aufgrund meines Hobbys findet man meine Handynummer eh im Internet. Aktiv an Eltern verteilen würde ich sie alleine schon deshalb nicht, weil die Kommunikation mit Eltern über whatsapp in NRW "nicht vorgesehen" ist. Aber wenn sie mich anschreiben, ignoriere ich es auch nicht. (Wobei ich in der Regel eher zurückrufe.)


    kl. gr. frosch


    P.S.: und um zur obigen Frage zu kommen - nein, mit aktiven Schülern meiner Grundschule würde ich mich per Snapchat wahrscheinlich nicht befreunden. Denke ich.
    P.P.S.: Grundbedingung bei ICQ war übrigens damals, dass die Schüler mich in einer verständlichen Rechtschreibung anschreiben sollten. Ansonsten wurde nicht geantwortet. ;)

  • Verwende seit 8 Jahren meine private WhatsApp Nummer und hatte noch nie Probleme. Ich bin nur mit den jeweiligen Klassensprechern verbunden, die wiederum mit der ganzen Klasse kommunizieren. Ich schicke nur Infos bei spontanen Stundenplanänderungen oder Informationen, wenn Klassenarbeitsnoten außerhalb regulärer Stunden abgefragt werden können.


    Bekomme im Schnitt 3 Nachrichten pro Monat, mehr nicht.

  • Ich habe mit meiner Klasse bei Signal einen Klassenchat eingerichtet. Den nutzen wir zur schnellen Kommunikation, wenn wir z. B. auf Exkursion sind oder wenn ein Schüler mal schnell eine organisatorische Frage hat (liegt z. B. krank im Bett und will wissen, ab wann er ein Arztzeugnis abgeben muss etc.). Funktioniert problemlos. Hängt aber natürlich von der Schülerklientel ab und die ist bei uns generell unproblematisch.

  • ... wenn ein Schüler mal schnell eine organisatorische Frage hat (liegt z. B. krank im Bett und will wissen, ab wann er ein Arztzeugnis abgeben muss etc.).

    Was das Kind a) seit Schuljahresbeginn wissen müsste und b) auch im Sekretariat durch Anruf hätte rausfinden könnte.


    Was spricht gegen korrektes Benehmen, per Telefon, schriftlicher Anfrage, Termin ausmachen etc.? Ich finde, dass Kinder lernen müssen, wie man sich in der Gesellschaft angemessen verhält, dazu gehört, mit Vorgesetzten o.ä. keine schlampige Gruppenmedienkommunikation zu führen.

  • ...Stelle mir gerade vor, wie es gewesen wäre, meine Lehrer damals auf whatsapp zu nerven. Geht gar nicht! Das ist übergriffig bis kumpelhaft. Abends noch schnell nachfragen, ob man Sportsachen braucht... dafür hat man Klassenkameraden, die zugehört haben.

  • Absolut. Als mal abends um 22Uhr die Frage kam, ob für die Klassenfahrt am nächsten Tag Bettwäsche eingepackt werden muss hab ich nicht reagiert.
    Aber um früher, als noch kein Vertretungsplan online ersichtlich war zu sagen, dass die 1./2. Stunde ausfällt, weil ich/ der Mathelehrer.. krank bin/ist, dafür ist es doch praktisch. Oder zu sagen, dass ich zur 5. Stunde später komme, weil der Praktikumsbesuch länger dauerte und sie doch bitte schon mal text xy lesen sollen.



    In den 6 Jahren wurde ich aber noch nie privat wirklich gestört, obwohl ich zum Absprechen von Praktikumsbesuchen immer meine Nummer rausgebe.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Es geht meines Erachtens weniger um Probleme als vielmehr um professionelles Lehrerhandeln und die dazugehörige Distanz.

    Welche Distanz? Was hat das mit unprofessionellem Lehrerhandeln zu tun, Schüler über eine Raumänderung, kurzfristige Stundenplanänderung oder Terminverschiebung zusätzlich zu den normalen Wegen zu informieren.
    Die Unprofessionalität ergibt sich nicht durch das genutzte Medium, sondern nur durch die Art der übertragenen Informationen.


    Ich würde niemals private Dinge darüber preisgeben, was aber medienunabhängig ist.

  • Was das Kind a) seit Schuljahresbeginn wissen müsste und b) auch im Sekretariat durch Anruf hätte rausfinden könnte.

    Ich hab's nicht mit Kindern zu tun, sondern mit mindestens 15jährigen Jugendlichen. Mit denen kommuniziere ich, wie man eben mit ganz normalen Leuten kommuniziert und das kann auch mal über den Signal-Chat sein. Seitens der Jugendlichen besteht an mich keine besondere Erwartungshaltung, dass ich ihnen unverzüglich antworten müsste oder so. Also keine Angst, die sind vernünftig und tatsächlich auch alle auf dem besten Weg in die Selbständigkeit. Ich fühle mich von nichts und niemandem "genervt".

    • Offizieller Beitrag

    Welche Distanz? Was hat das mit unprofessionellem Lehrerhandeln zu tun, Schüler über eine Raumänderung, kurzfristige Stundenplanänderung oder Terminverschiebung zusätzlich zu den normalen Wegen zu informieren.Die Unprofessionalität ergibt sich nicht durch das genutzte Medium, sondern nur durch die Art der übertragenen Informationen.


    Ich würde niemals private Dinge darüber preisgeben, was aber medienunabhängig ist.

    Das sehe ich im schulischen Kontext insbesondere aufgrund der Art und Weise, wie SchülerInnen Informationen behandeln und weitergeben, als problematisch an.

  • Das sehe ich auch so, ist aber medienunabhängig. Besonders gerne werden gesprochene Worte bis zum geht nicht mehr umgedreht.
    Das hat erstmal nichts mit modernen Medien zu tun.
    Vielleicht haben Kollegen übertrieben, als Urlaubs-, Partybilder, .... geteilt wurden.

  • Meine klasse und einige andere Schüler der Schule haben meine Nummer und den Namen meines Facebookprofils (glücklicherweise von meinem fakeprofil von 2006 wo rein gar nichts steht). Unfreiwillig sind Die dazu gekommen, ich wollte das nicht.
    Aber meine Lieblingskollegin fand das so unheimlich wichtig, da hat sie das rausgegeben (dahingehend läuft auch eine Klage). Anfangs würde ich da extrem von Eltern und Schülern mit nervigen fragen bombardiert, irgendwann habe ein chvdann auch mal reagiert und zwar mit der Aufforderung, die Nummer zu löschen und der Sperrung der Nummern. Hat leider nur kurz gehalten, daher hab ich seit einem Jahr eine neue Telefonnummer.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-

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