Aber in der Freien Wirtschaft!!!.. BLA BLA BLA

  • Würdet ihr in der freien Wirtschaft wirklich so viel mehr verdienen?



    Beispiel (Bayern):



    Einstieg (25 Jahre, unverheiratet, keine Kinder, Lohnsteuerklasse I)
    Gymnasiallehrer (A13, Stufe 4)
    ~ 3000 € netto (abzüglich private Krankenkasse)
    Ingenieur (ERA 10)
    ~ 2900 € netto



    Familie (30 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, Lohnsteuerklasse III)
    Gymnasiallehrer (A13, Stufe 5)
    ~ 3700 € netto (abzüglich private Krankenkasse)
    Ingenieur (ERA 11)
    ~ 3800 € netto



    Familie (45 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, Lohnsteuerklasse III)
    Gymnasiallehrer (A14, Stufe 10)
    ~ 4400 € netto (abzüglich private Krankenkasse)
    Ingenieur (ERA 12)
    ~ 4400 € netto



    oeffentlicher-dienst.info/beamte/by/
    tv-memmingen.de/user/karate/Tarife/TarifRechner2017.htm

  • Ich habe vor zwei Jahren aus Gründen, die hier weiter keine Rolle spielen, mal ernsthaft über einen Wechsel nachgedacht.
    Vom finanziellen her kam ich damals auf 80 000 brutto, die ich in der Freien Wirtschaft hätte verdinenen müssen, um mein A13 Gehalt in etwa zu erhalten. Ich habe einen Freund, der genau in der Branche arbeitet, und der meinte, das könnte schwierig werden.


    Ich habe aber keinen Zweifel, dass wenn ich direkt Informatik studiert und in die Wirtschaft gegangen wäre, ich jetzt mehr verdienen würde als als Lehrer. Das ist mir aber relativ egal, denn auch als Lehrer verdiene ich genug. Das hat aber auch damit zu tun, wo ich wohne, für München zum Beisiel würde ich mir sicher ein höheres Gehalt wünschen, da könnte ich es mir nicht leisten, so zu wohnen, wie ich aktuell wohne.


    Vielleicht kann man mal festhalten, dass die Bezahlung letztlich in unserem Bereich nicht schlecht ist - auch nicht unverhältnismäßig hoch verglichen mit anderen akademischen Berufen mit Verantwortung und langer Ausbildung, aber eben auch nicht schlecht.


    Das was teilweise schlecht ist, sind die Arbeitsbedingungen. Wie schon erwähnt wurde - Reagenzgläser spülen ohne Bezahlung. Oder, in meinem Bereich, wo praktisch verlangt wird, eine hochleistungsfähige IT-Infrastruktur aufzuziehen mit Wollknäul, Schere und Kleber. Das ist teilweise absurd. Davon, dass Bildung angeblich in unserem Land ein besonders hohes Gut sein soll, kann ich in der Praxis wenig finden. Und das nervt. Ich habe nichts gegen viel Arbeit, aber ich möchte etwas erreichen damit, und nicht gegen Windmühlen kämpfen.


    Andererseits findet man mit Cleverness oft auch gute Lösungen, und Cleverness wiederum macht mir Spaß.

  • @Seph
    Ich will dir deine Illusionen nicht nehmen und wenn du unbedingt das Medianeinkommen vergleichen willst, bitte. Abgesehen davon, dass ich finde, dass einige Berufsgruppen zu gering bezahlt werden, ist das doch eine müßige Diskussion.
    Es ging um die Gehälter in der Mintbranche und dort liegt aktuell das Einstiegsgehalt im südlichen Bayern bei Minimum 42.000 mit relativ schneller Steigerung. 2009 lagen die Gehälter krisenbedingt niedriger, in den letzten beiden Jahren sind die Gehälter gestiegen. Era 12 in Bayern bedeutet nach ca 2 Jahren an die 74.000 brutto. Nachzulesen unter IGM Era 12 Bayern. Ist man also in einem Unternehmen mit Tarifbindung geht es einem ganz gut. Der Rest benötigt Verhandlungsgeschick und Selbstbewusstsein.

    Selten so gelacht. Weißt du, wie viele Ingenieure in einem IGM-Betrieb einsteigen? Bzw. wie viele Mintler? Die besten 5-10 Prozent. Alle anderen krebsen mittlerweile mit 3000-3500 brutto zum Einsteig rum und das bewegt sich dann auch nicht sonderlich vorwärts.

  • In Bayern bei der IGM ist ERA 12 auch die letzte Tarifgruppe, die es gibt. Ich habe nicht so wahnsinnig viel Ahnung von den Arbeitsplatzbeschreibungen bei der IGM, auf denen die Eingruppierungen basieren, würde aber vermuten, dass nur ein kleinerer Teil in ERA 12 landen wird. Vermutlich Teamleitung oder irgendeine andere größere Verantwortung.


    Einige meiner Freunde arbeiten in NRW in IGM-Firmen. Das Gehalt und die 35 Stundenwoche ist nett - die 35 Stundenwoche existiert allerdings nur auf dem Papier. Auch da wird fleißig getrickst. Momentan verdient netto(!) keiner meiner Freunde mehr als ich, allerdings bin ich auch erst 33. Bei einigen sind elende Auslandsaufenthalte mit dabei, die ich nicht gerne eintauschen würde.


    Da ich in der freien Wirtschaft vor meinem Seiteneinstieg zwei Jobs hatte, weiß ich für mich auch, dass selbst mehr Geld mich nicht glücklich macht, wenn der Job scheiße ist. Ich bin seit drei Jahren Vater und durch meine Schultätigkeit kann ich sehr viel Zeit mit meiner Tochter verbringen. Das wäre mir sogar einiges an Geld wert. Manche andere Väter sehen ihre Kinder von 18-19 Uhr abends. Da bin ich schon glücklicher.


    Wir erwarten jetzt unser zweites Kind. Höherer Beihilfesatz und der höhere Familienzuschlag sind auch nette Boni, die ich woanders nicht bekommen würde. Trotz Vollzeitstelle besteht eine realistische Chance, im nächsten Schuljahr einen ganzen Tag frei zu haben. Ich bin sehr zufrieden und weine der freien Wirtschaft kein Stück hinterher. Denn die verschenkt auch nicht ihr Geld, sondern möchte für höhere Zahlungen auch entsprechende Leistungen sehen.

  • @'ElRostro
    Mag ja sein, dass du andere Erfahrungen hast. Es kommt auf die Region, die Spezialisierung etc an.
    Ich kann nur von Südbayern sprechen. Vielleicht sind das ja wirklich die großen Ausnahmen in Deutschland. 2009 bis 2010 war es tatsächlich so, dass einige bei Dienstleistern gelandet sind oder einen fiesen Werksvertrag bekamen. Das hat sich geändert.
    Und ist es nicht wirklich egal, auf welcher Seite das Gras grüner sein könnte.
    Warum fixierst du dich so auf den monetären Aspekt?
    Irgendwie klingst du so, als ob du in der freien Wirtschaft keinen Erfolg hattest und jetzt im schulischen Nest deine Erfüllung siehst. Wenn das so ist, dann schön für dich.
    Aber ich verstehe dann nicht, warum du deine Kollegen schwach anmachst.
    Ich glaube nämlich nicht, dass sich irgendeiner deiner Kollegen jemals über das Gehalt beschwert hat. Das ist gut und passt so. Und das sieht auch jeder Lehrerkollege, den ich kenne, ähnlich.
    Also warum schiebst du so einen Frust auf die böse freie Wirtschaft? Da gibt es doch eine Vorgeschichte :)

  • @Seph
    Ich will dir deine Illusionen nicht nehmen und wenn du unbedingt das Medianeinkommen vergleichen willst, bitte. Abgesehen davon, dass ich finde, dass einige Berufsgruppen zu gering bezahlt werden, ist das doch eine müßige Diskussion.
    Es ging um die Gehälter in der Mintbranche und dort liegt aktuell das Einstiegsgehalt im südlichen Bayern bei Minimum 42.000 mit relativ schneller Steigerung. 2009 lagen die Gehälter krisenbedingt niedriger, in den letzten beiden Jahren sind die Gehälter gestiegen. Era 12 in Bayern bedeutet nach ca 2 Jahren an die 74.000 brutto. Nachzulesen unter IGM Era 12 Bayern. Ist man also in einem Unternehmen mit Tarifbindung geht es einem ganz gut. Der Rest benötigt Verhandlungsgeschick und Selbstbewusstsein.

    Von welchen Illusionen sprichst du denn? Es ist doch kein Geheimnis, dass MINTler in der Großindustrie mehr verdienen als im öffentlichen Dienst, genauso wie es kein Geheimnis ist, dass diese eher in Süddeutschland als im Nordosten angesiedelt ist...jedenfalls was die Dichte angeht. Das Medianeinkommen habe ich genutzt, weil es belastbarere Aussagen über die Verteilung der Einkommen zulässt, als es arithmetische Mittel oder Einzelerfahrungen könnten. Für Bayern lässt sich aus den von mir angegebenen Klasseneinteilungen mit ihren Medianen immerhin ablesen, dass Lehrkräfte innerhalb der obersten 15 Einkommensprozent der Bevölkerung liegen...das finde ich durchaus ok. Diese beginnen ja gerade erst beim Median der 9. Gruppe (also ca 2,6k Netto).


    Es ist aber auch kein großes Geheimnis, dass bei weitem nicht alle MINTler in Bayern arbeiten und schon gar nicht alle in IGM-Betrieben....für Deutschland betrachtet sind Gehälter, die höhere Nettoeinkommen ergeben, wie wir als Lehrkräfte haben, auch für MINTler nicht unbedingt typisch.

  • Selten so gelacht. Weißt du, wie viele Ingenieure in einem IGM-Betrieb einsteigen? Bzw. wie viele Mintler? Die besten 5-10 Prozent. Alle anderen krebsen mittlerweile mit 3000-3500 brutto zum Einsteig rum und das bewegt sich dann auch nicht sonderlich vorwärts.


    Weißt du, wie viele Lehrer mit A13 einsteigen? Denn damit wird der Lehrerberuf hier immer gleichgesetzt.
    Ich wurde zu einer Zeit fertig, in der auf eine Stellenausschreibung eine häufig dreistellige Zahl an Bewerbern kam, teilweise 300 Bewerber für eine einzige Stelle. Ich habe die ersten Jahre als Angestellter Lehrer bei TVL 11 "rumgekrebst". Und da bewegte "sich dann auch nicht sonderlich" etwas vorwärts.


    Ein Beamtestatus mit A13 ist das Höchste, was wir mit unseren zwei schwer erkämpfen Staatsexamen erreichen können (solange man nicht Jahre später Funktionsstellen übernimmt) und die Idee, diesen Status mit durchschnittlichen Gehältern in der Wirtschaft zu vergleichen und dann darauf hinzuweisen, dass A13 ja so viel mehr ist, erscheint mir nicht ganz einleuchtend.


    Vielleicht sollten sich beide Seiten der Diskussion erstmal einigen, ob sie ihre Argumente mit Zahlen aus dem Top-Segment (Beamter, A13 vs. obere Einstiegsgehälter) oder mit Durchschnittszahlen belegen möchte (A 13, A12, TVL12, TVL 11 vs. Durchschnittsgehalt in der Wirtschaft).

  • Ich glaube, viele Lehrer machen den Fehler, ihre (finanzielle) Situation mit Bekannten in sehr guten Positionen in der Wirtschaft zu vergleichen.


    Habe erst neulich mit einem Physikerkollegen gesprochen. Der war derMeinung, dass man in der Wirtschaft soo viel mehr verdient. Als Beispiel hat ereinen Bekannten genannt, der in die Beratung gegangen ist.
    Problem nur: In den Top-Strategieberatungen (McKinsey, BCG...) werden ebenauch nur die Top-Leute genommen. Wenn man da kein 1,x Abi, 1,x Studium,Top-Praktika, Auslandserfahrung, Studiumsdauer nicht über Regelstudienzeit und die entsprechenden sozialen und verkäuferischen Skills hat, kommt man einfach nicht rein! Wenn man drin ist, arbeitet man sehr viel, ist fast nurunterwegs und es gilt die Philosophie "up or out". D.h. wenn man nicht schnell was reisst, ist man wieder draussen. Ob die Leute, die nach einem Jahr rausgeschmissen werden, so einen super Exit in die Wirtschaft schaffen,weiss ich nicht.


    Die gutzahlenden IGM und PHarma Tarifvertragsläden sind zwar nicht ganz so selektiv, aber in der Regel kommen auch nur die besten paar Prozent bzw solche mit den besten Beziehungen dort unter.


    Fakt ist, der durchschnittliche Akademiker in der freien Wirtschaft verdient nicht mehr, als ein verbeamteter A13-Lehrer.
    http://www.faz.net/aktuell/ber…-ingenieure-14192151.html
    --> Ingenieure in Stuttgart verdienen im Schnitt ca 80.000€. Das klingt erstmal gut, ist aber Netto nicht unbedingt mehr als A13 nach einigen Jahren. Und das ist der Durchschnittswert einer Hochlohn-Studienrichtung in einer Hochlohn-Region mit sehr hohen Lebenshaltungskosten! Klar, Median wäre besser, hab aber keine aktuellen Zahlen dazu gefunden.





    Die wenigsten haben einenIG-Metall oder Pharma-Tarifvertrag. Das liegt schlicht und ergreifend daran,dass der Dienstleistungssektor immer weiter ausgebaut wird. D.h. immer mehr ehemals intern verrichtete Arbeit wird an Marketingklitschen,"Beratungen", Personaldienstleister und schlecht zahlende Mittelständler ausgelagert und immer weniger Menschen werden fest bei den großen gut zahlenden Unternehmen eingestellt. Immer weniger Arbeitnehmerarbeiten in tarifgebundenen Unternehmen:
    http://www.zeit.de/karriere/2013-11/studie-tarifbindung
    Welcher Anteil der Lehrer an staatlichen Schulen ist eigentlich nicht verbeamtet?!




    Hinzu kommt noch Angebot und Nachfrage. D.h. MINT-Ler und Co. haben noch ein gewisse Chance auf hochdotierte Stellen in der Wirtschaft. Bei vielen anderen Studienrichtungen, welche im Lehramt oft vorkommen, siehts aber sehr mau aus. Auf gut Deutsch: Nur weil man ein Studium abgeschlossen hat, hat man noch keinen gesetzlich verbrieften Anspruch auf hohes (>A13) Gehalt. Es wird einfach das gezahlt, was die Arbeitgeber zahlen wollen! Und die bekommen leider immer mehr Macht im Gegensatz zu den Arbeitsnehmern

  • Fakt ist, der durchschnittliche Akademiker in der freien Wirtschaft verdient nicht mehr, als ein verbeamteter A13-Lehrer.
    ......

    Hä, was soll das? Ich habe direkt im Beitrag vor deinem versucht zu erklären, dass eben dieser Fakt nutzlos ist. Was sollen immer diese Vergleiche zwischen A13 und dem "durchschnittlichen Akademiker in der freien Wirtschaft"?


    A13 ist nicht der Durchschnitt. A13 ist die absolute Spitze. Kein Lehrer in ganz Deutschland verdient mehr als A13, es sei denn, er hat mehrere Jahre Berufserfahrung und weitere Aufgaben im Zusammenhang mit einer Funktionsstelle übernommen.


    Wenn ihr unbedingt den "durchschnittlichen Akademiker in der freien Wirtschaft" mit dem Lehrer vergleichen wollt, dann nehmt doch auch den durchschnittlichen Lehrer.
    Wie wäre es, wie ich schon vorgeschlagen habe, mit dem angestellten Realschullehrer? TVL11, das macht in Steuerklasse 1 als Berufseinsteiger 2150 Euro netto. :ohh:
    Ebenfalls mit 5 Jahren Studium und zwei Staatsexamen.


    Klar, das ist auch kein Durchschnitt, aber das ist A13 eben sicher auch nicht. :sauer:

  • Der Vergleich mit A13 macht insofern Sinn, als es in diesem Faden häufig im Speziellen um MINT-Fächer ging.


    Ein Studium, das über weite Strecken vergleichbar ist mit dem "normalen" Fachstudium findet sich am ehesten im Gymnasialbereich (das war jedenfalls zu meiner Zeit so), deswegen "landet" man da bei A13.

  • Der Vergleich mit A13 macht insofern Sinn, als es in diesem Faden häufig im Speziellen um MINT-Fächer ging.


    Ein Studium, das über weite Strecken vergleichbar ist mit dem "normalen" Fachstudium findet sich am ehesten im Gymnasialbereich (das war jedenfalls zu meiner Zeit so), deswegen "landet" man da bei A13.

    Das stimmt doch einfach nicht. Vielleicht ist "deine Zeit" ja schon ein Weilchen her. Man kann aus den unterschiedlichsten Gründen nicht verbeamtet werden. Und Lehrer an Real- und Hauptschule haben auch zwei Staatsexamen. Und wenn die nicht verbeamtet werden, bekommen die eben TVL 11.
    Mit der gleichen Argumentation könne ich sagen, dass man mit einem gleichwertigen Fachstudium ja auch nicht auf ein Durchschnittsgehalt zielt und deshalb nur ein vergleich mit den Spitzengehältern sinnvoll ist.

  • Ausgangspunkt war der Fadenersteller, dieser unterrichtet am Gymnasium. DORT jammern seine Kollegen laut dessen Aussage über ihr Gehalt.


    Am Gymnasium bekommen fast alle A13 (mindestens, nicht höchstens). An unserer Schule gibt es nur sehr wenige nicht verbeamtete Lehrer.


    Will man also über das Ausgangsposting diskutieren, so vergleicht man A13 mit Gehältern in der freien Wirtschaft.


    Will man das Thema ausweiten, müsste man ein "durschnittliches" Lehrergehalt vergleichen mit einem solchen in der freien Wirtschaft, und da greift Dein Einwand natürlich.


    Meine Studienzeit liegt ca. 20 Jahre zurück. Ich war am Ende meines Studium scheinfrei für Diplom Mathematik, von daher konnte man von einer Vergleichbarkeit sprechen. Und wenn mein Vergleichsrahmen TVL 11 gewesen wäre, wäre ich in die freie Wirtschaft gegangen.

  • Warum ich A13 als Vergleichsmaßstab genommen habe? Weil:
    a) Wie schon gesagt, die Ursprungsfrage darauf Bezug nimmt
    b) Weil ein Großteil der Lehrer verbeamtet ist (Hat jemand aktuellere Zahlen?):
    https://www.destatis.de/DE/Zah…rerBeamteAngestellte.html


    https://de.statista.com/statis…denden-und-berufsschulen/


    c) Weil man einfach einen Vergleichsmaßstab braucht. Es gibt meines Wissens keine Statistiken über Durchschnitts- oder Medianeinkommen von Lehrern




    Und warum soll A13 absolute Spitze sein? A14 und A15 Stellen sind nicht für Einstieger. Das sind aber leitende Funktionen wie Teamleiter/Bereichsleiter usw in der Wirtschaft aber auch nicht. Die Bezahlung dieser leitenden Funktionen schlägt sich aber nieder in den Statistiken zur Bezahlung von zB Ingenieuren in der Wirtschaft. D.h. in den 80.000€ Brutto von Stuttgarter Ingenieuren sind sowohl die Gehälter der unerfahrenen Sachbearbeiter, als auch die Gehälter erfahrener Fach- und Führungskräfte enthalten. Klar, ich hätte auch A12 wählen können, aber selbst damit muss man sich netto am Ende des Tages nicht verstecken.





    Und klar, ich finde es auch sehr unfair, wenn einige Kollegen nicht verbeamtet werden und für die gleiche Arbeit viel weniger Netto bekommen.


    Das von Dir genannte Netto von 2150€ ist aber im Vergleich zu Berufseinsteigern in der Wirtschaft trotzdem ok. Dazu muss man mit Steuerklasse 1 ca 42.000€ Brutto in der Wirtschaft verdienen. Das liegt ungefähr auf dem Durchschnitt, den Absolventen aller Fachrichtungen als Einstiegsgehalt bekommen. Im Vergleich zu A13 ist es wenig, im Vergleich zum durchschnittlichen Einstiegsgehalt in der Wirtschaft aber nunmal nicht...
    Die INGS bei Bosch oder Daimler, Top-Juristen oder BWLer bekommen mehr. Die große Masse an BWLern, Juristen, Germanisten, Biologen, Architekten usw aber weniger...

  • A13 ist nicht der Durchschnitt. A13 ist die absolute Spitze. Kein Lehrer in ganz Deutschland verdient mehr als A13, es sei denn, er hat mehrere Jahre Berufserfahrung und weitere Aufgaben im Zusammenhang mit einer Funktionsstelle übernommen.
    Wenn ihr unbedingt den "durchschnittlichen Akademiker in der freien Wirtschaft" mit dem Lehrer vergleichen wollt, dann nehmt doch auch den durchschnittlichen Lehrer.
    Wie wäre es, wie ich schon vorgeschlagen habe, mit dem angestellten Realschullehrer?

    Das hängt vom Bundesland ab. In Bayern sind fast alle Lehrer verbeamtet.


    Realschullehrer
    A13
    Gymnasiallehrer
    A13 mit Regelbeförderung A14


    Sich als Grundschul- oder Hauptschullehrer (A12) mit einem Ingenieur zu vergleichen ist zu weit hergeholt.

  • Ich frage mich langsam, ob diese Diskussion noch zielführend ist.
    Ich bezweifle immer noch, dass sich auch nur einer der Kollegen von elrostro tatsächlich über das Gehalt beschwert hat, da ich in 10 Jahren noch nie gehört habe, dass sich ein Mint Kollege über das Gehalt beschwert hätte.
    Deshalb halte ich elrostro für einen Provokateur, der möglicherweise aus eigenen Versagensgründen in derselbigen auf die freie Wirtschaft schimpft.
    Vergleichswerte halte ich ebenso für problematisch, da regions/schulart/vertragsform abhängig.
    Da in Bayern seit ein paar Jahren am Gymnasium kaum mehr eingestellt wird, gibt es viele mit TVL Verträgen.
    In Bayern sind also sehr viele Lehrer nicht verbeamtet, Ausnahme Mittel- und Grundschulen.
    Und selbst die mit TVL Verträgen jammern nicht über das Gehalt, höchstens über die ungewisse Zukunft.
    Das Klima kann also auch an Schulen rau sein, in or out, sehr performanceorientiert.
    Komischerweise sehen meine Bekannten und Freunde meinen Beruf gar nicht mit neidischem Blick, im Gegenteil. Die wissen, dass Schule nichts mit "lauem Job" zu tun hat. Viele haben eine Lehrerin als Frau/Freundin und spätestens da merken sie, dass es ganz schön zeitaufwändig und stressig sein kann.
    Ich könnte mindestens 8 Beispiele aus dem Freundeskreis aufzählen, die weder ein 1er Examen haben, noch bei einem Großkonzern arbeiten und die dennoch nicht unter 60mille zu einem Vorstellungsgespräch gehen würden und das dann auch bekommen. Und das sind eher Schnarchnasen ;)
    Also lasst doch endlich die Mär von wegen "undankbarer Lehrer". Jeder realistische Lehrer weiß sein A12, 13, 14 Gehalt zu schätzen.

  • Sich als Grundschul- oder Hauptschullehrer (A12) mit einem Ingenieur zu vergleichen ist zu weit hergeholt.

    Du hast Recht.


    Zu meiner Zeit lag die Reglsudienzeit für Dipl-Ings bei 7 Semestern - genauso wie für GHS-Kollegen.
    Während für ein Ing-Studium jedoch die Fachhochschulreife genügte, wurde für das GHS-Studium seit jeher die Allgemeine Hochschulreife vorausgesetzt


    Wie man sieht, mussten GHS-Kollegen schon immer höheren Anforderungen genügen ;)

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Ein Studium, das über weite Strecken vergleichbar ist mit dem "normalen" Fachstudium findet sich am ehesten im Gymnasialbereich (das war jedenfalls zu meiner Zeit so), deswegen "landet" man da bei A13.

    Die Gehaltsgruppen hängen im öffentlichen Dienst an der Regelstudiendauer - nicht an der Vergleichbarkeit mit der Ausbildung für den industriellen Einsatz.


    Lehrer sind in erster Linie Pädagogen - oder sollten es zumindest sein. Als Lehrer ist dein Wissen im unterrichteten Fach zwar nicht unwichtig, psychologisches und pädagogisches Wissen, das in der Ausbildung der GHS-Kollegen eine viel größere Rolle spielt als die Definition von Restklassengruppen der Zahlentheorie, wäre für manchen Gymnasialkollegen wichtiger als das perfekte Wissen zur Geschichte der französischen Literatur. Im Vergleich zur "Fach"-ausbildung kommt das didaktisch-pädagogische Handwerkszeug imho an den Unis zu kurz.


    Zumindest rechtfertigt das Wissen um die Literaturgeschichte der späten Römerzeit keinen Gehaltsvorsprung von 500 € pro Monat - wenn das Tätigkeitsfeld sonst annähernd gleich ist: Wir begleiten Kinder bei ihrem Erkenntnisgewinn über die Welt und unsere Gesellschaft.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Die Gehaltsgruppen hängen im öffentlichen Dienst an der Regelstudiendauer - nicht an der Vergleichbarkeit mit der Ausbildung für den industriellen Einsatz.

    Das habe ich ja auch nirgendwo behauptet. Nur:
    a) Im Studium für Gymnasiallehrer werden über weite Strecken identische Vorlesungen besucht und Scheine gemacht wie in den (früheren) Diplomstudiengängen (oder jedenfalls war das früher so).
    b) Gymnasiallehrer bekommen meist A13.
    Ich habe nicht gesagt, dass Gymnasiallehrer A13 bekommen, weil der Studiengang am ehesten dem reinen Fachstudium entspricht.

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