Umgang mit Wochenplänen

  • Hallo Anja,
    Ja, doch, ich habe eigene Kinder. Allerdings sind die nicht mehr ganz so klein (und die Jüngere ist im Hort), das macht sicherlich auch einen Unterschied. Und ich mache Wochenplan auch nur in einer Klasse (eine Stunde am Tag).
    Unser WP geht in der Tat nur von Montag bis Donnerstag, weil uns das sonst auch zu knapp wäre mit durchgucken. In diesem Schuljahr ist es so, dass ich am Donnerstag einen kurzen Tag habe und es dadurch schaffe, die Pläne schon durchzugucken , während die Kollegin die Klasse unterrichtet und sie ihnen dann noch am selben Tag mitzugeben. Letztes Schuljahr ging das nicht, da haben sie es halt erst Freitag bekommen (wenn einzelne Schüler sehr viel nachholen mussten habe ich aber auch so immer versucht es ihnen schon Donnerstag mitzugeben).
    Aber auch abgesehen von der Zeit zum Korrigieren finde ich einen wochenplanfreien Tag gar nicht schlecht, weil es wieder Zeit und Raum für andere/gemeinsame Dinge gibt.
    Ab und an machen wir übrigends auch mal eine ganze Woche wochenplanfrei. Entweder weil die Woche durch Ausflüge etc. verkürzt ist oder weil ich inhaltlich viel Neues einführen möchte und dafür mehr Zeit brauche oder auch um eine Werkstatt durchzuführen.Ich habe sogar den Eindruck, dass die Kinder durch die Abwechslung langfristig motivierter bleiben.
    Meine Kollegin hat auch mal von einer Kollegin berichtet, die ganz regelmäßig nur jede zweite Woche Wochenplan gemacht hat, weil es ihr sonst zu viel geworden wäre. Das wäre ja vielleicht auch eine Alternative, oder? Wenn du zwei Matheklassen hast, könntest du sie z.B. abwechselnd Wochenplan machen lassen oder so... Pläne in den Pausen zu schreiben stelle ich mir auch extrem hektisch vor.
    Erstellst du wirklich für jedes Kind einen individuellen Plan? In zwei Klassen? Das wiederum würde ich nicht hinbekommen. Für einzelne Kinder mache ich das auch, aber die meisten fasse ich in Gruppen zusammen, so dass es insgesamt 4-5 verschiedene Pläne sind. Dadurch dass es Pflicht- und Zusatzaufgaben gibt, differenziert es sich dann innerhalb der Gruppen nochmal durch die Menge, die sie bearbeiten (und die Auswahl, die sie dabei treffen).
    Ansonsten denke ich aber auch, dass wenn du es schaffst in der Stunde viel Rückmeldung zu geben, es grundsätzlich auch kein Problem ist, die Pläne wöchentlich durchzusehen. Vielleicht geht das in Mathe auch besser als in Deutsch. Dadurch das man da gerade in der 1.Klasse ja auch noch viele Kinder beim Lesen unterstützen muss (also für jedes einzelne Kind mehr Zeit braucht), reicht die Zeit im Unterricht einfach nicht, um bei jedem Kind mitzubekommen, was es macht (einzelne würden mir da komplett durch die Lappen gehen). Da möchte ich schon bei jedem im Anschluss nochmal draufschauen. Außerdem eignet sich Mathe auch nochmal besser um Selbst- oder Partnerkontrolle in die Pläne mit einzubauen, das würde dich ja vielleicht auch noch entlasten.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • Wo hast du denn den Platz dazu,

    Da habe ich wohl wirklich mehr Glück. An meiner jetzigen Schule gibt es tatsächlich ein separates Hortgebäude, da habe ich nach dem Unterricht tatsächlich Ruhe im Klassenraum. Wenn die Kollegin noch unterrichtet, gehe ich meist in einen Teilungsraum (der in der Stunde am Donnerstag wundersamerweise frei ist) und zur Not ins Lehrerzimmer (an meiner vorherigen Schule habe ich aber auch schonmal im Flur gesessen, weil es mir zum Lehrerzimmer zu weit war...)


    Was man an der Diskussion hier aber schön sehen kann, ist dass die Rahmenbedingungen eben doch sehr unterschiedlich sind, so dass man einfach nicht pauschal sagen kann, wie man es machen müsste.
    Man muss wirklich seine eigene Lösung finden, aber sich auch eingestehen, wenn es nicht zu schaffen ist. Wobei bei Jahrgangsmischung in der Tat die Frage ist, welche Alternativen es gibt.... (wobei: den einen wochenplanfreien Tag hatte ich auch schon als ich noch in der Jahrgangsmischung war).


    Schwieriges Thema, aber doch sehr interessant hier zu lesen, wie unterschiedlich es gehandhabt wird.

    "Die Wahrheit ist ein Zitronenbaiser!" Freitag O'Leary

  • cubanita: Ach du in Mathe schafft man das nachgucken doch recht schnell. Von Arbeitsheft schrieb ich auch nicht. Das sind zum Teil auch Arbeitsblätter. Wenn da 30 Aufgaben nach dem Schema 3+5 stehen, schafft man das zackig. Ich brauche pro Klassensatz ungefähr 1,5 - 2 Stunden, eine halbe Stunde noch dazu zum Erstellen der Pläne. In Klasse 4 kann es komplizierer werden, allerdings werden dann auch die Seiten weniger.


    Im Unterricht kriege ich sehr viel mit. Es gibt also keine Kinder, die seitenweise alles falsch haben. Die Kinder kommen auch zu mir, wenn sie Hilfe brauchen.


    icke: Ich unterricht nur Mathe im Wochenplan. Bei mir startet jede Stunde erstmal mit gemeinsamem Besprechen. Dann Wochenplanarbeit. Genauso wie bei euch gibt es auch wochenplanfreie Wochen, oder auch mal Stunden ohne Wochenplan. Ja bei mir hat jedes Kind einen anderen Plan, da sie auch alle an anderen Stellen arbeiten, je nach Tempo. Manche Sachen haben aber auch alle, irgendwelche Spiele, Partnerarbeiten oder andere Sachen.

  • Gerade wenn man sehr individuell arbeitet hat sich bei mir die Selbstkontrolle sehr bewährt.
    Am Schuljahresanfang lege ich viel Wert darauf, dass sie das lernen.


    Zu jedem (Mathe)Arbeitsblatt gibt es bei mir grundsätzlich ein Kontrollblatt. Das liegt im Klassenzimmer auf einem extra Platz. Die Kinder gehen mit ihrem ausgefüllten Blatt und einem Farbstift (Kontrollstift) zur Kontrollstelle. Dort bekommt jede richtige Aufgaben einen Haken, Falsches wird durchgestrichen.


    Dann kommen sie zu mir. Ich werfe schnell einen Blick drüber, und mache meinen Haken drunter - fertig.
    (Wenn sie zu viele Fehler haben, müssen sie die falschen Aufgaben nochmals lösen. Die Ergebnisse schreiben sie mit dem Farbstift daneben. Radiert wird nichts.)


    Dieses System hat sich bei mir sehr bewährt und reduziert das Korrigieren enorm.

Werbung