Lehrergebetskreis Berlin gesucht...

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    • kecks schrieb:

      ich fände es sehr unheimlich, wenn irgendwelche kollegen, eltern oder schüler für mich "beten", wenn es mir schlecht geht ... irgendwie übergriffig ...
      Hmm. Kann ich nachvollziehen. Aber die Betenden meinen das (hoffentlich!) wirklich gut. Kann mir nicht vorstellen, dass jemand für jemand anders betet, um denjenigen zu verletzen oder zu verunsichern. Nee. Falls es dir doch mal passiert, dass jemand für dich betet und du davon erfährst, würde ich dir wünschen, dass du das dankbar annehmen kannst. ACHTUNG: Das ist jetzt kein Gebet - sondern wirklich nur ein Wunsch :)

      kecks schrieb:

      man trifft sich dort zum beten, gerne auch als marathon oder so inszeniert, um ganz viele leute zu "retten" usw. dort auch meist kombiniert mit jugenddnah aufgemachten, reaktionären inhalten: gegen gleichberechtigung, für klassische gender-rollen, gegen homosexualität, gegen evolutionstheorie, für wunderheilung, reden in zungen, gegen sex vor der ehe usw. hier haben die sogar kinderprogramm und alpha-kurse für jugendliche. ja, ich hab' da einige persönliche kontakte (weil katholisch) und das ist *echt* gruselig. hat in den letzten jahren stark zugenommen.
      Gibts alles. Gibt aber auch anderes. Habe auch so meine Probleme mit den "bibeltreuen" Evangelikalen.
      Hmm - so, wie es jetzt im vorigen Satz steht, liest es sich ein bisschen platt - da müsste man doch differenzierter rangehen. Aber darum kanns hier jetzt nicht gehen.
      Soviel zu mir:
      Ich glaube an Gott, bin evangelischer Christ und suche gleichgesinnte Lehrerinnen und Lehrer zum gemeinsamen Beten. Gern außerhalb der Schule (ich glaube, ich erwähnte es schon).
      Unsere Facebook-Gruppe für christliche Lehrerinnen und Lehrer freut sich über Zuwachs:
      facebook.com/groups/1807736169253022/
    • olafberlin schrieb:

      Und die glauben alle was (übrigens glauben auch die, die glauben, nicht zu glauben - nur eben was anderes).
      Ähm, nein!
      "Atheismus" bedeutet: Ein fehlender Glaube an einen Gott. (Nicht: Der Glaube an einen fehlenden Gott).

      Sorry, aber ich finde derartige Unterstellungen übergriffig, insbesondere, wenn sie von offiziellen Religionsvertretern geäußert werden.

      So, das war mit rummosern.... finde deinen Gebetskreis und werde nach deiner Facon glücklich (ist ehrlich, nicht zynisch gemeint). :gruss:
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • SteffdA schrieb:

      "Atheismus"
      Danke für die Erklärung. Aber du bist der Erste, der hier diesen Begriff verwendet. Mir gings oben ums Glauben an sich. Nicht unbedingt an Gott. Noch mal genau lesen bitte.
      Und sag jetzt nicht, dass du (an) nichts glaubst. Fänd ich irgendwie traurig (ist das jetzt auch schon wieder übergriffig?).

      SteffdA schrieb:

      von offiziellen Religionsvertretern
      Ist hier jemand "offiziell" ? Was bedeutet für dich "offiziell" ?


      SteffdA schrieb:

      So, das war mit rummosern.... finde deinen Gebetskreis und werde nach deiner Facon glücklich (ist ehrlich, nicht zynisch gemeint). :gruss:
      Danke!

      Wir schweifen ab, merkt ihr das?
      Schön, dass man sich hier auch selbst zitieren kann:

      olafberlin schrieb:

      Wo beginnt bei dem, was wir glauben, worauf wir unser Leben gründen, "Religion"? Sicher spannend - müssen wir aber nicht hier diskutieren.

      Deshalb zurück zum Thema:

      olafberlin schrieb:

      Ich glaube an Gott, bin evangelischer Christ und suche gleichgesinnte Lehrerinnen und Lehrer zum gemeinsamen Beten. Gern außerhalb der Schule (ich glaube, ich erwähnte es schon).
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    • Ich finde es total interessant, wohin sich die Diskussion entwickelt... (und das meine ich nicht ironisch). Ich hatte ja geschrieben, dass dich bei uns auch Muslime zum Beten treffen. Es sind jeweils Privattreffen, die der Schule als Hausherrin aber bekannt sind. Normale staatliche Schule. Ethiklehrkraft als Direktor.
      Ich habe bisher, wenn ich jemandem gesagt habe, dass ich für ihn/sie gebetet habe - meist in irgendwelchen Extremsituationen, z.B. Angehörigen verloren, Fehlgeburt, noch nie eine negative Erfahrung gemacht, obwohl natürlich jeder/jede das Recht hat, mir eine solche zu geben.
      Wahrscheinlich, da ich nicht heilsmissionarisch auftrete, sondern es eben meine Art ist "ich denk an dich" zu sagen. Dass Geld spenden mehr hilft, denke ich, kommt auf den Anlass an. Man kann ja beides tun.
      Gebet tut vielen Menschen gut und - wie oben schon gesagt - schadet keinem.
      Für einzelne Schüler würde natürlich immer anonymisiert gebetet (und schon beim Schreiben merke ich, wie absurd das klingt...). Okay, man muss wohl mal dabei gewesen sein, um zu merken, dass es weniger sektenhaft als kümmernd ist.
    • olafberlin schrieb:

      Und sag jetzt nicht, dass du (an) nichts glaubst.
      Das ist tatsächlich so Religion bzw. Religiosität betreffend, nicht aber den Wahrheitsgehalt einer Aussage als "wahrscheinlich (wahr)" annehmend.

      olafberlin schrieb:

      Fänd ich irgendwie traurig...
      Nö, ist nicht traurig. Wenn ich in diversen Medien sehe welchen Gewissensnöte manche Gläubige haben, die nicht 100% ins Schema passen, dann empfinde ich meinen Unglauben als sehr befreiend.
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • @Olaf ...naja, dankbar annehmen - nee, sicher nicht. ich fände das - ungefragt für andere beten - extrem übergriffig. da stülpt mir jemand ungefragt sein metaphysiches system über, gerade, wenn's mir schlecht geht. sicherlich lieb gemeint, aber trotzdem *total* daneben, unverschämt, respektlos, distanzlos. lasst das bitte.

      @annamirl dass du bisher nur nette reaktionen auf nicht explizit gewünschte gebete für andere erfahren hast, liegt vielleicht auch daran, dass andere einfach höflich sind. wenn es mir richtig schlecht ginge (also wirklich schlecht, trauerfall im direkten umfeld, schwere erkrankung etc.), dann würde ich auf so eine info mit einem innerlichen "wtf" und einem äußerlichen höflichen "oh, danke" und dann themawechsel oder gesprächsabbruch reagieren, weil ich völlig überfordert wäre mit diesem übergriffigem verhalten/diesen konflikt gerade nicht austragen könnte. ich wäre voll mit meinem aktuellen problem und dem arbeitsalltag und dem leben befasst. ich glaube jedem betenden, dass das aus "liebe" blablubb geschieht, aber die intention einer handlung ist für deren moralische bewertung nicht alleine entscheidend. siehe utilitarismus: der outcome ist auch wichtig. sehr wichtig. ich fände reaktionen wie dasein für den anderen, aktives zuhören, einfach nur dabeisitzen, bei näherer bekanntschaft eine umarmung, ernstgemeintes angebot für unkomplizierte hilfe bei alltagsdingen (mal die kinder nehmen, mal eine stunde vertreten, tiere füttern, was weiß ich) etc. gut.

      aber ein gebet - echt, lasst es stecken. das macht der betreffende schon alleine/mit der betreffenden religiösen bezugsgruppe seiner/ihrer wahl mit gott aus, so er/sie dazu einen bezug hat.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kecks ()

    • Da sich der TE selbst meint, threadfremd rechtfertigen zu müssen und damit die Diskussion am Laufen hält, möchte ich ebenfalls gerne eine Aussage hier unterstützen. Ich wäre bisher nicht auf die Idee gekommen, dass eine fremde Person ungefragt für jemand anderen beten könnte. Und ich empfinde das ebenfalls als übergriffig.

      Ich suche gerade nach Worten, wie man dieses Gefühl beschreiben könnte. Angenommen, ein Kind erlebt sexuellen Missbrauch. Jeder kann in etwa erahnen, was das für ein Kind bedeuten muss. Nun weiß das natürlich nicht jeder, der mit diesem Kind zu tun hat. Als Lehrer sehe ich dann ggf. ein anstrengendes Kind, das andere sexuell belästigt. Weiter angenommen also, ich beziehe dieses Kind anonym in eine Gebetsrunde ein. So kann ich- völlig egal, wie die Gebete wörtlich lauten- nur Hohn über diesem Kind ausschütten, in dem ich ihm irgendwas "Nettes" wünsche, gleichzeitig aber indirekt zulasse, dass es weiterhin missbraucht wird (so ich davon weiß) oder einen Gott dafür verantwortlich mache (so ich nicht davon weiß, aber wünsche, dass das nervige Kind doch bitte mal die anderen in Ruhe lassen soll oder einfach, dass es ihm doch bitte bald besser gehen möge, wenn der liebe Gott sich mal kümmern würde.)

      Dasselbe gilt für andere Situationen, obige schien mir besonders anschaulich, weil ja hier lauter Menschen für ihr Verhalten verantwortlich gemacht werden müssten.

      Stürbe also ein naher Verwandter, müsste ich mit diesem Verlust leben. Wie ich damit umginge, bliebe mir überlassen. Wie andere damit umgingen, bliebe ihnen überlassen. In dem Moment, in dem andere ungefragt in einer Gruppe einen Gott anbeteten, der sich um mich kümmern sollte, mischten sie sich auf eine herablassende Weise in mein Leben ein, die ich nicht mehr beeinflussen könnte. Als ob sich ungefragt ein Mitleidskreis bilden würde, um sich selbst von Verantwortung frei zu machen ("die Arme, da kann man ja nichts machen. Vielleicht kann ja der liebe Gott? fragen kann nicht schaden, ist ja nett gemeint...")

      Sprecht mit den Menschen, nicht über sie.
    • Also, für jemanden zu beten, heißt nicht, nicht für ihn da zu sein. Ich bin eine “Kollegiumsmami“ und habe wahrscheinlich mehr Kollegen und Kolleginnen durch schwierige Situationen begleitet als viele andere hier. Und, ja, das heißt, sich um deren Kinder zu kümmern, mal zu kochen und unkompliziert Hilfe zu leisten, indem man die Zeugnisarbeiten oder so was unternimmt. Warum kann ich nicht zusätzlich ein Gebet sprechen, um das Ganze mit einer höheren Macht zu teilen? Es klingt hier fast so, als schlösse Beten Handeln aus...
      Aber danke für den Input, dass man das als übergriffig empfinden kann. Ich denk drüber nach.
      @Schantalle So ganz genau hab ich dich nicht verstanden, aber wahrscheinlich ist das auch gut. Ich würde bei jeglicher Form des Verdachts auf sexuellen Missbrauch natürlich entsprechende Stellen informieren. Habe ich in einem Fall auch schon getan. Das hat doch nichts mit christlich etc zu tun, sondern ist einfach unsere Pflicht.
    • Beten war aber jahrhundertelang der Ersatz für 'Handeln im Sinne des Wohlergehens der Bevölkerung'. Das hat gute Tradition. Bist du arm? Halt die Fresse und bete. Im Jenseits gibts die Belohnung.
      Und es gibt genügend Evangelikale in Amerika zum Beispiel, die heute noch der Meinung sind, wenn du arm/ krank oder sonstwas bist, bist du Gott fern und selbst dran schuld, bete härter, schneller, weiter und deine Probleme lösen sich. Weswegen eine Gesundheitsversicherung und ein Sozialstaat auch Blasphemie sind. Musste ich mir gerade wieder mal von einem mir bekannten amerikanischen Kollegen erläutern lassen.

      Beten soll bitte jeder für sich und mit Gleichgesinnten, aber nicht für andere. Das empfinde ich auch als übergriffig und ja, oft auch nur ein Zeichen von Abgabe von Verantwortung an höhere Sellen. Die Energie sollte man nach meinem Empfinden lieber in ehrenamtliches Engagement oder unnachgiebiges Verfolgen von Misständen stecken. Klar gibt's bestimmt Leute, die beides machen, aber ich persönlich finde ja immer noch die Energie, die Zeit und das Geld, die man in die Organsation der Anbetung einer Kraft, die dann das Gute auf Erden bewirken soll, einen sowas von ineffizienten Umweg auf dem Pfad zum Guten: macht's doch gleich selber. Dann klappt's auch. Das Gute direkt von oben kam jedenfalls die letzten xtausend Jahre nicht. Alles Gute in der Gesellschaft ist hart erkämpft menschengemacht.

      Meist übrigens gegen den heftigsten Widerstand der Kirchen. By the way.
      WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
      World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
      yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.
    • ja, diesen ganzen (protestantischen) rattenschwanz mit max weber, dem kapitalismus und der protestantischen ethik, der fällt mir da auch immer ein. armut als moralisches versagen des einzelnen, halleluja.


      lieber die müttlerein beim rosenkranz besuchen und ein paar fürbitten für "frieden in der welt" und "für alle kranken gemeindemitglieder" in der samstagsabendmesse als ein direkt von oben durchwirkender gott.
    • Wo gibts denn hier die Netiquete - oder sonstwelche Regeln fürs Forum? Bin da gerade nicht fündig geworden.
      Ist ein Link auf eine Facebook-Gruppe zulässig?
      Habe jetzt nämlich eine neu gegründet - einfach bei FB nach "christliche Lehrerinnen und Lehrer" suchen. Nur bei Bedarf natürlich, um nicht übergriffig zu werden.

      Der TE, der übrigens auch einen Namen hat und grundsätzlich ansprechbar wäre, nimmt den Hinweis ernst, dass er selbst threadfremd gepostet hat. Er nimmt sich vor, sich hier nicht weiter zu rechtfertigen (bzw. den Eindruck zu erwecken, dies zu tun) und lässt die übrigen Kommentare jetzt einfach mal weitgehend unkommentiert stehen. Bei echtem Diskussionsbedarf könnte ja die Möglichkeit der PN genutzt werden. Wenn es nur darum geht, weitere Statements zu posten: dann - bitteschön.

      Danke, annamirl !
      Unsere Facebook-Gruppe für christliche Lehrerinnen und Lehrer freut sich über Zuwachs:
      facebook.com/groups/1807736169253022/
    • Jetzt ist das hier nunmal blöderweise ein Diskussionsforum.

      Kann schon passieren, dass da auch mal diskutiert wird. Diskutieren kann auch heißen, dass man mal Dinge lesen muss, die man nicht mag. Ob man auf die antwortet oder nicht, steht einem frei.

      Die Netiquette schreibt vor, dass man keine user persönlich beleidigt, Werbespam postet, oder kostenpflichtige Angebote macht, Völker verhetzt, Straftaten begeht oder mit Doppelaccounts Sockenpuppe spielt usw. Off-topic ahnden wir auch manchmal, aber hier ist es ja noch on-topic: beten ist das Thema.

      Was du nicht erwarten kannst in einem Diskussionsforum ist, dass du dirigierst, wie die Leute deine Frage beantworten. Du hast gefragt ob einer einen pädagogischen Betkreis kennt und manche haben gefragt: wozu. Das wozu des Betens wird hier gerade diskutiert. Und bitte nicht per PN, das ist immer blöd für die vielen anderen interessierten user :)
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    • Meike. schrieb:

      Die Netiquette schreibt vor, dass man keine user persönlich beleidigt, Werbespam postet, oder kostenpflichtige Angebote macht, Völker verhetzt, Straftaten begeht oder mit Doppelaccounts Sockenpuppe spielt usw. Off-topic ahnden wir auch manchmal, aber hier ist es ja noch on-topic: beten ist das Thema.
      Alles klar - dann ist ein Facebook-Link also zulässig. Darum gings mir - um nix anderes. Danke.
      Wo gibts die Netiquette denn zum Nachlesen? - Aber du hast ja sicher auch alle Punkte genannt...
      facebook.com/groups/1807736169253022/

      Zu meiner Motivation, mich einem Gebetskreis anzuschließen, habe ich hier geschrieben, was ich öffentlich schreiben kann und möchte. Jetzt könnte ich mich nur noch wiederholen. Mein Angebot zum persönlichen Austausch über PN bleibt - muss aber natürlich nicht genutzt werden. Ich gehe davon aus, dass das nachvollziehbar ist.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von olafberlin () aus folgendem Grund: Tippfehler

    • Ich schließe mich Yummi an und äußere mich: Ich bin ebenfalls Atheist, das heißt, ich glaube nicht. NICHT. An nichts. Punkt. An keinerlei übernatürliche Kräfte, Wesen, whatever. Das geht und ich bin sehr glücklich damit.

      Manchmal habe ich das Gefühl, religiöse Menschen besitzen den geistigen Horizont nicht, um zu erfassen, dass man tatsächlich (an) nichts glauben kann.
    • Aber schon erstaunlich, wie sehr die Betrachtungsweisen kippen. Man könnte „für jemanden beten“ als „ich denke an dich“ oder „ich wünsche dir viel Kraft“ interpretieren. Wäre das auch schon ein Übergriff?
      Und manche denken bei „beten“ sofort an merkwürdige Rituale, bei denen eingenebelt von Weihrauch Nadeln in Puppen gestochen werden...
    • wenn du mal bei echten gebetskreisen dabei warst, wenigstens im evangelikalen umfeld und bei den daraus entstandenen sonstigen überkonfessionellen veranstaltungen, dann ist das eben nicht "ich denke an dich", sondern "ich bitte eine macht, auch wenn du das nicht willst und an diese nicht glaubst, sich ungefragt um dich zu kümmern"- das ist übergriffig und nicht weit weg von leuten, die in puppen stechen oder in zungen sprechen und kranke durch handauflegen heilen (die beiden letztgenannten dinge sind in diesen kreisen populär).

      wie gesagt, ich weiß nicht, wie die hier auftauchenden schulischen gebetskreise unterwegs sind, aber wenn die auch nur ansatzweise irgendwas mit den aktionen und auftritten der aktuell sich ausbreitenden gebetshäuser zu tun haben, dann ist das ziemlich bedenklicher kram.

      ad die leute, die ernsthaft meinen, dass sie nichts "glauben": das ist auch ein glaube, halt nur die negation davon. du machst aussagen über die (nicht-)existenz gottes/einer metaphysischen macht. wenn man konsequent nicht-glauben will in metaphysischen dingen, dann sollte man sich agnostische und nicht atheistische positionen mal näher ansehen.

      und selbst dann hat man mit sicherheit jede menge metaphysische überzeugungen ("die welt existiert", "die naturgesetze gelten" etc. sind auch metaphysische aussagen, genau wie "es gibt ein leben nach dem tod" oder "es gibt keinen gott" usw.). man bringt sie nur in anderen ästhetiken (arten und weisen, ausdrucksweisen, grammatiken, codes, frames...) zum ausdruck als ein religiöser mensch. ontologie z.b. ist halt teil der metaphysik als philosophische disziplin, genau wie die wenigsten hier wohl den begriff der menschenwürde kicken wollen. well - welcome to metaphysik. religion braucht man dafür nicht (kann man aber einbauen), metaphysik aber sehr wohl.
    • Ich persönlich halte Religionen im Großen und Ganzen für schädlich. Ihre Institutionen mag ich noch weniger. Im besten Falle Geldwäscheinstitute, im schlimmsten Fotschrittsblockierer und Unfriedensstifter. Gott und Götter, Geister und andere Wesen sind im besten Falle des Menschen Versuch, sich irgendetwas zu erklären, im schlimmsten und häufigsten des Menschen Versuch sich über andere zu erheben.
      Im Namen dieser Entitäten möchte ich nicht gefürbittet bekommen.
      Ich halte - wie weiter oben gesagt - ohnehin nichts vom Beten. Was soll ich damit? Was soll irgendeiner damit? Wenn man jemandem helfen will, soll man ihm - halt helfen. Der Umweg übers Beten nutzt nur dem Betenden selber, der dann meint, etwas für mich getan zu haben. Hat er aber nicht. "Ich bete für dich" klingt in meinen Ohren wie "Ich mach nix für dich, aber ich tue etwas, bei dem es mir selbst besser geht. Erwarte jetzt aber Dankbarkeit von dir". Brauch ich nicht und empfinde ich als übergriffig.
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      yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.
    • Danke, SwinginPhone !!

      kecks schrieb:

      ad die leute, die ernsthaft meinen, dass sie nichts "glauben": das ist auch ein glaube, halt nur die negation davon. du machst aussagen über die (nicht-)existenz gottes/einer metaphysischen macht. wenn man konsequent nicht-glauben will in metaphysischen dingen, dann sollte man sich agnostische und nicht atheistische positionen mal näher ansehen.


      und selbst dann hat man mit sicherheit jede menge metaphysische überzeugungen ("die welt existiert", "die naturgesetze gelten" etc. sind auch metaphysische aussagen, genau wie "es gibt ein leben nach dem tod" oder "es gibt keinen gott" usw.). man bringt sie nur in anderen ästhetiken (arten und weisen, ausdrucksweisen, grammatiken, codes, frames...) zum ausdruck als ein religiöser mensch. ontologie z.b. ist halt teil der metaphysik als philosophische disziplin, genau wie die wenigsten hier wohl den begriff der menschenwürde kicken wollen. well - welcome to metaphysik. religion braucht man dafür nicht (kann man aber einbauen), metaphysik aber sehr wohl.
      Danke für die Begriffsklärung !!
      Wie soll das denn auch gehen: an wirklich NICHTS glauben bzw. glauben wollen...
      Den Begriff "Agnostizismus" hatte ich bisher immer mit der Frage der Beweisbarkeit der Existenz einer Gottheit verbunden - weniger mit der Existenz an sich. Schaue ich noch mal nach :)
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    • olafberlin schrieb:

      Danke, SwinginPhone !!

      kecks schrieb:

      ad die leute, die ernsthaft meinen, dass sie nichts "glauben": das ist auch ein glaube, halt nur die negation davon. du machst aussagen über die (nicht-)existenz gottes/einer metaphysischen macht. wenn man konsequent nicht-glauben will in metaphysischen dingen, dann sollte man sich agnostische und nicht atheistische positionen mal näher ansehen.


      und selbst dann hat man mit sicherheit jede menge metaphysische überzeugungen ("die welt existiert", "die naturgesetze gelten" etc. sind auch metaphysische aussagen, genau wie "es gibt ein leben nach dem tod" oder "es gibt keinen gott" usw.). man bringt sie nur in anderen ästhetiken (arten und weisen, ausdrucksweisen, grammatiken, codes, frames...) zum ausdruck als ein religiöser mensch. ontologie z.b. ist halt teil der metaphysik als philosophische disziplin, genau wie die wenigsten hier wohl den begriff der menschenwürde kicken wollen. well - welcome to metaphysik. religion braucht man dafür nicht (kann man aber einbauen), metaphysik aber sehr wohl.
      Danke für die Begriffsklärung !!Wie soll das denn auch gehen: an wirklich NICHTS glauben bzw. glauben wollen...
      Den Begriff "Agnostizismus" hatte ich bisher immer mit der Frage der Beweisbarkeit der Existenz einer Gottheit verbunden - weniger mit der Existenz an sich. Schaue ich noch mal nach :)
      Luther war übrigens krasser Antisemit. Ich würde den nicht zitieren wollen.

      Ich bleibe dabei: In meinen Augen sind Menschen, die glauben, man könne nicht glauben, einfach geistig dazu nicht in der Lage. Geistige Beschränkheit ist aber unter (sehr) religiösen Menschen auch nicht unbedingt eine Seltenheit.
    • Lord Voldemort schrieb:

      Luther war übrigens krasser Antisemit. Ich würde den nicht zitieren wollen.
      Ich bleibe dabei: In meinen Augen sind Menschen, die glauben, man könne nicht glauben, einfach geistig dazu nicht in der Lage. Geistige Beschränkheit ist aber unter (sehr) religiösen Menschen auch nicht unbedingt eine Seltenheit.
      ? "Geistige Beschränktheit" findet man unter nichtreligiösen Menschen, Agnostikern und Atheisten ab und an und bisweilen unter Leuten, die alles Verallgemeinern :_o_D