Es lebe das bayerische Schulsystem!

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    • Mich würde einmal interessieren, wie es dem Kind jetzt geht. Wenn sie so auf den Übertritt büffeln musste, nicht gerne lernt, dann setzt sich das doch am Gymnasium fort?

      Zu den 22 Proben:
      Ja, das ist eine Richtzahl, aber nicht auf alle kann man sich explizit vorbereiten. Z.B. auf Leseproben und Aufsätze gibt es nicht viel mögliche Vorbereitung, da muss man im Unterricht und mit den Hausaufgaben gut dabei sein. Wer bei Grammatikproben und Matheproben die Schularbeiten und Hausaufgaben verstanden hat, der muss eigentlich auch nicht groß lernen, sondern sich nur nochmals den Stoff anschauen. Rechtschreibproben sind für manchen lernintensiv, da muss er halt immer am Ball bleiben. Das einzige, was vom Lernen her stresst, sind die HSU- Proben, da geht es in großen Anteilen um Faktenwissen.
      Was eher stresst, ist das Gehetze, dass man die Anzahl annähernd schafft und dies den Unterricht bestimmt. Die Schüler stresst die ständige Prüfungssituation, denn es kann sich jeder ausrechnen, dass im Schnitt eine Probe pro Woche geschrieben wird, öfter auch mal zwei, weil es ja auch noch probenfreie Zeiten gibt und Proben in den Fächern Musik und Religion und Englischtests dazukommen. Weiterhin werden ständig irgendwelche mündliche und praktische Noten gemacht, doch das sind die Schüler gewöhnt. Enorm stressverstärkend sind die häuslichen Reaktionen, dass schlussendlich die Schüler meinen, auf jede einzelne Probe käme es an, was den Übertritt betrifft. Das ist vor allem bei solchen Schülern der Fall, die knapp stehen und einen bestimmten Übertritt- Realschule oder Gymnasium - schaffen wollen bzw. deren Eltern.
      Es gibt aber auch genug Schüler, die ganz entspannt durch die 4. Klasse gehen - deren Eltern sind genauso entspannt und die erreichen dann die Ergebnisse, die für sie realistisch sind. Was nutzt das Trimmen auf einen Schultyp, wenn dann das Leiden weitergeht oder sogar noch verstärkt wird? Es wurde schon mehrfach erwähnt, dass es in Bayern ganz viele Möglichkeiten gibt, sich schulisch weiterzubilden.

      Zur Fahrradprüfung:
      Da tut mir das Mädchen leid. Normalerweise fällt in Fahrradprüfungen selten jemand durch. Meistens dann, wenn die Kinder wirklich bei der praktischen Ausbildung aufgrund motorischer Schwierigkeiten (konnten kaum Fahrradfahren) nicht mit dem einhändig Fahren, umschauen usw. klarkamen, häufige Fehltage bei der praktischen Ausbildung hatten oder zu aufgeregt und deswegen unkonzentriert waren.
      Verkehrserziehung macht man mindestens 4 Wochen, oft auch 5 Wochen lang. Das machen die Schüler gerne. Es gibt eine theoretische und eine praktische Prüfung. Die Inhalte sind auf das Kind als Fahrradfahrer abgestimmt und dienen dazu, das Kind fit zu machen für den Straßenverkehr. Wir machen auch einmal eine Fahrradübung im realen Verkehrsraum. Damit die 4-5 Wochen Verkehrserziehung nicht ungenutzt bleiben, hören wir die Inhalte anhand einer Probe ab - die Schüler haben ja so oder so auf den Fahrradführerschein gelernt - dann haben wir da eine HSU- Note.