IQB - Viertklässler rechnen und lesen und rechnen schlechter (zeit.de)

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    • Morse schrieb:

      ninale schrieb:

      Klar ist auf jeden Fall, dass wir es uns als Gesellschaft wirtschaftlich nicht leisten können, so viele Menschen in die Perspektivlosigkeit zu schicken.
      Mir ist das nicht klar. Weshalb soll das so sein?
      Wenn es uns als Gesellschaft nicht gelingt, eine möglichst große Zahl von Schulabgängern in die Lage zu versetzen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wird das zu einer immer größeren Belastung der Gesellschaft über die Sozialsysteme führen.

      Da kann man über den guten alten Humboldt und seine immer für eine gesellschaftliche Elite gedachte Bildungsvorstellung den lieben langen Tag diskutieren...
    • Stille Mitleserin es tut mir leid. In meinen Augen bist du in diesem Thema für mich nur eine mitschreibende Mutter mit "Freundinnen" die ja auch dies und das erlebt haben. Du hast keinerlei Berufserfahrung in Bereich der Grundschule und solltest dich mit solchen Belehrungen da einfach mal zurückhalten.

      Ich glaube, dass wir genug Berufserfahrung haben. Ich muss mir nicht erzählen lassen, dass ich es den Menschen aus anderen Kulturen ja nur mal sagen müsste, dass man vorlesen musss. Das erledigen hier Kitas, Vorschule und spätestens wir in Klasse 1 und oh Wunder trotzdem machen es einfach viele Eltern nicht. Und das auch ganz verschiedenen Gründen.

      Übrigens bis 2016 ist die Zahl der Alleinerziehenden nicht wirklich rasant gestiegen.
      de.statista.com/statistik/date…einerziehenden-seit-1996/

      Hamburg ist der Gewinner? Naja hier wird VERA in Klasse 2, 3, 5, 7 und 8 gemacht. Wir sind vielleicht Testerprobter.
    • Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben, aber wir müssen uns über eine Sache im Klaren sein:

      Wir werden künftig immer mehr Menschen in die Perspektivlosigkeit schicken - Migrationshintergrund hin oder her - weil unser Konsumverhalten und das Verhalten der globalen Konzerne dafür sorgen, dass Jobs, die vor zwanzig Jahren hier noch Geringqualifizierte erledigen konnte, in Drittweltländer ausgelagert werden, so dass die heute Geringqualifizierten auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum noch eine Chance haben.

      Gehen wir von einer statistischen Normalverteilung bei der Intelligenz und den Begabungen aus, werden wir ganz gleich welche Pädagogik man anwendet, nicht mit fortschreitender Technologisierung schlauer. Das heißt, wir werden immer einen gewissen Mindest"bodensatz" in der Gesellschaft haben, der nie eine Perspektive haben wird. Und die Zahl dieser Menschen wird immer weiter zunehmen, je mehr Qualifikationen die verbleibenden Jobs erfordern.
      Gruß
      Bolzbold



      Ich bin ein Ar***, und deswegen konnte ich nur Lehrer werden.
    • Interessant, wie manche hier die Ganztagsschule als das "Nonplusultra" zur Verbesserung der aktuellen Defizite sehen. Für mich ist sie nämlich im Gegenteil Mitverursacher der Probleme. Deshalb fände ich es sehr interessant, wie in Bayern Ganztagsklassen im Gegensatz zu "normalen" Klassen abgeschnitten haben. Ich kenne mehrere GS/HS, an denen Halbtag und gebundener Ganztag angeboten werden und an allen können die Ganztagsschüler leistungsmäßig nicht mit den anderen mithalten.

      Für mich ist es auch bezeichnend, dass bayerische Realschulen und Gymnasium kaum Angebote im gebundenen Ganztag haben. Wenn das Niveau gehalten werden soll, geht es einfach nicht.
    • Bolzbold schrieb:

      Ich habe es an anderer Stelle schon geschrieben, aber wir müssen uns über eine Sache im Klaren sein:

      Wir werden künftig immer mehr Menschen in die Perspektivlosigkeit schicken - Migrationshintergrund hin oder her - weil unser Konsumverhalten und das Verhalten der globalen Konzerne dafür sorgen, dass Jobs, die vor zwanzig Jahren hier noch Geringqualifizierte erledigen konnte, in Drittweltländer ausgelagert werden, so dass die heute Geringqualifizierten auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum noch eine Chance haben.

      Gehen wir von einer statistischen Normalverteilung bei der Intelligenz und den Begabungen aus, werden wir ganz gleich welche Pädagogik man anwendet, nicht mit fortschreitender Technologisierung schlauer. Das heißt, wir werden immer einen gewissen Mindest"bodensatz" in der Gesellschaft haben, der nie eine Perspektive haben wird. Und die Zahl dieser Menschen wird immer weiter zunehmen, je mehr Qualifikationen die verbleibenden Jobs erfordern.
      Nein. Billigjobs übernehmen Roboter. Die 3. Welt Länder verlieren ihren einzigen kompetitiven Vorteil, nämlich geringe Löhne.

      Bei uns werden wir ein großes Maß an Arbeitsloigkeit bei Geringqualifizierten trotzdem haben. Die wird man mit Transferzahlungen "ruhigstellen" müssen.
    • Ich denke, dass wir nicht erst warten müssen bis sich manch ein dystopischer Roman realisiert hat, um zu wissen, dass das eine Schnapsidee wäre und auf 5 Vorteile 95 Nachteile kämen. Hier im Forum wird ja immer von Wertschätzung der individuellen Leistungen und Fähigkeiten der Schüler geschrieben: Wie wären unsere Haupt- und Förderschulabsolventen in einem solchen System zu integrieren? Bei einem Großteil sind zwar die kognitiven Ressourcen begrenzt, dafür können auch sie durch Arbeit mit praktisch-körperlichem Schwerpunkt ihren Teil zum gesellschaftlichen Wohl beitragen. Soll diesen Menschen, die es eh schon schwer beim Übertritt in den Beruf haben, gesagt werden, dass die Gesellschaft keinen Bedarf an ihnen habe? Das wäre meiner Einschätzung nach für unsere Gesellschaft als Ganzes fatal.
      Aktuell mangelt es auf unserem Arbeitsmarkt kaum an Arbeitskräften in Topberufen (also Berufe, die mindestens einen akademischen Abschluss erfordert), vielmehr herrscht starkter Bedarf im Niedriglohnsektor, genauer in der Pflege, im sozialen Bereich, im handwerklich-technischen Bereich, im Reinigungs- und im Gastronomie- und Dienstleistungsbereich. Das hängt natürlich auch mit der wirtschaftlichen Stärke unseres Landes zusammen, dass die Leute wählerisch sind und somit Berufe mit einem geringen gesellschaftlichen Prestige über Fachkräftemangel klagen.
      Aber so grob durch die Bank bin ich mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation Deutschlands sehr zufrieden. Die Arbeitslosenraten sind sehr niedrig: Einen Großteil kriegt man aufgrund Inkompatibiliät mit den Bedingungen des Arbeitsmarktes (mangelnde Sprachkenntnisse, mangelnde soziale Fähigkeiten, mangelnde Verlässlichkeit, Faulheit oder insgesamt unrealistische Erwartungen) langfristig so oder so nicht auf diesem etabliert (=Langzeitarbeitslose), diejenigen, die jedoch unverschuldet (z.B. durch Insolvenz des Arbeitgebers) in Arbeitslosigkeiten gerieten, kommen so schnell wie wohl noch nie zuvor, eine gewisse Flexibilität vorausgesetzt, wieder in Lohn und Brot. Einzig der Anteil an befristeten Arbeitsverhältnissen könnte zugunsten unbefristeter Vollzeitarbeitsverhältnisse ein gutes Stück sinken, aber nur deswegen würde ich an keine Roboterexperimente denken - das kann nur in die Hose gehen. Vor allem, da mein Interesse als Konsument an einem elektronischen Friseur oder Arzt eher gering wäre. Das wäre mir dann doch zu gefährlich, wenn der Roboter nach etwas Spitzem greift und in dem Moment einen Systemerror oder ähnliches bekäme...
    • Meerschwein Nele schrieb:

      Morse schrieb:

      ninale schrieb:

      Klar ist auf jeden Fall, dass wir es uns als Gesellschaft wirtschaftlich nicht leisten können, so viele Menschen in die Perspektivlosigkeit zu schicken.
      Mir ist das nicht klar. Weshalb soll das so sein?
      Wenn es uns als Gesellschaft nicht gelingt, eine möglichst große Zahl von Schulabgängern in die Lage zu versetzen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, wird das zu einer immer größeren Belastung der Gesellschaft über die Sozialsysteme führen.
      Wirf mal einen Blick auf die Vermögensverteilung:

      upload.wikimedia.org/wikipedia…and_2002_und_2007.svg.png

      Meines Erachtens wird die Gesellschaft durch was ganz anderes belastet, als durch Arbeitslose.
    • Morse schrieb:

      Meines Erachtens wird die Gesellschaft durch was ganz anderes belastet, als durch Arbeitslose.
      Ich sehe deinen Punkt und widerspreche dir nicht. Nichtsdestotrotz sind es sehr konkrete Kosten, die entstehen, wenn es nicht gelingt Menschen in angemessene Arbeitsverhältnisse zu bringen, während die allgmeinen Kosten, die durch gesellschaftliche Ungerechtigkeit und Steuerflucht entstehen, eher abstrakter Natur sind. Vielleicht könnte man das so beschreiben, dass jeder Bürger, der vom Sozialsystem getragen werden muss, ein Kostenfaktor ist, während die solventen Sozialschmarotzer, die ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen entfliehen, eher entgangene Einkünfte sind.

      Auch wenn beide Seiten angegangen werden müssen, ist bei unserer Staatsverschuldung das eine Problem m.E. dringender als das andere.
    • Morse schrieb:

      Warum sich darauf ausruhen, nur weil ein Lehramtsstudent sehr zufrieden ist? Wenn wir alle für noch weniger Lohn arbeiten steht unser Land wirtschaftlich noch besser da!
      Man sollte jetzt nicht allzu harsch sein. Der Lehramtsstudent hat bestimmt damit recht, dass es der Bundesrepublik im weltweiten und auch im europäischren Vergleich sehr gut geht. Das heißt ganz bestimmt nicht, dass man sich hierzulande däumchendrehend zurücklehnen sollte, aber Katastrophismus muss man nun auch nicht betreiben.
    • Meerschwein Nele schrieb:

      Morse schrieb:

      Meines Erachtens wird die Gesellschaft durch was ganz anderes belastet, als durch Arbeitslose.
      Ich sehe deinen Punkt und widerspreche dir nicht. Nichtsdestotrotz sind es sehr konkrete Kosten, die entstehen, wenn es nicht gelingt Menschen in angemessene Arbeitsverhältnisse zu bringen, während die allgmeinen Kosten, die durch gesellschaftliche Ungerechtigkeit und Steuerflucht entstehen, eher abstrakter Natur sind. Vielleicht könnte man das so beschreiben, dass jeder Bürger, der vom Sozialsystem getragen werden muss, ein Kostenfaktor ist, während die solventen Sozialschmarotzer, die ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen entfliehen, eher entgangene Einkünfte sind.
      Auch wenn beide Seiten angegangen werden müssen, ist bei unserer Staatsverschuldung das eine Problem m.E. dringender als das andere.
      Ich persönlich sehe das ein bisschen anders, will aber niemand damit auf den Schlips treten, sondern es einfach mal für's Protokoll nennen:

      Lohnkosten sollen grundsätzlich (!) so niedrig wie möglich sein. Nur weil ein Unternehmen bzw. dessen Besitzer Milliarden-Gewinne erwirtschaften, heißt das noch lange nicht, dass die Arbeiter davon profitieren. Oftmals verhält es sich sogar genau umgekehrt: die niedrigen Lohnkosten sind es, die dem Unternehmen zur Durchsetzung in der Konkurrenz verhelfen.
      Dass ein Unternehmer aus moralischen Gründen höhere Löhne auszahlt glaube ich nicht, auch wenn das manchmal als Grund genannt wird.

      Deshalb glaube ich auch nicht, dass es für die Allgemeinheit einen Unterschied macht, ob es jetzt ein paar Mehr Arbeitslose oder Flüchtlinge oder Elbphilharmonien oder sonstwas gibt.
      Die Löhne müssen ausreichen um die jeweilge Arbeitskraft zu reproduzieren (mehr aber auch nicht).

      Es wird prinzipiell nur soviel bezahlt, wie unbedingt sein muss. Mehr nicht! Profite kommen dehalb nicht bei den Arbeitern an, sondern nur den Eigentümern.

      Ob es jetzt mehr oder weniger Arbeitslose, Flüchtlinge, Sonderschulen, Elbphilharmonien oder sonstwas gibt, ändert nichts daran.
      Dass es einem Armen schlecht geht hat sicher viele Gründe, aber es liegt ganz sicher nicht daran, dass dieses Geld, dass ihm zustünde, statt dessen in einen Asylanten oder etw. anderes investiert wird. Die Rechten haben schon recht damit, wenn sie sagen, dass ein Ausländer einem Deutschen den Arbeitsplatz wegschnappen kann. Das kann er! Das muss er sogar, wenn er leben will. Beide müssen miteinander auf dem Arbeitsmarkt konkurrieren - dazu sind sie gezwungen. Ob einer Deutscher ist oder nicht, tut dabei aber an sich nichts zur Sache. Die Wut richtet sich gegen den Konkurrenten, aber nicht gegen die Konkurrenz die mittels Gewalt durchgesetzt wird.

      Das Geld ist immer da - siehe Vermögensverteilung oben.
    • Meerschwein Nele schrieb:

      Morse schrieb:

      Warum sich darauf ausruhen, nur weil ein Lehramtsstudent sehr zufrieden ist? Wenn wir alle für noch weniger Lohn arbeiten steht unser Land wirtschaftlich noch besser da!
      Man sollte jetzt nicht allzu harsch sein. Der Lehramtsstudent hat bestimmt damit recht, dass es der Bundesrepublik im weltweiten und auch im europäischren Vergleich sehr gut geht. Das heißt ganz bestimmt nicht, dass man sich hierzulande däumchendrehend zurücklehnen sollte, aber Katastrophismus muss man nun auch nicht betreiben.
      Man kann immer zufrieden oder unzufrieden sein, je nachdem mit was man sich vergleicht.

      In der EU gibt's Länder mit höheren und mit niedrigerem Lohniveau als die BRD.
      Im Mittelalter gab's noch keine Flatscreens, aber auch keine GEZ. In Indien gibt's keine g'scheiten Toiletten, aber dafür sollen die Leut ja sehr glücklich sein.

      Und so weiter und so weiter...

      (Wird glaub Zeit für Ferien bei mir ;) )
    • Ich bin an einer Ganztagsschule und es läuft eigentlich gut bei uns. Wir haben aber auch keine OGS, weil das bei unserem Schülertransport einfach nicht geht. Dienstag und Freitag sind die beiden kurzen Tage mit je sechs Stunden. Das sind auch die beiden Tage, für die wir Hausaufgaben geben dürfen. Montag, Mittwoch und Freitag haben die Schüler sechs Stunden vormittags, eine knappe Stunde Mittagspause und dann noch einmal zwei Schulstunden. Um kurz vor halb vier fahren die Busse ab.
      Da alle unsere Schüler - bei der Vorklasse (4-/5-Jährige) angefangen bis zur Klasse 10 - das machen müssen, sieht das in jeder Stufe anders aus.

      Die Vorklasse sehe ich wie einen speziellen Kindergarten. Neben Förderung ist natürlich genug Zeit zum Spielen und Toben da.
      In der Grundstufe haben sie natürlich weniger Unterricht und mehr Spiel- oder freie Lernzeiten als die Großen. An den langen Tagen haben sie auch fünf statt sechs Stunden Unterricht. Ab Klasse 5 ist man aber durchgängig verplant und wir Lehrer halt auch: ein oder zwei Nachmittage Unterricht hat man als Lehrer bei uns.
      In der Mittelstufe haben sie an den Nachmittagen montags eine AG, mittwochs oder donnerstags ist Unterricht beim Klassenlehrer und der andere Tag irgendein Fachunterricht, meist etwas, was ganz gut nachmittagsverträglich ist. Am Anfang hatten wir mal solche Förder-AGs am Mittwoch für die Hauptfächer, aber das hatte sich nicht so bewährt. Man hatte dann eine Gruppe aus mehreren Klassen und den beiden Jahrgängen, mit denen man schon unterschiedliches machen musste. Das war erstens ein Spagat, zweitens war es zum Teil recht vorbereitungsintensiv. Manchmal hat man gezielt für ein laufendes Thema etwas gemacht, was aber engere Absprachen nötig machte. Die zwei Stunden haben wir dann als zwei Fachstunden umgemünzt. Unsere Schüler haben eine zusätzlich eine Stunde Deutsch in 5/6, eine Stunde Mathe in Klasse 5 und eine Stunde Englisch in Klasse 6. Das hat sich als deutlich besser herausgestellt. In der Klassenlehrerstunde (Klasse 5) bzw. Förderstunde (Klasse 6) kann ich das tun, was meine Klasse halt gerade am dringendsten braucht: Übung für ein Schulfach, soziale Probleme, Hörgeschädigtenkunde, Methodentraining usw.
      In der Haupstufe haben sie montags und mittwochs eine AG. Donnerstags ist in der 7. und 8. Klasse ein Unterrichtsfach, in der 9. und 10. Klasse ist dort die Prüfungsvorbereitung, wo alles gemacht werden kann, was halt so anfällt: Vorbereitungen für die Präsentationsprüfung, die zentralen Abschlussprüfungen etc.

      Klar, auch bei uns läuft so manches nicht reibungsfrei. Unsere Schüler kommen am späteren Nachmittag erst nach Hause und dann sind sie platt. Ein großes Vereinsleben ist da nicht möglich, sondern eher aufs Wochenende oder einen bestimmten Wochentag begrenzt. Dafür haben sie bei uns an der Schule viele Kontakte mit Gleichgesinnten und mit der gleichen Behinderung - sehr wichtig für unsere Kinder.

      Die Ganztagsschule kann schon gut für die Kinder sein, wenn es halt gescheit ausgestaltet wird. Dafür braucht es halt Geld in Form von mehr Lehrern und den passenden Räumlichkeiten.
    • Stille Mitleserin schrieb:

      Und noch einmal, zum über den Tellerrand gucken: Wenn in meiner angestammten Kultur Vorlesen nicht üblich ist, geht es nicht darum, ob ich die Zeit habe, sondern dass ich es nicht mache, weil ich es nicht kenne!
      Also ... ich habe ja nun wirklich keine Ahnung von Grundschule, also bin ich im Thread eigentlich nicht schreibberechtigt. Je länger ich aber mitlese, desto mehr schwillt mir wirklich die Halsader. Was soll das eigentlich immer, mit diesem "wir schieben mal alles was nicht läuft auf Migrationshintergrund"? Ihr habt in Deutschland mit den ganzen Flüchtlingen jetzt sowas wie 22 % Menschen mit Migrationshintergrund. Wir haben in der Schweiz sowas wie 36 % Menschen mit Migrationshintergrund und zwar nicht erst seit der Flüchtlingskrise, sonder um die 30 % sind es schon seit über 10 Jahren.

      Ich bin weiss der Himmel nicht mit allem, was die schweizer Politik so von sich gibt einverstanden, mit einem aber schon und das ist das Motto "friss oder stirb". Ich unterrichte selbst am Gym noch Klassen, in denen bis zu 70 % SuS mit Migrationshintergrund sitzen. Das interessiert mich doch einen Sch***, ich bin ja hier selber Migrant. Wenn ich mit einer Klasse ins Lager gehe, dann werden ALLE zum Kochen, Putzen, Aufräumen, was auch immer eingeteilt und ganz bestimmt keine Rücksicht darauf genommen, wer aus welchem Kulturkreis nun wie sozialisiert ist. Wir sind hier in er Schweiz, da schneiden auch Männer Zwiebeln und auch Männer putzen verdammt noch mal das Klo, wenn sie es vollgepisst haben.

      Mir haben auch schon SuS vorgejammert, sie würden meine Texte nicht verstehen, da sind so komplizierte Wörter drin. Ja und ... dann lernen wir die Wörter halt jetzt, sind deutsche Wörter und Deutsch ist in diesem Teil des Landes die Erstsprache. Natürlich darf man dann auch von den Eltern "das macht man hier jetzt einfach so" einfordern, nein, man *muss* sogar. Was kotzt mich das jedesmal an, wenn ich am Elternabend Mütter und Väter vor mir stehen habe, die ältere Geschwisterkinder als Übersetzer mitbringen müssen. Von den Kindern erwarten sie, dass sie jetzt das ganz grosse Ding reissen, Matura machen und Medizin studieren, aber selber nicht den Poppes vom Stuhl hochbekommen. Doch, doch, das darf man - wenngleich sicher nicht in solch drastischen Worten ausgedrückt - den Eltern ruhig mal so vermitteln.
    • @frapper:Und meinst du, dass die Schüler eurer Schule besser abgeschnitten hätten? Ich frage nur, weil ich den letzten tagen oft höre "bei uns ist es aber gut..."

      @Wollsocken
      Es kommt vielleicht schon noch drauf an von wo migranten so kommen. Mit Schweizern oder österreichern würde es hier sicher auch weniger probleme geben.
    • Anja82 schrieb:

      @frapper:Und meinst du, dass die Schüler eurer Schule besser abgeschnitten hätten? Ich frage nur, weil ich den letzten tagen oft höre "bei uns ist es aber gut..."

      Da müsste ich nachfragen, wie die genauen Zahlen sind. Was ich im Lehrerzimmer gehört habe, ist, dass unsere Schüler bei den Abschlussprüfungen meist ganz gut abschneiden. Ich kenne unsere Schüler ja recht gut und weiß, was für spezielle Fälle wir zum Teil haben. Da bin ich dann teilweise überrascht, um ehrlich zu sein. ;)
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