Fächerwahl Grundschule (NRW)

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    • Fächerwahl Grundschule (NRW)

      Hey alle zusammen,

      Ich hab 2017 mein Abi gemacht und möchte ab dem WS 2018/2019 in Köln Grundschullehramt studieren.
      Ich weiß allerdings noch nicht, welches Fach ich wählen soll (Mathe, Deutsch, Biwi sind ja eh dabei).
      Überlegt habe ich mir Englisch oder katholische Religion. Zu beiden habe ich Bezug. Ich hatte Englisch-LK und mag die Sprache sehr gerne. In der Kirche bin ich quasi schon immer ehrenamtlich tätig.
      Ich mache zwar zur Zeit auch ein Praktikum und schaue mir da auch die verschiedenen Fächer an, aber würde noch ein paar Meinungen hören.
      Interessant zu wissen wäre z.b.
      - das Studium der beiden Fächer
      - Einstellungschancen
      - die Möglichkeit, das jeweils andere Fach in einer Weiterbildung noch zu erlernen

      Vielen Dank schon mal für eure Antworten!

      Liebe Grüße :wink2:
    • Hallo Beckylein,

      ich bin mit meinem Grundschullehramts-Studium in NRW jetzt fast fertig und möchte dir deshalb antworten.
      Ich habe selbst zwar ein anderes Fach studiert (Musik), eine gute Freundin von mir aber katholische Religion und auch von Englisch habe ich von Kommilitonen so einiges mitbekommen.
      Zu Englisch: Bei uns an der Uni (nicht Köln) sprechen viele über einen sehr hohen Arbeitsaufwand für dieses Fach, verbunden mit zu wenigen Seminarplätzen und schwierig aufeinander aufbauenden Modulhandbüchern, was oft zu einem verlängerten Studium führt. Zusätzlich muss hier der obligatorische Auslandsaufenthalt mit bedacht werden (sowohl zeitlich als auch finanziell und organisatorisch).

      Katholische Religion: Hier gibt es meines Wissens nach einen größeren Lehrerbedarf als in Englisch. Momentan spielt das wohl eher keine große Rolle, da der Mangel an Grundschullehrern in NRW derzeit sowieso dermaßen hoch ist, dass jeder mit egal welchem Fach eine Stelle findet, ob das aber in 7 Jahren, wenn du fertig bist, immer noch so aussieht, weiß jetzt ja noch niemand.
      Nichtsdestotrotz gibt es in katholischer Religion normalerweise weniger Absolventen als in Englisch, sodass du damit spezieller ausgebildet wärst.
      Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass es das Fach katholische Religion möglicherweise nicht mehr die nächsten 50 Jahre in der Form, wie wir es bisher kennen, in den Schulen geben wird. Diesen Gedanken sollte man vielleicht zumindest einmal durchgespielt haben.

      Wie es mit Weiterbildungen aussieht, kann ich dir nicht genau sagen. Ich meine, mal gehört zu haben, dass das bei Englisch geht, bei Religion aber nicht, aber verlass dich da nicht drauf! Vielleicht weiß da jemand anders hier mehr zu.
    • julew schrieb:

      Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass es das Fach katholische Religion möglicherweise nicht mehr die nächsten 50 Jahre in der Form, wie wir es bisher kennen, in den Schulen geben wird
      Na, das wollen wir doch alle schwer hoffen. Es wird Zeit! Und bitte nicht erst in den nächsten 50 Jahren.
    • Naja, ich persönlich bin auch kein großer Freund des konfessionellen Religionsunterrichts in Schulen, aber jemand, der überlegt, Lehrer für eben dieses Fach zu werden, hat wahrscheinlich nicht unbedingt die Hoffnung, dass sein Fach über kurz oder lang abgeschafft wird.
    • Danke schon mal für eure Antworten!

      Über die Möglichkeit, dass Religion vielleicht irgendwann abgeschafft wird, habe ich mich im Praktikum unterhalten. Die Lehrer meinten, dass sie persönlich das in der nächsten Zeit für eher unwahrscheinlich halten und es ja z.B. Ethik für nichtchristliche Kinder bereits gibt.
      Danke aber für den Hinweis.

      Danke Julew für die Schilderung der Vor- und Nachteile im Studium! :klatsch:
    • Ganz klar: Englisch. Auslandsaufenthalt ist das Beste, was dir passieren kann. Eine Fremdsprache richtig zu beherrschen bringt dich ebenso weiter im Leben. Was in 5 Jahren gebraucht wird, weiß eh niemand- bei uns ist es übrigens aktuell Englisch...

      Religion ist Privatvergnügen- oder sollte es zumindest sein :flieh:
    • Es spielt auch eine Rolle in welcher Ecke du später unterrichten willst. Bei uns ist kath. Religion nicht so verbreitet. In anderen Ecken schon eher. Und wie willst du in Zukunft Leben : solche Sachen wie mit einem Partner zusammen ziehen ohne verheiratet zu sein, kann einem z.b. die Lehrerlaubnis kosten.
    • @sillaine
      Ich würde gerne hier in der Gegend bleiben, in der ich jetzt lebe. Hier sind die meisten Menschen katholisch.
      Ich habe einen Partner, mit dem ich irgendwamn zusammen ziehen will. Heiraten will ich auf jeden Fall (auch kirchlich) und die Kinder taufen lassen sollte man glaube ich auch. Das würde ich auch machen und sie dann mit der Firmung oder so selbst entscheiden lassen (zur Kommunion sagt glaub ich kaum ein Kind nein)
    • Beckylein schrieb:

      @sillaine
      Ich würde gerne hier in der Gegend bleiben, in der ich jetzt lebe. Hier sind die meisten Menschen katholisch.
      Ich habe einen Partner, mit dem ich irgendwamn zusammen ziehen will. Heiraten will ich auf jeden Fall (auch kirchlich) und die Kinder taufen lassen sollte man glaube ich auch. Das würde ich auch machen und sie dann mit der Firmung oder so selbst entscheiden lassen (zur Kommunion sagt glaub ich kaum ein Kind nein)
      "die Gegend"... Münsterland oder Paderborn? Da glaube ich das mit dem "katholisch" noch, ansonsten... sind das viele vielleicht offiziell, aber bestenfalls Feiertags/Alibichristen (so erlebe ich es zumindest).
      Nicht falsch verstehen, wenn es dir damit gutgeht - mach es, vor allem, wenn du wirklich Religion (wissenschaftlich!) und echte Werte vermitteln möchtest, und kein unzeitgemäßes Monotheistendummgelaber verbreitest, das irgendwo im vorvorletzten Jahrhundert steckengeblieben ist.
      Es gibt durchaus sinnvollen Religionsunterricht - habe ich sogar mal mitbekommen, aber der Großteil davon war schon zu meiner Zeit bestenfalls lächerlich - leider - und mit Philosophie mehr als nur gut zu ersetzen.
      Und - klar machen Kinder Kommunion mit... gibt schließlich Geschenke. Das ganze drumherum geht den meisten erfahrungsgemäß eher auf den Wecker, und Sonntage sind zum Ausschlafen da.

      imho sollte Religionsunterricht informieren, und zwar über alle Religionen. Objektiv. Und schon gar nicht so tun, als sei die "eigene" Anschauung die einzig richtige. Und Kinder sollten mMn gefragt werden, ich halte solchen Kram wie Säuglingstaufen einfach nur für grundverkehrt, die Sterblichkeit ist nicht mehr auf dem Level vom Mittelalter. So erspart man sich die Austritte, die sowieso kommen (und vllt bringt man den verein endlich mal von der Kindergeldsammlung für Zölibatessennachwuchs, vulgo Kirchensteuer, ab).

      Nicht persönlich nehmen, aber ich war meinerseits froh, als ich endlich aus diesem "Unterricht" raus kam, und aus dieser Sekte selbstständig austreten durfte.
      Trotzdem - dein Post klingt, als machst du dir wenigstens Gedanken. Vielleicht sind es die richtigen.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Miss Jones ()

    • @MissJones
      Danke für die Antwort. Ich mache mir tatsächlich viele Gedanken.
      Das Thema Taufe gehört zwar eigentlich nicht hier hin, aber ich finde es schön und wenn das Kind dann mit 14/15 entscheidet, sich nicht firmen zu lassen, muss es auch keine Kirchensteuer zahlen und austreten meine ich, da es ja nicht vollwertig in der Kirche drin ist.
      Grundschulreligion ist aber auch etwas ganz anderes als Religion an weiterführenden Schulen und ich finde die Aufklärung über andere Religionen, Anschauung und auch Atheismus auch sehr wichtig, weiß aber nicht, ob das in der Primarstufe schon behandelt wird.
    • Beckylein schrieb:

      @MissJones
      und wenn das Kind dann mit 14/15 entscheidet, sich nicht firmen zu lassen, muss es auch keine Kirchensteuer zahlen und austreten meine ich, da es ja nicht vollwertig in der Kirche drin ist.
      Falsch. Ich wurde katholisch getauft, habe mich aus Prinzip nicht firmen lassen, musste sobald ich verdient habe trotzdem brav Kirchensteuer blechen und bin (sobald ich meine feste Stelle hatte) ausgetreten, natürlich nicht ohne die Gebühren für den Austritt zu zahlen ( :sauer: ). Ich wünschte meine Eltern hätten mir die Entscheidung von vornherein überlassen und wünsche das auch jedem Kind.
      Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?
    • Bei mir war der Austritt noch kostenlos. Und ich habe nie Kirchensteuer bezahlt, und werde es auch nie (war da ja noch jung genug).
      Aber das ist nun wirklich OT.
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    • Mit katholischer Religion hatten die Bewerber seit den ca. 15 Jahren, seit denen es Englisch in der Grundschule gibt, trotzdem in der Regel die besseren Einstellungschancen. Ich fürchte das bleibt auch so.
      Sowohl in Religion als auch in Englisch kannst du dich generell aber auch nachqualifizieren. Es gibt oder zumindest gab es für beides offizielle Fortbildungen vom Schulamt.
      Bei Englisch kann es gut sein, dass es in naher Zukunft doch wieder erst ab der 3. Klasse unterrichtet wird. Dann wäre da erstmal wieder weniger Bedarf. Bei Religion sehe ich (leider) keine Chance, dass es bald stattdessen eine Art Ethikunterricht/Religionswissenschaft für alle Kinder gibt.