Wie schlimm ist es die Regelstudienzeit zu überschreiten?

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    • chilipaprika schrieb:

      das ist super.
      Sich erstmals Sorgen machen, ob man aufgrund einer längeren Studienzeit diskriminiert werden könnte. erfahren, dass es nicht der Fall sein wird, aber sich "abfällig" über diejenigen äußern, die selbst länger gebraucht haben, nur halt länger als du vermutlich brauchen wirst.
      Große Freude.
      Ich gebe zu, meine Formulierung war wirklich nicht gut, das klang wirklich nicht schön. :angst: Das sollte aber in keiner Weise abfällig klingen. Eher erleichtert, dass es auch Menschen gibt die nochmal länger brauchen und trotzdem ihren Anschluss gefunden haben, denn das ist ja das was mir
      die Stimmung aufhellt. Und dass ich es nicht zu 10 Jahren kommen lasse, war lediglich so gemeint, dass ich jetzt ja keine 3 Jahre nix mehr im Studium mache, sondern halt ganz normal weitermache, weder extrem langsam oder irgendwie Hals über Kopf.
      Ich wollte damit niemanden diskreditieren, oder mich in irgendeiner weise abfällig äußern, dafür bin ich nicht in diesem Forum. Ich werde in Zukunft auf meine Formulierung achten, aber abfällig gemeint war das keineswegs. Nichts für ungut :gruss: S

      Susannea schrieb:

      Hier war die Studienzeit überhaupt kein Thema, eher die Erfahrungen (habe ja während des Studiums schon in der Schule bzw. an Schulen gearbeitet) und letztendlich hat hier bei uns eigentlich jeder eine Stelle bekommen, denn es gibt zu wenig Lehrer ;)
      DA hatte gar keiner Zeit auf Studienzeiten zu gucken.
      Während des Studiums? Oha cool :) Darf ich fragen wie das ablief? Also warst du da so richtig eingebunden in den Stundenplan oder waren das eher so Vertretungsstunden? Ich hatte bisher diverse Praktika, bei uns ist ein Eingangspraktikum Pflicht und wir hatten
      halt unser Praxissemester, quasi ein halbes Jahr komplett mitgezogen und das war zwar ne richtig tolle Erfahrung aber mit dem Unikrams, den man nebenher so von uns wollte, war das auch ganz schön viel in Zusammenspiel mit meinem Nebenverdienst.
    • So richtig im Stundenplan. Ich hatte dann eben den Plan in der Uni so gelegt, dass ich dann einige Tage ganz und andere vormittags frei hatte und an denen war ich in der Schule. Das nennt sich in Berlin PKB (Personalkostenbudgetierung) und berechtigt dafür ist jeder Student einer beliebigen Fachrichtung, wenn es Lehrermangel gibt (und den gibt es hier immer).

      Das ist mir dann z.T. nachher als Unterrichtspraktika auch anerkannt worden.
    • Ich habe auch aus Arbeitsgründen ziemlich lange studiert, bin mit 29 ins Ref. Da hatte ich drei Kollegen, die noch ca. 4 Jahre älter waren als ich, ebenfalls lange studiert... Die haben alle direkt nach dem Ref ne Stelle bekommen, also ich würd mal sagen, das juckt keinen. Bei mir dauerts nur länger mit der Stelle, weil meine Fächerkombi nicht so ideal ist. Das ist bei dir ja auch so, aber ich sag mal so eher wird das der Grund sein, wenn du ne Weile ne Stelle suchst, als dass es die Studienzeit ist.
      Nebenbei mal außerhalb der Schule gewesen zu sein sehe ich außerdem als Vorteil. Deine SuS werden nämlich nicht alle Lehrer, sondern vielleicht mal Einzelhandelskaufleute und denen kannst du dann besser Tipps geben, als Leute, die außer Schule nix kennen...
    • Lemon28 schrieb:

      bin mit 29 ins Ref. Da hatte ich drei Kollegen, die noch ca. 4 Jahre älter waren als ich, ebenfalls lange studiert... Die haben alle direkt nach dem Ref ne Stelle bekommen, [...]
      Same here. In meinem Ref. Kurs waren fast alle Ende 20, ein paar auch über 30, und alle, die das 2. Examen gepackt haben, haben auch eine Stelle bekommen.
    • "ungünstig" ist immer so eine Sache.
      und "suchen" ebenfalls.

      Wie _wirklich_ flexibel ist jemand? das Bundesland wechseln? 500km wegziehen? eine Gesamtschule akzeptieren? in ein Dorf pendeln?
      Ich habe auf Fortbildungen Leute getroffen, wo ich dachte wow, selber Schuld.
      Das Beste war eine, die sich sogar auf "meine" Stelle beworben hatte, so dass wir ins Gespräch kamen. Zu dem Zeitpunkt war eine Stelle mit ihren Fächern 40km entfernt ausgeschrieben. Nein, es sei ihr zu weit. Sie war wohlgemerkt seit 2 Jahren Vertretungslehrerin, mit 2 Hauptfächern am Gym und war nicht bereit, 45min außerhalb der Stadt zu pendeln.

      Dann hat bei uns ein ex-Ref mit 2 absolut nicht gesuchten Nebenfächern (noch schlimmer als die Kombi des TE) im Ref so überzeugt, dass der Schulleiter ihn unbedingt haben wollte. Da wurde kurzerhand eine Stelle geschaffen. 2 Jahre später sollte ja jemand mit einem seiner Fächer in Pension gehen. Naja, ... so kann es auch passieren (und wir haben andere Fächer, die eben am Rande der Katastrophe herumdümpeln)...

      in NRW spielen viele weiche Fakten eine Rolle. Viel läuft auch über Initiativbewerbungen, die dann auch in Ausschreibungen münden.
      Man kann ja auch mit Geschichte / SoWi zb punkten. Weil man viele politische Projekte gesteuert hat, Parlamentserfahrung hat, in NGOs Praktika oder gar gearbeitet hat und es passt zum Schulprofil. Oder unabhängig der Fächerwahl hat man ein Jahr in einem bestimmten Land des globalen Süden gearbeitet hat und die Schule hat eine aktive Partnerschaft und will da einiges weiter ausbauen...

      Ein Bekannte von mir (zugegeben, auch mit halb interessanten Fächern) hat sich durch eine Beförderung versetzen lassen. Also: dafür gesorgt, dass die Schule für ihn eine Beförderungsstelle ausschreibt. KO-Kriterium (ist aber tatsächlich für die Schule notwendig bzw. wäre es mittelfristig geworden): ein A-Trainerschein einer Sportart, wo die Schule ein Leistungszentrum hat. Die ausgeübte Sportart eines Mathe/Sport-Kollegen war auch sein Ticket für die Versetzung an eine ganz bestimmte Schule).

      und nein, bei uns bleiben keine Stellen frei. Sonst verfällt sie.
    • chilipaprika schrieb:

      und nein, bei uns bleiben keine Stellen frei. Sonst verfällt sie.
      Ach ... und wer unterrichtet dann die übrig gebliebenen Stunden? Meine Chefin musste ein Jahr lang ein 100 % Mathe-Pensum mit 5 Stellvertretungen stopfen. Wo soll die Stelle denn hin verfallen, wenn nicht gleichzeitig insgesamt weniger Schüler an der Schule sind? Das ist ja ein seltsames System bei euch ...
    • dann wird gekürzt bzw. geschoben.

      Man kann nicht eine Physik-Stelle 6 Monate auf die Warteliste setzen und hoffen, dass es in 6 Monaten mehr Kandidaten gibt (und in der Zwischenzeit eine Zwischenlösung finden). Die Stelle muss ganz schnell für ein anderes Fach umgewidmet werden oder es gibt sie nicht. Dann schreibt man eben Bio/Deutsch aus und der einzige Physiklehrer der Schule unterrichtet nur noch Physik und kein Mathe mehr. Andere Mathelehrer übernehmen mehr Stunden und irgendwann hat man irgendwo eine "Lücke" geschaffen, um diesen 21. neuen Deutschlehrer zu beschäftigen.
    • Hier in der Gegend werden Mangelfach-Stellen nur ausgeschrieben, wenn man schon einen initiativ-Bewerber hat. Keine Schule riskiert eine Ausschreibung für Physik, auf die sich dann keiner bewirbt und die dann verfällt oder mühsam auf ein anderes Fach verschoben werden muss.
      Das führt dann zu der absurden Situation, dass gerade für die gesichteten Fächer nur extrem wenig Stellenangebote da sind.
      (In meinem Ref-Jahrgang hatten trotzdem alle Physiker schon vor dem 2. Staatsexamen eine schriftliche Stellenzusage)
    • Wollsocken80 schrieb:

      Ach herrje, das klingt ja mühsam. Meine Chefin hat einfach insgesamt so und so viel Prozent Lehrerstellen zur Verfügung. Im Moment sind die Zeiten etwas unsicher, da besetzt sie halt einfach so viel wie möglich nur befristet um die Leute im Zweifelsfall wieder loswerden zu können.
      Hier ist es aktuell so, dass wir bei Vertretungslehrern froh sind, wenn sie irgendeinen (!!!) pädagogischen Hintergrund haben. Bei Festeinstellungen ist es in unsrer Gegend noch nicht so schlimm, andernorts sieht das aber schon ganz anders aus.
    • chilipaprika schrieb:

      Dann hat bei uns ein ex-Ref mit 2 absolut nicht gesuchten Nebenfächern (noch schlimmer als die Kombi des TE) im Ref so überzeugt, dass der Schulleiter ihn unbedingt haben wollte. Da wurde kurzerhand eine Stelle geschaffen. 2 Jahre später sollte ja jemand mit einem seiner Fächer in Pension gehen. Naja, ... so kann es auch passieren (und wir haben andere Fächer, die eben am Rande der Katastrophe herumdümpeln)...
      Darf ich fragen auf welche Fächer sich das bezieht? Also die die "am Rande der Katastrophe herumdümpeln"
    • bei uns absoluter Mangel und womöglich wird die Versorgung demnächst nur gesichert, indem betroffene KollegInnen sehr sehr unglücklich sind, Überstunden leisten und nur das eine Fach unterrichten: Französisch, Physik, Informatik.
      und ja: selbst für Vertretungsstellen finden wir keine Leute, die bereit sind, ca. 30-40 Minuten vm Zentrum einer Unistadt zu pendeln (mehrere Leute haben schon mit "ist mir zu weit" abgesagt. eine 2/3-Stelle wohlgemerkt. Leute ohne 2. Staatsexamen)
    • chilipaprika schrieb:

      selbst für Vertretungsstellen finden wir keine Leute, die bereit sind, ca. 30-40 Minuten vm Zentrum einer Unistadt zu pendeln
      Das ist ja ätzend. Ich bin selbst ein Schuljahr lang je 45 min an zwei verschiedene Schulen mit dem Zug gependelt, das ist hier für viele einfach der Normalzustand. Jetzt bin ich 20 min mit dem Velo unterwegs, das finde ich total gediegen.

      Stellen werden bei uns in der Regel nur ausgeschrieben, wenn es um eine Festanstellung geht. Ansonsten schickt man seine Bewerbungsunterlagen halt einfach mal durchs ganze Land und hofft sich genügend Stunden zusammen schustern zu können. Wenn ich so ins Stellenportal schaue ist es offenbar aber gerade wirklich sehr knapp mit offenen Stellen. Sparmassnahmen sei Dank, es wird kräftig Personal abgebaut.
    • "Sufu" - hört sich irgendwie Chinesisch an und ich denke an Kung-Fu. ;)

      Ich weiß nicht, ob meine Erfahrung etwas nützt, denn ich habe zu einer Zeit studiert, als es noch keinen BA und MA gab und als Regelstudienzeiten nur für BaföG-Empfänger relevant waren. Ich habe jedenfalls mit meinem Magisterstudium und Auslandsaufenthalt deutlich über 11 Semestern gelegen, war ohnehin aufgrund einer vorherigen vierjährigen Militärdienstzeit ein ziemlich alter Student und habe hinterher nach meinem Examen und vor meinem Einstieg ins Referendariat noch ein paar Jahre wissenschaftlich gearbeitet.

      Nach meiner Studiendauer hat niemals jemand gefragt.

      Wie gesagt - meiner Erfahrung und meinen Erlebnissen mit jüngeren Kandidaten nach ist das nur bei der Finanzierung des Studiums relevant, da aber richtig!
    • Ich kann mich den Beitragen nur anschließen,
      das Studium hat nun wirklich niemanden interessiert bei der Einstellung. Die Bewerbung übrigens auch nicht, so ist halt das NRW-System, einladen nach Fächern/Note und dann geht es um das Gespräch. Eventuell um Vertretungserfahrung oder ähnliches. Von mir aus auch um das Ref und die Gutachten von dort.

      Aber das Studium, bzw. dessen Länge? Hat weder bei mir noch bei Bekannten jemals jemanden interessiert.