Den inneren Schweinehund überwinden... wie?

  • - lerne deinen Körper kennen indem du mal fastest und feststellst, wie wenig du eigentlich zum Essen brauchst. Oftmals kommt Hunger nur, weil der Körper es einfach gewohnt ist sofort so viel wie möglich zum beißen zu bekommen.

    Also ich habe festgestellt, daß die Essensmenge bei mir von der sonstigen geistigen Ablenkung abhängt. Es gibt Tage, da stopfe ich quasi ohne Unterbrechung irgendwas in mich rein, es gibt aber auch Tage, da komme ich wirklich mit null aus. Diese Tage mit "nichts" habe ich hauptsächlich im Urlaub auf Fernreise. Da sage ich mir immer: "Hier kommst in deinem Leben, oder zumindest in den nächsten 20 Jahren, wahrscheinlich nicht mehr hin. Da verplemper die Zeit nicht mit so Nebensächlichkeiten wie Essen, das kannst auch noch wenns dunkel ist und pennen kannst im Flugzeug. Vorwärts!" Da kommt dann auch gar kein Hungergefühl auf, den ganzen Tag lang nicht, abends dann auch nicht mehr, da ist nur noch Schlafen angesagt. Da gehen dann auch 20km Fußmarsch mit leichtem Gepäck ohne Frühstück.


    - verzichte auf den Fahrstuhl

    Mache ich eh, auch wenn ich nebenan in den 5. Stock hoch muß. Diese ganzen Tusen, die da mit Rollköfferchen vorm Fahrstuhl stehen und dann zum Stundenanfang erstmal drei Fahrstuhl-Fuhren abwarten müssen, weil dank der Rollköfferchen natürlich nur 3 Leute in den Fahrstuhl passen. Dank der Methode "nimm immer zwei Stufen mit einem Schritt" komme ich auch schneller die Treppen hoch als die allermeisten Schüler.


    Mein Problem bei sportlicher Anstrengung ist allerdings, daß ich sehr schnell zu einem wandelnden Wasserfall mutiere. :(


    - trink nicht zu oft viel Alkohol in der Woche

    Mitm Rauchen bin ich gar nicht erst angefangen und Alkohol gibt es nur zu Weihnachten, Silvester und Geburtstag.

  • Eventuell würde es auch helfen, wenn du das Ganze ärztlich betreuen lässt.

    Da kommt es ja her. Mein Hausarzt nölt zwar noch nicht, aber Flieger- und Taucherarzt tun dies. Da muß ich ja alle paar Monate zum Check, also Belastungs-EKG und so. Die Blutwerte sind scheiße, weil "zu fett", quasi an der Grenze zum Diabetes und so.


    Manche mögen jetzt denken "Taucherarzt? Der Muß doch Sport treiben." Beim Tauchen so mit Preßluftflasche auf dem Rücken ist es aber so, daß man versucht den Körperumsatz möglichst weit runter zu bringen. Viel und insb. schnelle Bewegung = großer Luftverbrauch = man ist schnell wieder oben. Drum können Frauen auch regelmäßig länger unten bleiben, ihr Grundumsatz ist einfach geringer.

  • Wenn dein Problem das schwitzen ist: kenn ich, das ist dann halt so.


    Was das Essen angeht: Versuch einfach mal an normalen Tagen kontrolliert zu essen: langsamer als sonst und eine geringere Menge. Am Anfang wird der Körper Murren aber das gibt sich. Einige meiner Freunde gehören zu dem Typ, der essen runterschlingt und Regelmäßig danach vollgefressen ist. Gesund ist sowas nicht und ständig zu viel zu essen schadet dem Körper ja auch.


    Im übrigen:
    Ohne einen gut durchdachten tagesplan würd ich meine Promotion gar nicht schaffen.
    56h die Woche schlafen
    25h die Woche Unterricht
    15h die Woche Promotion u.a.
    20h die Woche Zugfahrt die zum kontrollieren etc genutzt wird
    4h die Woche Kampfsport
    4h die Woche rennen gehen
    12h die Woche im Schnitt Sport (wobei da teilweise schon von rennen was dabei ist)


    Die Woche hat 168h, warum die nicht effektiv nutzen. Ohne Planung neige ich auch dazu eher viel rumzusitzen und das ärgert mich wenn ich nichts tue.


    Edit: was mickibude angeht...funktionales Training ist da groß geschrieben wenn man das will. Pumpen an Maschinen finde ich nämlich weniger schick.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Darf ich mal fragen, wann du dann zur Unterrichtsvorbereitung kommst oder ist diese bereits Teil der Zugfahrt? :)

  • Großteil an Unterrichts Vorbereitung habe ich mir in den letzten Jahren erarbeitet bzw: ich nutze die Ferien auch dazu.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Plattyplus, ich schwitz auch wie ein Wasserfall und bekomme nen richtig roten Kopf :sauer: Das ist dann so. Klar bewunder ich die Leute, die voll gestylt zum Fitness gehen und tatsächlich nach einer Stunde übelstem Sport immer noch aussehen, wie aus dem Ei gepellt. Meine Wenigkeit hat nach 10 Minuten kletschnasse Haare und die Klamotten haben eine neue Farbe angenommen. Ein Handtuch muss auch immer dabei sein, da ich nach einer gewissen Zeit beginne zu tropfen :pfeifen:
    Wenn du draußen läufst, ist das aber völlig egal. Die Leute denken sich dann bestimmt: "Boah, wie lange ist die/der wohl schon unterweg? Respekt!" :victory:

  • Ja! Ich keuche auch immer sehr schnell und hoffe, dass die Leute denken, ich bin schon ne Weile unterwegs.
    Peinlich wird es dann, wenn meine Trainings-App am Handy lautstark verkündet: "Gelaufene Strecke: 1 Kilometer." Aber ich aussehe, als hätte ich schon 10 Kilometer hinter mir. Da hoffe ich dann immer, dass es keiner mitgekriegt hat. :pfeifen:

  • Ich habe vor einigen Jahren ca. 25 kg abgenommen. Mir hat dabei einerseits geholfen, ein Ernährungstagebuch zu führen und Kalorien zu zählen. Andererseits habe ich Sport in meinen Alltag integriert. Seit etwa 7 Jahren halte ich nun dieses Gewicht.


    Für mich ist am allerwichtigsten, dass ich keine Verbote habe und meine Ernährung alltags-/familientauglich ist. Ich möchte mich nicht anders ernähren als der Rest der Familie, weiterhin bei gesellschaftlichen Anlässen zulangen dürfen und Restaurantbesuch müssen auch drin sein. Eine Diät mit strengen Regeln würde das nicht zulassen. Darüber hinaus habe ich nie auf Kohlenhydrate verzichtet, denn das verursacht bei mir Heißhungerattacken auf gerade diese.


    Am wichtigsten ist, dass du herausfindest, welche Ernährung zu dir und deinem Leben passt. Finde außerdem einen Sport, den du dauerhaft durchhalten kannst, auch wenn er vielleicht nicht den größten Kalorienverbrauch hat.

    • Offizieller Beitrag

    aber selbst nach einem Kilometer ist man oft weiter gegangen als viele der Menschen, die man auf der Strecke trifft ;) Diejenigen, die auf dem selben Niveau sind, würden nie was sagen und diejenigen, die viel weiter sind, sind mehrheitlich sehr "tolerant", so meine Erfahrung...
    Hauptsache, man hat selbst Spass (oder bildet sich an dem einen Tag ein, dass man es aus gutem Grund macht. Manchmal macht nicht alles Spass, was mal sinnvoll ist)

  • Jedes Bisschen Sport ist mehr als du vorher gemacht hast....seh es mal so: Kein Sport ist immer schlimmer als nur ein bisschen Sport.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Es wundert mich immer, dass Lehrer verhältnismäßig wenig Übergewicht haben, obwohl wir viel Stress haben und es auf Tages-, Wochen- und Jahresebene schwierig ist, einen guten Rhythmus beizubehalten. Ich nehme in Hochstressphasen zu. Mittlerweile hab ich eingesehen, dass das halt so ist. Aber ich halte dagegen, sobald ich wieder bei klarem Verstand bin. Kontrollierter essen muss schon sein, wichtiger ist aber, den Stress zu bekämpfen, wo es geht. Wenn man sich mit dem Essen auch noch Stress macht, wird es eher nicht besser. Hungern treibt den Cortisolspiegel hoch.


    Ich habe immer mal wieder für mich Ideen gesammelt, einige davon konkret im Alltag verankert, halte die Dinge möglichst einfach, so dass ich nicht denken muss, mache längere Zeit das gleiche, um Gewohnheiten zu bilden. Viele kleine Maßnahmen, statt des einen großen Wurfs, die ich im Stress nicht alle durchhalte, die ich aber schnell wieder aufnehmen kann. Wenn ich was nicht hinkriege, denke ich nach, was mich genau abhält, zum Beispiel hatte ich erstmal 1000 Gründe, nicht mit dem Rad in die Schule zu fahren, die ich aber aus dem Weg räumen konnte.


    Was mir zum Beispiel gegen Stress hilft:

    • mit dem Rad in die Schule fahren oder laufen
    • rechtzeitig am Stück kopieren und die Sachen in der Schule lassen
    • regelmäßig zwischendurch Kurzpausen in freien Klassenräumen, am offenen Fenster, im Hof, im Auto etc. und eben nicht im Lehrerzimmer machen
    • genug Wasser trinken, Durst ist Stress, auch heißes Wasser oder Tee, da entspannend, wenig Kaffee
    • konsequent für Ruhe im Klassenraum sorgen, die SuS brauchen das auch! Stillarbeitsphasen
    • Lüften! Ich komme fast immer in unfassbar stickige Räume, was sicher schon einige Zeit purer Stress war usw., usf.

    Ich hab mir mal das Rauchen abgewöhnt, indem ich mir bei jeder einzelnen Zigarette des Tages klargemacht habe, warum ich sie rauche, das waren ganz verschiedene Gründe, und wie ich sie also am besten ersetze. Wenn ich meine Ernährungsgewohnheiten ändern wollte, würde ich es so ähnlich machen. Sehr konkret am Anfang, zum Beispiel einige wenige genau geplante schnelle und einfache Mahlzeiten für Frühstück, Snacks und Abendessen ausdenken, die die ich wirklich mag, nicht um mich sklavisch dran zu halten, sondern damit ich mir schnell was machen kann, ohne lang übers Essen nachdenken zu müssen. Immer Tiefkühlgemüse und Fisch im Froster. Wenn man Lust und Ruhe hat, kann man sich ja immer noch etwas Komplizierteres zurechtmachen. Oder über seine anderen Bedürfnisse (Familie, Freunde, Interessen, Muße) nachdenken und Zeit dafür einplanen und verteidigen.

    • Offizieller Beitrag

    Peinlich wird es dann, wenn meine Trainings-App am Handy lautstark verkündet: "Gelaufene Strecke: 1 Kilometer." Aber ich aussehe, als hätte ich schon 10 Kilometer hinter mir. Da hoffe ich dann immer, dass es keiner mitgekriegt hat. :pfeifen:

    1. Bei meiner App kann man das Gelaber stumm schalten.
    2. Ich glaube nicht, dass jeder in meinem Umfeld das hört und versteht.
    3. Selbst wenn - die denken vermutlich nicht drüber nach.
    Also einfach weitermachen.
    Ich bin inzwischen in einem Fitnessstudio, in dem das Durchschnittsalter so um die 50 liegen dürfte. Das hat Vorteile: Die Trainertermine sind häufiger und länger, es wird auf gelenkschonendes Training geachtet, wenn man mal sagt "Geht nicht, schaffe ich nicht." wird nach einer Alternative gesucht. Vorher war ich in einem Studio mit Durchschnittsalter gefühlt 20 und Durchschnittsgewicht der Frauen unter der Hälfte von meinem. Das war dann nicht so motivierend.

  • Übergewicht hatte/habe ich keines, aber als ich fand, ich könne doch etwas sportlicher sein, habe ich mit dem Joggen angefangen – zugegeben, ich bin eher ein Schönwetterjogger und nach einem Kilometer aussehen wie andere nach 10, das könnte ich auch sein ;) … was ich aber eigentlich loswerden wollte, ist etwas, das mir in Bezug auf körperliche Fitness wirklich was gebracht hat (Studios mag ich gar nicht, überhaupt nicht mein Ding):


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    Nachdem ersten mal war ich echt platt, obwohl ich nur eine "leichte" Variante gemacht hatte, aber nach ein paarmal ging es mit meiner Leistungsfähigkeit steil nach oben.

  • Ich nehme in Hochstressphasen zu. Mittlerweile hab ich eingesehen, dass das halt so ist. Aber ich halte dagegen, sobald ich wieder bei klarem Verstand bin.

    Das ist bei mir ebenso der Fall. Deshalb achte ich in den Ferien vermehrt auf meine Ernährung sowie einen vernünftigen Kalorienrahmen. Den Sport ziehe ich nahezu immer durch, auch wenn ich in Hochstressphasen dem "Schweinehund" ganz gewaltig in den Allerwertesten treten muss.

  • Kalorien zählen.
    Und als Motivationshilfe: Das Buch "Fettlogiken überwinden" von Nadja Hermann


    Und doch, man kann sich auch große Ziele setzen. 30 kg sind nicht utopisch!

  • Bitte sag, dass Ph nicht für Physik steht

    Über den "Hungerstoffwechsel" können wir von mir aus streiten, aber der Post auf den ich mich bezog, klang nach massiv zu wenig essen. Ja, davon nimmt man ab, das mit der Physik ist mir durchaus bekannt.
    Der Körper baut aber aber erst einmal die Muskeln ab, die sind nicht so wichtig. Straff wird davon eher nichts.


    Das ist allerdings auch das letzte, was ich zu diesem Thema sage, man merkt, dass es das falsche Forum dafür ist.

  • Bei mir hat es auch mit Kalorienzählen geklappt. Also jedes Essen/jede Zutat auf die Waage und online in der Kaorientabelle nachgeschlagen und das ganze notiert. Mein Tageslimit waren 1700 kcal und das hat gut funktioniert. Da war häufig auch noch ein Bier/ein Stück Schokolade/eine Handvoll Chips enthalten. Allerdings habe ich auf das Frühstück verzichtet, und zwar, weil ich frühs einfach noch nichts essen mag, seit 40 Jahren schon. Vor allem habe ich dadurch auch ein Gespür für den Energiegehalt der Lebensmittel bekommen und schaffe es dadurch auch, mein Gewicht zu halten. Eine Menge an kcal kann man auch dadurch einsparen, dass man z.B. statt fetthaltiger Streichwurst oder Salami eher mageren Schinken isst, also auf versteckte Fette achtet. Statt dem Croissant gab es dann in der Schulmensa den Becher Obstsalat. Generell koche ich gerne asiatisch mit viel Gemüse. Ist ein großes Volumen an Essen, das satt macht, aber relativ wenige Kalorien enthält.
    Zum Thema Salz: Wie viel Wasser Salz bindet, wurde mir auch erst durch die Gewichtskontrolle auf der Waage bewusst. Esse ich am Tag vorher aber salzhaltiges Knabbergebäck wie eine Tüte Chips oder Salzbrezeln (200 g), habe ich am nächsten Tag garantiert 1 kg mehr auf der Waage. Nach zwei Tagen ist dieses eine kg meistens auch wieder weg, wenn ich in dieser Zeit auf das Knabbergebäck verzichte. Ich denke, dass der Körper diese Zeit braucht, um über die Nieren das Salz und somit auch das Wasser wieder auszuscheiden.


    Sarek

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