schlampige Erstkorrektur (Abitur)

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    • schlampige Erstkorrektur (Abitur)

      Hallo zusammen,

      weiß jemand von euch ob und (wenn ja) wo man sich über einen schlampigen Erstkorrektor beschweren kann? Ich sitze gerade an der Zweitkorrektur und bin mega genervt... Da werden Dinge als richtig abgehakt, die falsch sind. Fehler werden "übersehen". Wo man sich nicht sicher ist, ob richtig oder falsch werden gar keine Korrekturzeichen hingemacht... In Englisch habe ich seitenweise mehr grüne Korrekturzeichen links als rote Korrekturzeichen rechts. Das kann doch nicht wahr sein?!

      Das ist nun das zweite Jahr in Folge, dass ich so schlampige Erstkorrekturen erwische und befürchte, dass es kein Zufall sein könnte. Kollegen berichten Ähnliches.

      Wo kann ich mich beschweren?

      Vielen Dank euch,
      eine entnervte Mrs Pace.
    • MrsPace schrieb:

      Hallo zusammen,

      weiß jemand von euch ob und (wenn ja) wo man sich über einen schlampigen Erstkorrektor beschweren kann?
      Professional courtesy. Wenn der Erstkorrektor eine Niete ist, dann sei es eben so. Was soll eine Beschwerde bewirken? Weder wird der sein Verhalten ändern noch wird der aus dem Schuldienst entfernt. Der Ärger lohnt sich nicht. Mal abgesehen davon, dass deine einzige Anlaufstelle für eine Beschwerde die Schulleitung wäre, denn du musst den Dienstweg einhalten.

      Bewerte die Arbeit so, wie sie zu bewerten ist. Wahrscheinlich wird es auf eine Drittkorrektur hinauslaufen, die dann die Bewertung in eine realistische Richtung führt. Wenn das Problem regelmäßig auftaucht, wird die Schulleitung reagieren. Wenn nicht, kannst du ohnehin nichts daran ändern.

      Übrigens geht das Spiel auch in die andere Richtung. Ich kenne einige Kollegen, die der Philosophie "ich jage jeden Fehler, denn ich bin selber nicht sehr gut, deshalb darf auch kein Schüler eine Eins bekommen" nachhängen. Das muss man auch unterbinden.

      Vertrau einfach dem System, das funktioniert schon.
    • Du kannst ein Schreiben an den Drittkorrektor verfassen, in dem du die Mängel auflistest und um Überprüfung der Erstkorrektur bittest. Das legst du dann (unterschrieben) deiner Zweitkorrektur bei. Ich habe selbst als Zweitkorrektor schon ein solches Schreiben verfasst (da war auch rechts nichts rot, aber dafür dann links ganz ganz viel grün - ich hatte das Gefühl, der EK hätte gar nicht korrigiert, sondern einfach so ne Note gebildet) und auch als Drittkorrektor mehrfach solche Schreiben in der Mappe. Man überprüft dann, kommentiert das Schreiben und gibt beides in die Mappe mit der Endbeurteilung, die dann ja beim RP landet. Und die gucken sich das sehr wohl an und zitieren auch schon mal "schlampige" Erst- oder auch Zweitkorrektoren heran.

      Liebe Grüße und munteres Weiterkorrigieren von Schreibtisch zu Schreibtisch :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Klamiadora () aus folgendem Grund: "links" und "rechts" verwechselt :)

    • Ich verstehe den Ärger, aber aus langjähriger Erfahrung mit allen Phasen der Abiturkorrektur: Erstens existiert die Zweitkorrektur ja genau deshalb, um nachzukorrigieren. Zweitens braucht man der Drittkorrektur kein Schreiben beilegen. Die ist doch genau dazu da, beide zu überprüfen und das zurückzumelden. Ich persönlich bin über solche Schreiben eher irritiert: Traut man mir als Endbeurteilerin nicht zu, meinen Job zu machen? Man kann natürlich schreiben, um seinem Ärger Luft zu machen.
      Drittens: Auch in Englisch ist Sprachrichtigkeit teilweise durchaus Ansichtssache - Zeichensetzung als Beispiel. Oder dass man manchmal auch als KollegIn auf selbst gelernten "Regeln" beharrt, die eigentlich Irrglaube sind (z.B. Inversion nach Ortsangabe immer falsch? Bildbeschreibung immer im present progressive?...). Da habe ich als Anfängerin selbst Demut lernen müssen.
      Alleine von der Anzahl der Korrekturzeichen kann man heutzutage nicht mehr auf eine zu milde/strenge Note schließen. Wenn ein Text das Thema verfehlt, schreibe ich ja nicht in jede Zeile ein I oder Th, sondern nur einmal...
      Ich habe dafür hier einen Erstkorrektor, der auch inhaltliche Fehler im Text unterstreicht, und wahlweise Schlangenlinien oder gerade Linien benutzt für alle Fehlerarten. Sehr irritierend. Außerdem hasse ich es, wenn man bei der selben Fehlerart mal so und mal so entscheidet - da wird es nämlich ungerecht.
    • Meerschwein Nele schrieb:

      Klamiadora schrieb:

      Du kannst ein Schreiben an den Drittkorrektor verfassen, in dem du die Mängel auflistest und um Überprüfung der Erstkorrektur bittest. Das legst du dann (unterschrieben) deiner Zweitkorrektur bei.
      Warum? Steht dergleichen irgendwo in der Prüfungsvorschrift?
      Ja, das ist bei uns möglich als anonyme Hinweise, allerdings ist ohnehin zur Überprüfung eine Endbeurteilung vorgesehen, die verpflichtet ist, auf jeden Fall Stichproben durchzusehen.
    • Danke euch. Ihr habt natürlich recht... Ein dreistufiges Korrekturverfahren existiert ja genau deswegen, dass Fehler möglichst ausgemärzt werden. Trotzdem ärgere ich mich. Ich mache meine Erstkorrektur sehr gründlich und ordentlich und als "Dankeschön" bekommt man dann so einen Murks zur Zweitkorrektur... (Dass das natürlich nichts miteinander zu tun hat, weiß ich. Aber ich hoffe, ihr könnt meine "Denkweise" verstehen...)

      Nun ja, wenn der ganze Kurs nun in die Drittkorrektur muss, wird es hoffentlich ersichtlich sein, wieso ich derart abgewichen bin...

      blabla92 schrieb:

      PS: Verständnisfrage dazu

      MrsPace schrieb:

      Da werden Dinge als richtig abgehakt, die falsch sind. Fehler werden "übersehen".
      Wo wird da etwas abgehakt?
      In Mathe wurde zum Beispiel eine Grafik als richtig (r) abgehakt und vmtl volle Punktzahl gegeben. In Wirklichkeit war daran aber fast alles falsch... Falsches Aufgabenverständnis, zwei Symbolfehler, Grafikfehler durch unpräzise Übertragung der Wertepaare... Da kann man meines Erachtens keine Punkte geben...
    • Ich verstehe dich gut - geht mir auch immer wieder so, wenn ich sehe, dass der Arbeitsethos mancher doch stark von meinem abweicht und man dann umso mehr Geschäft hat! Schreib ruhig ein paar Zeilen für die Endbeurteilung, gerade in Mathe; aber nicht, dass dich das dann noch mehr Zeit kostet...

      Ok, das Abhaken bezog sich nicht auf Englisch, verstehe. (Würde mich aber nicht wundern, wenn irgendein Harry in Englisch Häkchen setzt. Man sieht die dollsten Sachen. Die Korrekturrichtlinien sind für Akademiker schon eine anspruchsvolle Lektüre...)
    • blabla92 schrieb:

      In eigener Sache: Neben jede Zeile typischen Schülergestammels "ungenau" zu schreiben, verfehlt auch irgendwie den Sinn des Korrekturzeichens.
      Jaja. Die Schülerleistungen sind natürlich nur Äußerungen von Schwachsinnigen. Dummen, debilen, Unwürdigen. Nicht etwa von ungeübten Schreibern. Deshalb muss man die natürlich verachten... :daumenrunter:
    • Schülergestammel war zu hart formuliert, ich weiß. Was ich meinte, war, dass es vielen Abiturienten insgesamt noch schwer fällt, sich wirklich präzise auszudrücken. Und das dann eben in jedem minder wichtigen Fall explizit zu monieren, ist albern.
      Aber da wir in BW ja eh nur Schüler wie Äffchen drillen, auswendig Gelerntes hinzuschreiben (oder wie war das?) und Meerschwein Nele selbst natürlich nie Fehler macht, braucht er Lehrerinnen aus BW auch nicht zugestehen, vielleicht mal ganz menschlich ne flapsige Formulierung zu viel zu benutzen.
    • blabla92 schrieb:

      Zweitens braucht man der Drittkorrektur kein Schreiben beilegen. Die ist doch genau dazu da, beide zu überprüfen und das zurückzumelden.
      Da hast du natürlich prinzipiell recht. Aber nehmen wir mal an, dass es zu keinen großen Abweichungen gekommen ist. Dann fallen mir bei den Stichproben Mängel, die die komplette Korrektur durchziehen, nicht sofort auf.
      Zusätzlich habe ich den Eindruck, dass sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr eine "nach mir die Sintflut-Haltung" breitgemacht hat, dieses "was kümmert's mich, nach mir kommen ja noch ein /zwei andere, die können's dann ja richten". Gerade wieder gehört: "Ach, da mache ich mir keinen Stress mehr, wenn ich daneben liege, ist das dann die Aufgabe des Drittkorrektors". Nein, das ist sie nicht! Und ja, das nervt mich so grundsätzlich. Aktuell habe ich nämlich tatsächlich eine ausgesprochen sauber und gut korrigierte Erstkorrektur vor mir liegen :).
    • blabla92 schrieb:

      Ich verstehe dich gut - geht mir auch immer wieder so, wenn ich sehe, dass der Arbeitsethos mancher doch stark von meinem abweicht und man dann umso mehr Geschäft hat! Schreib ruhig ein paar Zeilen für die Endbeurteilung, gerade in Mathe; aber nicht, dass dich das dann noch mehr Zeit kostet...

      Ok, das Abhaken bezog sich nicht auf Englisch, verstehe. (Würde mich aber nicht wundern, wenn irgendein Harry in Englisch Häkchen setzt. Man sieht die dollsten Sachen. Die Korrekturrichtlinien sind für Akademiker schon eine anspruchsvolle Lektüre...)
      Aber dennoch würde ich es gut finden, wenn man Aussagen wie „Nuclear power plants are dangerous because they emit carbondioxide.“ als inhaltlich falsch markieren würde...

      Ich bezweifle, dass die Korrekturrichtlinien überhaupt gelesen wurden....
    • Klamiadora schrieb:

      blabla92 schrieb:

      Zweitens braucht man der Drittkorrektur kein Schreiben beilegen. Die ist doch genau dazu da, beide zu überprüfen und das zurückzumelden
      Da hast du natürlich prinzipiell recht. Aber nehmen wir mal an, dass es zu keinen großen Abweichungen gekommen ist. Dann fallen mir bei den Stichproben Mängel, die die komplette Korrektur durchziehen, nicht sofort auf.Zusätzlich habe ich den Eindruck, dass sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr eine "nach mir die Sintflut-Haltung" breitgemacht hat, dieses "was kümmert's mich, nach mir kommen ja noch ein /zwei andere, die können's dann ja richten". Gerade wieder gehört: "Ach, da mache ich mir keinen Stress mehr, wenn ich daneben liege, ist das dann die Aufgabe des Drittkorrektors". Nein, das ist sie nicht! Und ja, das nervt mich so grundsätzlich. Aktuell habe ich nämlich tatsächlich eine ausgesprochen sauber und gut korrigierte Erstkorrektur vor mir liegen :).
      Ersteres ist auch wieder wahr. Einen deutlichen Trend zur Nachlässigkeit beobachte ich allerdings noch nicht. Solche Exemplare begegnen mir über die Jahre gleichmäßig, auch schon zu Zeiten des Fehlerquotienten. Mal Erstkorrektor, der nur rudimentär Englisch kann, mal auch die Zweitkorrektoren, denen man anmerkt, dass sie das aufgedrückt bekamen. Aber die von dir beschriebene Haltung ist wirklich nervig. Ich melde so etwas immer zurück, Positives wie Negatives. Leider hört man nur selten, dass sich Endbeurteiler die Mühe machen, auch zu loben.
    • blabla92 schrieb:

      MrsPace schrieb:

      Aber dennoch würde ich es gut finden, wenn man Aussagen wie „Nuclear power plants are dangerous because they emit carbondioxide.“ als inhaltlich falsch markieren würde...
      Ich bezweifle, dass die Korrekturrichtlinien überhaupt gelesen wurden....
      Örks.
      Da gibt das Umweltbundesamt extra einen Hinweis und dann sowas!

      umweltbundesamt.de/service/uba…omstrom-wirklich-co2-frei

      ;)
    • MrsPace schrieb:

      weiß jemand von euch ob und (wenn ja) wo man sich über einen schlampigen Erstkorrektor beschweren kann?
      In Bayern würde ich sagen: Direkt beim verantwortlichen Kollegen. Hat schon auch Vorteile, nicht anonym zu korrigieren.
      Manch einer hält sich viel zugute auf seine aufrechte Haltung - und hat doch nur einen Stock im A...
    • fossi74 schrieb:

      MrsPace schrieb:

      weiß jemand von euch ob und (wenn ja) wo man sich über einen schlampigen Erstkorrektor beschweren kann?
      In Bayern würde ich sagen: Direkt beim verantwortlichen Kollegen. Hat schon auch Vorteile, nicht anonym zu korrigieren.
      Einerseits ja, andererseits können da persönliche Zu-/Abneigung, Machtverhältnisse und Scheu, Kritik direkt zu formulieren, ein Hemmschuh sein. Bei uns im anonymen Verfahren ist das ganz wirkungsvoll, weil diese Mitteilungen über die Schulleitungen laufen, die das dann sehr genau wahrnehmen.
    • blabla92 schrieb:

      Einerseits ja, andererseits können da persönliche Zu-/Abneigung, Machtverhältnisse und Scheu, Kritik direkt zu formulieren, ein Hemmschuh sein. Bei uns im anonymen Verfahren ist das ganz wirkungsvoll, weil diese Mitteilungen über die Schulleitungen laufen, die das dann sehr genau wahrnehmen.
      Zugegeben: Ich kenne es aus meinen FOS-Jahren nur so, dass Kritik jederzeit möglich gewesen wäre, aber nie notwendig war. Das mag an anderen Schulen auch ganz anders sein, da gebe ich Dir recht.
      Manch einer hält sich viel zugute auf seine aufrechte Haltung - und hat doch nur einen Stock im A...